Handelsblatt, 26.01.2012, S. 4
Frankfurt. Die Zeichen stehen zunehmend gut, dass die deutsche Wirtschaft nach dem schwachen Jahresende 2011 zu Jahresbeginn 2012 wieder wächst. Der wichtigste konjunkturelle Frühindikator, der Geschäftsklima-Index des Münchener Ifo-Instituts, stieg im Januar das dritte Mal hintereinander - um einen Punkt auf 108,3 Zähler.
Zuvor war bereits bekannt geworden, dass der Einkaufsmanagerindex in Deutschland zum Jahresstart zugelegt hat. Wie das Ifo-Geschäftsklima beruht er auf einer Umfrage unter Unternehmen. Die positive Botschaft beider Indikatoren: In der Industrie, dem Herzstück der deutschen Wirtschaft, stieg die Zuversicht nach einer monatelangen Schwächephase wieder.
Die Industriebetriebe schätzten laut Ifo ihre Lage leicht, ihre Perspektiven deutlich besser ein als im Dezember. "Dies dürfte sich in den kommenden Monaten in steigenden Auftragseingängen niederschlagen", sagte Sal.-Oppenheim-Volkswirtin Ulrike Kastens. Die Zuversicht der Unternehmen führen Volkswirte vor allem auf das Eingreifen der Europäischen Zentralbank und die zuletzt im Trend guten Nachrichten über die US-Konjunktur zurück.
Nicht nur die Industrie ist im Januar optimistischer - insgesamt erhöhten sich die Erwartungen der rund 7000 monatlich von Ifo befragten Firmen hinsichtlich ihrer Geschäfte in den nächsten sechs Monaten um mehr als zwei Punkte - und damit so deutlich wie letztmals Mitte 2010. Die aktuelle Lage beurteilten sie dagegen etwas schlechter als im Vormonat. Volkswirte waren von dem Selbstbewusstsein überrascht. Die Unternehmen stehen mit ihrer Zuversicht aber nicht allein da: Auch 200 vom ZEW befragte Finanzmarktexperten erwarten mehrheitlich, dass die deutsche Wirtschaft wieder wächst, wie das Institut meldete.
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