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Docbase - Publikationsdatenbank der CESifo Gruppe

Detailinformationen zur Publikation

Haseloff, Reiner / Lenk, Thomas / Glinka, Philipp / Wigger, Berthold U. / Thöne, Michael

Solidarpakt Ost in der Kritik: Sollte die Wirtschaftsförderung Ost beendet werden?

Ende 2019 läuft der Solidarpakt II aus. Sollte im Kontext der Neuordnung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen die Wirtschaftsförderung Ost beendet und in ein umfassendes Fördersystem für strukturschwache Regionen in Ost- und Westdeutschland integriert werden? Nach Ansicht von Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, ist der Solidarpakt, auch wenn nicht alle der mit ihm verbundenen Ziele bis 2020 erreicht werden, nicht gescheitert. Es habe sich gezeigt, dass der Länderfinanzausgleich allein nicht in der Lage ist, die re­gionalen Differenzen in Deutschland auszugleichen. Daher bedürfe es einer Sonderförderung wie den Solidarpakt. Für Thomas Lenk und Philipp Glinka, Universität Leipzig, sind die Sonderbedarfe, die im Rahmen von Korb I des Solidarpakts berücksichtigt werden, nicht mehr pauschal im Osten Deutschlands zu verorten. Spezielle Fördermaßnahmen dagegen, wie sie derzeit u.a. mit Hilfe der Mittel aus Korb II des Solidarpakts durchgeführt werden, seien in den ostdeutschen Ländern weiterhin zwingend erforderlich, um diese langfristig in die ökonomische Lage zu versetzen, ihr Allokationsergebnis zu verbessern. Diese Maßnahmen müssten jedoch nicht im Rahmen eines Solidarpakts konstituiert werden. Berthold U. Wigger, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), sieht in den noch bestehenden Unterschieden in der Wirtschafts- und Finanzkraft zwischen Ost- und Westdeutschland keinen Grund für gesonderte Transfers für die ostdeutschen Länder. Dem Solidarpakt II sollte deshalb nach seinem Auslaufen kein weiterer folgen, sondern den Unterschieden Ost- und Westdeutschlands sollte mit den Instrumenten der Regionalpolitik begegnet werden. Michael Thöne, Universität zu Köln, schlägt eine »Solidarität 4.0 statt einem Solidarpakt III« vor. Ein Bund-Länder-Finanzausgleich nach dem Muster der Solidarität 4.0, der wegen seiner besseren Bedarfsorientierung in der Lage sei, die Mittelverteilung so anzupassen, dass eine gleichmäßige Finanzierung der öffentlichen Leistungen na

Solidarity Pact for Eastern Germany Comes Under Fire: Should Economic Support for the East Be Withdrawn?

The Solidarity Pact II is due to expire at the end of 2019. As part of the restructuring of financial relations between the German federal government and the Länder, should economic support for the East be withdrawn and integrated into a comprehensive support system for structurally weak regions in eastern and western Germany? According to Reiner Haseloff, Minister President of Saxony-Anhalt, the Solidarity Pact has not failed, even if all of its goals will not be reached by 2020. It has emerged that the fiscal equalisation scheme among Germany’s Länder alone is not in a position to counterbalance regional differences in Germany. That is why special funding like the Solidarity Pact is required. For Thomas Lenk and Philipp Glinka, University of Leipzig, the special needs covered in Basket I of the Solidarity Pact can no longer be said to come from eastern Germany as a general rule. Special funding measures, by contrast, like those that are currently being implemented thanks to Basket II of the Solidarity Pact, remain absolutely necessary in eastern German Länder, to put them in a long-term economic position to improve their allocation results. However, these measures do not need to be implemented in the context of a solidarity pact. Berthold U. Wigger, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), sees the remaining differences in the economic and financial power of eastern and western Germany as no reason for special transfers to eastern German Länder. There should therefore be no successor to Solidarity Pact II when it expires. Instead, the differences between eastern and western Germany should be offset with regional policy instruments. Michael Thöne, University of Cologne, suggests “Solidarity 4.0 instead of a Solidarity Pact III”. The best successor to the Solidarity Pact II would be a financial equalisation scheme for the German federal government and Länder based on solidarity 4.0, which would be more demand-oriented and would be in a position to adjust the distribution of funding so as to achieve the equal funding of public services according to objective differences.

ifo Schnelldienst 68 (23), 03-14

Verlag: ifo Institut, München, 2015

Schlagwörter: Finanzbeziehungen, Finanzausgleich, Länderfinanzausgleich, Wirtschaftsförderung, Ostdeutschland

JEL Klassifikation:
[H710] State and Local Taxation, Subsidies, and Revenue
[H720] State and Local Budget and Expenditures
[H770] Intergovernmental Relations; Federalism; Secession

Artikelnummer: 11012015023001

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Enthalten in Zeitschrift bzw. Sammelwerk:

  1. "ifo Schnelldienst 23/2015", ifo Institut, München, 2015, 03-81 | Details | PDF Download | EPUB Download

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