Financial Times Deutschland, 25.09.2008, Nr. 188, S. 11
Deutsche Firmen stellen sich auf eine Rezession ein. Im September ist der Ifo-Geschäftsklimaindex zum vierten Mal in Folge deutlich gefallen. Er ist der wichtigste deutsche Konjunktur-Index.
Seit Juni beträgt der Rückgang damit bereits zehn Prozentpunkte. Die deutschen Unternehmen schätzen ihre Zukunft laut Ifo-Index derzeit so schlecht ein wie zuletzt im Februar 1993. Besonders skeptisch ist die verarbeitende Industrie mit ihrem hohen Exportanteil.
Hauptgrund dafür dürften weniger die aktuelle Finanzkrise sein, als vielmehr die schon Monate andauernde Konjunkturabschwächung auf den deutschen Exportmärkten.
Nach dem zweiten Quartal ist offenbar nun auch im dritten die Wirtschaftsleistung in Deutschland zurückgegangen. Nach Berechnungen der Volkswirte von Unicredit liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession jetzt bei 75 Prozent. Dramatischer ist allerdings, wie heftig und anhaltend der Rückgang derzeit ist. „Einen Stimmungseinbruch in dieser Größenordnung hat es zuletzt im Anschluss an das Ende des Wiedervereinigungsbooms 1992 gegeben“, sagte Thomas Amend von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Damals war Deutschland sehr schnell von Boom in Rezession gefallen.
„Das Ifo-Geschäftsklima ist zuletzt sogar stärker gefallen als vor der Rezession zu Beginn des Jahrzehnts“, sagt der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer. Auch „harte“ Daten wie die Auftragseingänge seien zuletzt eingebrochen. „Es deutet immer mehr auf eine Rezession hin.“
Das Ifo-Geschäftsklima ist im September um 1,9 auf 92,9 Punkte gefallen. Besonders deutlich hat sich die gegenwärtige Geschäftslage der Firmen verschlechtert.
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