Reuters, 27.02.2007
Berlin (Reuters) - Die Erholung der europäischen Wirtschaft wird sich nach Ansicht von Wirtschaftsforschern fortsetzen, allerdings mit weniger Schwung.
Das Wachstum in der Europäischen Union werde 2007 um 2,2 Prozent und im kommenden Jahr um 2,5 Prozent zulegen, erklärten acht in der European Economic Advisory Group (EEAG) zusammengeschlossene Wirtschaftsforscher am Donnerstag. Die Weltwirtschaft werde in diesem und dem kommenden Jahr knapp unter fünf Prozent wachsen.
Den aktuellen Aufschwung würden die europäischen Staaten nicht ausreichend nutzen, um ihre Haushaltsdefizite abzubauen, kritisierten die Forscher. Außerdem sollten die Regierungen ihre Budgets stärker auf Bildung, Investitionen sowie Forschung und Entwicklung ausrichten. Auch die gemeinsame Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) entspreche nicht immer den Bedürfnissen einzelner Länder: "Gemessen an ihrer wirtschaftlichen Bedeutung haben die großen Staaten innerhalb der EZB zu wenig Gewicht." Vor allem Italien stünde unter großem Anpassungsdruck, aber auch Irland. Weitere Zinserhöhungen sind den Experten zufolge schwer zu rechtfertigen: "Das geldpolitische Umfeld wird sich durch eine weitere Aufwertung des Euro und weiter rückläufige Inflationsraten straffen", erklärten sie.
Der Gruppe gehört neben sieben weiteren Wirtschaftsexperten auch Hans-Werner Sinn, Präsident des Münchner Ifo-Instituts, an.
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