Financial Times Deutschland, 01.03.2010, S. 19
Deutsche Unternehmen haben im Februar die Kreditvergabe der Banken als weniger streng empfunden als im Vormonat. Das geht aus den monatlichen Umfragen des Münchner Ifo-Instituts hervor. Demnach beklagten nur noch 39,9 Prozent der 4000 Unternehmen eine restriktive Darlehensvergabe. Im Januar waren es 42,4 Prozent. Das Ergebnis der Ifo-Kredithürde widerspricht jüngsten Warnungen der Privatbanken, wonach die Institute in den nächsten Monaten deutlich vorsichtiger im Kreditgeschäft werden dürften. Allerdings nutzen die Geldhäuser die Debatte um eine drohende Kreditklemme auch dazu, vor zu viel Regulierung der Banken zu warnen. Seit Herbst sinken Firmendarlehen von Monat zu Monat stärker - im Januar lag das Kreditvolumen 5,2 Prozent unter dem Vorjahresstand. Ifo-Chef Hans-Werner Sinn erkennt "nach der Überwindung der Rezession in der Realwirtschaft nun erstmals deutliche Entspannungstendenzen bei der Kreditversorgung". Merklich ließ die Kredithürde bei den Baufirmen nach: von 47,8 auf 42,7 Prozent. Auch bei großen Industriefirmen sank sie kräftig von 49,9 auf 46,7 Prozent. Die Beschwerden mittlerer und kleinerer Industrieunternehmen lagen jedoch noch immer auf einem Niveau, wie es seit Mitte 2009 zu beobachten ist.
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