Wirtschaftsblatt, 18.02.2010, S. 9
München. Erstmals seit zwei Jahren schwingt sich der vom Münchner Ifo-Institut gemeinsam mit der Internationalen Handelskammer ICC erhobene Index für das Weltwirtschaftsklima wieder über den langjährigen Durchschnitt hinauf.
Zu danken ist das allerdings nur den Asiaten unter den weltweit befragten 1057 Experten. Nur in Asien werden sowohl die aktuelle Lage als auch die Aussichten für die nächsten sechs Monate uneingeschränkt positiv bewertet. In allen anderen großen Wirtschaftsregionen sind zwar die Erwartungen positiv, die aktuelle Lage wird aber als durchaus verbesserungswürdig erlebt.
Allerdings haben sich sowohl Zukunftsbeurteilung als auch Lageeinschätzung in allen Regionen gegenüber der Erhebung vom Herbst deutlich verbessert. "Das spricht für eine Fortsetzung der konjunkturellen Erholung der Weltwirtschaft in den kommenden Monaten", kommentiert Ifo-Chef Hans-Werner Sinn, der sonst nicht zu übermäßiger Euphorie neigt.
Auch die Antworten auf die weiteren Fragen, die den Experten gestellt wurden, lassen eine weitere wirtschaftliche Erholung erwarten: Sowohl die Inflationserwartungen (2,9 Prozent nach 2,5), als auch die Zinsen - kurz- ebenso wie langfristige - werden in den nächsten Monaten steigen, meinen die Experten. Trotz der Prügel, die der Euro in den letzten Wochen wegen Griechenland bekommen hat, schätzen die Experten die europäische Einheitswährung weiterhin für über-, den US-Dollar hingegen für unterbewertet ein. Der japanische Yen und das britische Pfund werden als korrekt bewertet gesehen.
Die OECD lieferte gestern erste Daten zum Wirtschaftswachstum in ihren Mitgliedsländern im letzten Quartal von 2009: Auffälligstes Ergebnis: Mit einem Wachstum von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal schafften es die USA als erste, auch hauchdünn (0,1 Prozent) über dem gleichen Quartal des Vorjahres zu liegen zu kommen. In der Eurozone lag die Wirtschaftsleistung hingegen noch 2,1 Prozent unter der des Vorjahres-Quartals.
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