Financial Times Deutschland vom 22.3.2001
Der Sturz des Dax um 27 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten ist nicht alleine auf die Schwäche der US- und Technologiebörsen zurückzuführen. Ein guter Teil der Baisse ist hausgemacht, wie der jüngste Rückgang des Ifo-Index zeigt.
Nicht überraschend, aber betrüblich ist der weitere Rückgang der Erwartungskomponente des Index; sie ist der eigentliche Frühindikator und signalisiert für das erste Halbjahr jetzt noch ein Wirtschaftswachstum von ein bis zwei Prozent. Dass die Lage schlechter beurteilt wird, deutet nur an, dass die Abkühlung bald auch in den Produktionszahlen sichtbar wird.
Bei diesen Perspektiven wird es für die Dax-Unternehmen schwer werden, die Gewinne deutlich zu steigern. Die Deutsche Bank rechnet für das kommende Jahre kaum noch mit zwei Prozent. Auf dieser Basis notiert der Dax immerhin mit einem KGV von knapp 22. Zwar sieht es längerfristig für die Gewinne nicht schlecht aus, da die deutschen Firmen noch Spielraum haben, die Margen zu verbessern. Aber auf kurze Sicht dürften auch hierzulande schlechte Unternehmensmeldungen auf den Kursen lasten.
Trotzdem: Wie alles hat auch die Dax-Schwäche ihre positiven Seiten. Mit dem Ifo-Bericht wird die Aussicht auf eine Zinssenkung deutlicher. Die deutsche und europäische Wirtschaft ist nicht per se ungesund, und die Frühindikatoren werden vermutlich im Laufe des Jahres drehen. Gegenüber dem Vorjahr war der Dax nur Anfang 1974 und Ende 1987 so stark im Minus wie im Moment. Spätestens wenn sich die Wachstumserwartungen aufhellen, winkt ein prima Geschäft.
Copyright by Financial Times Deutschland
Please send your comments or questions on specific articles to: presse@ifo.de. Please mention in your e-mail the article you are concerned with.
Phone: +49(0)89/9224-1604 Fax: +49(0)89/9224-1267
2012 2011 | 2010 | 2009 2008 | 2007 | 2006 2005 | 2004 | 2003 2002 | 2001 | 2000
Press Echo
Comments on current economic policy issues in Policy Debate: