Financial Times Deutschland, 06.12.2007, Nr. 237, S. 11
Deutschlands Personalabteilungen starten mit großen Plänen ins neue Jahr: Nie zuvor wollten so viele Betriebe neue Stellen schaffen wie derzeit. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer machte im November einen kräftigen Sprung von 104,4 auf 107,0 Punkte und erreichte ein Rekordhoch. Das Münchner Ifo-Institut berechnet den Indikator monatlich exklusiv für die FTD. „Der Anstieg der Beschäftigtenzahl dürfte sich damit wieder verstärken, auch wenn es in einigen Teilbereichen des Arbeitsmarktes zunehmend schwieriger wird, zusätzliche Arbeitskräfte zu rekrutieren", teilten die Ifo-Forscher mit.
Mit diesem hohen Wert steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der starke Stellenzuwachs hierzulande noch länger anhält, als bisher gedacht. In den Prognosen vieler Experten ist unterstellt, dass sich der Job-Boom im nächsten Jahr zwar fortsetzt, allerdings merklich an Schwung verliert. Zudem deutet das Barometer darauf hin, dass die Unternehmen die Risiken durch die Finanzkrise, den Dollar-Verfall und den Ölpreisanstieg derzeit geringer bewerten.
Ein hoher Stand des Barometers bedeutet, dass im Saldo mehr Unternehmen Jobs schaffen als abbauen wollen. Das Ifo-Institut befragt jeden Monat rund 7000 Firmen aus der Industrie, dem Groß- und Einzelhandel sowie dem Baugewerbe zu ihren Stellenplänen in den nächsten drei Monaten. Der Anstieg des Barometers gehe mit einer besseren Lageeinschätzung der Firmen einher, sagte Ifo-Konjunkturchef Kai Carstensen. Im vergangenen Monat hätten sich allerdings die Erwartungen für die nächsten sechs Monate verringert.
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland war im November um 53 000 auf 3,6 Millionen gesunken.
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