Wirtschaftswoche, 23.06.2008, Nr. 26, S. 45
Die globale Konjunkturschwäche schlägt zunehmend auf die deutschen Exporte durch. Das zeigt der vom Münchner ifo Institut regelmäßig exklusiv für die WirtschaftsWoche ermittelte Exportklimaindex, der im Mai deutlich zurückgegangen ist. Mit minus 1,09 Punkten weist er den niedrigsten Wert seit Ende 2001 aus. Die ifo-Ökonomen führen dies in erster Linie auf das deutlich eingetrübte Konsum- und Geschäftsklima in den wichtigsten europäischen Handelspartnerländern zurück. Auch in den USA setzte das Konsumklima seine Talfahrt fort; die Geschäftsaussichten der US-Unternehmen blieben weitgehend unverändert. In Japan gingen Geschäfts- und Konsumklima leicht zurück.
Die Auslandsbestellungen bei der deutschen Industrie nahmen im April real um 3,8 Prozent gegenüber dem Vormonat ab. Entsprechend sanken die Exporterwartungen der vom ifo Institut befragten Unternehmen von 14,2 Punkten im April auf 12,3 Punkte im Mai.
Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) berichtet in seiner in der vergangenen Woche veröffentlichten Frühsommerumfrage von trüberen Exporterwartungen. Der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen der vom DIHK befragten 20 000 Unternehmen lag nur noch bei 26 Punkten. Zu Jahresbeginn hatte er noch 36 Punkte betragen. Das ist die stärkste Eintrübung seit immerhin vier Jahren. Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) geht in seiner aktuellen Prognose davon aus, dass die Ausfuhren in nächster Zeit wegen der vorangegangenen Aufwertung des Euro und der abflauenden Weltkonjunktur "kaum noch zunehmen". Im Gesamtjahr 2008 werde die Ausfuhr nur noch um 5,6 Prozent zulegen - nach 7,8 Prozent im vergangenen Jahr. Zwar hat sich die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Exporteure zuletzt leicht verbessert. Ende Mai lag der Wechselkurs des Euro zum Greenback bei rund 1,54 Dollar, nachdem er Mitte April mit 1,60 Dollar ein Rekordhoch erreicht hatte. Doch die erwartete Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank dürfte den Euro wieder kräftig nach oben treiben.
Please send your comments or questions on specific articles to: presse@ifo.de. Please mention in your e-mail the article you are concerned with.
Phone: +49(0)89/9224-1604 Fax: +49(0)89/9224-1267
2012 2011 | 2010 | 2009 2008 | 2007 | 2006 2005 | 2004 | 2003 2002 | 2001 | 2000
Press Echo
Comments on current economic policy issues in Policy Debate: