Die Sonderfrage im 4. Quartal befasste sich mit der Thematik, ob die Belegschaften von der raschen Erholung der deutschen Wirtschaft bereits finanziell profitiert haben bzw. noch profitieren werden.
Knapp 22% der befragten Firmen berichteten davon, dass ihre Mitarbeiter aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung schon Sonderzahlungen erhalten haben. Bei fast 64% der Umfrageteilnehmer war dies dagegen nicht der Fall. Die übrigen rund 14% machten hierzu keine Angaben. Am häufigsten dürften Beschäftigte von Betrieben zwischen 250 und 499 Mitarbeitern in den Genuss freiwilliger Sonderzahlungen gekommen sein (30%).
Für die kommenden Monate beabsichtigen ca. 35% der befragten Firmen, ihren Mitarbeitern Sonderzahlungen zu gewähren. Nahezu 54% der Unternehmen planen keine derartige freiwillige Sonderentlohnung. Weitere 12% der Befragungsteilnehmer konnten oder wollten sich hierzu nicht äußern.
Als bemerkenswert kann festgehalten werden, dass bei Firmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe (39%) die Bereitschaft zu Sonderzahlungen in der nächsten Zeit merklich höher ist als in den „Dienstleistungsbereichen ohne Handel“ (31%). Die Betrachtung nach Beschäftigtengrößenklassen offenbart ebenso unterschiedliche Einstellungen zum Thema freiwillige Sonderzahlungen. So lassen die Umfrageergebnisse darauf schließen, dass sich Unternehmen mit 500 und mehr Mitarbeitern (22%) in den kommenden Monaten mit Sonderzahlungen stärker zurückhalten werden als kleine und mittelgroße Firmen. Bei der Frage nach bereits erfolgten Sonderzahlungen (siehe oben) lag der Anteil der Großunternehmen, die ihre Belegschaft auf diese Weise an der wirtschaftlichen Erholung beteiligt hatten, ebenfalls unter dem Durchschnitt aller befragten Unternehmen.
Im Hinblick auf die nächste Tarif- bzw. Gehaltsrunde erwarten knapp 3% der befragten Firmen „deutliche“ Anhebungen der Löhne. Fast 37% gehen von „moderaten“ Steigerungen aus. Weitere nahezu 31% der Umfrageteilnehmer rechnen mit „leichten“ Gehaltszuschlägen. Rund ein Viertel der Unternehmen ist der Ansicht, dass die nächsten Lohnverhandlungen keine nennenswerten Erhöhungen zur Folge haben werden. Die restlichen 5% der teilnehmenden Firmen gaben hierzu keine Einschätzung ab.
Insbesondere Firmen mit bis zu 49 Beschäftigten denken, dass die kommende Tarif- bzw. Lohnverhandlung nicht zu Anhebungen der Mitarbeitervergütung führen wird (32%). Unternehmen zwischen 250 und 499 Beschäftigten bzw. mit 500 und mehr Mitarbeitern erwarten jedoch überwiegend „moderate“ Steigerungen (53% bzw. 56%). Jedes zehnte Großunternehmen geht darüber hinaus sogar von „deutlichen“ Zuschlägen aus. Die Ergebnisse der Befragung deuten demnach darauf hin, dass Firmen mit 500 und mehr Mitarbeitern ihre Arbeitskräfte seltener als andere Unternehmen über Sonderzahlungen an der positiven Geschäftsentwicklung beteiligen. Sie rechnen aber häufiger mit Erhöhungen im Rahmen von Tarif- bzw. Gehaltsrunden.
Die Kommentare der Umfrageteilnehmer lassen erkennen, dass sich zahlreiche Firmen von der Wirtschaftkrise noch nicht wieder erholt haben. So ist in einigen Branchen bislang allenfalls eine leichte Erholung aber kein echter Aufschwung zu beobachten. Auch bewegt sich die Geschäftstätigkeit häufig noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau. Nach Ansicht dieser Firmen bestehen daher aktuell weder die finanziellen Möglichkeiten noch die Notwendigkeit, der Belegschaft einen Gehaltsbonus zu gewähren.
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