Covering business activity, structure and economic policy, the publication of the Dresden branch of the Ifo Institute is mainly concerned with the development of the economy and the labour market in Saxony and the other new German states.
(zusammengefasst von Wolfgang Nierhaus)
Die deutsche Wirtschaft ist weiter auf Erholungskurs. Getrieben wird dies derzeit von den Exporten, gefördert durch die Nachfrage insbesondere aus Asien. Auch schlägt die Abwertung des Euros gegenüber dem USDollar und anderen wichtigen Währungen positiv zu Buche. Die deutsche Wirtschaft, die aufgrund ihrer spezifischen Exportorientierung in besonderem Maße von der vorangegangenen Rezession betroffen war, profitiert nunmehr von der weltwirtschaftlichen Erholung. Insgesamt dürfte die gesamtwirtschaftliche Produktion im Jahresdurchschnitt 2010 um 2,1 % steigen. Im kommenden Jahr schwenkt die Bundesregierung mit den Sparbeschlüssen der Klausurtagung vom 6. und 7. Juni 2010 auf einen Konsolidierungspfad ein. Da zugleich die Anregungen aus den Konjunkturprogrammen auf den öffentlichen Bau entfallen, wirkt die Finanzpolitik dämpfend auf die Konjunktur. Allerdings dürften die endogenen Auftriebskräfte, die von einer im Vergleich zu 2010 geringeren, aber immer noch recht kräftigen Exportdynamik begleitet werden, stark genug sein, dass sich die konjunkturelle Erholung fortsetzt. Insgesamt wird das reale Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2011 um 1,5 % expandieren. Damit wird die Produktion in Deutschland im laufenden als auch im nächsten Jahr voraussichtlich stärker als die Produktion im Euroraum zulegen.
(Stefan Arent, Alexander Eck, Robert Lehmann und Gerit Vogt)
Die ostdeutsche Wirtschaft ist im Jahr 2009 weniger stark durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise beeinträchtigt worden, als die Wirtschaft im westlichen Landesteil. Ursächlich hierfür waren die vergleichsweise niedrigeren Industrie- und Exportquoten sowie die staatlichen Transferleistungen, die sich stabilisierend auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung ausgewirkt haben. Da der Konjunktureinbruch in Ostdeutschland weniger stark war als in Westdeutschland, ist folglich das Potenzial einer Erholung in diesem Jahr begrenzt. Im vorliegenden Beitrag werden die Ergebnisse der aktuellen ifo Dresden Konjunkturprognose dokumentiert. Der Prognose zufolge wird das Bruttoinlandsprodukt der ostdeutschen Länder (einschließlich Berlin) in den Jahren 2010 und 2011 preisbereinigt um 1,6 % bzw. 1,3 % expandieren. In Sachsen dürfte das Wirtschaftswachstum in beiden Jahren etwas stärker ausfallen. Die Lage auf dem sächsischen und ostdeutschen Arbeitsmarkt wird sich voraussichtlich zunehmend entspannen.
(Joachim Ragnitz)
Angesichts der absehbaren Entwicklung der öffentlichen Einnahmen in Sachsen ist es offenkundig, dass der Freistaat in den kommenden Jahren erhebliche Ausgabeneinsparungen durchsetzen muss. Einer aktuellen Studie des ifo Instituts in Dresden zufolge, werden die preisbereinigten Einnahmen schon bis zum Jahr 2011 um rund 1,7Mrd.€ gegenüber dem Stand des Jahres 2009 zurückgehen. Grund hierfür ist vor allem die Wirtschaftsund Finanzkrise, die in ganz Deutschland massive Steuerausfälle verursacht hat und die über die Nivellierungswirkungen des Länderfinanzausgleichs auch in Sachsen zu deutlichen Einnahmeverlusten führt. Auch wenn die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland inzwischen wieder aufwärts gerichtet ist, wird es voraussichtlich bis zum Jahr 2013 dauern, bis das Bruttoinlandsprodukt wieder den Stand des Jahres 2008 erreicht hat. Da der Weg in eine erneute Schuldenfinanzierung verbaut ist – die Landesregierung verfolgt die Strategie, den Schuldenstand (je Einwohner) zu stabilisieren – müssen die öffentlichen Ausgaben dauerhaft an das verringerte Einnahmeniveau angepasst werden. Dabei stellt sich die Frage, bei welchen Aufgabenbereichen in Zukunft notwendige Einsparungen getroffen werden können und sollen und in welchem Maße diese durchgeführt werden können. Wie die Studie des ifo Instituts zeigt, gibt es hierbei erhebliche Handlungsspielräume der Staatsregierung, einige Maßnahmen sind jedoch infolge vertraglicher Bindungen nicht in jedem Fall kurzfristig umsetzbar. In diesem Artikel werden die möglichen Handlungsalternativen vorgestellt und kritisch betrachtet.
(Anna Montén und Christian Thater)
Kommunale Abgaben in Form von Steuern, Gebühren und Beiträgen belasten die regionale Wirtschaft. Als Standortfaktor haben sie Einfluss auf An- und Umsiedlungsentscheidungen der Unternehmen – auch im Mittelstand. Der vorliegende Beitrag untersucht, inwieweit regionale Belastungsunterschiede auf systematische Ursachen, wie bspw. die Standortattraktivität oder die Haushaltssituation einer Kommune, zurückzuführen sind. Es zeigt sich, dass die Stadt Leipzig die höchsten Abgaben im Kammerbezirk der IHK zu Leipzig festsetzt, während einige der direkt angerenzenden Städte die geringsten Abgaben erheben. Mit der durchgeführten Ursachenanalyse kann jedoch nur ein kleiner Teil der Abgabenunterschiede erklärt werden. Demnach scheinen individuelle Kalküle der Kommunen in der Abgabenfestsetzung zu dominieren.
(Christian Leßmann und Gunther Markwardt)
Föderalismus und Dezentralisierung sind Themen, die weltweit einen festen Platz auf der politischen Agenda einnehmen. Dezentralisierungsprozesse treten bspw. verstärkt in zahlreichen osteuropäischen Staaten aber auch in Spanien, Belgien und in und vielen Entwicklungsländern auf. Diese Maßnahmen sollen u. a. das Wirtschaftswachstum stärken; den Umfang der Staatstätigkeit beschränken und die Qualität der Regierungsführung (Governance) verbessern. Im Kern dieser Analyse steht die Frage, ob Dezentralisierung ein geeignetes Instrument für die Bekämpfung von Korruption ist und ob institutionelle Unterschiede für den Zusammenhang zwischen Dezentralisierung und Korruption von Bedeutung sind.
(Oskar Krohmer)
Der vorliegende Artikel soll ein Beitrag zur kritischen Diskussion der ökonomischen Rechtfertigung von Förderung in der Wirtschaftstheorie sein. Eines der wichtigsten Argumente gegen die Vergabe von Fördergeldern sind hierbei sogenannte „Mitnahmeeffekte“, welche eintreten, wenn die Investitionen auch ohne Förderung getätigt worden wären. Bislang mangelt es an einer objektiven Beurteilung dieser Effekte, da die Diskussion meist nur an einzeln herausgegriffenen Beispielen geführt wird. In diesem Beitrag werden die wissenschaft - lichen Erkenntnisse über Mitnahmeeffekte bei der Innovationsförderung zusammenfassend vorgestellt. Hierbei zeigt sich, dass das Auftreten von Mitnahmeeffekten deutlich seltener ist, als es die wirtschaftspolitische Diskussion vermuten lässt.
Vierteljahresergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für den Freistaat Sachsen (1. Vierteljahr 2010) (PDF, 121 KB)
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ifo Dresden berichtet 5/2010October 2010