Für 2005 erwartet der Sachverständigenrat beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur ein mageres Plus von 1,4 Prozent. Damit sind die „Fünf Weisen“ pessimistischer als die Bundesregierung, die für das kommende Jahr von einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,7 Prozent ausgeht.. Mehr Jobs werden aber erst geschaffen, wenn das Wachstum die so genannte Beschäftigungsschwelle überschreitet. Dieser sperrige Begriff bezeichnet diejenige Wachstumsrate des BIP, bei der sich die Beschäftigung nicht ändert. Fällt der BIP-Anstieg stärker aus, entstehen Jobs. Geschieht das Gegenteil, werden Arbeitsplätze vernichtet. Nach Angaben des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung in München liegt die magische Grenze derzeit bei etwa 2,4 Prozent. Helmut Spitzley vom Institut Arbeit und Wirtschaft der Universität Bremen geht davon aus, dass die deutsche Volkswirtschaft über einen langen Zeitraum jährlich um vier bis sechs Prozent zulegen müsste, um der Massenarbeitslosigkeit Herr zu werden. Von solchen Werten ist die Deutschland AG jedoch meilenweit entfernt. Die Beschäftigungsschwelle ändert sich im Laufe der Zeit. So lag die Beschäftigungsschwelle nach Schätzungen der Fachhochschule Amberg-Weiden Mitte der siebziger Jahre bei über sieben Prozent, Mitte der achtziger Jahre sackte sie dann unter ein Prozent. Ausschlaggebend für ihren Verlauf ist vor allem das Ausmaß an Regulierung am Arbeitsmarkt.