Handelsblatt, 27.03.2008, Nr. 60, S. 1
MÜNCHEN. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im März überraschend verbessert. Der wichtige Geschäftsklimaindex des Münchener Ifo-Instituts stieg den dritten Monat in Folge an, von 104,1 auf 104,8 Punkte. Experten hatten wegen des anhaltend schwachen Dollars und der hohen Ölpreise einen Rückgang des Indexes erwartet.
Der unerwartete Anstieg des Ifo-Barometers stärkt den Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB), anders als die amerikanische Notenbank (Fed) den Leitzins nicht zu senken. Wegen der guten Ifo-Daten für die wichtigste europäische Volkswirtschaft sei in den kommenden Monaten eine Senkung des EZB-Leitzinses von derzeit vier Prozent "wenig wahrscheinlich", sagte WestLB-Volkswirt Jörg Lüschow.
An den Geldmärkten ist die Erwartung, die EZB werde noch im ersten Halbjahr 2008 den Leitzins senken, bereits seit Tagen deutlich zurückgegangen. Auch EZB-Präsident Jean-Claude Trichet signalisierte gestern vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments, nicht auf den Zinssenkungskurs der Fed einschwenken zu wollen. "Wir bewegen uns in einem anderen Umfeld. Wir haben andere Bedingungen zu meistern", sagte Trichet.
Bei der Ifo-Umfrage beurteilten die befragten 7 000 Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage um 1,2 Punkte besser als im Februar. Aber auch die Erwartungen für die nächsten sechs Monate stiegen um 0,2 Punkte.
Die Bundesregierung wollte sich nicht festlegen, ob sie an der Wachstumsprognose von 1,7 Prozent für das laufende Jahr festhält. Wirtschaftsminister Michael Glos betonte aber, dass die Wirtschaftsdaten positiv seien. ari/HB
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