DÜSSELDORF. Die Mehrwertsteuererhöhung hat die gute Stimmung der Unternehmen und der Verbraucher vorübergehend eingetrübt. Das signalisieren der gestern veröffentlichte Ifo-Geschäftsklimaindex und das vom Marktforschungsuntemehmen GfK ermittelte Konsumklima. Firmen und Konsumenten rechnen allerdings selbst damit, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Monaten wieder verbessern wird.
Anders als erwartet sank der Index des Ifo-Institutes im Januar auf 107,9 Punkte, nach 108,7 im Vormonat. Ausschlaggebend für den Rückgang war die Beurteilung der aktuellen Lage. Die rund 7 000 befragten Unternehmen halten die derzeitige Geschäftssituation zwar weiterhin für sehr gut, schätzen sie aber nicht mehr ganz so positiv ein wie im Vormonat. Der entsprechende Teilindex verschlechterte sich zum ersten Mal seit dem vergangenen Juli und sank von 115,3 auf 112,8 Zähler. Dies hänge „auch mit der Mehrwertsteuererhöhung zusammen", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.
Gleichzeitig blicken die Unternehmen jetzt aber noch optimistischer in das kommende halbe Jahr als zuvor. Dieser Teilindex stieg von 102,5 auf 103,2 Punkte. „Das deutet darauf hin, dass die Konjunktur nach einem leichten Dämpfer zu Jahresbeginn im Laufe der nächsten Monate wieder Fahrt aufnehmen wird", sagte Sinn.
Ähnlich wie bei den Unternehmen entwickelte sich auch die Stimmung der Konsumenten. Das GfK-Konsumklima sank im Vormonatsvergleich von 8,5 auf 4,8 Punkte. Vor allem die so genannte Anschaffungsneigung ging stark zurück. Zugleich schätzen die von der GfK befragten Haushalte die künftige Konjunkturentwicklung aber so gut ein wie seit Jahresbeginn 2001 nicht mehr.
Angesichts der optimistischen Erwartungen relativierten die meisten Bankvolkswirte die insgesamt rückläufigen Indexwerte. Das Wirtschaftswachstum werde zwar im ersten Quartal des laufenden Jahres relativ schwach ausfallen, prognostiziert etwa die Dresdner Bank. Im weiteren Jahresverlauf werde sich aber „insbesondere der private Verbrauch stabilisieren und die Wirtschaft, getragen von Konsum und Investitionen, wieder spürbar an Fahrt gewinnen". doh
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