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ifo Migrationsmonitor

Die aktuelle Flüchtlingskrise stellt die Europäische Union vor eine enorme Herausforderung. Das Ziel des ifo Migrationsmonitors besteht darin, aktuelle Informationen sowohl zur regulären Einwanderung als auch zu den Asylsuchenden in der Europäischen Union bereitzustellen. Der ifo Migrationsmonitor wird vom Ifo Center of Excellence for Migration and Integration Research (CEMIR) herausgegeben, das 2012 gegründet wurde und das Ziel hat, eine aktive Rolle in der Einwanderungsdebatte in Deutschland und Europa zu spielen.

Internationale Migration und Flüchtlingskrise

Aus ökonomischer Sicht gibt es für die freie Bewegung von Arbeitskräften nicht nur innerhalb eines Landes, sondern auch über die Grenzen hinweg gute Gründe. Würde die Migration nur von internationalen Lohn- und Produktivitätsunterschieden ausgelöst und wären die Arbeitsmärkte der Zielländer hinreichend flexibel und aufnahmefähig, entstünden bei In- und Ausländern positive Wohlfahrtseffekte durch die Wanderung. Migration würde dann für eine effiziente Verteilung der Arbeitskräfte im Raum sorgen. Die Selbststeuerung der Arbeitsmärkte würde die Migration kontinuierlich und optimal an die Verhältnisse in den Herkunfts- und Zielländern anpassen. In einigen Marktsegmenten würde sich zwar der Wettbewerb um Arbeitsplätze verstärken, was die Löhne im Gastland drücken würde. Da aber gleichzeitig die Kapitaleinkommen und die Reallöhne für komplementäre Arbeit steigen, würde auch das Gastland in der Summe gewinnen.

Die Wanderungsströme werden jedoch durch die Umverteilungsaktivitäten des Sozialsystems und die freie Verfügbarkeit öffentlicher Infrastruktur verfälscht. Es kommt zu einer Fehlselektion der Migranten. Geringqualifizierte, die Nettoempfänger staatlicher Ressourcen sind, werden künstlich angezogen, und Hochqualifizierte, die mehr an den Staat zahlen, als sie in Form der öffentlichen Daseinsvorsorge und als Sozialleistungen zurückbekommen, werden abgestoßen. Dadurch kommt es nicht nur zu einer übermäßigen Migration, die mindestens einen Teil der ökonomischen Wohlfahrtsgewinne wieder konsumiert. Vielmehr entsteht auch die Gefahr einer Erosion des Staates durch Überlastung, die letztlich in einem Abschreckungswettbewerb durch Leistungsminderung münden wird.

 

Grafiken zu Asylbewerbern

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Grafiken zu Migranten

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Veröffentlichungen

  1. Wech, Daniela, "ifo Migrationsmonitor: Deutlich geringere Zahl neu ankommender Flüchtlinge – große Unterschiede beim Bildungsniveau", ifo Schnelldienst 69 (23), 2016, 64-69 | Details | PDF Download

  1. Oesingmann, Katrin, "ifo Migrationsmonitor: Die Zuwanderung von ausländischen Studierenden nach Deutschland – ein wichtiger Faktor für die Gewinnung von Fachkräften", ifo Schnelldienst 69 (20), 2016, 51-55 | Details | PDF Download

  1. Wech, Daniela, "ifo Migrationsmonitor: Rückgang der Zahl der registrierten Flüchtlinge – schwierige Arbeitsmarktsituation für Asylbewerber", ifo Schnelldienst 69 (12), 2016, 68-73 | Details | PDF Download

  1. Wech, Daniela, "ifo Migrationsmonitor: Einwanderer und Asylbewerber in Deutschland – Zahlen, demographische Angaben, Qualifikationsstrukturen und Arbeitsmarktpartizipation", ifo Schnelldienst 69 (06), 2016, 51-58 | Details | PDF Download

  1. Poutvaara, Panu und Daniela Wech, "ifo Migrationsmonitor", ifo Schnelldienst 68 (23), 2015, 24-31 | Details | PDF Download


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