Vortrag von Prof. Dr. Hans-Werner Sinn
Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs sieht sich die westliche Welt einer neuen internationalen Niedriglohnkonkurrenz aus den ex-kommunistischen Ländern gegenüber, die den Gleichgewichtslohn auch in Deutschland gesenkt hat, ohne dass der tatsächliche Lohn reagieren würde. Massive Kapitalexporte, Faktorwanderungen in die Richtung kapitalintensiver Exportsektoren und erhebliche internationale Migrationsströme sind die Folge. Die neue Freizügigkeitsrichtlinie der EU und die für 2011 erwartete Öffnung der Grenzen für osteuropäische Arbeitskräfte werden die Masseneinwanderung der letzten Jahrzehnte weiter verstärken und Deutschlands Spitzenposition beim Immigrantenanteil an der Bevölkerung unter vergleichbaren Ländern weiter verstärken.
Angesichts der demographischen Krise unseres Landes, in dem weniger Kinder in Proportion zur Größe seiner Bevölkerung geboren werden als in jedem anderen entwickelten Land der Erde, kommen die neuen Einwanderungswellen möglicherweise gerade zur rechten Zeit. Ein Problem ist nur, dass der Arbeitsmarkt bislang nicht die für die Integration der Zuwanderer nötige Flexibilität gezeigt hat, so dass eine Massenarbeitslosigkeit mit der Masseneinwanderung einherging. Ein anderes Problem ist, dass der Sozialstaat dazu beigetragen hat, die falschen Einwanderer anzulocken. Der Vortrag diskutiert die Möglichkeiten, Deutschland für eine erfolgreiche Einwanderung fit zu machen.
Audioaufzeichnung (77 min., auf Deutsch) | Videomitschnitt (120 min., auf Deutsch, geringe Qualität)