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ifo Bildungsbarometer 2016

Das ifo Bildungsbarometer wurde vom ifo Zentrum für Bildungsökonomik im Rahmen des von der Leibniz-Gemeinschaft geförderten SAW-Projekts „Die politische Ökonomie der Bildungspolitik: Erkenntnisse aus einer Meinungsumfrage“ entwickelt. Basis des dritten ifo Bildungsbarometers ist eine von Ende April bis Anfang Juni 2016 durchgeführte Meinungsumfrage unter 4.015 Befragten, die eine repräsentative Stichprobe der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland darstellen.

Erste Ergebnisse des ifo Bildungsbarometers 2016 finden Sie in folgenden Veröffentlichungen:

  1. Wößmann, Ludger, Philipp Lergetporer, Franziska Kugler und Katharina Werner, "Denken Lehrkräfte anders über die Bildungspolitik als die Gesamtbevölkerung? - Ergebnisse des ifo Bildungsbarometers 2016", ifo Schnelldienst 69 (17), 2016, 19-34 | Details | PDF Download

  2. Wößmann, Ludger, Philipp Lergetporer, Franziska Kugler und Katharina Werner, "Bildungsmaßnahmen zur Integration der Flüchtlinge – Was die Deutschen befürworten ", ifo Schnelldienst 69 (17), 2016, 35-43 | Details | PDF Download

Einige Befunde des ifo Bildungsbarometers 2016

Ein zentraler Befund des ifo Bildungsbarometers 2016 besteht darin, dass Lehrkräfte, die in diesem Jahr gesondert befragt wurden, zum Teil grundlegend andere Ansichten zu bildungspolitischen Themen haben als die Gesamtbevölkerung. Beispielsweise befürworten Lehrer im Gegensatz zur Gesamtbevölkerung mehrheitlich höhere Lehrergehälter (74 Prozent der Lehrer, 40 Prozent der Bevölkerung) und die Verbeamtung (65, 33), sind aber mehrheitlich gegen ein Ganztagsschulsystem, die Inklusion von Kindern mit Lernschwächen in Regelschulen, den Einsatz von Quereinsteigern im Lehrerberuf und Gehaltszuschläge für gute Lernfortschritte. Lehrer geben den Schulen in ganz Deutschland schlechtere Noten als die Gesamtbevölkerung, den eigenen Schulen vor Ort hingegen bessere.

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Lehrer und andere Deutsche stimmen aber auch überein, etwa bei der mehrheitlichen Zustimmung zu Aufnahmeprüfungen beim Zugang zum Lehramtsstudium (86 Prozent der Deutschen dafür), zu deutschlandweit einheitlichen Vergleichstests (83), zur Autonomie von Schulleitungen bei der Einstellung von Lehrkräften (72) und zur Aufteilung auf weiterführende Schularten erst nach der sechsten Klasse (67). Auch gibt es in beiden Gruppen große Zustimmung für eine Fortbildungspflicht für Lehrkräfte, wobei die Gesamtbevölkerung Fortbildungen außerhalb der Unterrichtszeit bevorzugt, Lehrkräfte hingegen während der Unterrichtszeit.

Einen besonderen Schwerpunkt legt das ifo Bildungsbarometer 2016 auch auf Meinungen zu Bildungsmaßnahmen zur Integration der Flüchtlinge. Drei Viertel der Deutschen schätzen den durchschnittlichen Bildungsstand der Flüchtlinge als niedrig ein. Dementsprechend glaubt die Mehrheit (53 Prozent zu 33 Prozent) auch nicht, dass die Flüchtlinge dabei helfen, den Fachkräftemangel der deutschen Wirtschaft zu verringern.

Mehrheiten finden sich für staatlich finanzierte verpflichtende Sprachkurse (75 Prozent dafür, 18 Prozent dagegen), eine Ausweitung der Schulpflicht bis 21 Jahre (58:26) und ein zweijähriges Bleiberecht nach Abschluss einer Ausbildung (50:37). Gespalten sind die Bürger bei den Fragen einer staatlichen Übernahme von Ausbildungskosten der Betriebe (45:41) und einem Ausbau verkürzter Ausbildungsberufe (38:44) für Flüchtlinge. Die staatlichen Bildungsausgaben pro Flüchtling sollten nach Ansicht der Mehrheit eher unverändert bleiben.

Zur Förderung von Flüchtlingskindern finden sich deutliche Mehrheiten für eine möglichst gleichmäßige regionale Verteilung auf die Schulen, für zusätzliche Bundesmittel für Sozialarbeiter, Sprachlehrer und Psychologen an Schulen und für eine steuerlich finanzierte Kindergartenpflicht für Flüchtlingskinder ab drei Jahren. Bei der Frage, ob Flüchtlingskinder zunächst länger in getrennten Förderklassen unterrichtet oder schnell in existierende Schulklassen integriert werden sollten, ergibt sich kein eindeutiges Bild in der Umfrage. Lehrer stehen vielen Bildungsreformen zur Integration von Flüchtlingen noch deutlich positiver gegenüber als die Gesamtbevölkerung.

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Weitere Details zu Methodik und Ergebnissen des ifo Bildungsbarometers 2016 finden Sie in folgenden Veröffentlichungen:

Veröffentlichungen

  1. Wößmann, Ludger, Philipp Lergetporer, Franziska Kugler und Katharina Werner, "Denken Lehrkräfte anders über die Bildungspolitik als die Gesamtbevölkerung? - Ergebnisse des ifo Bildungsbarometers 2016", ifo Schnelldienst 69 (17), 2016, 19-34 | Details | PDF Download

  2. Wößmann, Ludger, Philipp Lergetporer, Franziska Kugler und Katharina Werner, "Bildungsmaßnahmen zur Integration der Flüchtlinge – Was die Deutschen befürworten ", ifo Schnelldienst 69 (17), 2016, 35-43 | Details | PDF Download

Medienresonanz

  1. Wie sich die Deutschen ihre Schule wünschen
    Interview mit Ludger Wößmann, Augsburger Allgemeine, 16.09.2016. Details

  2. Massiver Widerstand
    Interview mit Ludger Wößmann, Zeit, Print: Nr. 39, 15.09.2016, Digital: 29.09.2016. Details

Kontakt

Prof. Dr. Ludger Wößmann

ifo Institut
ifo Zentrum für Bildungsökonomik
Telefon: +49(0)89/9224-1699
Fax: +49(0)89/907795-1699
E-Mail: woessmann @ ifo.de
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