Das Wachstumspotenzial bleibt nach Ansicht der Institute gering. „Deutschland hat kein Konjunktur-, sondern ein Wachstumsproblem.“ Zur Überwindung der Wachstumsschwäche mahnen die Institute „weitreichende Reformen“ an. Sie setzen dabei klar auf eine angebotsorientierte Wirtschaftspolitik, wie sie vor allem vom Kieler Institut für Weltwirtschaft seit Jahren gefordert wird. Der Staat müsse seinen Einfluss verringern und nur noch eine Grundsicherung gewährleisten. Die öffentlichen Haushalte müssten stärker konsolidiert werden.
Nach Einschätzung der Institute dürfte Deutschland sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr das Defizitziel des Maastricht-Vertrags verfehlen. Die Defizitquote werde in diesem Jahr bei 3,4 Prozent liegen und 2006 auf 3,3 Prozent sinken. Die Arbeitslosigkeit bleibe mit 4,84 Millionen Menschen hoch und werde erst 2006 auf 4,5 Millionen sinken, so das Gutachten.
Schlechte Konjunkturdaten kamen gestern auch vom Ifo-Institut. Der Ifo-Geschäftsklima-Index zeigte, dass sich die Stimmung der Unternehmen in Deutschland im April erneut verschlechtert hat. Der Index fiel im Vormonatsvergleich von 94 auf 93,3 Zähler. Ifo befragt monatlich 7 000 Unternehmen. Nach drei Rückgängen in Folge erreichte das Barometer den niedrigsten Stand seit September 2003. Ifo-Volkswirt Gernot Nerb sagte, der Index signalisiere, "dass der Aufwärtstrend gestört ist".
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