Financial Times Deutschland 16.07.2004, S. 16
Das Wirtschaftswachstum der Euro-Zone wird sich im zweiten Halbjahr abschwächen. Diese Einschätzung äußerte das Münchner Ifo-Institut, die französischen Statistikbehörde Insee und das italienische Institut Isae gestern in einer gemeinsamen Prognose. Demnach sei für das dritte und vierte Quartal nur noch mit einem Wachstum von je 0,4 Prozent zu rechnen. Im ersten Quartal hatte die Euro-Wirtschaft noch um 0,6 Prozent zugelegt. Als Ursache für die Abschwächung nannten die Volkswirte die lahmende Binnennachfrage. Im Gesamtjahr werde das Wachstum bei 1,8 Prozent liegen. Die Inflationsrate werde zum Jahresende auf 2,1 Prozent sinken. Voraussetzung sei aber, dass der Ölpreis falle. Die EU-Kommission revidierte ihre Wachstumsschätzung leicht nach unten. Für das dritte Quartal erwartet sie jetzt einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 0,3 bis 0,7 Prozent. Das Mitglied im deutschen Sachverständigenrat, Bert Rürup, sagte, die deutsche Wirtschaft könne in diesem Jahr um 1,8 Prozent wachsen. In seinem Jahresgutachten hatte der Rat ein Plus von 1,6 Prozent vorher gesagt. Rürup sagte aber, dass die Erholung wegen der schwachen Konsumnachfrage 2005 abzubrechen drohe. FTD
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