Zwischen 1995 und 2001 erlebten die OECD-Länder eine deutliche Abkehr von ihren bis dahin rückläufigen Produktivitätswachstumsraten. Erwähnenswert sind diesbezüglich besonders die Vereinigten Staaten, die einen enormen Anstieg ihres Produktivitätswachstums erlebten, während die Output-Wachstumsraten über die übrigen OECD-Länder hinweg schwankten. Als eher dramatisch ist dagegen die gesamteuropäische Entwicklung, aber insbesondere die Entwicklung in Deutschland zu betrachten, die im Durchschnitt relative niedrige Produktivität- und Output-Wachstumsraten, verglichen mit vergangen Perioden und dem Rest der industrialisierten Welt, hauptsächlich den Vereinigten Staaten, bewerkstelligen konnten. Im Rahmen des Forschungsprojekts stehen Fragestellungen über Wachstumsbeiträge von gearbeiteten Stunden und Qualität ebenso im Vordergrund der ökonomischen und politischen Debatte, wie rückläufige FuE-Investitionen, Diffusion von Informations- und Kommunikationstechnologien und zunehmende Produktionsverlagerung in Form von Outsourcing. Produktivität ist nicht nur ein fundamentales Maß für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, durch das gemessen wird, wie effizient eine Ökonomie die vorhandenen Inputs in Output transformiert. Darüber hinaus ist ein produktiverer Einsatz von Faktoren mit einer höheren Investitionsrendite von Bildung und physischem Kapital, sowie einem höheren nationalen Lebensstandard verbunden. Um die treibenden Kräfte des Produktivitätswachstums bestimmen zu können, werden die Ursachen des Produktivitätswachstums, wie sie von den jeweiligen Input-Faktoren abgeleitet werden können, insbesondere im Hinblick auf die unterschiedlichen Kapitalarten untersucht. Dabei soll den Informations- und Kommunikationstechnologien einer hervorgehoben Bedeutung zukommen. Zu diesem Zweck werden einzigartige Rohdaten der Ifo Investorenrechnung zum Aufbau einer Produktivitätsdatenbank verwendet. Die treibenden Kräfte der Produktivität in Deutschland sowie zukünftige sektorale Trends können somit auf der niedrigsten zur Verfügung stehenden Disaggregationsstufe, d.h. für 52 Industrien, bestimmt werden.
Growth Accounting, Index-Zahlentheorie, Panel-Daten Analyse.
Deutsches Statistisches Bundesamt, Ifo Investitionsrechung.