Der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Mai stark gefallen. Die Einschätzung der aktuellen Lage wurde deutlich zurückgenommen. Die Geschäftslage befindet sich aber immer noch oberhalb des langfristigen Durchschnitts. Die zukünftige Entwicklung wird von den Unternehmen pessimistischer beurteilt. Die deutsche Wirtschaft steht unter dem Eindruck der in letzter Zeit gestiegenen Unsicherheit im Euroraum.
Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindex stark gesunken. Dies geht insbesondere auf eine deutlich schlechtere Beurteilung der aktuellen Lage zurück. Bezüglich der Entwicklung in den kommenden sechs Monaten halten sich positive und negative Erwartungen in etwa die Waage. Die Beschäftigtenpläne sind erstmals seit Monaten mehrheitlich defensiv ausgerichtet. Für den Export werden allerdings weitere Impulse erwartet.
Das Geschäftsklima hat sich in den beiden Handelsstufen deutlich eingetrübt. Insbesondere im Einzelhandel ist die aktuelle Lageeinschätzung eingebrochen und die Erwartungen sind wieder mehrheitlich pessimistisch. Im Großhandel ist der Rückgang vergleichsweise gering ausgefallen. Die befragten Großhändler berichten sowohl von einer schlechteren aktuellen Geschäftslage als auch von weniger optimistischeren Erwartungen für die kommenden sechs Monate.
Auch im Bauhauptgewerbe hat der Geschäftsklimaindex nachgegeben. Während sich die aktuelle Geschäftslage minimal verbesserte, blicken die befragten Baufirmen etwas weniger optimistisch auf die kommende Entwicklung.
Hans-Werner Sinn Präsident des ifo Instituts
ifo Geschäftsklimaindex deutlich gesunken ifo Geschäftsklima Deutschland - Ergebnisse des ifo Konjunkturtests im Mai 2012 (24.05.2012) Dokumentgröße: ca. 100 kb
Das ifo Geschäftsklima für die Gewerbliche Wirtschaft (seit Januar 1991) Die Tabelle steht Ihnen zur Weiterbearbeitung im Excel-Format zur Verfügung. Lange Zeitreihen für das ifo Geschäftsklima in der gewerblichen Wirtschaft Deutschlands und seine beiden Komponenten Geschäftslage und -erwartungen Dokumentgröße: ca. 40 kb
Das ifo Geschäftsklima basiert auf ca. 7.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels. Die Unternehmen werden gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitzuteilen. Sie können ihre Lage mit "gut", "befriedigend" oder "schlecht" und ihre Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monaten als "günstiger", "gleich bleibend" oder "ungünstiger" kennzeichnen. Der Saldowert der gegenwärtigen Geschäftslage ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "gut" und "schlecht", der Saldowert der Erwartungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "günstiger" und "ungünstiger". Das Geschäftsklima ist ein transformierter Mittelwert aus den Salden der Geschäftslage und der Erwartungen. Zur Berechnung der Indexwerte werden die transformierten Salden jeweils auf den Durchschnitt des Jahres 2005 normiert.
Nähere Erläuterungen zur Berechnung und Prognosefähigkeit des ifo Geschäftsklimaindex finden Sie hier.
Etwa eine Woche nach Erscheinen des ifo Geschäftsklimaindexes veröffentlicht das ifo Institut in der Zeitschrift "ifo Konjunkturperspektiven" die Ergebnisse des jüngsten ifo Konjunkturtests West und Ost in allen Einzelheiten, mit Texten, Spiegeln und Grafiken, sowie die EU Industriekonjunktur insgesamt und in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien in Zahlen.
Auf der Jahresübersicht der ifo Konjunkturperspektiven können Sie die aktuelle Ausgabe aufrufen.
werden veröffentlicht in den ifo Konjunkturperspektiven. Eine Zusammenfassung erscheint als "ifo Konjunkturtest in Kürze" (Archiv) im ifo Schnelldienst.
22.06.2012 10:30 Uhr MESZ 25.07.2012 10:30 Uhr MESZ 27.08.2012 10:30 Uhr MESZ
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