Financial Times Deutschland, 21.12.2010, S. 14
Von Mathias Ohanian, Berlin. Die Jobaussichten in Deutschland haben sich zum Jahresende noch einmal verbessert. Das exklusiv für die FTD erhobene Beschäftigungsbarometer des Münchner Ifo-Instituts stieg im Dezember im Vergleich zum Vormonat leicht auf 108,5 Punkte. "Die Industriefirmen wollen vermehrt zusätzliche Mitarbeiter einstellen", kommentierte Klaus Abberger, Ifo-Konjunkturexperte.
Damit erreicht der Beschäftigungsindex zum Jahresende den höchsten Stand seit Beginn der Datenerhebung 1998. Fast in jedem Monat dieses Jahres besserten sich die Personalpläne der 7000 vom Ifo-Institut befragten Unternehmen - eine ebenfalls rekordverdächtige Entwicklung.
Im Dezember legten insbesondere die Beschäftigungsperspektiven im verarbeitenden Gewerbe zu. Auch die Jobaussichten im Einzelhandel, Großhandel und im Bauhauptgewerbe seien gut, so Abberger. Er betonte, dass das in der Finanzkrise hilfreiche Instrument der Kurzarbeit von den Arbeitgebern nur noch wenig in Anspruch genommen werde. In der Industrie sei mittlerweile eine leicht steigende Tendenz zu Überstunden zu beobachten.
Die positiven Jobaussichten in der Industrie unterstreicht auch die diesmonatige Umfrage unter Deutschlands Einkaufsmanagern. Demnach stieg der Teilindex zur Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe im Dezember um fast zwei Punkte auf 57,7 Zähler und damit auf den höchsten Stand seit 1996. Eine Zahl von über 50 Punkten deutet auf eine steigende Aktivität hin.
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