Nach der Darstellung der theoretischen regionalökonomischen Grundlagen wird eine Bestandsaufnahme der Informations- und Kommunikationswirtschaft (IuK) in Sachsen und Ungarn präsentiert. Die Studie zeigt, dass beide Länder über eine für das jeweilige Land relativ bedeutende IuK-Industrie verfügen. Gemessen an den Handelsvolumina sind die bilateralen Geschäftsbeziehungen in diesem Güterbereich jedoch nicht so stark ausgeprägt.
Dieser Befund wird durch eine Befragung von Industrie- und Dienstleistungsunternehmen der IuK-Branche in Sachsen und Ungarn bestätigt. Eine zentrale Ursache für die geringen Handels- und Kooperationsbeziehungen ist, dass es sich in beiden Ländern bei den leistungsfähigsten Unternehmen der Branche um Tochtergesellschaften multinationaler Konzerne handelt, die somit Bestandteil der jeweiligen konzerninternen Produktionsketten sind. Die bislang verfolgten Unternehmensstrategien der Multinationals zeitigten nur wenige direkte Kooperationsbeziehungen zwischen Sachsen und Ungarn. Die übrigen Unternehmen der IuK-Branche arbeiten in beiden Ländern eher mit lokalem Know-how und Kapital. Sie weisen mehrheitlich eine geringe Unternehmensgröße auf und sind noch kaum exportfähig.
Unter diesen Gegebenheiten bieten die derzeit existierenden Strukturen nur ein geringes Potenzial für eine zukünftige Ausweitung der bilateralen Handels- und Kooperationsbeziehungen im IuK-Bereich. Erst im Zuge einer Verbreiterung und Anreicherung der Angebotsstrukturen in Ungarn und in Sachsen um ein international wettbewerbsfähiges lokales Angebot würden sich mehr Kooperationsmöglichkeiten bieten.
W. Gerstenberger, K.-H. Röhl, H. Schmalholz, A. Szalavetz, M. Votteler: Analyse der außenwirtschaftlichen Beziehungen zwischen Ungarn und Sachsen/Ostdeutschland - Kooperationspotenziale im Bereich der Informations- und Kommunikationswirtschaft, ifo Dresden Studie 34, München/Dresden.