MDR, Elis und Escher, 9.2.2004, mit Hans-Werner Sinn
11. Februar 2004Zeitungsartikel
Platzeck gegen Niedriglöhne(Berliner Zeitung)
Wie der MDR aus 500 Seiten zwei Wörter macht(Dresdner Neueste Nachrichten)
Niedriglohn? - "Wir sind nicht in Deutsch-Ostafrika"(Leipziger Volkszeitung)
Sinn und Unsinn(Sächsische Zeitung)
Stolpe: Osten mit Billigarbeit nicht zu retten(Sächsische Zeitung)
Wortgefechte ohne Sinn(Sächsische Zeitung)
10. Februar 2004Zeitungsartikel
ifo Präsident: Wiedervereinigung ist wirtschaftlich gescheitert(Leipziger Volkszeitung online)
Sehr geehrte Frau Elis, sehr geehrter Herr Escher, "Enttäuschung und Abscheu hat Ihre jüngste Sendung ("Ostlöhne runter") bei uns im Kollegium ausgelöst. Neben mir stammen auch viele Andere aus den neuen Ländern. Wir können über Inhalt und vor allem den Stil Ihrer Sendung nur den Kopf schütteln. Prof. Sinn ist nicht nur einer der weltweit führenden Ökonomen, sondern macht wie kaum ein anderer wissenschaftliche Erkenntnisse der Volkswirtschaft in allgemein verständlicher Form zugänglich. In seinem Buch Kaltstart bereits (!) aus dem Jahr 1991 analysiert er ausführlich die wirtschaftliche Seite der deutschen Wiedervereinigung. Er zeigt darin die (unglaublichen) Fehlentscheidungen der Politik auf, deren (traurige) Konsequenzen jetzt die Menschen in den neuen Ländern (aber auch in den alten Ländern) durch Arbeitslosigkeit oder erhöhte Steuern und Sozialbeiträge bezahlen müssen. In seinem aktuellen Buch mahnt er, diese Fehler bei der bevorstehenden EU-Osterweiterung nicht zu wiederholen. Aber anstatt sich mit den Ursachen zu beschäftigen, anstatt die (noch lebenden) Verantwortlichen zu befragen, anstatt den Menschen sie unmittelbar betreffende volkswirtschaftliche Erkenntnis näher zu bringen, behandeln Sie ein derart zentrales Thema für die neuen Ländern auf dem Niveau von Bild-Zeitung und Sabine Christiansen. Suggestivfragen, Fehlzitate, Verkürzungen und Simplifizierungen, Vermischung von Kommentar und Nachricht. Nur weil alle das Niveau senken, heißt das ja nicht, dass Sie das auch müssen. Aus meiner Sicht wäre es nur anständig, sich bei Prof. Sinn zu entschuldigen. Zugleich sollten Sie Ihr Sendeformat etwas überdenken, doch das ist Ihre Sache. Sie dürfen dann halt nicht erwarten, dass herausragende Gäste in Ihre Sendung kommen. Politiker kommen ja ohnehin von alleine. Noch wichtiger scheint mir aber, die Menschen in den neuen Ländern über die wirtschaftlichen Fehlentscheidungen der Wiedervereinigung endlich aufzuklären. Das wäre guter Journalismus, wie man ihn von einem öffentlichen Sender eigentlich erwarten könnte. Viele Grüße nach Leipzig," von Stefan Bornemann, 17.02.04 | 17:57
"es ist empörend mitanzusehen wie eines unserer zentralen gesellschaftlichen Probleme durch die Oberflächkeit und mangelhafte inhaltliche Vorbereitung der Moderatorin einerseits und das Bildzeitungsniveau des Moderators andererseits banalisiert wird. Lesen Sie bitte das Buch von Herrn Sinn - vielleicht sind Sie dann eher in der Lage wenn auch schwierige Zusammenhänge so zu behandeln, dass auch ein breiteres Publikum einen Endruck von den Zusammenhängen bekommt." von Haeffner, 11.02.2004 | 16:23
"bitte gehen Sie zum Privatfernsehen, zur Dschungelshow oder zum Superstar, egal wohin, aber verschwinden Sie von meiner Mattscheibe. Sowas habe ich im gebührenfinanzierten Fernsehen noch nie gesehen. Wenn Sie eine fertige Meinung haben, okay, behalten sie Sie aber bitte für sich, sowas gehört nicht in eine politische Moderation. Herr Escher, auch wenns schwerfällt: Die Welt ist nicht schwarz-weiß oder gut-böse." von Sinopholus, 11.02.04 | 16:09
"Herr Escher, nach dieser Sendung scheint mir diese Frage sehr berechtigt: Die Argumente des Gegenüber werden ignoriert oder bewusst so verkürzt widergegeben, dass sie völlig entstellt sind. Zum Teil völlig sinnleere Fragen, die auch noch mit vorgefasster Meinung gestellt werden. Die Gesprächspartner können nicht ausreden, keinen Gedanken vertiefend darstellen. Ich könnte noch mehr vergleichbare Dinge aufzählen, aber ich glaube jeder, der diese Sendung gesehen hat, weiß, dass dies ein Tiefpunkt beim ansonsten doch gar nicht so schlechten Öffentlich-rechtlichen war. Herr Escher, Sie sind nicht der Retter und Verteidiger der armen Ossis, auch wenn Sie sich das vermutlich schon ein wenig einbilden. Wenn Sie so moderieren wollen, lassen Sie es bleiben und werden Sie Politiker, da sind solche - wie oben genannt - Fähigkeiten gefragt." von Sabine Müller, 11.02.04 | 15:53
"Sehr geehrte Damen und Herren, die gestrige Ausgabe von Elis & Escher hat sich durch die mißlungene Leistung der beiden Moderatoren von selbst diskreditiert. Eine solche Sendung sollte Raum geben, inhaltlich tief über ein Thema zu sprechen und das Für und Wider abzuwägen. Durch die mangelnde Fähigkeit zur Diskussionsleitung, durch nicht vorhandenes Fachwissen der Moderatoren sowie durch die bösartigen Diffamierungen seitens Herrn Escher konnte die Sendung keineswegs überzeugen. Auch die ausgewählten Zuschauermeinungen waren aufgrund nicht vorhandenen Fachwissens und teils mangelnder Intellektualität nicht klug ausgewählt. Ein Argumentationsgang bei den Statements der Zuschauer war teilweise gar nicht gegeben. Mit einer anderen Moderatorenbesetzung, die durch Professionallität überzeugen kann, hat diese Sendung sicherlich auch eine Zukunft." von Marcus Einbock, 10.02.04 | 18:03
"Sehr geehrte Damen und Herren, die gestrige Sendung erinnert sehr stark an Sendungen im Privatfernsehen. Oberflächliche Themenauswahl, die nicht oder schlecht vorbereitet wurde; Chaotische Moderation; Auftreten des Publikums, das so nicht fernsehtauglich ist; Einladung von Diskussionsteilnehmern, die entweder eine vorgefasste Meinung (z.B. Herr Sinn) oder fachlich nicht qualifiziert waren (Herr Höppner und die FDP-Frau); Entbehrliche Themenauswahl, das Lohn- und Sozialabbau in ganz Deutschland, nicht nur im Osten an der Tagesordnung und noch nicht abgeschlossen ist. Der MDR sollte sich nicht als Ossi-Sender oder Ossi-Nostalgie-, oder Ossi- Gerechtigkeitssender sehen. Damit hätte er seinen Auftrag verfehlt." von Wilfried Sinkel, 10.02.04 | 15:02
"Es hatte sich in den vorangehenden Gesprächsrunden angedeutet,aber diesmal kam die Moderation einem Offenbarungseid gleich. Beide Moderatoren wollten (aber vielleicht können sie es ja gar nicht!!)die Diskussion der verschiedenen Standpunkte nicht ergebnisoffen führen,sondern ihre vorgefasste und nur teilweise zu akzeptierende Meinung zur alleinigen Weisheit hochstilisieren. Von keinerlei Sachkenntnis getrübt plauderte Escher als vermeintlicher"Rächer der Zukurzkommenden" munter und sinnlos vor sich hin. Er sollte eine kontroverse Diskussion mit dem nötigen Sachverstand leiten, und sich nicht in den Vordergrund spielen.Aber dazu hätte es wohl einiger Vorbereitung bedurft, die auch seiner Kollegin gut zu ihrem zugegeben sehr hübschen Gesicht gestanden hätte." von Dietmar Gruber, 10.02.04 | 14:31
"Es gehört schon eine tüchtige Portion Ignoranz dazu, JETZT das FRÜHERE Volksvermögen der DDR unter den früheren DDR-Bürgern verteilen zu wollen. Die Treuhand hat das Vermögen längst verteilt und z,B. das Eisenhütttenwerk Thale samt Zubehör (z.B. Pionierferienlager) für eine D-Mark verscherbelt, und zwar an einen früheren Ministerpräsidenten (West)!" von Horst Körner, 10.02.04 | 10:58
"Sie haben entweder Herrn Sinn gar nicht richtig zugehört oder mangels wirtschaftlicher Kompetenz nicht richtig verstanden. Es ist richtig, daß unter der völlig unkompetenten Frau Breuel das Vermögenspotential des Ostens vernichtet oder verschoben wurde. Dennoch ist sowohl mit den Menschen als auch mit den vorhandenen mobilen und immobilen Werten ein nicht zu leugnender Vermögenswert vorhanden. Und dieser ist nicht weiter nach Westen wegzuschieben, sondern unter den Bürgern des Ostens zu verteilen. DIES meint Herr Sinn. Und damit liegt er durchaus richtig." von Hans-Joachim Sschubert, 10.02.04 | 11:19
"Ein Moderator soll nicht die Lenkung der Gesspräche so verstehen, daß er fortwährend den Gesprächsteilenehmer unterbricht, wenn es dem Moderator nicht "in den Kram"paßt. Vielmehr soll er dafür sorgen, daß jeder Gesprächsteilnehmer seine Rede ausreden kann. Frau Elis soll sich mal ein Beispiel an Herrn Backes nehmen. Und noch eins: Der Moderator soll nicht ein vorgefaßtess inhaltliches Ergebnis des Gesprächs ansteuern, sondern soll dafür sorgen, daß sich aus den Beiträgen ein Ergebnis herausbildet. Die Frau macht keine Moderation, sondern eine Manipulation. Und das ist sehr schlecht." von Hans-Joachim Schubert, 10.02.04 | 10:57
"Sehr geehrte Frau Elis, sehr geehrter Herr Escher, sehr geehrtes MDR-Team, Ihre heutige Sendung war die erste, die ich gesehen habe, und wird sicherlich auch die letzte gewesen sein. Warum? Kurz gesagt: Es war wohl die mit Abstand polemischste, unqualifizierteste und am schlechtesten geführte Talkrunde der letzten Monate! Damit meine ich ausdrücklich die beiden Moderatoren, die über die gesamte Sendezeit einen desaströsen Eindruck hinterlassen haben und für das vollständige Misslingen dieser Ausgabe zur Verantwortung gezogen werden sollten! In Ihren Forum-Regeln steht folgender Satz: "Auch bei unterschiedlichen Standpunkten sollte ... zu Gunsten eines offenen und freundschaftlichen Diskussionsklimas ein fairer und sachlicher Ton gewahrt werden." Wollen wir die heutige Sendung doch einmal an Ihrem eigenen Anspruch messen ... Ihre Gäste hätten Sie unter diesem Gesichtspunkt kaum besser wählen können, solch' verbal friedfertige und geordnete Gespräche untereinander hat man selten erlebt. Gerade deswegen ist es mir unverständlich, warum Sie, Frau Elis, es nicht geschafft – oder besser: es verhindert haben – dass eine echte Diskussion ensteht. Ich habe Verständnis und bin dankbar, wenn ein Politiker dann und wann von ausschweifender Parteipolemik auf den Boden der Fragestellung zurückgeholt wird. Aber den Gästen derart ungestüm ins Wort zu fallen, ihnen die notwendigen Erklärungen wegen unvollständiger und damit falscher Darstellung seitens der Moderatoren abzuwürgen, dazu noch stoisch an Ihrem Frage-Zettel klebend von einem unfertigen Thema zum anderen zu springen - das zeugt nicht von der Fähigkeit zum Moderieren! Ein Blick ins Fremdwörterbuch zeigt uns, das "eine Fernsehsendung moderieren" bedeutet, "... die verbindenden Informationen u. Kommentare dazu [zu] sprechen ..." (Dr. Renate Wahrig-Burfeind [Hrsg.]: Wahrig-Fremdwörterlexikon. 4. Auflage. Gütersloh 2000.) Auch in dieser Hinsicht haben Sie meines Erachtens auf voller Linie versagt! Die Art, in der von Ihnen, Herr Escher, immer und immer wieder ein einzelner Aspekt aus dem Argumentations-Konzept des Herrn Prof. Sinn aufgegriffen wurde - nämlich die Folgen des wirtschafltlich unsinnigen Lohnsprunges in der ersten Hälfte der 90er Jahre im Hinblick auf die kommende EU-Osterweiterung - und dabei andere, entscheidende Punkte mutwillig unterschlagen wurden, ist einfach nur beschämend. Einzig und allein zum Zwecke der Stimmungsmache, des schnellen Gefühlsausbruchs, der billigen Konfrontation mit einem Konzept, zu dessen kritischer aber fairer Diskussion Sie scheinbar nicht in der Lage sind, wurde Prof. Sinn in einer Weise diskreditiert, die niemandem zu wünschen ist!" von Rainer Langenhagen, 10.02.04 | 01:39
"Ich bin vollkommen Ihrer Ansicht. Ich freue mich über die sehr ausführliche Kritik an der Moderation, die man so gar nicht bezeichnen darf. Es war, wie ich in meinem Beitrag gesagt habe, eher eine Manipulation, eine Darbietung der eigenen Vorstellung, aber keine Moderation. Hoffentlich werden die beiden Leute aus dem Verkehr gezogen, mindestens aber die dauernd unterbrechende und dazwischenredende Frau Elis." von Hans-Joachim Schubert, 10.02.04 | 11:07
"Seien Sie doch bitte so ehrlich und teilen mir und der gesamten Forum-Leserschaft mit, wie lange und wie intensiv Sie sich im Vorfeld der Sendung mit den Konzepten der Gäste auseinandergesetzt haben. Kaum? Dann sollten Sie sich dringend über Ihre Einstellung zur journalistischen Arbeit Gedanken machen. Oder doch ziemlich intensiv? In diesem Fall haben Sie eben dies noch viel nötiger! Sie waren es, der den "faire[n] und sachliche[n] Ton" hintanstellte und so ein "offene[s] und freundschaftliche[s] Diskussionsklima" permanent verhinderte! Was Sie da geboten haben, hat nichts, aber auch gar nichts mit einem Talkmaster gebührenden Provokationen zu tun. Es war einseitig, aufputschend und diffamierend. Sie haben in Kauf genommen, dass das anwesende Publikum und die Zuschauer im großen Stil desinformiert wurde! Sie haben sich, Ihrer Sendung und der offenen Diskussion über bestehende Wirtschaftsfragen wahrlich einen Bärendienst erwiesen!" von Rainer Langenhagen, 10.02.04 | 01:38
"scheinbar haben sie nicht begriffen wie die lohnverhältnisse im osten sind ich gebe ihnen ein beispiel da es sich anscheinend keiner traut die wahrheit zu sagen eine friseurin ausgelernt 40 stunden woche mit allen weiterbildungen verdient im monat 500 euro brutto ,so wo wollen sie noch kürzen" von tom, 10.02.04 | 10:58
"Wer für 500 Euro brutto in D arbeitet, ist selber schuld. Wer sich solche Löhne gefallen lässt ist selber schuld." von Frank Tahler, 10.02.04 | 13:34
Ist Deutschland noch zu retten? by Hans-Werner Sinn Econ / Ullstein Buchverlage: München/Berlin 2003 to 2005, 579 p. Gebunden mit Schutzumschlag: 8., aktualisierte Auflage 2004, ISBN 3-430-18533-5, 25,00 €; Taschenbuch: 4., aktualisierte Auflage 2005, ISBN 3-548-36711-9, 13,00 € Hörbücher: 13 Audio-CDs, 1 Bonus-CD im MP3-Format, Laufzeit ca. 15:30 Std. Sprecher: Ari Gosch Verlag: TechniSat Digital; Auflage: 1 (Mai 2006) Sprache: Deutsch ISBN 3939048119, 19,90 €
Updated English-language version:
Book:
Author:
Publisher:
Online orders:
Additional and more detailed Information is available in German only.
Zum Buch:
Reaktionen:
Vortragsreihe im Gasteig 2005:
CORINE Buchpreis 2004:
Wirtschaftsbuchpreis 2003: