Starke Schwankungen von Vermögenspreisen zählen zu den stilisierten Fakten von entwickelten und globalisierten Finanzmärkten. Während Wechselkursblasen vor allem in kleinen, offenen Volkswirtschaften eine wichtige Rolle spielen, sind Aktienkurs- und Immobilienpreisblasen Bestandteil aller liberalisierten Finanzmärkte. Der US-Börsencrash 1987, das Platzen der Japan-Blase Ende der achtziger Jahre, die Asien-Krise 1997 und das Platzen der New Economy-Blase 2000 sind einige prominente Beispiele. Letztere verursachte auch in Deutschland und in der Eurozone harte wirtschaftliche Anpassungsprozesse, da Aktienmärkte seit den neunziger Jahren auch hierzulande eine stärkere Bedeutung erlangten. Private Haushalte griffen vermehrt auf Aktien als Anlageform zurück, und Unternehmen finanzierten sich in zunehmendem Maße über Neuemissionen am Aktienmarkt. Aus theoretischer Sicht können Vermögenspreisänderungen die konjunkturelle Entwicklung einer Volkswirtschaft über verschiedene Kanäle beeinflussen.
Die Studie versucht, neben theoretischen Begründungen, vor allem empirische Evidenz für die Beeinflussung der gesamtwirtschaftlichen Aktivität durch Änderungen von Vermögenspreisen in Deutschland, Großbritannien, Japan und den Vereinigten Staaten zu liefern. Zu diesem Zweck werden unter Verwendung ökonometrischer Zeitreihenverfahren unterschiedliche Beziehungen zwischen dem BIP und seinen Komponenten auf der einen Seite sowie Vermögensbeständen und -preisen auf der anderen Seite geschätzt. Abschließend werden wirtschaftpolitische Implikation der Ergebnisse für die Geld- und Fiskalpolitik sowie für die Regulierung der Finanzmärkte diskutiert.
Die empirische Analyse basiert auf Event-Studien sowie VAR- und Fehlerkorrekturmodellen. Während die ersten beiden Ansätze eher atheoretisch sind und die Beziehungen zwischen Vermögenspreisen und der Gesamtwirtschaft deskriptiv erfassen, basiert die Spezifikation der Fehlerkorrekturmodelle auf ökonomischen Theorien, wie z.B. der Lebenszyklushypothese von Modigliani.
Nationale Zentralbanken, nationale statistische Ämter, OECD, IMF, Ecowin.