Dow Jones, 26.02.2008
FRANKFURT/BRÜSSEL--Die Ökonomen der European Economic Advisory Group (EEAG) erwarten angesichts der Finanzturbulenzen und der Stärke des Euro für dieses Jahr einen Rückgang des Wirtschaftswachstums im Euroraum auf 1,8%. Damit würde sich das Wachstum auf Höhe des Potenzialpfads bewegen, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Gruppe, der sieben europäische Wirtschaftswissenschaftler angehören. Im Jahr 2007 war die Wirtschaft des Euroraums um 2,6% gewachsen.
Die Experten gehen davon aus, dass in erster Linie die Entwicklung der Investitionen und des Außenhandels das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr dämpfen wird. Für den privaten und öffentlichen Verbrauch rechnen sie hingegen mit einer leichten Belebung gegenüber dem Vorjahr. Für die gesamte EU-27 sagen die EEAG-Ökonomen einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,1% voraus, nach plus 2,9% im vergangenen Jahr.
Keine Entspannung erwarten sie für 2008 bei der Entwicklung der Verbraucherpreise. Vielmehr dürfte die Teuerung auf 2,4% gegenüber durchschnittlich 2,1% im vergangenen Jahr anziehen, heißt es in dem Bericht. Allerdings empfehlen die EEAG-Experten der Europäischen Zentralbank (EZB), nicht auf die relativ hohen Inflationsraten zu reagieren, da diese temporär durch Sondereffekte nach oben verzerrt seien. Nach Einschätzung der EEAG-Ökonomen wird der starke Euro - sofern keine weitere Ölpreisanstiege erfolgen - die Euroraum-Inflation dämpfen.
Mit Blick auf die einzelnen Länder des Euroraums sagt die Expertengruppe für Deutschland und Frankreich Wachstumsraten von 1,6% (2007: 2,5%) bzw. 1,7% (1,9%) voraus. Die Entwicklung der italienischen Wirtschaft erwartet sie mit einem BIP-Plus von 1,3% (1,8%) etwas schwächer. Ein deutlicher Wachstumsrückgang wird zudem für Spanien prognostiziert: Angesichts des Absturzes auf dem Immobilien- und Bausektor werde das dortige Wirtschaftswachstum auf 2,5% (3,9%) zurückgehen, heißt es in dem Bericht.
Neben dem Präsidenten des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, gehören dem EEAG die Wirtschaftsprofessoren Lars Calmfors (Schweden), Giancarlo Corsetti (Italien), Michael Devereux (Großbritannien), Gilles Saint-Paul (Frankreich), Jan-Egbert Sturm (Schweiz) und Xavier Vives (Spanien) an.
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