Die Lebens- und Arbeitsbedingungen werden fast überall und in nahezu jeder Lebenslage in starkem Maße durch die „gebaute Umwelt“ und damit von Immobilien geprägt: Im Durchschnitt verbringt jeder Mensch ungefähr ein Drittel seines Lebens (das Schlafen nicht mitgerechnet) in seiner Wohnung und Wohnumgebung; er arbeitet in Büros, Fabriken und Geschäften sowie auf Baustellen oder besucht regelmäßig eine Schule, Hochschule oder sonstige Bildungseinrichtung. In der Freizeit nutzt man Sporthallen und Freibäder, und im Urlaub bzw. während Geschäftsreisen nächtigt man in Hotels und sonstigen Herbergen. Die Versorgung erfolgt u. a. in Supermärkten und Einkaufszentren. Um von A nach B zu gelangen, bewegt man sich auf einem der vielfältigen Verkehrswege (Straßen- und Schienennetz, Flughäfen usw.).
In deutlichem Gegensatz zur eminent großen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung von Immobilien steht das relativ schwach ausgeprägte Bewusstsein über die Dimension und die Vielfalt der Bestandsgröße „Bauvermögen“ und der Stromgröße „Bauwerksnutzungen“. Da kein eigenständiger, auf das Objekt „Immobilie“ fokussierender „ganzheitlicher“ Wirtschaftssektor existiert, stehen auch keine umfassenden und zugleich differenzierten Daten und Informationen zu den vielfältigen Leistungen der „Immobilienwirtschaft“ zur Verfügung. Statistische Daten sind in vielen Bereichen Mangelware.
Vor diesem knapp skizzierten Hintergrund verfolgt das Forschungsprojekt das Ziel, die bestehenden Daten- und Informationslücken zu identifizieren und soweit wie möglich zu schließen. Die Studie soll Stand und Entwicklungen auf den Immobilienmärkten beleuchten sowie eine wissenschaftlich abgesicherte Datenbasis für die volkswirtschaftliche Bedeutung der Immobilienwirtschaft liefern. Die Hauptaufgabe besteht also darin, sowohl zu den Bauwerksbeständen als auch zu Nutzung und Bewirtschaftung von Immobilien verlässliche Quantifizierungen in breiter Abgrenzung und starker Differenzierung bereitzustellen. Darüber hinaus werden auch weitere Aspekte, in denen Immobilien eine spezifische Rolle spielen (z. B. betriebswirtschaftliche, raumplanerische, demographische und politische Aspekte), in die Betrachtung einbezogen. Die Analysen konzentrieren sich dabei zwar auf Deutschland, im zusammenwachsenden Europa sollen aber auch Quervergleiche zu anderen europäischen Ländern hergestellt werden.
Die Studie „Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Immobilienwirtschaft“ wird mittels eines Methoden-Mix erstellt:
Grundlagen für die Quantifizierung und Analyse der volkswirtschaftlichen Bedeutung der Immobilienwirtschaft sind u. a.:
Die Ergebnisse des Forschungsprojekts werden in einem ausführlichen Projekt-Abschlussbericht dokumentiert. Die Veröffentlichung der Gesamtstudie erfolgt voraussichtlich durch die auftraggebenden Organisationen. Wichtige Teilergebisse sollen außerdem als Artikel in anderen Publikationen (ifo Schnelldient, Fachzeitschriften o. ä.) veröffentlicht werden.