Financial Times Deutschland, 28.02.2007, Nr. 42, S. 12
Führende Wirtschaftsforscher haben einen zunehmenden ökonomischen Nationalismus in Europa kritisiert. Der hartnäckige Widerstand gegen grenzüberschreitende Zusammenschlüsse und die Förderung sogenannter „nationaler Champions" in einigen Ländern seien eine ernsthafte Gefahr für die wirtschaftliche Effizienz, erklärte die European Economic Advisory Group gestern in Brüssel. Der Gruppe hochrangiger Forscher gehört unter anderem ifo-Präsident Hans-Wemer Sinn an. Die Experten rechnen damit, dass sich der Wirtschaftsaufschwung auch im kommenden Jahr fortsetzen wird. Angesichts der guten Lage müsse die Konsolidierung der Haushalte noch energischer vorangetrieben werden. Zur Bekämpfung des wirtschaftlichen Nationalismus, der den Verbrauchern schade, seien EU-weite Regelungen notwendig, erklärten die Forscher. Die Barrieren für ausländische Firmen müssten generell EU-weit gelockert werden. Derzeit gebe es für Staaten den Anreiz, nationale Reformen zu verzögern, bis die heimischen Firmen ihre Position gestärkt haben und so besser gerüstet sind, um die Märkte in anderen EU-Ländern zu erobern. DPA
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