(Thomas Fester und Michaela Fuchs)
Die europäische Strukturförderung steht vor dem Hintergrund der EU-Osterweiterung vor einer grundlegenden Reform. Für die Förderperiode 2007-2013 werden die Karten bei der Vergabe der Fördermittel in den derzeit laufenden Verhandlungen neu gemischt. In diesem Beitrag werden zunächst die bisherigen Vergabemechanismen der EU-Strukturfondsmittel und die von der Kommission vorgeschlagene Neustrukturierung der EU-Regionalpolitik ab 2007 dargelegt. Schließlich werden für die künftige Mittelausstattung der neuen Bundesländer basierend auf den Kommissionsvorschlägen verschiedene Modellberechnungen angestellt, die die notwendigen Anpassungserfordernisse und die während der Verhandlungen noch veränderbaren Einflussmöglichkeiten aufzeigen.
(Michael Berlemann, Daniela Rother und Gerit Vogt)
Seit Mitte der neunziger Jahre hat sich die Situation des ostdeutschen Baugewerbes dramatisch verschlechtert. Auch die zusätzlichen Ausgaben in Folge der Flutkatastrophe im August 2002 konnten nicht verhindern, dass sich die reale Bruttowertschöpfung zwischen 1997 und 2003 beinahe halbierte. Im Rahmen dieses Artikels werden ökonometrische Modelle zur Prognose der zukünftigen konjunkturellen Entwicklung des sächsischen und des ostdeutschen Baugewerbes vorgestellt. Für das Jahr 2004 wird ein Rückgang der realen Bruttowertschöpfung des sächsischen Baugewerbes um 9,6 % und für das Jahr 2005 eine Abnahme um 7,2 % prognostiziert. Für Ostdeutschland insgesamt ist für 2004 von einem Rückgang von 7,5 % und für 2005 von 10,1 % auszugehen.
(Tobias Seidel)
Deutschland steckt in einer Umbruchphase. Der Trend zu Produktionsverlagerungen hat in den letzten Jahren in steigendem Maße auch mittelständische Unternehmen erfasst. Während die großen Konzerne auf Grund ihrer Ressourcen weltweit aktiv sein können, nutzen kleinere Firmen die osteuropäischen Nachbarländer, um international wettbewerbsfähig zu produzieren. Welche Konsequenzen hat dieser Abfluss von Kapital für die Arbeitnehmer in Deutschland? Die Integration der osteuropäischen Märkte in die Weltwirtschaft verspricht zwar insgesamt Wohlfahrtsgewinne. Jedoch gibt es innerhalb der Länder durchaus auch Verlierer: In Deutschland geraten durch die Konkurrenz aus Niedriglohnländern die Löhne unter Druck. In den Beitrittsländern passen sich die hohen Kapitalrenditen an das niedrigere Weltmarktniveau an. Der Beitrag zeigt auch, dass sich die Wohlfahrtsgewinne der Integration nur realisieren lassen, wenn die Märkte ausreichend flexibel durch Preisänderungen reagieren können.
(Carsten Pohl)
Ausgehend von den Bevölkerungsprognosen der Vereinten Nationen sowie der nationalen Statistischen Ämter werden die Entwicklungen wichtiger demographischer Kennziffern für ausgewählte EU-Mitgliedsländer untersucht. Niedrige Geburtenziffern, Abwanderungen und der Anstieg in der Lebenserwartung führen dazu, dass die neuen EU-Staaten sogar noch stärker als die alten mit dem demographischen Wandel konfrontiert werden. Signifikante Unterschiede existieren nicht nur zwischen sondern auch innerhalb der Länder, wie aus einem Vergleich deutscher, polnischer und tschechischer Regionen hervorgeht. Bedingt durch den demographischen Wandel haben einige der Länder Mittel- und Osteuropas seit Ende der neunziger Jahr ihre Pensionssysteme bereits grundlegend reformiert.
(Beate Grundig)
(Gerit Vogt)