Handelsblatt, 26.02.2007, Nr. 40, S. 9
DÜSSELDORF. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich zwei Monate nach der Erhöhung der Mehrwertsteuer etwas verschlechtert. Vor allem die Einzelhändler sind pessimistischer gestimmt als im Vormonat. Das zeigt der Geschäftsklimaindex des Münchener Ifo-Institutes an.
Das Barometer sank im Februar um 0,9 Punkte auf 107,0 Zähler. Die rund 7 000 befragten Unternehmen schätzen vor allem ihre aktuelle Geschäftslage schlechter ein als im Vormonat. Der entsprechende Teilindex sank von 112,8 auf 111,6 Punkte. Die Geschäftserwartungen trübten sich ebenfalls ein. Sie sanken gegenüber Januar geringfügig um 0,6 Zähler auf 102,6 Punkte.
Obwohl das Barometer im Februar zum zweiten Mal in Folge sank, relativierten Bankvolkswirte den Rückgang. Denn die Stimmung befindet sich nach wie vor auf hohem Niveau. Ende 2006 hatte das Geschäftsklima für die gewerbliche Wirtschaft in Deutschland ein Allzeithoch erreicht.
Im Februar trübte sich die Stimmung über alle Branchen hinweg ein, am stärksten beim Bau und im Einzelhandel Das deuteten Volkswirte als Beleg dafür, dass die Mehrwertsteuererhöhung der Konjunktur im ersten Quartal eine Delle verpassen wird. Zu Jahresbeginn hatten noch stark beworbene Rabattaktionen im Einzelhandel einem Rückschlag beim privaten Konsum entgegengewirkt. Diese Effekte dürften aus Sicht von Konjunkturbeobachtern im Februar weggefallen sein.
Wie der Einzelhandelsumsatz im Januar ausgefallen ist, wird in dieser Woche bekannt gegeben. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte rechnen im Schnitt mit einem Rückgang der Handelsumsätze von 1,4 Prozent von Dezember bis Januar. „Im Frühjahr dürfte die Durststrecke aber überwunden sein", schätzt Ifo-Experte Klaus Abberger. Darauf könnte auch das GfK- Konsumklima hindeuten, dessen Ergebnis für März Morgen veröffentlicht wird. Volkswirte erwarten einen Anstieg der Konsumentenstimmung. doh
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