(Heinz Schmalholz und Horst Penzkofer)
Die erste Hälfte des „Jahres der Innovation“ ist vorbei. Die von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gewerkschaft vorgeschlagenen Maßnahmen zur Erhöhung der Innovationskraft Deutschlands stecken noch weitgehend in der Explorationsphase. Ob die von Experten diagnostizierten strukturellen Schwächen der derzeitigen „innovationspolitischen Governance“ rasch überwunden werden können, bleibt nach den Erfahrungen der in den vergangenen zehn Jahren zu bezweifeln. Wie die ostdeutschen – und insbesondere die sächsischen – Industrieunternehmen den Innovationsprozess in den Jahren 2002 und 2003 bewältigt haben, wird in diesem Beitrag auf der Basis der Ergebnisse des ifo Innovationstests dargestellt.
(Josef Lachner)
Für die Nachfrageentwicklung des Kraftfahrzeuggewerbes gelten die Zahlen über die Neuzulassungen und Besitzumschreibungen von Kraftfahrzeugen als wichtiger Indikator. Den Daten des Kraftfahrt- Bundesamtes zufolge haben sich die Zulassungen im Freistaat Sachsen im Jahr 2003 für alle Fahrzeugarten zusammen um 1 % auf 525.249 erhöht, nachdem sie 2002 auf 520.106 zurückgegangen waren. Überdurchschnittlich stark expandierten dabei die Neuzulassungen mit 2,2 %, die Besitzumschreibungen nahmen um 0,4 % zu. Innerhalb der Neuzulassungen verzeichnete vor allem die Zulassung von Lastkraftwagen sowie der Sattelzugmaschinen einen Anstieg.
(zusammengefasst von Wolfgang Nierhaus)
Die weltwirtschaftliche Entwicklung ist im Frühsommer 2004 aufwärts gerichtet. Die USA, Südostasien, Japan und – wenn auch deutlich schwächer – die europäischen Volkswirtschaften sind gemeinsam im konjunkturellen Aufwind. Die deutsche Konjunktur allerdings zeigt sich zur Jahresmitte 2004 immer noch nicht durchgreifend gefestigt. Im Jahresdurchschnitt 2004 wird das Wirtschaftswachstum 1,7 % betragen. Allerdings gehen rund 0,5 Prozentpunkte der Mehrproduktion auf die ungewöhnlich große Zahl an Arbeitstagen zurück. Im kommenden Jahr wird das reale Bruttoinlandsprodukt voraussichtlich erneut um 1,7 % steigen. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt wird im Prognosezeitraum desolat bleiben. Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte zunächst noch weiter abnehmen, erst ab Ende dieses Jahres zeichnet sich eine leichte Besserung ab. Die Arbeitslosenquote wird sich 2004 und auch 2005 durchschnittlich auf 10,3 % belaufen.
(Gerit Vogt)
Im letzten Jahr ist die sächsische Wirtschaft wieder spürbar gewachsen. Das reale Bruttoinlandsprodukt nahm im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 % zu. Zeitgleich erhöhte sich die reale Bruttowertschöpfung des verarbeitenden Gewerbes um stattliche 7,0 %. Damit erwies sich das verarbeitende Gewerbe erneut als zentraler Träger der wirtschaftlichen Dynamik in Sachsen. Prognosen der zukünftigen Entwicklung dieses Wirtschaftsbereichs sind daher von besonderer Relevanz. In diesem Artikel wird ein ökonometrisches Prognosemodell für die Bruttowertschöpfung des verarbeitenden Gewerbes in Sachsen vorgestellt. Für das Jahr 2004 prognostiziert das Modell einen Anstieg der Bruttowertschöpfung von 6,2 %.
(Thomas Fester und Michaela Fuchs)
Spätestens im Zuge der Erweiterung der Europäischen Union um zehn neue Mitglieder am 1. Mai 2004 ist nun auch in der Öffentlichkeit die Debatte um die künftige Ausgestaltung des EU-Haushalts und damit auch der Regional- und Strukturpolitik der Gemeinschaft entbrannt. Die Förderung aus den Strukturfonds und die Ausgestaltung der Beihilfemöglichkeiten stellt gerade für die neuen Bundesländer einen wesentlichen Baustein ihrer bisherigen Wirtschafts- und Strukturpolitik dar. Die neuen EU-Mitgliedsländer profitieren zwar schon in der aktuellen Förderperiode 2000-2006 von den Gemeinschaftspolitiken und erhalten für die Jahre 2004-2006 Strukturfondsmittel. In 2007 stehen jedoch mit dem Beginn der neuen Förderperiode und der damit einher gehenden vollständigen Einbindung der neuen Mitglieder in das Förder- und Beihilfensystem der Union grundlegende Umbrüche in der Regionalförderung an.
(Beate Grundig und Philip Lenecke)
Trotz Rückgangs der erwerbstätigen Akademiker und steigender Arbeitslosenzahlen heben sich die qualifikationsspezifischen Arbeitslosenquoten der Akademiker immer noch deutlich positiv von den anderen Gruppen ab. Personen ohne Berufsabschluss sind weiterhin die größte Problemgruppe am Arbeitsmarkt: Auf einen Erwerbstätigen dieser Gruppe kommt in Sachsen mehr als ein registrierter Arbeitsloser.
(Beate Grundig)