(Joachim Ragnitz)
(Johannes Steinbrecher und Björn Ziegenbalg)
Die weltweite Finanzkrise, welche Anfang 2009 ihren bisherigen Höhepunkt erreichte, hat auch die deutsche Realwirtschaft negativ betroffen. Auch der Freistaat Sachsen kann sich von der weltwirtschaftlichen Entwicklung nicht abkoppeln. Für das laufende Jahr muss nach aktuellen Einschätzungen mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 5,5 % gerechnet werden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die einzelnen sächsischen Landkreise unterschiedlich stark von der Rezession betroffen sind, da sie sich hinsichtlich ihrer Wirtschaftsstruktur teilweise deutlich unterscheiden. Der vorliegende Artikel soll die individuelle Betroffenheit am Beispiel der sächsischen Kreise darstellen und mögliche Erklärungen für die regionalen Unterschiede liefern.
(Christian Thater)
Die Bevölkerung des Freistaates wird bis zum Jahr 2020 um etwa acht Prozent zurückgehen, wobei diese landesweite demographische Entwicklung in den Teilregionen Sachsens jedoch durchaus heterogen verläuft. Der demographische Wandel hat tiefgreifende Konsequenzen für die Einnahmen- wie auch die Ausgabenseite der kommunalen Haushalte. Durch den Einwohnerrückgang im Land werden in Zukunft den Kommunen insgesamt weniger Mittel zur Verfügung stehen, da die Einnahmen des Freistaates sehr stark an die Bevölkerungszahl gekoppelt sind. Dies kann auch auf der Ausgabenseite nicht ohne Folgen bleiben. Der vorliegende Beitrag widmet sich der Frage, ob es für die Kommunen überhaupt möglich ist, ihre Ausgaben im Gleichschritt mit der schrumpfenden Bevölkerung zu senken. Die Ergebnisse zeigen, dass in wichtigen Bereichen des öffentlichen Leistungsangebots Kostensenkungen sehr gut realisierbar sind.
Zwanzig Jahre nach dem Zusammenbruch der DDR wird vielfach Bilanz der wirtschaftlichen Entwicklung seither gezogen. Unbestritten ist, dass im Vergleich zur Situation in der DDR vieles besser geworden ist; unbestritten ist aber auch, dass nicht alle zu Beginn des Vereinigungsprozesses gehegten Erwartungen in Erfüllung gegangen sind. In vielen Bereichen der Wirtschaft gibt es nach wie vor einen deutlichen Abstand zwischen Ost- und Westdeutschland, und die weitere Annäherung gesamtwirtschaftlicher Indikatoren an westdeutsche Werte kommt nur noch schleppend voran. Da die „Angleichung der Lebensverhältnisse“ nach wie vor politisches Ziel ist, stellt sich die Frage, welche wirtschaftspolitischen Maßnahmen hierfür erforderlich sind. Der Beginn einer neuen Legislaturperiode im Bund, aber auch in mehreren ostdeutschen Ländern gibt Anlass, hierüber verstärkt nachzudenken. Im vorliegenden Papier werden nach einer Bestandsaufnahme bisheriger Entwicklungen hierfür verschiedene Ansatzpunkte vorgeschlagen.
(Horst Penzkofer und Heinz Schmalholz)
Begünstigt durch ein sich dynamisch entwickelndes wirtschaftliches Umfeld nahm in den Jahren 2005 bis 2007 die Innovationstätigkeit in der deutschen Industrie stetig zu und die Innovationsbudgets wuchsen. Der Mitte 2008 durch die Finanzkrise verursachte globale Konjunkturabschwung hatte auch für das Innovationsgeschehen in Deutschland negative Folgen, die sich allerdings noch in moderaten Größenordnungen hielten. Für 2009 wird infolge der sich bis Jahresmitte verschärfenden rezessiven Entwicklung mit einer starken Beeinträchtigung der Innovationsneigung zu rechnen sein. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch, wie wichtig gerade in der Krise Wissen und Innovationsfähigkeit als Voraussetzungen für prosperierende Regionen sind. Im vorliegenden Beitrag wird analysiert, wie sich das Innovationsgeschehen in der sächsischen Industrie vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Situation der Jahre 2007 und 2008 entwickelt hat.
(Wolfgang Nierhaus)
Mit der hier vorgestellten Vierteljahresrechnung liegen erstmals Ergebnisse für die Wirtschaftsleistung im Freistaat Sachsen für den Zeitraum I/1996 bis II/2009 vor. Die vierteljährlichen Angaben sind mit den amtlichen Jahresdaten des Arbeitskreises VGR d. L. konsistent und zusätzlich auf das kürzlich veröffentlichte amtliche Ergebnis für das erste Halbjahr 2009 abgestimmt. Die Ergebnisse zeigen, dass die gesamtwirtschaftliche Produktion im zweiten Vierteljahr 2009 erneut deutlich unter dem Stand des Vorjahres gelegen hat (–5,3 %). Im ersten Quartal betrug das Minus sogar 6,0 %. Die Trend-Konjunktur-Komponente der gesamtwirtschaftlichen Produktion in Sachsen wies aber zuletzt im Vergleich zu den vorangegangenen, stark rezessionsgeprägten Quartalen erste Stabilisierungstendenzen auf.
Vierteljahresergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für den Freistaat Sachsen (2. Vierteljahr 2009) (PDF, 101 KB)
(Robert Lehmann)
Eine wichtige Triebkraft für die positive wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland der letzten Jahre war der Export. Die starke Außenhandelsverflechtung der deutschen Wirtschaft wird in der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise jedoch immer mehr zu einer Belastung. Aufgrund der starken Auslandsabhängigkeit geriet der Motor der deutschen Konjunktur ins Stocken. Vor diesem Hintergrund analysiert der Beitrag die ostdeutschen Ausfuhrstrukturen und vergleicht diese mit denen der westdeutschen Bundesländer. Der Beitrag schließt mit einer Einschätzung, wie diese Ausfuhrstrukturen in Zeiten der globalen Wirtschaftskrise wirken.