Wirtschaftswoche, 29.10.2007, Nr. 44, S. 63
Die Perspektiven für die deutsche Exportwirtschaft trüben sich weiter ein. Der vom Münchner ifo Institut exklusiv für die WirtschaftsWoche monatlich ermittelte Exportklimaindikator ist im September um 0,08 auf minus 0,43 Zähler gesunken - das niedrigste Niveau seit Januar 2004. Ausschlaggebend für die erneute Eintrübung war die massive Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar, die deutsche Waren auf dem Weltmarkt verteuert. In der vergangenen Woche kletterte der Wechselkurs des Euro gegenüber dem Greenback auf einen neuen Höchststand von 1,43 Dollar. Im Vergleich zu Jahresbeginn, als der Euro noch bei 1,29 Dollar stand, ist das ein Plus von knapp elf Prozent. Darüber hinaus hat sich auch das Wirtschaftsklima in Europa, dem wichtigsten Absatzmarkt für deutsche Exporteure, verschlechtert. Sowohl die Unternehmen als auch die Konsumenten in der EU schätzten die wirtschaftlichen Aussichten ungünstiger ein als im Vormonat. In den USA haben sich das Konsum- und das Geschäftsklima ebenfalls eingetrübt.
Kein Wunder, dass die schwächelnde Auslandskonjunktur und der starke Euro auf die Exporterwartungen der deutschen Unternehmen drücken. Der entsprechende Index sank im September um 1,1 auf 15,6 Zähler. Dazu dürfte auch beigetragen haben, dass die Auftragseingänge aus dem Ausland bei der deutschen Industrie längst nicht mehr so schwungvoll laufen wie noch vor wenigen Monaten. Im August legten die Auslandsordersaisonbereinigt zwar um 2,4 Prozent gegenüber Juli zu. Allerdings reichte das nicht aus, um den Einbruch vom Juli (minus 10,8 Prozent) auszugleichen. Bereits jetzt haben die Ausfuhren an Dynamik verloren. Im August lagen sie real nur um 4,9 Prozent höher als im Vorjahr. Das war die niedrigste Zuwachsrate seit November 2005.
Geschäftsklima Die Stimmung der Unternehmen in der gewerblichen Wirtschaft hat sich im Oktober zum fünften Mal in Folge eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, der wichtigste Frühindikator für die deutsche Konjunktur, sank von 104,2 auf 103,9 Punkte. Der Teilindex zur Beurteilung der aktuellen Lage ging von 109,9 auf 109,6 Zähler zurück, der Index für die Erwartungen der nächsten Monate verringerte sich von 98,7 auf 98,6 Punkte. Auch wenn der Rückgang des Ifo-Index moderat ausfiel, interpretieren Ökonomen ihn als Signal dafür, dass sich die deutsche Konjunktur in den nächsten Monaten weiter abkühlen wird.
Please send your comments or questions on specific articles to: presse@ifo.de. Please mention in your e-mail the article you are concerned with.
Phone: +49(0)89/9224-1604 Fax: +49(0)89/9224-1267
2012 2011 | 2010 | 2009 2008 | 2007 | 2006 2005 | 2004 | 2003 2002 | 2001 | 2000
Press Echo
Comments on current economic policy issues in Policy Debate: