Produktion, 06.04.2006, S. 2
Die Fachleute sind verwundert bis begeistert: Zum vierten Mal in Folge ist der monatlich erhobene Geschäftsklima-Index des Münchner Ifo-lnstituts gestiegen. Sowohl die Beurteilung der gegenwärtigen Geschäftslage als auch die Einschätzung des Geschäftsverlaufs für die nächsten 6 Monate waren im März besser als im Vormonat. Das gilt - mit Einschränkungen - auch für wichtige Teilbranchen der deutschen Wirtschaft. Das verarbeitende Gewerbe insgesamt verzeichnet seit Dezember vergangenen Jahres einen klaren Aufwärtstrend. Noch länger hält der Aufwärtstrend im Maschinenbau an. Im Fahrzeugbau geht es nach einem Knick im Februar ebenfalls wieder aufwärts. Nach einer kräftigen, nach oben gerichteten Entwicklung war die Einschätzung der Lage und der Erwartungen in der Elektrotechnik/Feinmechanik/Optik im März etwas gedämpft, wenn auch auf hohem Niveau. Ebenfalls etwas verhalten stellen sich die Geschäftserwartungen in der Chemie-Industrie dar, während die gegenwärtige Geschäftslage positiv bewertet wird. Die Volkswirte der privaten Banken Deutschlands erwarten zwischenzeitlich für das laufende Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukt von 1.7%, das aber im kommenden Jahr ihrer Einschätzung nach wieder auf 1,1% zurückgehen werde. Das wäre, so der Chefvolkswirt der IKB Deutsche Industriebank, Demmer, die höchste Wachstumsrate seit dem New-Economy-Boom von 2000. Der unverändert gute Export werde in diesem Jahr von einer weiteren Beschleunigung der Ausrüstungsinvestitionen unterstützt. Hier rechnen die Bank-Volkswirte mit einem Plus von 5.5 als Resultat der gestiegenen Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen, der günstigen Ertragsperspektiven und der für die Jahre 2006 und 2007 verbesserten Abschreibungsbedingungen. Mit einer .deutlichen Konjunkturerholung' im Laufe des Jahres rechnet auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband. „Mein Eindruck ist, dass sich viele wundern werden, wenn der Aufschwung erst einmal da ist'", so der Chefvolkswirt des Verbandes. Immer mehr Sparkassen sähen eine positive Tendenz bei der Auftrags- und Umsatzentwicklung ihrer Firmenkunden. Es sei deutlich zu spüren. dass der Investitionsstau im Mittelstand sich auflöse.
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