Gemäss der umweltökonomischen Theorie hat der Emissionshandel beachtliche ökonomische Vorteile gegenüber anderen Instrumenten, mit denen der Treibhauseffekt bekämpft wird und die Ziele des Kyoto-Protokolls verfolgt werden. Es ist des weiteren offensichtlich, dass der ökonomische Nutzen aus dem Emissionshandel umso höher ist, je weiter der Anwendungsbereich des Handels ist. Dieser Tatbestand steht im Gegensatz zum realen Zustand der Umweltpolitik, die weitgehend auf „traditionellen“ Instrumenten, wie Regulierung, Selbstverpflichtungsabkommen und Steuern beruht. Aus diesem Grund wird in diesem Papier die Kompatibilität eines EU-weiten Emissionshandel mit den bestehenden Instrumenten und den Kyoto-Mechanismen untersucht. Die Erfahrung mit bereits realisierten Emissionshandelssystemen zeigt, dass die Kombination von Emissionshandel, Umweltsteuern, Auflagen und freiwilligen Vereinbarungen möglich ist. Auf der Basis dieser Informationen wird der Richtlinien-Vorschlag der Kommission für einen EU-Emissionshandel bewertet und es werden Ansätze zu seiner Optimierung in Hinblick auf die Kombination mit existierenden Umwelt-Regulierungen entwickelt.
Die Studie wurde im ifo Forschungsbereich Umwelt, Regionen, Verkehr erstellt und im Februar 2003 abgeschlossen.
Emissionshandel mit Treibhausgasen in der Europäischen Union von Johann Wackerbauer ifo Forschungsberichte München: ifo Institut für Wirtschaftsforschung, 2003; 79 S.; 10,- EUR. ISBN 3-88512-415-7