Financial Times Deutschland, 26.02.2010, S. 16
Der Ausblick für den deutschen Arbeitsmarkt hat sich im Februar stark aufgehellt. Das Beschäftigungsbarometer des Münchner Ifo-Instituts für die gewerbliche Wirtschaft stieg gegenüber dem Vormonat merklich von 98,3 auf 99,5 Punkte. "Der Druck auf den Arbeitsmarkt lässt spürbar nach", sagte Ifo-Umfragechef Klaus Abberger. Somit werde die Konjunkturerholung auch bei der Beschäftigungssituation sichtbar.
Der monatlich exklusiv für die FTD berechnete Indikator basiert auf rund 7000 Meldungen deutscher Firmen. Die Unternehmen werden dabei nach ihren Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate gefragt. Insgesamt stieg der Beschäftigungsindikator zum siebten Mal in Folge und markiert jetzt den höchsten Stand seit August 2008.
Das macht auch den für dieses Jahr befürchteten Einbruch am deutschen Arbeitsmarkt immer unwahrscheinlicher. Darauf deuten nicht zuletzt die am Donnerstag veröffentlichten Beschäftigungszahlen. Danach kletterte die Zahl der Arbeitslosen im Februar nur leicht um 7000 gegenüber Januar.
Laut Ifo-Befragung planen die Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe erneut seltener Personalkürzungen. Die Beschäftigungsperspektiven bei den Investitionsgüterherstellern seien merklich positiver als noch in den vergangenen Monaten. Weiter aufgehellt haben sich auch die Aussichten bei den Herstellern von Vorprodukten und im Einzelhandel.
Dagegen beabsichtigten Bauhauptgewerbe, also der Hoch- und Tiefbau, sowie der Großhandel etwas seltener den Personalbestand zu erhöhen. Das gelte auch für die Produzenten von Konsumgütern.
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