VDI Nachrichten München, 03.11.2006
Mitten im Aufschwung lässt sich die Wirtschaft von der näher rückenden Mehrwertsteuer-Erhöhung keine Angst einjagen. Im Oktober verbesserte sich die Stimmung überraschend, der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte von 104,9 Punkten auf 105,3 Punkte, wie. das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut mitteilte. Die Finnen berichteten von besseren Geschäften und sogar von günstigeren Aussichten; „Die Wirtschaft hat viel Schwung", sagte Ifo-Experte Klaus Abberger. Die Konjunktur erhalte Anfang 2007 wohl einen Dämpfer, werde sich ansonsten im nächsten Jahr weiter robust entwickeln. Der Ifo-Index, der zu den wichtigsten Frühindikatoren in Deutschland zählt, hatte sich seit Juli drei Mal hintereinander verschlechtert. Dennoch war die Stimmung so gut wie zuletzt nach dem Wiedervereinigungsboom 1991. Für Oktober hatten Analysten einen weiteren Rückgang erwartet. Stattdessen verbesserten sich sogar beide Bestandteile des Indikators: die Einschätzung der aktuellen Lage und die der Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Abberger wertete dies als: gutes Zeichen für eine weitere Aufwärtsentwicklung.
ap
Automobil: Das Geschäftsklima hat sich im Oktober wieder etwas aufgehellt. Im Pkw-Sektor bewerten die Unternehmen ihre gegenwärtige Situation zwar nach wie vor als sehr gut, befürchten aber eine Verschlechterung im kommenden halben Jahr- nicht zuletzt wegen der bevorstehenden Mehrwertsteuererhöhung. Eine Expansion der Fertigung ist nicht geplant.
Bei Nutzfahrzeugen deuten die Produktionspläne ebenfalls auf Stagnation hin, obwohl in den Geschäftserwartungen wieder Zuversicht zum Ausdruck kommt. Auch Rechnet man sich hier gute Chancen auf den ausländischen Märkten aus.
H.-G. RUSS
Elektrotechnik: Bei der Beurteilung der gegenwärtigen Geschäftssituation überwiegen die positiven Stimmen. Der Orderzugang erhöhte sich, die Auftragspolster liegen trotz ebenfalls forcierter Produktionstätigkeit vermehrt über dem sonst üblichen Maß. In den Geschäftserwartungen hat die Zuversicht nur wenig nachgelassen. Für den Bereich der Investitionsgüter hat sich der Optimismus sogar verstärkt, hier sieht man auch deutlich größere Chancen im Export als bei Konsumgütern. Da die Lager zunehmend als zu klein empfunden werden, zeigen die Produktionspläne nach wie vor nach oben.
H.-G.RUSS
Chemie: Trotz leichter Abstriche im Vergleich zum Vormonat gilt die aktuelle Lage nach wie vor als günstig. Auftragsreserven sind bei weiter steigender Nachfrage ausreichend vorhanden. Da die Produktion nur wenig erhöht wurde, kommt es sogar zunehmend zu Lieferschwierigkeiten. Optimistisch schätzen die Unternehmen weiterhin die Perspektiven für die nächsten Monate ein - auch hinsichtlich des Exportgeschäfts. Die Geräte waren am Ende des dritten Vierteljahres mit 85,5 stärker genützt als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Den Meldungen zufolge wird die Produktion künftig wieder deutlich anziehen.
Maschinenbau: An dem guten Geschäftsklima hat sich nichts verändert - einer geringfügig weniger positiven Bewertung der aktuellen Lage stand eine erhöhte Zuversicht im Hinblick auf die künftige Entwicklung gegenüber. Neue Aufträge konnten abermals mehr verbucht werden als im Vormonat, so dass die Maschinenbauer derzeit -trotz erhöhter Produktionstätigkeit über ansehnliche Auftragspolster verfügen. Große Hoffnungen setzen sie nach wie vor auf die Nachfrage aus dem Ausland. Die Produktionskapazitäten waren mit 91 unverändert hoch ausgelastet. Vereinzelt kam es zu Lieferengpässen.
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