Covering business activity, structure and economic policy, the publication of the Dresden branch of the Ifo Institute is mainly concerned with the development of the economy and the labour market in Saxony and the other new German states.
(Anna Montén)
Durch knapper werdende Einnahmen und den Wandel der demographischen Zusammensetzung der Gemeinden sind Anpassungen der öffentlichen Leistungen notwendig. Um mögliche Einsparpotenziale und Anpassungsbedarfe identifizieren zu können, wird in diesem Artikel die Effizienz der Bereitstellung ausgewählter Gemeindeleistungen in Sachsen untersucht. Das Konzept der Effizienzanalyse basiert auf dem Grundgedanken, dass Gemeinden durch Inputs (wie z. B. Mitarbeitern) Outputs (wie z. B. Kitaplätze) anbieten. Eine Gemeinde wird als effizient eingestuft, wenn sie mit den gegebenen Mitteln den höchstmöglichen Zielertrag erreicht. Die Ergebnisse zeigen, dass besonders in kleinen Gemeinden Ineffizienzen vorhanden sind. Aber durch das höhere Ausgabevolumen größerer Gemeinden ist das Einsparpotenzial hier höher.
(Joachim Ragnitz)
Aufgrund der demographischen Entwicklung wird sich der Personalbedarf im öffentlichen Dienst in den kommenden Jahren deutlich reduzieren – zum einen wegen der Schrumpfung der Bevölkerung, zum anderen aber auch wegen der Alterung, die insbesondere im Schulbereich, in der Polizei und in der Justiz zu rückläufiger Inanspruchnahme der angebotenen Leistungen führen wird. Anhand des Beispiels Mecklenburg-Vorpommern (das aber genauso gut auf andere ostdeutsche Länder übertragbar ist) wird gezeigt, wie groß die demographisch induzierten Personalkürzungspotenziale in den verschiedenen Aufgabenfeldern der öffentlichen Verwaltung sind. Diese lassen sich realisieren, ohne dass es zu einer Verschlechterung des öffentlichen Leistungsangebots kommt. Allerdings werden die Einnahmen auf der Landesebene wegen der Verringerung der Zuweisungen von Bund und EU sowie wegen der demographisch bedingt rückläufigen Einnahmen im Länderfinanzausgleich noch weiter zurückgehen. Insoweit gibt es einen zusätzlichen Konsolidierungsbedarf, um die Personalbestände an das finanzierbare Niveau anzupassen. Wo diese Konsolidierung erfolgt, ist letzten Endes eine politische Entscheidung, die aber getroffen werden muss, um die finanzpolitischen Spielräume des Landes auch langfristig aufrechtzuerhalten.
(Elena Wiezorek)
Gesamtgesellschaftliche Veränderungen wie die Globalisierung, der wirtschaftliche oder der demographische Wandel scheinen immer komplexere Problemlagen in den Städten zu erzeugen. Verwahrlosungstendenzen im öffentlichen Raum, leer stehende Wohn- und Gewerbeflächen oder auch sozial schwierige Mieterstrukturen stigmatisieren ganze Stadtteile. Traditionelle Steuerungsansätze der Stadtentwicklungsplanung setzen auf die Förderung von Aufwertungsmaßnahmen durch einzelne Immobilieneigentümer. Bei erheblichen Investitionsrückständen an benachbarten Immobilien und der damit einhergehenden Unsicherheit für die Refinanzierung der eigenen Investition fällt diese Aktivierung immer schwerer. Neue Instrumente wie die Eigentümerstandortgemeinschaften (ESG) setzen daher auf die Förderung kollektiver Ansätze zur Standortentwicklung. Der Artikel zeigt den aktuellen Entwicklungsstand von ESGs in Deutschland auf und diskutiert Hemmnisse und Erfolgsfaktoren für ihren Entstehungsprozess.
(Wolfgang Nierhaus)
In Deutschland hat sich die Konjunktur stabilisiert, wenn auch auf deutlich reduziertem Produktionsniveau. Impulse kamen von der privaten Konsumnachfrage. Gestützt hat dabei sicherlich, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt auch dank der Kurzarbeitsregelung relativ stabil blieb. Insgesamt erwarten die Institute daher, dass sich die deutsche Wirtschaft – nach dem kräftigen Produktionsanstieg im dritten Quartal 2009 – nur langsam aus der Krise bewegt. Für das gesamte Jahr ergibt sich ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 5,0 %. Für das kommende Jahr rechnen die Institute mit einer nur zögerlichen Erholung. Endogene Auftriebskräfte werden nur allmählich spürbar, so dass die Konjunktur im Prognosezeitraum auf wirtschaftspolitische Unterstützung angewiesen bleibt. Alles in allem rechnen die Institute für das Jahr 2010 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,2 %.
(Oskar Krohmer)
Die klassische Wachstumsanalyse beantwortet zwar die Frage nach der Entwicklung einer Region, kann aber keine Antwort für die Ursachen des Wachstums geben. Die hier angewandte Shift-Share-Analyse erlaubt, die Entwicklung auf die Branchenstruktur oder auf regionale Besonderheit zurückzuführen. Damit ist es für politische Entscheidungsträger möglich zu unterscheiden, ob Maßnahmen eher langfristige strukturelle Umgestaltungen auslösen oder bereits in der mittleren Frist den Standortfaktor ver ändern. Die Analyse bezieht sich hierbei auf die Entwicklung Sachsens im Vergleich zu allen Bundesländern sowie die Untersuchung der sächsischen Landkreise im Bezug auf das Bundesland.
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ifo Dresden berichtet 1/2010February 2010