WirtschaftsWoche, 05.03.2007, Nr. 10, S. 48
Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich im Februar weiter entspannt: Dank guter Konjunktur und milder Witterung suchten erstmals seit sieben Jahren in einem Februar weniger Arbeitslose einen Job als im Januar. Die Arbeitslosenquote sank gegenüber dem Vormonat um 0,1 Punkte auf 10,1 Prozent, saisonbereinigt sogar um 0,2 Punkte auf nun 9,3 Prozent. Insgesamt waren 4,22 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet, rund eine Million weniger als noch vor zwei Jahren.
Die Beschäftigtenzahl kletterte im Januar - aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor - saisonbereinigt um 43 000 auf 39,41 Millionen. Dies war der elfte Anstieg in Folge. Der positive Trend dürfte sich auch im Februar fortgesetzt haben: Der von der Bundesagentur für Arbeit ermittelte Stellenindex (BA-X) stieg um fünf auf 193 Punkte, ein neuer Rekordstand.
Konsum Die höhere Mehrwertsteuer hat die Stimmung der Verbraucher im Februar spürbar eingetrübt Der Konsumklima-Index der Marktforschungsgesellschaft GfK sackte gegenüber dem Vormonat um 3,6 auf 4,9 Punkte ab. Für den März prognostizieren die Forscher eine weitere Abnahme auf 4,4 Punkte. GfK-Experte Rolf Bürkl: „Einige Verbraucher haben ihr Pulver vor Weihnachten verschossen." Der Teilindex für die Anschaffungsneigung brach im Vergleich zum Vormonat um knapp elf Punkte auf minus 16 Punkte ein - der schlechteste Wert seit Juni 2005. Angesichts der guten Konjunkturlage rechnet die GfK gleichwohl nur mit einer vorübergehenden Schwächephase. Da ein messbarer Preisschock nach der Mehrwertsteuererhöhung bisher ausgeblieben sei, könne die Verunsicherung der Verbraucher mit der Zeit nachlassen, glaubt GfK-Experte Bürkl. Zumal die Bürger die weitere wirtschaftliche Entwicklung positiv sehen: Der Index der Konjunkturerwartungen kletterte im Vergleich zum Vormonat um 15,8 auf 53,3 Punkte und erreichte den höchsten Wert seit August 2000.
Geschäftsklima Nicht nur die Konsumenten zeigen sich übellaunig, auch die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe hat sich im Februar überraschend stark eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex sank um 1,3 auf 57, 2 Zähler. Analysten hatten allenfalls mit einem leichten Rückgang gerechnet. Allerdings liegt der Index immer noch deutlich über der 50-Punkte-Marke, was auf eine weitere Expansion des Sektors hindeutet.
Investitionen Der vom Münchner ifo Institut und dem Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) exklusiv für die WirtschaftsWoche berechnete Frühindikator legte im ersten Quartal um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Dieser positive Trend dürfte sich im Verlauf des Jahres fortsetzen, wenn auch mit etwas weniger Dynamik. Im Jahresschnitt rechnen die Experten mit einem Zuwachs der Ausrüstungsinvestitionen um rund vier Prozent, zumal Branchen wie der Maschinenbau und die Elektroindustrie stellenweise an der Kapazitätsgrenze arbeiten. „Der Investitionszyklus wird 2007 anhalten und weiter den Aufschwung tragen", urteilen die Ökonomen von ifo und BDL. Zum gesunden Investitionsklima trägt bei, dass die Bundesregierung den Satz für die degressive Abschreibung zeitlich befristet um zehn Prozentpunkte erhöht hat. Daher dürfte es 2007 spürbare Vorzieheffekte geben - im kommenden Jahr soll die degressive Abschreibung komplett abgeschafft werden.
Please send your comments or questions on specific articles to: presse@ifo.de. Please mention in your e-mail the article you are concerned with.
Phone: +49(0)89/9224-1604 Fax: +49(0)89/9224-1267
2012 2011 | 2010 | 2009 2008 | 2007 | 2006 2005 | 2004 | 2003 2002 | 2001 | 2000
Press Echo
Comments on current economic policy issues in Policy Debate: