möbel kultur 11/2005, 11 Annette Weichselberger
Ersatzbeschaffungen stehen im Vordergrund, wenn es um Investitionen in der westdeutschen Möbelindustrie geht. Dies geht aus der ifo-Investitionserhebung vom Frühjahr dieses Jahres hervor. Rund die Hälfte (49) der befragten Unternehmen nannte dieses Motiv.
Allerdings nimmt der Anteil der Ersatzbeschaffungen im Vergleich zum Vorjahr merklich ab. Denn 2004 gaben noch drei Fünftel (61) an, in erster Linie in den Austausch in-vestiert zu haben. Konstant zeigt sich die Zahl der Aktivitäten im Bereich der Rationalisierung. Knapp ein Drittel der an der Erhebung teilnehmenden Firmen investierte vor allem in diesem Bereich. Genauso viele wollen 2005 hauptsächlich in diesem Bereich Maßnahmen durchführen. Wieder etwas stärker ins Investitionsgeschehen rücken die Erweiterungen. Sie stehen bei einem Fünftel der Befragten (21) im Vor-dergrund. Hierbei soll weniger in den Kapazitätsausbau bestehender Produktionsprogramme investiert werden, als vielmehr in die Änderung bzw. Ausweitung der Produktpaletten. 2004 hatte weniger als ein Zehntel der Möbelhersteller (9) die Produktionskapazitäten erweitert. Für das laufende Jahr gaben die Unternehmen in der ifo Erhebung an, in ähnlichem Umfang in neue Bauten und Ausrüstungsgüter zu investieren wie 2004. Unter Berücksichtigung der von den Unternehmen gemeldeten prozentualen Planangaben, dürfte sich das Investitionsvolumen in diesem Jahr insgesamt in der Größenordnung von 2004 bewegen.
Im zurückliegenden Jahr hatten die westdeutschen Möbelhersteller ihre Investitionsbudgets in den alten Bundesländern gegenüber 2003 um rund fünf Prozent erhöht. Differen-ziert man die Investitionen nach neuen Ausrüstungsgütern und Bauten, so wurden die Ausgaben für neue Geräte und Maschinen erhöht, während weniger Geld für neue Bauten ausgegeben wurde. Insgesamt dienten im vergangenen Jahr 94 Prozent der Investitionen der Anschaffung von neuen Ausrüstungsgütern, die restlichen sechs Prozent wurden für Baumaßnahmen ausgegeben.
Betrachtet man die Aktivitäten nach den Investitionskennziffern, so wird deutlich, dass sich die Investi-tionsintensität (Investitionen je Beschäftigten) von 2609 Euro (2003) auf 2953 Euro im letzten Jahr erhöhte. Die Investitionsquote (Investitionen in Prozent vom Umsatz) stieg von 1,78 auf 1,84 Prozent. Der klare Anstieg der Intensität ist auf den anhaltenden Beschäftigungsabbau in der Möbelindustrie zurückzu-führen. Gleichzeitig erhöhte sich die Quote nur leicht, da der Branchenumsatz im letzten Jahr zwar zu-nahm, jedoch nicht in dem Maße wie die Investitionen.
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