In enger Abstimmung mit dem Projekt "Evaluation des Zusammenhangs zwischen nationalen Politiken zu Schulautonomie und elterlicher Wahlfreiheit" werden hier die Auswirkungen von Schulautonomie, Wahlfreiheit und Rechenschaftssystemen auf die im Schulsystem erzielte Chancengleichheit untersucht.
Datenbasis ist der internationale PISA-2003-Datensatz auf der Individualebene aller teilnehmenden Schüler. Chancengleichheit wird dabei gemessen durch das Ausmaß, in dem die Bildungsleistungen der Schüler von ihrem jeweiligen sozioökonomischem Hintergrund abhängen.
Das Hauptergebnis der Studie ist, dass Rechenschaftssysteme, Schulautonomie und Wahlfreiheit allen Schülern unabhängig von ihrer sozialen Herkunft nutzen. Somit sind sie nicht nur für diejenigen Schüler von Vorteil, die ohnehin schon aus privilegierten Elternhäusern stammen, wie oftmals von Kritikern vorgebracht wird. Insbesondere die öffentliche Finanzierung von Privatschulen führt sogar zu einer stark erhöhten Chancengerechtigkeit innerhalb von Schulsystemen. Durch externe Abschlussprüfungen lassen sich Schulleistungen sowohl von Schülern mit niedrigerem sozioökonomischem Hintergrund (SES) als auch solche mit hohem SES verbessern, wobei letztere mehr profitieren. Schüler mit niedrigerem SES profitieren mehr als solche mit hohem SES von regelmäßigen subjektiven Beurteilungen durch Lehrer. Schulautonomie im Festlegen der Kursinhalte führt zu größerer Chancengleichheit, während das Gegenteil der Fall ist für Schulautonomie in der Auswahl von Lehrern. Schließlich ist die Chancenungleichheit umso höher, je früher Schüler in verschiedene Schultypen zugewiesen werden, je früher also Mehrgliedrigkeit einsetzt. Andere institutionelle Rahmenbedingungen, die untersucht wurden, zeigten keinen unterschiedlichen Effekt auf Schüler mit unterschiedlichem SES.
G. Schütz, M.R. West, L. Wößmann (2007). School Accountability, Autonomy, Choice, and the Equity of Student Achievement: International Evidence from PISA 2003. Education Working Paper No. 14.