This book appeared in October 2005 as a reaction to the intensive discussion touched of by the bestseller »Ist Deutschland noch zu retten?«. It contains further thoughts on how Germany can succeed in global economic competition. The concept “bazaar economy” was first used in the author’s speech, Deutschland-Rede at the Stiftung Schloss Neuhardenberg in November 2003 and since then in several publications. This topic also led to an intensive debate in the media.
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An overview of publications on the “bazaar economy” can be found at Ifo Policy Issue: Bazaar economy
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Sehr geehrter Herr Sinn, nehmen wir einmal an, die Regierung würde die Reform der Aktivierenden Sozialhilfe, genau, wie sie vom Ifo-Institut entworfen wurde 1:1 implementieren. Weiter nehmen wir an, dadurch folgt nach und nach ein Aufschwung, der es in sich hat. Meine Frage ist nun logischerweise, ob das Ifo Institut auch eine damit einhergehende Inflationsrate prognostiziert hat. Wenn ja, wie hoch wäre diese? Und steigen die Preise, müssten dann nicht auch die Transferleistungen immer schrittweise angehoben werden, um wirklich ein sozial auskömmliches Einkommen zu erlangen? Gewerkschaften wären quasi entmachtet, oder sie müssten ihre Schwerpunkte an anderer Stelle setze (wie etwa Mitbestimmung), so bleibt doch der Staat als einzige Möglichkeit, die Arbeitseinkommen zu erhöhen bei steigenden Preisen.
Sehr geehrter Herr Wilde, haben Sie vielen Dank für Ihren Brief. Ihre Bedenken kann ich hoffentlich zerstreuen. Ein Aufschwung, der durch Nachfrageerhöhung hervorgerufen ist, mag mit Inflation einhergehen, nicht aber ein angebotsseitig bewirkter Aufschwung, und um einen solchen handelt es sich, wenn man Geringverdiener in Arbeit und Brot bringt. Diese Menschen vergrößern ja die Produktion von Gütern und Leistungen, also das Angebot. Für sich genommen senkt dies die Preise. Insgesamt entsteht aber durch die Mehrbeschäftigung auch mehr Nachfrage. Zwar werden die Zuschüsse anderen Leuten als Steuern weggenommen und sind insofern neutral. Doch wird im Zuge der Mehrproduktion der neu beschäftigten Personen ein Mehr an Einkommen erzielt. Da dieses Mehr an Einkommen bis auf den letzten Cent dem Wert der Mehrproduktion entspricht, weiten sich Angebot und Nachfrage gesamtwirtschaftlich genau im Gleichschritt aus. Es gibt also weder Deflation noch Inflation. Mit freundlichem Gruß Ihr Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Sinn, als stiller Bewunderer ihrer Meinung zu Volks- und Betriebswirtschaftlichen Fragen in diversen Talkshows bitte ich Sie um ihre Meinung zum so genannten "Bürgergehalt". Es gibt hierzu ein Buch von Christopher Ray "Zeitgerecht-Bürgergehalt", wonach jeder deutsche Bürger ein festes Gehalt vom Staat in Höhe von ca. 800 ¬ erhalten soll. Als Ausgleich werden sämtliche Sozial-Leistungen vom Staat gestrichen, wodurch der Staat viele Verwaltungskosten spart. Wer mehr Geld braucht, muss sich um einen Arbeitsplatz oder eine andere Einnahmequelle bemühen. Um die nötigen Finanzmittel bereit zu stellen, erhöht der Staat die Mehrwertsteuer auf 25%. Angeblich deckt sich der erforderliche Geldbedarf dann mit den Einnahmen des Staates. Mein Bruder findet diese Idee gut, weil nach seiner Meinung sowieso nicht genügend Arbeitsplätze vorhanden sind und damit die Arbeitslosen nicht weiter als "faules Volk" stigmatisiert werden. Ich finde diese Idee kontraproduktiv, weil dadurch einerseits die faulen noch fauler werden und zum zweiten viele Ausländer "ihr Wohlfahrt-Paradies" in Deutschland suchen werden. Was ist ihre Meinung zu diesem Thema? Für ihre Antwort dankend verbleibe ich mit freundlichen Grüßen Wolfgang Keller, Drosselstrasse 46, 25474 Ellerbek
Sehr geehrter Herr Keller, ein Bürgergeld ist im Prinzip ok. Die Idee ist ja, dass das staatliche Geld nicht weggenommen wird, wenn man arbeitet. Dadurch fallen die Löhne, und bei fallenden Löhnen gibt es mehr Jobs. Heute wird ja beim ALG II das meiste Geld entzogen, wenn man einen Job annimmt, und dadurch wird ein hoher Lohnanspruch aufgebaut. Damit man ausgehend von Hartz IV ein Bürgergeld finanzieren kann, muss dieses Geld weniger sein als das ALG II, Nur wenn es weniger ist, kann man jenen, die arbeiten, das Geld weiterzahlen. Das heißt allerdings, dass 800 Euro unmöglich ist. In der Summe sind das etwa 800 Mrd. Euro im Jahr, was einen Mehrwertsteuersatz von über 100 Prozent verlangt. Beachten Sie, dass das gesamte Budget des Staates nur 1100 Mrd Euro groß ist. Um die Finanzierung hinzubekommen, muss man deutlich unter die 640 Euro gehen, die man heute inklusive Wohngeld vom Staat bekommt. Wahrscheinlich muss man in die Gegend von 400 Euro gehen. (Darauf darf dann kein Wohngeld, kein separates Kindergeld oder dergleichen mehr gezahlt werden.) Das halte ich für zu radikal. Wir wollen deshalb schonender bei den Nichtarbeitenden kürzen und bei den Arbeitenden weniger zulegen. Man braucht nicht eine solche extreme Lösung, um den Arbeitsmarkt flott zu machen. Nun wollen die Befürworter allerdings anderswo die sozialen Leistungen kürzen. Nur wie kann man das? Die Rentenansprüche, die den Löwenanteil ausmachen, sind verfassungsrechtlich geschützt. Vieles andere mehr ist ebenfalls unantastbar. Die Bürgergeld-Befürworter entziehen sich der sachlichen Analyse, wie sie von anderen, so dem wissenschaftlichen Beirat beim Bundeswirtschaftwministerium, dem Sachverständigenrat oder dem ifo Institut vorgenommen wurde. Es gibt keine ökonomischen Wirkungsanalysen und keine fiskalischen Belastungsrechnungen, die auch nur halbwegs die Anforderungen an eine wissenschaftliche Analyse genügen. Kurzum: Es handelt sich um den Vorschlag, das Schlaraffenland in Deutschland einzuführen. Das ist jenseits dessen, was seriöse Ökonomen zu diskutieren bereit sind. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Sinn, ich habe soeben Ihr Buch „Basar – Ökonomie“ gelesen. Die Zustimmung Ihrer These ist gewiss. Allerdings habe ich eine Frage sowie eine Anmerkung. Zuerst zu meiner Person. Mein Name ist Andreas Nikolai, bin 26 Jahre jung und interessiere mich seit ca. 5 Jahren für das Thema „Volkswirtschaft“, sowie andere Wirtschaftinteressante Themen. Die Volkswirtschaft lehrte mich, mein privates Denken umzustrukturieren und andere Entscheidungen zu treffen, als wie ich es tat. Ich bin kein Studierter und komme auch nicht aus einem wohlhabendem Elternhaus. Früher in meiner Jugend war ich das, was man heute abgehängtes Prekariat, oder vornehmer „Unterschicht“ nennt. Ich habe gelernt zu kämpfen und auch viel zu ertragen. In meiner beruflichen Laufbahn kam ich durch viele Facetten der Wirtschaft, vom Baugewerbe über Handwerk, vom Lagerarbeiter zum Büro. Des Weiteren opferte ich sieben Jahre meines bisher kurzen Lebens dem Staat als Zeitsoldat. Das Zusammenspiel vieler wirtschaftlicher Faktoren wurde mir bereits schnell klar, das einzige Problem, das ich in Deutschland erkenne, sind nicht die hohen Löhne, auch nicht die Konkurrenz aus dem Ausland. Es sind die vielen unübersichtlichen Auflagen und gesetzlichen Vorgaben, einen Betrieb zu führen. Viele bekannte Handelspartner von mir sind bereits ins Ausland abgewandert, sie operieren aus grenznahen Orten, bevorzugt wird da der Ostblock. Es ist einfacher z. B. in Polen eine Firma zu führen als in Deutschland, Waren werden oft von Deutschland exportiert und vertrieben, oft jedoch wieder importiert. Weil die geringen Kosten das zulassen. Es ist ein Irrglauben zu behaupten Deutschland geht es gut, und wenn sich nicht bald daran was ändert, wird, wie von Ihnen beschrieben, ein Supergau auf uns niederprasseln. Mittlerweile bin ich Jungunternehmer und beschäftige mich mit den Hürden der Gesetzgebung. Mein gelernter Beruf ist Verwaltungsfachangestellter und im Sommer werde ich eine Ausbildung zum staatl. geprüften Betriebswirt beginnen. An Sie gerichtet: Sie sind einer derjenigen, die das aussprechen, was viele Bevölkerungsteile wissen, es aber nicht ausdrücken können. Zunächst einmal möchte ich Ihnen zu Ihren Büchern gratulieren, sie sind eine Bereicherung für die interessierte Gesellschaft. Anfrage: In Ihrem oben genannten Buch schreiben Sie auf Seite 15, dass Deutschland in den Jahren 1995 – 2005 um 14% wuchs, dennoch wird auf Seite 16 in der Grafik ein Wachstum von 15,5 % angegeben. Mich würde jetzt interessieren, welche Daten richtig sind, oder ob ich einen Denkfehler mit den Zahlen habe. Vielleicht verstehe ich Sie auch nicht richtig. Ich würde mich über eine Antwort freuen, Hochachtungsvoll Andreas Nikolai
Sehr geehrter Herr Nikolai, vielen Dank für Ihre Frage, die leicht zu beantworten ist. Die Graphik bezieht sich auf Westdeutschland und zeigt für Ostdeutschland ein Wachstum von nur etwas über 9%. Der Mittelwert ist 14%. HWS
Sehr geehrter Herr Prof. Sinn, ...unerheblich der hier allenthalben so gern postulierten, angebotsorientierten Heils- und Märchenthesen, die im Irrglauben jetziger Zeit als volkswirtschaftliche Theorien sich so gut verkaufen können, stellvertretend sei hier Ihre literarische Basarökonomie genannt, möchte ich Ihnen die ungeschminkte bundesrepublikanische Arbeitswelt einmal näher bringen. Also, erstens ich arbeite, dafür bekomme ich Geld. Leider bekomme ich dafür weniger Geld, als die Produkte einbringen, die ja letztendlich wesentlich von mir (mit)produziert wurden. Vom einem nicht unerheblichen Rest kauft sich mein Arbeitgeber, gierig möchte ich ihn deswegen nicht nennen, A: seinen Luxus; B:neue Fabriken und wenn es gut geht, was selten genug vorkommt, noch mehr Arbeiter. Darüber hinaus kauft er sich auch Medien, welche mir Tag für Tag erklären wollen, warum auch für mich das Beste ist, wenn ich für weniger Geld noch mehr arbeite. Er kauft sich davon auch Politiker, die mich ob ich das nun verstehe oder nicht, durch Gesetze dazu zwingen, für noch weniger Geld mehr zu arbeiten. All diese Leute fragen hinterher, warum ich von dem Geld, das ich dann nicht mehr habe, die Produkte, die ich dann mehr produziere, nicht kaufe. Schließlich bleibt mein Arbeitgeber auf seinen vielen Produkten, die ich ihm hergestellt habe, sitzen und teilt mir, unter großem Bedauern natürlich – mit, daß er mich nicht mehr braucht. Kurz danach beschimpfen er und seine vom Erlös, der von mir und meinesgleichen hergestellten Produkte gekauften Meinungsbildner mich als faul und was dem Zeitgeist näher liegt, zu einem Sozialschmarotzer, nehmen mir, was ich von meinem Lohn erspart hatte, wieder weg, treiben mich und meine Familie in die Armut und der anderen Nettigkeiten mehr. -Aber ich verstehe das. - Schließlich muß mein Chef ja mit seinem nun geringerem "Einkommen" weiterhin sein Auskommen finden. Wie ich es schon beschrieb, ich verstehe es, daß muß scheinbar so sein muß, vielleicht ist es sogar gottgewollt, getreu dem Motto, was schert es dem sayschem Theorem das dessen Klientel aus Fleisch und Blut ist. Das hier Geschilderte erinnert mich an meine Jugend als ich einst irgendwann Charles Dickens las, heute darf ich es erleben.
Sehr geehrter Herr Nutz, es beeindruckt mich zu hören, wie Sie die Dinge empfinden. Ich verstehe Ihre Aussagen letztlich als Kritik an der ungerechten Einkommensverteilung, die die Marktwirtschaft herbeiführt. Ich teile diese Kritik. Gerade deshalb geht es mir darum, Wege zu finden, das marktwirtschaftliche Verteilungsergebnis zu korrigieren. Mein Plädoyer für eine Mindesteinkommenssicherung ist so zu verstehen. Ich hoffe, Sie nehmen mir das ab. Nur in einem Punkte machen Sie einen logischen Fehler: indem Sie unterstellen, ihr Konsum würde gebraucht. Der Reiche wird natürlich gerade dadurch reich, dass er die Verfügungsgewalt über die Güter hat, die Sie gerne hätten. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Sinn, mit großer Aufmerksamkeit habe ich ihr Buch "Die Basarökonomie" gelesen und viele ihrer TV-Auftritte und Vorträge verfolgt. Denn mich beschäftigt schon seit Jahren die eine Frage: Welche Ursache hat die Entstehung struktureller Arbeitslosigkeit? Ihr Vorschlag, die "Aktivierende Sozialhilfe" oder eine Art Kombi-Lohn wäre nach ihrer Analyse ja nun die beste Lösung, ich bin ganz bei Ihnen. Doch es gibt eine Analyse, die mich seit einigen Jahren ebenfalls beschäftigt. Nämlich die, dass der Faktor Arbeit durch einen anderen Produktionsfaktor als das Kapital ersetzt wird. In der VWL nicht anerkannt, doch unter einigen Mathematikern gefordert, soll dieser PF die Energie sein. Ist gibt ökonometrische Untersuchungen die ergeben, dass der Anteil der Arbeitskosten an den gesamten Faktorkosten bei 65% liegt, der der Energiekosten bei nur etwa 5%. Aber die Produktionselastizität bzw. -mächtigkeit, wo also (prozentuale) Veränderungen im Einsatz der einzelnen Faktoren auf die gesamte Wertschöpfung durchschlagen, liegen bei der Arbeit jedoch bei ca. 12% und bei der Energie bei ca. 50%. Das ist zwar noch Branchenspezifisch zu trennen, doch grundsätzliche Ergebnisse zeigen diese empirischen Tatsachen. Einige andere Argumente konnte ich durch Ihre Analyse widerlegen, doch dieses nicht. Wenn es also wirklich einen PF Energie geben würde ist die Lösung die Fortsetzung der ökologischen Steuerreform. In Ihrem Buch schließen sie dieses Thema ab, indem Sie sagen, wenn das stimme, müsste die Arbeitslosenquote der gering Qualifizierten in allen westlichen Industrieländern zu beobachten sein, nicht nur in Deutschland. Schließlich findet der technische Fortschritt nicht nur bei uns statt. Andererseits frage ich mich, ob die Jungs vom Solarförderverein und Ökosteuer-Vertreter inkl. Dr. rer. nat. Jürgen Grahl (mit dem ich in Kontakt stehe) nicht auch die selben ökonometrischen Untersuchungen machen könnten OHNE den Faktor Energie, sondern diesen im Faktor Kapital implizieren. Dann würde Ihre These wieder stimmen. Ist es wirklich die zunehmende Automatisierung oder sind es allein die int. konkurrienden Arbeitskosten, oder gibt es noch andere Prozesse, die zur Steigerung der strukturellen Arbeitslosigkeit führen?
Sehr geehrter Herr Wilde, das Staatsbudget mit Energiesteuern statt mit Steuern auf den Faktor Arbeit zu finanzieren, macht aus zwei Gründen wenig Sinn. 1. Energiesteuern verteuern die Energie in Deutschland und reduzieren die deutsche Nachfrage nach Energie auf den Weltmärkten, was den Weltmarktpreis drückt. Das hat zwei Konsequenzen. Einerseits werden andere Länder veranlasst, mehr Energie zu konsumieren. Die Amis fahren also mehr SUVs. Andererseits könnten die Ölscheichs weniger Öl fördern. Ob letzteres einsetzt ist unklar, denn wenn sie heute weniger Öl fördern, müssen sie morgen mehr fördern. Das aber würden sie nur akzeptieren, wenn sie erwarten könnten, dass der Ölpreis durch die deutsche Politik morgen wieder steigt. Das ginge nur, wenn wir eine Steuer mit fallendem Satz ankündigen. Wenn die Scheichs glauben, dass die Steuer heute und morgen (und immer) höher ist, als es sonst der Fall gewesen wäre, werden sie heute nicht weniger extrahieren als sonst auch. Folglich bleibt es beim ersten Effekt. Wir subventionieren die amerikanischen Großverbraucher, indem wir unsere Nachfrage auf den Weltmärkten künstlich beschränken. Davon haben wir nichts, die Umwelt hat nichts davon, nur die Amerikaner werden reicher. 2. Bei der Produktionselastizität müssen Sie die sogenannte partielle Produktionselastizität nehmen, die angibt, um wieviel Prozent das Sozialprodukt steigt, wenn der Energieeinsatz um ein Prozent zunimmt. Diese Elastizität ist nicht gleich 50%, sondern entspricht dem Faktoranteil der Energie, also den von Ihnen zitierten 5%. Das kann man so erklären: Der Faktoranteil der Energie am Sozialprodukt ist definiert als die Gesamtausgaben für diese Energie geteilt durch das Sozialprodukt. Teilen Sie im Zähler und Nenner durch die Menge an Energie, die verbraucht wird, haben Sie immer noch den Faktoranteil. Im Zähler steht dann aber der Preis pro Mengeneinheit Energie. Wenn die Firmen die Energie gewinnmaximal einsetzen, werden sie so viel davon kaufen, dass die letzte Einheit Energie ihnen so viel zusätzliche Wertschöpfung beschert (gegeben den Einsatz der anderen Produktionsfaktoren), wie sie kostet. Damit ist das sogenannte Wertgrenzprodukt des Energieeinsatzes also gleich dem Energiepreis. Da der Quotient des Wertgrenzproduktes und des Sozialprodukts pro Energieeinheit die partielle Produktionselastizität des Energieeinsatzes ist, muss diese Produktionselastizität dem Faktoranteil offenbar gleich sein. Ungeachtet dieser Erwägung zeigt der geringe Faktoranteil der Energie bereits für sich genommen, dass die Besteuerung der Energie nur ein minimales Steueraufkommen bringen kann. Selbst wenn der Staat die Steuer auf 100% des Energiepreises setzen würde, erhielte er doch nur 5% des Sozialprodukts. Er muss unter heutigen Verhältnissen aber fast 50% kriegen, um sein Budget zu finanzieren. Mit freundlichem Gruß Ihr Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Professor Sinn, als ehemaliger Student der Volkswirtschaftslehre an der LMU München (Abschluß 2004) sind Sie für mich nicht nur jemand, den ich aus den Medien kenne. Ich hatte das große Privileg Sie auch in natura als großartigen Dozenten zu erleben. Mit großer Aufmerksamkeit und Begeisterung habe ich natürlich auch Ihre Bücher „Ist Deutschland noch zu retten“ sowie die „Basar-Ökonomie“ gelesen. Wenn ich mich mit ehemaligen Kommilitonen heute noch treffe und wir uns an die Studienzeit zurückerinnern, dann denken wir alle gern an Ihre Vorlesungen zurück. Ihre Inhalte sowie Ihre Art und Weise zu unterrichten ist ein häufiges Thema bei uns. So habe ich in Gesprächen mit meinen Kommilitonen entdeckt, dass ein gewisses Schwärmen für die Person "Professor Sinn" vorhanden ist, das wir auch in unsere Familien- und Freundeskreise, sowie in unser Arbeitsumfeld tragen. Mit Freude entdeckte ich nun, dass Ihre Bücher auch als Hörbücher zu erwerben sind und empfand dies sofort als ideales Weihnachtsgeschenk für mehrere Freunde um ihnen „meinen Professor Sinn“, von dem ich ihnen schon so oft erzählt hatte, näher zu bringen. Einen großen Vorteil empfand ich in der Vorstellung Sie original sprechen zu hören, denn Ihre Stimme enthält auch Ihre Leidenschaft, Ihre Motivation und Ihre Überzeugung. Jedoch habe ich in der Hörprobe festgestellt, dass leider ein anderer Sprecher das Buch vorträgt. Im Namen mehrerer Kommilitonen möchte ich unser großes Bedauern, ja unsere große Enttäuschung diesbezüglich ausdrücken. Vielleicht werden Sie ja in Zukunft Ihre Bücher auch im Hörbuch selbst vortragen. Wir würden dies überaus zu schätzen wissen. Mit den besten Grüßen, Ihre ehemaligen VWL-Studenten vom Jahrgang 2004
Liebe Studenten, vielen Dank für Ihren Hinweis. Darauf werde ich achten, sollte es noch mal zu einem Hörbuch kommen. Leider habe ich beim Verlagsvertrag kaum an das Thema Hörbuch gedacht, so dass ich jetzt keinen Einfluss auf den Gang der Dinge mehr habe. Mit freundlichem Gruß Ihr Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Sinn, ich heiße Andre Lishchuk und studiere VWL in Bamberg. Zufällig hab ich Ihr Buch "Die Basar-Ökonomie" in die Hände bekommen. Ich finde, es ist sehr leserefreundlich und anschaulich geschrieben, so daß es auch für interessierte Nicht-Ökonomen geignet ist, was vermutlich auch eines Ihrer Ziele war. Ich bin aber der Meinung, einen "Widerspruch" in Ihrer Argumentation gefunden zu haben. Auf der Seite 45 schreiben Sie :"Deutsche Spareinlagen finden nun ihren Weg in abgelegene ......Regionen der Eurozone....Für die deutschen Arbeitnehmer jedoch,die ebenfalls gern mit diesem Kapital gearbeitet hätten, ist dies kein Vorteil, sondern ein Nachteil." Aber auf der Seite 39 führen Sie aus, daß das Problem des BIP-Wachstums in Deutschland auch daran liegt, daß die hohen Sparsummen (10.6 % Sparquote) wegen schlechter Standortfaktoren nicht investiert wurden. Wenn man also die deutschen Spareinlagen in Deutschland nicht investieren konnte bzw. wollte, dann kann es doch kein Nachteil für deutsche Arbeitnehmer sein, wenn diese Sparsumme in anderen europ. Ländern investiert werden. Es ist einleuchtend, daß es für das deutsche BIP-Wachstum schlecht ist. Aber:"...die ebenfalls mit diesem Kapital gearbeitet hätten" - sie hätten doch damit arbeiten können, aber sie wollten nicht (schlechte Standortfaktoren etc.) Ich hoffe, ich konnte mein Problem verständlich erläutern und würde mich freuen, wenn Sie mir zu antworten könnten. Es ist mir klar, daß Sie ein sehr beschäftigter Mann sind und höchstwahrscheinlich nicht die Zeit haben, auf jede e-mail zu antworten. MfG Andre Lishchuk
Sehr geehrter Herr Lishchuk, haben Sie vielen Dank für Ihre Stellungnahme. Der Grund dafür, dass das Kapital im Ausland investiert wurde, ist nicht, dass die Arbeiter nicht "wollten" in diesem abstrakten Sinne. Die Arbeiter wollten eigentlich schon arbeiten, angesichts der Lohnersatzleistungen, die sie verloren hätten, allerdings nicht zu dem niedrigen Lohn, zu dem die Arbeitgeber bereit gewesen wären, in Deutschland zu investieren und Arbeitsplätze zu schaffen. Eine andere Organisation des Sozialsystems (Aktivierende Sozialhilfe) hätte die Arbeiter sehr wohl veranlasst, zu solchen Löhnen Arbeit zu suchen. Mit freundlichem Gruß Ihr Hans-Werner Sinn
Empirische Daten zur Theorie der Basarökonomie: Lieber Herr Sinn, ich habe versucht Ihre Argumente nachzuvollziehen. Dabei stieß ich auf eine Statistik des Bundes bezüglich der Roh- und Stahlerzeugung. Die erzeugte Menge ist in den letzten 20 Jahren gleich geblieben. Gleich geblieben sind im wesentlichen auch die Ausfuhrquoten von Vorprodukten dieser Branche. Ich verstehe Ihre Theorie nicht, wenn Sie Recht hätten, müßte dann nicht die Produktionsmenge gesunken sein? Oder die Exportquote gestiegen sein? Mit freundlichen Grüßen Rolf Hantke
Sehr geehrter Herr Hantke, Sie beziehen sich auf die These von Prof. Sinn zur Basar-Ökonomie und behaupten, dass diese These für den Sektor "Roh- und Stahlerzeugung" nicht gelten würde. Einen solchen Sektor gibt es in der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2003, des Statistischen Bundesamtes nicht. Die Erzeugung von Roheisen und Stahl, die Sie offenbar meinen, ist Teil des Sektors "Metallerzeugung und -bearbeitung". Für letztgenannten Sektor liegen Daten aus der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung des Statistischen Bundesamtes vor (Fachserie 18 S.26 und Fachserie 18 Reihe 1.4). Auch bei diesem Sektor ist die Fertigungstiefe seit 1991 gesunken. Der Anteil des Bruttowertschöpfung am Produktionswert dieses Sektors ist seit 1991 von 32,6% auf 28,7% gefallen. Entsprechend sind die Vorleistungen angestiegen. In Prof. Sinns Buch zur Basar-Ökonomie (Econ Verlag 2005) finden Sie auf Seite 100 eine grafische Darstellung der Fertigungstiefe für verschiedene Sektoren der deutschen Volkswirtschaft, u.a. für "Metallerzeugung und -bearbeitung, Herstellung von Metallerzeugnissen" im Zeitraum 1970 bis 2002. Auch in dieser Abgrenzung, die (im Vergleich zur oben verwendeten Definition) noch die "Herstellung von Metallerzeugnissen" enthält, hat sich die Fertigungstiefe zwischen 1970 und 2002 von 38,5% auf 37,5% veringert. Die Aussage über den Rückgang der Fertigungstiefe in der deutschen Industrie ist eine Durchschnittsaussage, die für die einzelnen Sektoren in unterschiedlichem Ausmaß gilt. Sie gilt jedenfalls, wie die Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, für den Sektor "Metallerzeugung und -bearbeitung, Herstellung von Metallerzeugnissen" und für den Teilsektor "Herstellung von Metallerzeugnissen". Abbildung 8.1 (Seite 107) belegt, dass die Zunahme der Vorleistungen in der deutschen Industrie in erheblichem Maße ein Anstieg der importierten Vorleistungen ist. Damit ist die These von der Basar-Ökonomie bestätigt. Mit freundlichen Grüßen Dr. Robert Koll Persönlicher Berater des Präsidenten
Guten Tag Herr Sinn, als wachsamer Student habe ich die polit./ wirtschaftl. Entwicklungen unseres Landes in den letzten Jahren engagiert mitverfolgt. Mit Ihrem Buch "Basarökonomie" haben Sie mir, wie so vielen anderen, die Augen geöffnet, dafür ein größes DANKESCHÖN! Sie erwähnen in Ihrem Buch kurz das Thema Ostdeutschland. Als Grund, warum die ostdeutsche Konjunktur nicht anspringt, nennen sie ein fehlende Infrastruktur sowie fehlende Kapitalreserven ostdeutscher Unternehmen. Das gleiche könnte meiner Meinung nach auch für osteuropäische Länder zutreffen. Allerdings blüht, wie in Ihrem Buch gezeigt, dort die Konjunktur infolge hoher Investitionen. Gibt es für diese Entwicklung noch weitere Punkte? Kann man sagen, Ostdeutschland ist im besonderen Maße ein Verliehrer in Bezug auf die EU-Osterweiterung? Ostdeutsche Löhne sind im gesamtdeutschen Vergleich niedrig, sind sie aber gegenüber den östeuropäischen trotzdem viel zu hoch? Wie sehen Sie die kommende Entwicklung in den neuen Bundesländer? Vielen Dank, Carsten Titze
Sehr geehrter Herr Titze, die Entwicklung der ostdeutschen Wirtschaft wird im Wesentlichen durch die zu hohen Arbeitskosten behindert. Zwar haben viele ostdeutsche Unternehmen darauf reagiert, indem sie die Tarifbindung aufgegeben haben. Dennoch reicht das nicht. Die ostdeutschen Arbeitskosten sind zwar niedriger als die westdeutschen, aber um ein Vielfaches höher als in Osteuropa oder gar in China. Man streubt sich, die wirtschaftlichen Konsequenzen der Globalisierung anzunehmen. Viele ostdeutsche Bundesländer leiden immer noch unter eine Überbesetzung im öffentlichen Dienst, die neben anderem zu den bekannten Problemen der öffentlichen Haushalte führt. Man hat sich zu sehr auf die Unterstützung durch den Westen eingerichtet. Der Freistaat Sachsen hat bewiesen, dass man auch anders erfolgreich sein kann. Dennoch hat es in den letzten Jahren eine Reihe von wichtigen privaten erfolgreichen Investitionsprojekten gegeben, die allmählich die Qualität des ostdeutschen Kapitalstocks verbessern und ihn gegenüber dem westdeutschen Kapitalstock wettbewerbsfähiger machen. Allerdings reicht ihre Anzahl noch nicht aus, um die Verhältnisse auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt zum Besseren zu wenden. Mit freundlichen Grüßen Dr. Robert Koll Persönlicher Berater des Präsidenten
Sehr geehrter Herr Prof. Sinn, im Rahmen einer Hausarbeit habe ich mich intensiv mit ihrer These der Basar-Ökonomie sowie deren Kritiken auseinander gesetzt. Die Strukturprobleme der deutschen Wirtschaft sind so gravierend, dass mir die Forderungen ihrer Kritiker nach höheren statt niedrigeren Löhnen unverständlich sind. Dennoch habe ich auch Probleme zu verstehen, wieso Sie bei der Diskussion der deutschen Strukturprobleme sowie deren Lösungen auf den Basar-Effekt zurückgreifen. Erstens können Sie schwer beweisen, dass Deutschland stärker von dem Basar-Effekt betroffen ist als andere Länder. Dies liegt u.a. daran, dass Sie selbst kein Maß benennen, an dem sich dies messen läßt. Sie behaupten zwar, dass die deutsche Industrie aufgrund ihrer Größe ein höheres Eigenleistungsniveau aufweisen muss, benennen aber nicht um wie viel höher das Niveau im Vergleich zu den Industrien anderer Länder liegen müsste. Zudem sprechen auch die neuesten Daten des Statistischen Bundesamtes vom 30.05.2006 gegen den von Ihnen definierten Basar-Effekt. Zweitens sehe ich nicht, welchen klärenden Beitrag die Betrachtung des Basar-Effekts für die aktuelle Diskussion liefert. Reduziert man den Basar-Effekt auf ein spezielles Phänomen der Globalisierung, das in Deutschland nicht sonderlich stärker ausgeprägt ist als in anderen Staaten, muss man überraschender Weise feststellen, dass Ihre Darstellung der wirtschaftlichen Probleme in Deutschland sowie die Folgen der zunehmenden Globalisierung kaum an Erklärungskraft einbüßen. Deutet man den Basar-Effekt als spezielles Phänomen der Globalisierung, kann ihre Bewertung der Folgen für Deutschland exakt übernommen werden. Die Argumentation, dass die deutsche Wettbewerbsfähigkeit weder anhand des Anstiegs der exportinduzierten Wertschöpfung noch anhand eines steigenden Außenbeitrags gemessen werden kann, kommt auch ohne Bezug auf den Basar-Effekt aus. Selbst die These des pathologischen Exportbooms, kann den Zusammenhang zwischen fixen Löhnen, hoher Arbeitslosigkeit und hohen Exporten ohne Bezug auf den Basar-Effekt erklären. Dieser kommt nur verstärkend hinzu, da er die Außenhandelsstatistiken weiter verzerrt und somit das Erkenntnisproblem verschärft. Da die restliche Argumentation durch diese Interpretation nicht an Erklärungswert verliert, folgt daraus, dass der Erklärungswert des Basar-Effekts für die wirtschaftlichen Probleme in Deutschland nahe Null sein muss. Das ist die erschreckende Erkenntnis, die sich bei mir nach mehrmaligem Durchlesen Ihres Buches zur Basar-Ökonomie eingestellt hat. Falls Sie die Zeit haben, können Sie die genauere Argumentation in meiner Hausarbeit unter der Adresse http://www.e-niversity.com/uni/Hausarbeiten/Basar.pdf nachlesen. Ich freue mich über jegliche Kritik und Anmerkungen, die meine eventuelle Fehlinterpretation ihrer These richtigstellen können. Mit freundlichen Grüßen Tim Tiefenbach
Sehr geehrter Herr Tiefenbach, erlauben Sie mir, an Prof. Sinns Stelle zu antworten. Zur ersten Aussage in Ihrer Mail, Prof. Sinn könne "schwer beweisen, dass Deutschland stärker von dem Basar-Effekt betroffen ist als andere Länder". Kapitel 9 des Basar-Buches bringt doch Nachweise, warum Deutschland stärker vom Basar-Effekt betroffen ist als andere Länder. Das pure Übersehen der Nachweise führt nicht weiter. Ferner sprechen Ihrer Meinung nach die Daten der Pressemitteilung "Jeder Fünfte in Deutschland arbeitet für den Export" des Statistischen Bundesamtes vom 30. Mai 2006 gegen den Basar-Effekt. Einen solchen Widerspruch sehe ich nicht. Das Statistische Bundesamt findet doch heraus, dass sich der Anteil der exportinduzierten Importe zwischen 1995 und 2005 von 30,3% auf 39,6% erhöht hat, man also in Richtung des Basar-Effektes geht. Sinn argumentiert im Grunde ebenfalls gesamtwirtschaftlich. Zunächst konzentriert sich auf die wegen des Basar-Effektes schwindende Fertigungstiefe der Industrie, ein Vorgang, der wegen des starren deutschen Arbeitsmarktes im Übermaß erfolgt. Die von der Industrie freigesetzten Arbeitnehmer werden jedoch von den übrigen Sektoren, wiederum wegen der starren deutschen Arbeitsmarktregelungen, nicht aufgenommen, so dass es insgesamt zu einem negativen Ergebnis für die deutschen Arbeitnehmer kommt. Ihre zweite Aussage, die Einführung des Begriffs "Basar-Effekt" trage nichts zur Erklärung der deutschen Entwicklung bei. Richtig ist, dass man den Weg in die Basar-Ökonomie auch in anderen Ländern beobachten kann. Es trifft auch zu, dass die deutsche Wirtschaft mit der Entwicklung zur Basar-Ökonomie wahrscheinlich wegen der Nähe zu Osteuropa gut fährt. Das typisch deutsche Problem besteht jedoch darin, dass wegen des starren Arbeitsmarktes die Entwicklung zur Basar-Ökonomie in Deutschland überzogen wird, zum Schaden der deutschen Arbeitnehmer, die so zu den Verlierern der Globalisierung werden. An Hand des Basar-Effektes wird nochmals verdeutlicht, wie volkswirtschaftlich abträglich der starre deutsche Arbeitsmarkt ist. Die Kommentierung Ihrer Hausarbeit "Der Umweg über den Basar" möchte ich dem zuständigen Bayreuther Lehrstuhl überlassen. Mit freundlichen Grüßen Dr. Robert Koll Persönlicher Berater des Präsidenten
Hallo, ich fand sowohl "Basarökonomie" als auch "Ist Deutschland noch zu retten" sehr interessant, gut verständlich und ausführlich geschrieben. Ich bin ebenfalls der Auffassung, dass Fehlsteuerungen des Sozialstaates zu der heutigen Problemsituation beigetragen haben. Allerdings kommt ein Aspekt zu kurz: Hartz IV bzw. die frühere Sozialhilfe haben sich ja am Existenzminimum, also an den Lebenshaltungskosten orientiert. Es ist nachvollziehbar, die verdrängende Rolle des Sozialstaates am Arbeitsmarkt und die hohen Lohnkosten zu kritisieren. Mich würde aber auch ein Vergleich der Kaufkraft interessieren. Mit freundlichen Grüßen Markus Heiden
Sehr geehrter Herr Heiden, der ifo-Vorschlag der Aktivierenden Sozialhilfe ist so austariert, dass die Kaufkraft der Bedürftigen nicht geringer ausfällt als im alten System. Der leitende Gedanke dabei ist, die Menschen zum Mitmachen zu bewegen, damit sie genügend Kaufkraft haben. Wenn im System der Aktivierenden Sozialhilfe ein bedürftiger Sozialhilfeempfänger sich entschließt, eine Halbtagsstelle im ersten Arbeitsmarkt anzunehmen, dann soll er letztendlich so viel haben wie ein heutiger Alg II-Empfänger, der nicht arbeitet. Allerdings erhält er verbesserte Möglichkeiten, seine Kaufkraft durch Mehrarbeit zu steigern, da ihm von seinem Arbeitslohn weniger auf die Sozialhilfe angerechnet wird. Wenn im System der Aktivierenden Sozialhilfe ein arbeitsfähiger Sozialhilfeempfänger nicht arbeitet, wird er als nicht bedürftig angesehen und die Sozialhilfe entsprechend gekürzt. Zu den Details des ifo-Vorschlags der Aktivierenden Sozialhilfe verweise ich auf den Aufsatz "Aktivierende Sozialhilfe 2006: Das Kombilohn-Modell des ifo Instituts", ifo Schnelldienst 59, Nr. 2, 2006, S. 6-27. Mit freundlichen Grüßen Dr. Robert Koll Persönlicher Berater des Präsidenten
Sehr geehrter Professor Sinn, vor einem Jahr habe ich Ihnen schon eine Email geschrieben und Ihnen für das Buch "Ist Deutschland noch zu retten" dankte. Mit dem damaligen Buch haben Sie mir die Augen geöffnet! Nun stehe ich kurz vor dem Abschluss meines Studiums der Volkswirtschaftslehre (im Sommer bekomme ich meine Diplom) und ich habe auch ihr neues Buch "Die Basar-Ökonomie" gelesen. Auch in diesem Buch sprechen Sie viele Themen richtig an und ich war begeistert. Meine Gedanken drehen sich, seit dem Lesen dieses Buches, um die Wirkungen der Demographieentwicklung in Deutschland auf den von Ihnen korrekt beschriebenen Basareffekt! Herr Professor Sinn ich möchte Sie in Ihrer Arbeit bestärken, auch wenn ich erst in den Kinderschuhen der Volkswirtschaftslehre bin. Mit freundlichen Grüßen Jan Ortmann
Sehr geehrter Herr Ortmann, vielen Dank für die Nachricht. Es freut mich, wenn Ihnen meine Bücher gefallen. Ihr Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Sinn, in der letzten Zeit hört man ja relativ viel von Ihnen; ich habe auch Ihr Buch Basarökononmie gelesen. Nach 10% des Textes war klar, dass Sie mit Ihren Anschauungen grundsätzlich recht haben. Ich bin zwar kein Ökonom, sondern Dipl.-Phys., kann dies aber glaube ich im Großen und Ganzen auch beurteilen. Nun lese ich aber in einem Focus-Interview im Internet, dass Sie sich für die 44-Std-Woche einsetzen. Tun Sie das nur, weil Sie wissen, dass Lohnkürzungen hierzulande nur über Arbeitszeitverlängerungen "verkauft" werden können oder glauben Sie das wirklich? Ich halte es für wesentlich sinnvoller, die Arbeitszeiten nicht zu verlängern, aber die Löhne entsprechend zu kürzen, so dass ein Unternehmer die gleichen Kosten hat, aber mehr Leute einstellen muss. Es gibt durchaus auch Bereiche in der Gesellschaft, wo ein fixer "Arbeitskuchen" vorhanden ist, der bei geringerer Arbeitszeit mehr Leute beschäftigt. Etwa bei Lehrern oder sonstigen Dienstleistungen, die nicht ins Ausland verlagert werden können. Das Argument, dass über die Mehrarbeit mehr Produktion erfolgt, die andere Unternehmen und Konsumenten dann nutzen ist meines Erachtens nicht nachvollziehbar. Wir leben in einem Weltmarkt. Ob deutsche Unternehmen nun etwas mehr oder weniger produzieren: Die weltweite Nachfrage wird sich dadurch nicht ändern. Eines wollte ich Ihnen als Anregung bezüglich der derzeit diskutierten Mindestlöhne noch sagen, weil ich die folgende Argumentation noch nie öffentlich gehört habe. Die Gewerkschaften fordern ja viel zu hohe Mindestlöhne, angeblich aus Gerechtigkeitsgründen. Tatsache ist, dass Leuten , die Unterhalt (z. B. wegen Scheidung) zahlen müssen im allgemeinen nur ein Selbstbehalt von 840€ oder inzwischen wielleicht 890€ zugestanden wird. Das betrifft auch sehr viele gut qualifizierte Leute, die durch ihre Arbeit Wesentliches für diese Gesellschaft leisten, jedenfalls mehr als Geringqualifizierte, die einen hohen Mindestlohn wollen. ES kann meines Erachtens nicht sein, dass Bezieher eines Mindestlohns unter dem Strich mehr Geld erhalten als gut und hoch qualifizierte. Genau dies ist aber mit einer Forderung von z. B. 7,50€ Mindestlohn verbunden. Vielleicht können Sie ja dieses Argument verwenden. Abgesehen davon noch ein Argument für die Arbeitslosigkeit: Das Unterhaltsrecht funktioniert immer noch wie vor 20 Jahren. Jeder, der Unterhalt zahlen muss, wird versuchen so wenig wie möglich zu arbeiten, weil er sonst im Wesentlichen nur für den Unterhalt arbeitet und selbst nichts davon hat. Dies betrifft vermutlich einen ganz erheblichen Teil der Bevölkerung. Wieso ist dies überhaupt kein Thema? Ich würde mich freuen eine Antwort zu erhalten. Mit freundlichen Grüßen Werner Gans
Sehr geehrter Herr Gans, vielen Dank für den Brief. Hier meine Antworten, der Kürze halber im Telegrammstil. 1. Ich habe nie die 44 Stunden propagiert. Der Focus hat das schon einmal behauptet, und es wurde schon einmal dementiert. Mein Vorschlag ist und bleibt 42 Stunden. 2. Ja, es gibt natürlich Bereiche mit festem Arbeitskuchen. Meine Aussage bezieht sich aber stets auf die Gesamtwirtschaft. Im konkreten Fall mag der Arbeitskurchen beim Staat tatsächlich konstant sein. Aber: wenn dort mehr gearbeitet wird, kann der Staat Gehälter sparen und dann die Steuern senken oder die Transfers an die Bevölkerung erhöhen. Es steigt die Nachfrage nach Arbeit anderswo in der Wirtschaft. Der Arbeitskuchen steigt. 3. Internationalität hilft nicht. Erster Fall: Nachfrage wird weltweit definiert, weil das produzierte Gut international gehandelt ist. In diesem Fall kann das einzelne kleine Land schon durch geringe Preissenkungen beliebig viel Nachfrage ins eigene Land lenken. Arbeitszeitverlängerungen ohne Lohnausgleich ermöglichen Preissenkungen und genau diesen Effekt. Zeiter Fall: Nachfrage wird national definiert, weil das produzierte Gut lokaler Natur ist. Mehreinkommen bei den Unternehmern aufgrund der Mehrproduktion ohne Lohnausgleich führt zu Mehrnachfrage, die nicht auf den Weltmärkten verpufft, sondern im Inland bleibt. Sie sehen: In beiden Fällen (und natürlich auch beliebigen Mischfällen) ist der Arbeitskuchen nicht konstant. 4. Vielen Dank für den Hinweis auf die Selbstbehalte bei Unterhaltspflichtigen. Sie entsprechen in der Tat einem niedrigeren Lohn als 7,50 Euro. Gutes Argument! Mit freundlichem Gruß Ihr Hans-Werner Sinn
(Reaktion auf eig. Beitrag vom 16.1.06, Anm. des Moderators)Sehr geehrter Herr Professor Sinn, ich bedanke mich für Ihre Antwort aus der ich zu 1. etwas gelernt habe. zu 2. bin ich unverändert anderer Auffassung. Die Gesamtkosten eines Arbeitgebers für einen Arbeitsplatz bemessen sich NICHT nur durch Addition gesetzlicher Abgaben zum Lohn. Zu den Nebenkosten gehören, will man betriebswirtschaftlich korrekt rechnen, die für den Arbeitgeber ja auch tatsächlich anfallenden zusätzlchen Kosten. Da reicht eine Betrachtung der 155 Stunden/ Monat nicht aus, wenn tatsächlich der Arbeitnehmer, bei 6 Wochen Urlaub / Jahr , also (155 + 77,5 Stunden) in der Sonne liegt, während der Arbeitgeber den Lohn für diese 6 Wochen dennoch überweisen muß ohne eine entsprechende Gegenleistung (Arbeitsergebnisse) zu bekommen. Das Gleiche gilt für Krankheitstage und ggf. Ausbildungstage. Auch kann man m.E.die Tatsache zusätzlicher Kosten durch Urlaubs-und Weihnachtsgeld nicht dadurch wegdiskutieren, daß einzelne Arbeitnehmer inzwischen darauf keinen Anspruch mehr haben. Tatsache ist, daß mE. die Mehrzahl der gewerblichen Arbeitnehmer unverändert diesen Anspruch haben -- müßte man ja feststellen können -- und deshalb diese weiteren Nebenkosten in der Rechnung zu berücksichtigen wären, wollte sie korrekt sein. Ich würde mir für Ihr Buch, aber auch um der korrekten Darstellung der tatsächlichen Verhältnisse seh wünschen, das dies betriebswirtschaftlich korrekt dargestellt würde. Mit freundlichen Grüßen Volker Kulessa
Sehr geehrter Herr Kulessa, im Grundsatz haben Sie völlig Recht. Deswegen werden im Buch ja auch die gesamten Lohnkosten einschließlich aller Zusatzkosten (wie z.B. Entlohnung für Urlaub und Feiertage, Sonderzahlungen, Naturalleistungen, Sozialbeiträge und sonstige Aufwendungen sozialer Art) für den Wirtschaftsbereich Industrie - auf Stundenbasis umgerechnet und im Vergleich mit anderen Ländern - unter den Gegebenheiten des Jahres 2004 in der Abbildung 4.1 "Arbeitskosten je Stunde" dargestellt. Das Thema bei dem angesprochenen Zahlenbeispiel ist aber ein anderes: Es soll gewissermaßen die Unstimmigkeiten des deutschen Steuer-Transfer-Systems mit einerseits hohen Lohnersatzleistungen und andererseits starkem Transferentzug und hohen Abgaben auf den Lohn schlaglichtartig aus zwei Blickwinkeln beleuchten. Für den gewählten beispielhaften Fall, dass ein verheirateter Arbeitslosengeld-II-Empfänger mit zwei Kindern eine Arbeit aufnehmen möchte, wird der effektive Lohn aus Sicht des potentiellen Arbeitnehmers den effektiven Lohnkosten aus Sicht des potentiellen Arbeitgebers gegenübergestellt. Um das Ausmaß der zu erwartenden Arbeitskosten pro Stunde für den Arbeitgeber deutlich zu machen, ist es dabei nicht nötig, die durchschnittlichen Zusatzkosten für die schon bestehenden Arbeitsverhältnisse widerzuspiegeln. Es genügt in diesem Modellfall voll und ganz die Berücksichtigung der gesetzlichen Zuschläge um die Größe des Problems aufzuzeigen: Der Arbeitnehmer erwartet sich ein Einkommen, das ihm effektiv (also verglichen mit der Transferzahlung) einen - aus seiner Sicht angemessenen - Stundenlohn von 5 Euro netto sichert. Auch wenn der zukünftige Arbeitgeber ihm keine über die gesetzlichen Pflichtbeiträge hinausgehenden Leistungen gewährt, entstehen dem Arbeitgeber dadurch - aus seiner Sicht unangemessen hohe - Lohnkosten, die mit mehr als 22 Euro je Stunde in einer Größenordnung liegen, wie sie in Schweden für einen Industriearbeiter im Durchschnitt anfallen. Dass unter diesen Rahmenbedingungen viel zu selten ein Arbeitsvertrag zustande kommt, sollte nicht überraschen. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Prof. Dr. Sinn. Ich studiere zurzeit Wirtschaftsingenieurwesen im 3. Semester, und habe mit sehr großem Interesse Ihre Bücher „Ist Deutschland noch zu retten“ und „Die Basarökonomie“ gelesen. Für die hervorragende Darstellung der akuten Probleme Deutschlands muss ich Ihnen ein großes Lob aussprechen. Die klare und sorgfältige Aufarbeitung der Fakten, und die ausführliche Erklärung eben dieser ist Ihnen sehr gut gelungen. Ich habe da allerdings eine Frage. Sie schreiben auf Seite 37, Zeile 5-11:“ Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts lag im Jahr 2004 mit nur 1,6% auf einem auch für Deutschland bescheidenen Niveau, das als noch unbefriedigender erscheint, wenn man berücksichtigt, dass von den 1,6% allein 0,5 Prozentpunkte auf einen Sondereffekt zurückzuführen waren: In diesem Jahr fielen deutlich weniger Feiertage auf das Wochenende als im Vorjahr.“ Ist der Sondereffekt nicht, dass deutlich mehr Feiertage auf ein Wochenende fielen als im Vorjahr? Im Jahr 2004 sind laut Kalender 4 Feiertage auf ein Wochenende gefallen (1. Mai, 3. Oktober, sowie 25. und 26. Dezember), 2003 nur einer (Allerheiligen am 1. November). Ich würde mich über eine Antwort Ihrerseits sehr freuen. Mit freundlichen Grüßen Andre Sondermann
Sehr geehrter Herr Sondermann, vielen Dank. Das ist ein Druckfehler, auf den ich schon von anderer Seite hingewiesen wurde. Er wird in der nächsten Auflage beseitigt. Mit freundlichem Gruß Ihr Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Professor Sinn Ihr Buch habe ich im Eiltempo gelesen, es hat mich enorm fasziniert. Ich gratuliere Ihnen zu diesem Wurf. Sie sind ein Meister in der Darstellung komplexer Zusammenhänge. Ich hoffe sehr, dass Ihre Azsführungen Gehör finden. Leider habe ich allerdings meine Skepsis. Vieles was die Deutschen in den letzten Jahren getan haben, ist für mich nicht nachvollziehbar.Ich befürchte, dass die Grosse Koalition nur deshalb von Vielen akzeptiert wird, weil sie den Reformstau nicht beseitigen will oder kann! Kurz zu mir: Ich habe Physik und Nationalökonomie studiert. Anschliessend auf dem Gebiet von Operations Research dissertiert. Ich war in verschiedenen Konzernen in der Konzernleitung tätig, engagierte mich in der FDP und bin heute mit Jahrgang 1939 zu 3/4 pensioniert. Nun zum Buch: Ihr Buch ist ein Hit!! Ich äussere mich nun nur zum Kapitel 15, Seite 201 ff: Mit Ihrem Grundgedanken bin ich vollständig einverstanden. Der Lohnersatz in Form von Frührente, Arbeitslosengeld und Sozialhilfe ist eine Fehlkonstruktion. Ihr Modell scheint mir jedoch doch zu einfach zu sein. warum? 1. Nicht alle können einen Job annehmen, auch wenn sie bereit sind zu einem Hungerlohn zu arbeiten. 2. Viele Arbeitnehmer lassen sich anstellen, sind jedoch am Job überhaupt nicht interessiert und nützen dem Arbeitgeber nichts oder nur wenig. Die Arbeitgeber die mitmachen werden enttäuscht! 3. Einige Arbeitgeber nützen die Situation aus, bieten Löhne an, die unter dem Marktlohn sind. Der Staat bezahlt die Differenz. dadurch entsteht eine Wettbewerbsverzerrung, welche ordnungspolitisch falsch ist. 4. Mit diesem System kommen Sie auch zum System des Mindestlohnes. Der Staat gleicht aus, je nach Höhe des Lohnes des Arbeitgebers. Sie haben erwähnt, dass das ifo Institut das Modell austariert hat. Das würde mich interessieren. Ich pflichte Ihnen absolut bei, der Kündigungsschutz muss vollständig umgekrempelt werden und die Macht der Gewerkschaften muss extrem zurück gestuft werden. Wenn es bei uns in der Schweiz mit unseren 3,7 % Arbeitslosen heute noch besser läuft, dann nur deshalb, weil die Forderungen von Sozialisten und Gewerkschaften von den Bürgerlichen und vom Volk nicht uni sono übernommen wurden. Leider sind wir aber auf dem besten Weg, alle Dummheiten auch zu übernehmen. Ich sehe Ihrer Antwort mit grossem Interesse entgegen. Mit freundlichen Grüssen Richard Stüdi
Sehr geehrter Herr Stüdi, vielen Dank für Ihren Beitrag. Ich stimme Ihnen weitgehend zu. Im Einzelnen habe ich zu Ihren Punkten folgende Kommentare: 1. Zwar nicht alle, aber doch die weitaus meisten derer, die formell erwerbsfähig sind, können arbeiten. Über die nicht Erwerbsfähigen reden wir nicht. Vielleicht muss die Prüfung sorgfältiger gemacht werden. 2. Dass sich Arbeitnehmer anstellen lassen, aber an dem Job nicht interessiert sind, gilt heute, wo der Lohnersatz noch hoch ist. Bei einem niedrigeren Lohnersatz würden die Leute sich bemühen, ihren Job zu halten. Die Mentalität würde sich ändern. Genau darum geht es ja. 3. Alle Arbeitgeber werden versuchen, billige Outsider an die Stelle der teuren Insider zu setzen, nicht nur einige. Das ist aber nichts, was für den Vorschlag ein Problem ist, sondern eine ökonomische Selbstverständlichkeit. Die Löhne werden natürlich auf die Dauer auch für die bereits beschäftigten gering Qualifizierten fallen. Deswegen muss man auch ihnen helfen. 4. Der Staat gleicht nicht individuell aus, sondern im Sinne einer negativen Einkommensteuer mit einem hohen Festbetrag. Das begründet eben keinen Mindestlohnanspruch mehr, denn man verliert das staatliche Geld ja nicht, wenn man arbeitet. Mit freundlichem Gruß Ihr Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Professor Sinn, auch Ihr neues Buch "Die Basar Ökonomie" habe ich mit großem Interesse und Gewinn gelesen. Für eine eventuelle Neuauflage, die ich Ihnen sehr wünsche, weil ich die Verbreitung solcher Bücher für ganz wichtig halte, anbei der Hinweis auf Korrekturbedarf. Es geht um das Beispiel in der Anmerkung 41 auf Seite 229 und Seite 84. 1. Auch in Bayern werden die Kirchensteuern in diesem Beispiel 17,4 Euro ausmachen, nicht wie sie schreiben und rechnen, 1,74 Euro. 2. M.E. ist für den Ausweis der Kosten beim Arbeitgeber ein wesentlicher Teil der Nebenkosten nicht berücksichtigt. Das sind z.B.: Urlaubstage (30), Krankheitstage (11), Ausbildungstage (5-8) und Ausbildungs-Aufwendungen sowieWeihnachtsgeld und Urlaubsgeld. In der Summe, auf Ihr Beispile bezogen, können das zusätzlich ca. 1025 Euro sein. Die Kosten für den Arbeitgeber betragen dann 4478,24 . Das sind pro Stunde 28,89 Euro Mit freundlichen Grüßen Volker Kulessa
Sehr geehrter Herr Kulessa, es freut mich, dass sie sich bis in die Details der Zahlenbeispiele in mein Buch eingearbeitet haben, und ich danke Ihnen für Ihre Anmerkungen. Zu 1. Für die Daten im angeführten Zahlenbeispiel gilt Folgendes: Die Werte zur Lohnsteuer und zur Kirchensteuer sind im Buch richtig angegeben. Da in dem Beispiel zwei Kinder zur Familie gehören, errechnet sich die Kirchensteuer nicht - wie im Regelfall - als 8% (Satz für die Kirchensteuer in Bayern) des Lohnsteuerbetrages (das wären hier laut Abgabenrechner des Bundesfinanzministeriums 18,26 Euro). Vielmehr gilt für die Kirchensteuer - wie auch für den Solidaritätszuschlag - als Basis die (fiktive) Lohnsteuer, die sich unter Berücksichtigung von zwei Kinderfreibeträgen ergäbe. Zum Zahlenbeispiel: Jahreseinkommen 34261,20 Euro (=12*2855,10 Euro), Zu versteuerndes Einkommen 28612 Euro, Lohnsteuer 2740 Euro (= 228,33 Euro pro Monat). Für Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer sind beim zu versteuernden Einkommen pro Kind 5808 Euro jährlich zu berücksichtigen, also: Zu versteuerndes Einkommen 16996 Euro, Lohnsteuer (fiktiv) 262 Euro Daraus: Kirchensteuer (8%) 20,96 Euro (=1,74 Euro pro Monat). Da für Zusammenveranlagte erst ab einem Lohnsteuerbetrag von 1944 Euro Solidaritätszuschlag zu zahlen ist, fällt im Beispielfall kein Solidaritätszuschlag an. Zu den Abgaben vgl. wie im Buch angegeben den Abgabenrechner des Bundesfinanzministeriums (Internetadresse jetzt: http://www.abgabenrechner.de/). Zu 2. Bei den Arbeitskosten für den Arbeitgeber wurden nur die gesetzlichen Abgaben des Arbeitgebers berücksichtigt. Kosten für Urlaubs- oder Krankheitstage sowie Weiterbildung können hier nicht zusätzlich addiert werden, denn sie sind in dem Bruttobetrag schon enthalten: Es wurden ja volle 155 Stunden pro Monat angesetzt, also eine Vollzeitstelle mit rund 36 Wochenstunden. Falls in einem Monat nun weniger Arbeitsstunden, dafür aber Urlaubs- oder Krankheitstage anfallen, bleibt es insgesamt bei 155 zu zahlenden Stunden. Zusätzliche Kosten für Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld können nicht berücksichtigt werden, weil heutzutage viele Arbeitnehmer gar keinen Anspruch mehr auf diese Sonderzahlungen haben (z.B. Berufseinsteiger im Öffentlichen Dienst seit Juli 2003). Somit bleiben als einzige zusätzliche Pflichtabgaben für den Arbeitgeber - wie im Buch angeführt - die Sozialversicherungsbeiträge (im ersten Halbjahr 2005 durchschnittlich 20,95% des Bruttoeinkommens). Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
(Reaktion auf eig. Beitrag vom 11.1.06, Anm. des Moderators) Sehr geehrter Herr Sinn, die schwedischen Arbeitnehmer (Arbeitskosten 22,77 Euro) wären zum Teil deshalb wettbewerbsfähiger als die westdeutschen Arbeitnehmer (Arbeitskosten 27,09), weil Schweden 4 Euro weniger als wir verdienten. Wenn diese Begründung stichhaltig wäre, bleibt doch die Frage - warum ostdeutsche Arbeitnehmer trotz Arbeitskosten von lediglich 17,15 Euro nicht wettbewerbsfähiger als westdeutsche, schwedische, österreichische, französische, englische und irische Arbeitnehmer sind? mfg Georg Lehle
Sehr geehrter Herr Lehle, ganz einfach: Weil die Produktivität im Osten noch viel niedriger als im Westen ist. Es gibt ja keine monokausale Erklärung der Problemlage durch die Löhne. Dessen ungeachtet gibt es für jede Konstellation der anderen Einflussgrößen ein Lohnniveau, das Vollbeschäftigung schafft. Wenn man eine tolle Infrastruktur hat und über historisch gewachsene Unternehmensnetzwerke verfügt wie Schweden, Österreich, Frankreich oder England, dann ist die Produktivität halt sehr viel höher als in einem Land, das noch vor sechzehn Jahren kommunistisch war. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Professor Doktor Sinn, anbei ein paar Fragen zum Thema Basar-Ökonomie. Wäre es nicht möglich, durch Anhebung der wettbewerbsneutralen MWST und der Einkommensteuer für Angestellte und Arbeiter (Nicht für Einkünfte aus Kapital und selbstständiger Arbeit) und im Gegenzug der Senkung der Sozialabgaben (die die Produktion teurer machen und sich im Produktpreis niederschlagen) die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu erhalten? In diesem Zusammenhang ist meine Annahme, dass die Lohnspreizung in Skandinavien der in Deutschland ähnelt. Schwedens Produkte und Dienstleistungen sind wettbewerbsfähig trotz hoher Löhne und dem Fehlen eines Niedriglohnsektors. Wäre es nicht möglich, Sozialtransfers in Gutscheinen für deutsche Produkte und Dienstleistungen auszuzahlen? Dann könnten Sozialhilfeempfänger in Ostdeutschen nicht mehr Urlaub machen in Spanien, sondern müssten nach Oberbayern fahren. Wäre es nicht möglich durch Investition in den Produktionsfaktor "Kapital" die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Angebote zu steigern? Sinn schreibt selbst "dass der Kapitalbegriff einem das Sach- und Humankaptital umfassenden Sinne verstanden werden kann und mit dem Begriff Arbeit nur die einfache Arbeit gemeint ist." Mein Vorschlag wäre, die Grundannahme von Sinn, jeder Mensch ist unendlich materiell egoistich orientiert (Home Economicus), aufzuweichen. Was wäre, wenn Deutsche aus sozialen oder ökologischen Gründen (freiwillig) verstärkt Ihre regionalen Produkte und Dienstleistungen konsumierten, auch wenn sie teurer wären? Wäre es nicht möglich, dass der Staat eine wertakivierende Politik betreibt, dieses Humankapital zu bilden? Vielen Dank und viele Grüße Georg Lehle www.nachhaltige-lebensfreude.de
Sehr geehrter Herr Lehle, die Senkung der Sozialabgaben bei gleichzeitiger Anhebung der Mehrwertsteuer kommt einer Subventionierung aller Typen von Arbeit gleich. Das Subventionsvolumen, das man für substanzielle Effekte auf dem Arbeitsmarkt bräuchte, wäre so gigantisch, dass ich dem Vorschlag nicht viel abgewinnen kann. Das Problem liegt bei den gering Qualifizierten. Die müssen wir gezielt billiger machen, und dafür ist der Kombilohn besser. Dass schwedische Arbeitnehmer wettbewerbsfähiger sind als deutsche, liegt zum Teil daran, dass sie viel billiger sind. Die Stundenlohnkosten in Schweden liegen um etwa vier Euro unter den deutschen. Im Übrigen hat Schweden zur Lösung des Problems fast ein Drittel der Erwerbspersonen mit staatlichen Jobs versorgt. Bei uns sind es nur 12%. Moralappelle der Sorte "Buy German" halte ich für wenig wirksam. Besser sind harte Anreize. Mit freundlichem Gruß Ihr Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Professor Sinn! Ich habe auch Ihr neues Buch mit großer Faszination gelesen. Als (sehr alten) theoretischen Physiker besticht mich an Ihren Ausführungen die methodische Sauberkeit der Gedankenführung und Begriffsbildung sowie die saubere Fundierung auf empirischen Sachverhalten. Endlich Schluß mit der Hegelschen Dialektik! Warum der Physiker Lafontaine das nicht erkennt? Die Denkweise dieser Milchmädchen-Ökonomen (ich schenke Ihnen gern dieses Wort) kennt man in der Physik als Perpetuum-mobile-Erfindungen. Damit setzt sich niemand von uns irgendwie auseinander. Wir haben eben das Glück gegenüber der Volkswirtschaft, daß unser Fach (außer den Handystrahlen, dem El elektrosmog und der teuflischen Kernenergie) kaum politisch Fernsehwirksam ist. Ihr Buch hat mir die grundlegenden Denkweisen der Volkswirtschaftslehre ein bißchen nähergebracht; meine Marburger Studienkollegen vor 58 Jahren hatten das nicht vermocht. Danke! (...) Mit sehr hochachtungsvollen Grüßen Ihr L. Riechert
Sehr geehrter Herr Riechert, es freut mich besonders, dass Sie als theoretischer Physiker Gefallen an der "Basar-Ökonomie" gefunden haben. Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr Ihr Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Sinn, (...) möchte ich Ihnen auf diesem Wege mitteilen, dass ich aus der Schizophrenie eines Lebens im Spagat zwischen der übersatten deutschen Ökonomie und der hungrigen irakischen heraus Ihrem Vortrag gerade in Bezug auf die durch den deutschen Mittelstand nicht ausgereizten Möglichkeiten der Selbstgesundung durch ein außenwirtschaftliches Engagement nur zustimmen kann: Auch nach unserer Erfahrung sind wir in Deutschland phlegmatische Unterlasser geworden. Kaum ein sich selbst als exportorientierter KMUler einstufender Deutsche unternimmt selbst ständig etwas, um sich neue Märkte zu erschließen. "Man" jammert lieber über den Niedergang der Branche, genießt dieses Ohnmachtsgefühl oder folgt doch gerne einem Guru, einer Moderichtung. Einmal ist China das gelobte Land, einmal Polen, wobei gerne dem Ruf der Spitzenpolitiker mehr Glauben geschenkt wird als einer eigenen, fachgerechten Markteintrittsanalyse, weshalb viele dieser Exportoffensiven dann auch nach hinten los gehen. So sind wir beispielsweise immer wieder betroffen von der Großzügigkeit mit der gerade deutsche Mittelständler auf diese Weise Know How an insbesondere China verschenken und so den Standort Deutschland schwächen. Aus unserer deutsch-irakischen Vermittlerposition heraus vergleiche ich mit der Situation der von uns vertretenen über 500 irakischen Wirtschaftsakteure. Diese treibt ein Problem, das Deutsche Nachkriegsihrlandwiederaufbauer noch kennen: Hunger! Dort gibt es nämlich kein Hartz IV. Worüber hier alle jammern, ist dort Zukunftsmusik. Und so kommt es, dass z.B. die Akteure dieser Ökonomie mit großem Eifer versuchen, ihre Bedürfnisse auch unter Ankurbelung fremder Ökonomien zu decken. Diese fremden Ökonomien unterfallen widerum 2 Gruppen. 1. Zum einen sind es ebenfalls hungrige: die Türkei, Korea, China, Frankreich, Italien - die Liste ist globalisiert lang. Die Verkäufer dieser Bazare sind zumindest mit einem Bauchladen voller Muster seit langem vor Ort, positionieren sich, preisen ihre Waren und Dienstleistungen lautstark an, bringen sich ein, bieten an, nehmen Bestellungen auf, liefern: agieren, erfreuen sich und ihre Kunden, schaffen Werte und das selbst und ständig. 2. Zum anderen übersättigte: die warten zuhause untätig darauf, dass jemand per Zufall den Weg gerade in ihr Ladenlokal kommt - aber bitte nicht in der Kaffeepause. Wir Deutschen. Gleichzeitig sehen wir, dass der Weg in unseren "Bazar Deutschland" wie Sie es so hübsch formulierten, obendrein durch einen Steinhaufen auf dem Weg zum außenwirtschaftlichen Erfolg unserer Ökonomie versperrt ist: Von regierungswegen hängt ein Schild "für Kunden aus Drittländern Zutritt verboten" an unseren Türen (...). Also haben wir die Situation, dass die einen nicht bereit sind (im Falle des Irak auch nicht völlig grundlos, sondern nur in der Pauschalität undifferenziert) zum Kunden zu gehen und die anderen nicht zum Verkäufer dürfen. So werden, wenn nicht noch ein Wunder geschieht, beispielsweise c. 120 hochkarätige Einkäufer aus dem Irak (...) mangels Visa-Erteilung durch das zwischenzeitlich für zuständig erklärte, aber Dienst nach Vorschrift schiebende Konsulat in Ankara nicht bei "Bagdad am Rhein", unserem eigens zur Behebung der oben dargestellten Probleme eröffneten "Bazar Deutschland" unter der Schirmherrschaft unserer NRW-Wirtschaftsministerin Thoben einkaufen dürfen. Ich denke daher, dass wir Deutschen noch einen langen Weg vor uns haben, wollen wir, und auch da bin ich persönlich wieder ganz Ihrer Meinung, den Standort Deutschland stärken, Abwanderung und weiteres Abgleiten zumindest verlangsamen. In diesem Sinne werden wir nicht müde zu betonen, dass wir stets und gerne zur Kooperation mit Gleichgesinnten bereit sind. Dorothea Khulusi Vorstand Projektleiterin Bagdad am Rhein Deutsch-Irakische Mittelstandsvereinigung Midan e.V.
Sehr geehrte Frau Khulusi, haben Sie vielen Dank für Ihren sehr beeindruckenden Brief, der zeigt, was wir in der Beziehung zum Irak falsch machen. Mit freundlichem Gruß Ihr Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Prof. Sinn, mit großem Interesse habe ich Ihre Bücher "Ist Deutschland noch zu retten?" und "Die Basarökonomie" gelesen. Da ich keine wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung habe (ich bin pensionierte Lehrerin), hat die Lektüre Ihrer Bücher für mich wertvolle Aufklärung geleistet. Ich wünschte, Ihre Bücher würden zur Pflichtlektüre für unsere Bundestagsabgeordneten! Es ist offenbar in der politischen Klasse sehr viel Unwissenheit vorhanden. Leider!!! Eine inhaltliche Frage beschäftigt mich nun, und ich weiß nicht, von wem ich sonst eine kompetente Auskunft erhalten kann. Ihren Büchern habe ich entnommen, dass die Arbeitskosten in Dänemark sogar noch etwas höher sind als die deutschen. Dänemark hat aber eine deutlich geringere Arbeitslosenquote im Vergleich zu Deutschland. In Ihren Büchern legen Sie überzeugend dar, dass die hohen und starren Löhne sowie der Sozialstaat in Deutschland die eigentlichen Ursachen unserer Massenarbeitslosigkeit sind. Ein hohes Lohnniveau hat Dänemark offenbar auch. Gibt es dort keine Flächentarifverträge, ist der Arbeitsmarkt insgesamt flexibler, gibt es einen Niedriglohnsektor? Mir ist bekannt, dass Dänemark keinen Kündigungsschutz hat, was sich sicherlich auch positiv auf die Arbeitslosenquote auswirkt. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir bei der Klärung meiner Frage behilflich sein könnten. Für eine Antwort auf meine E-Mail danke ich Ihnen bereits im Voraus. Mit freundlichen Grüßen Juliane Seehawer
Sehr geehrte Frau Seehawer, zu Dänemark ist mehrerlei zu sagen. Erstens liegen die dänischen Lohnkosten erst seit kurzem über den deutschen, und zwar nur wegen der Aufwertung der Krone. Die letzten zwanzig Jahre waren sie niedriger. Zweitens hat Dänemark einen sehr flexiblen Arbeitsmarkt mit einem Hire und Fire nach angelsächsischem Muster. Das erzeugt eine hohe Arbeitsproduktivität. Drittens schubsen die Dänen ihre Arbeitslosen mit sanfter Gewalt zurück in die Jobs, auch wenn die Entlohnung nicht toll ist. Viertens ist auch in Dänemark nicht alles Gold, was glänzt. Der Anteil der beim Staat beschäftigten Erwerbstätigen dürfte bei knapp 30 % liegen. Bei uns beträgt er nur 12%. Die Dänen stecken praktisch viele Arbeitslose in den Staatssektor, was den schönen Nebeneffekt hat, dass die Unterstütztungszahlungen an diese Personen von der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung als Beiträge zum Sozialprodukt gerechnet werden, die die Wirtschaftsleistung rechnerisch erhöhen. Mit freundlichem Gruß Ihr Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Professor Sinn, Ihr neues Buch zur Basar-Ökonomie hat mir gut gefallen. Die Herausforderungen der Globalisierung für Deutschland werden dort sehr anschaulich dargestellt. Da die Arbeitslosigkeit bei uns vor allem strukturelle Ursachen hat, ist die geforderte Lohnzurückhaltung notwendig. Im Internet und in Zeitungen liest man, die in dem Buch abgedrucken Zahlen zum Porsche Cayenne seien falsch. Porsche sagt, der deutsche Anteil der Wertschöpfung liege viel höher und die angebotenen Daten seien nicht benutzt worden. Die Daten des Statistischen Bundesamtes sollen auch nicht richtig gewürdigt worden sein. Wie kann man diese Diskrepanzen auflösen? Ich würde Ihr Buch gern als Argumentationshilfe benutzen; das ginge aber nicht, wenn die Zahlen falsch wären. Mit freundlichen Grüßen Frank Reibold
Sehr geehrter Herr Reibold, meine Zahlen sind richtig. Ich habe zu der Berechnung ja eine Fußnote gemacht, die sich der Porsche-Zahlen bedient. Ich habe nur noch berücksichtigt, dass die Zulieferungen aus Deutschland nach Leipzig und Bratislawa selbst wieder nur zu einem Teil deutsche Wertschöpfung sind. Porsche selbst konzediert übrigens in einem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung trotz aller verbalen Ausfälle, dass die deutsche Wertschöpfung kleiner als 50% ist, wenn man die Vorleistungsketten weiter verfolgt, was man natürlich muss. Die Porsche-Zahl von 55% entsteht, indem man alle Lieferungen aus Zuffenhausen nach Leipzig als rein-deutsch klassifiziert und bei den Lieferungen aus Bratislawa den deutschen Anteil mitrechnet. Das ist erstens unsystematisch, und zweitens untertreibt es den ausländischen Wertschöpfungsanteil dramatisch Mit freundlichem Gruß Ihr Hans-Werner Sinn
Kommentar zum Artikel "Vom Elend der Basarökonomie", Welt am Sonntag, Nr. 43, Seite 28: Irgendwie schreiben sich im Land einige Ökonomen und Redakteure gerne an den Problemen vorbei. Wir haben eine desaströse Staatsverschuldung. Die Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherungen sind marode. Unsere Lohnkosten, zuzüglich der Lohnnebenkosten, wenn nicht mehr konkurrenzfähig gegen Niedriglohnländer, erzeugen Automationsdruck und Roboter gestützte Produktionsabläufe, zu Lasten gering qualifizierter Arbeitnehmer. Das schafft Exporterfolge bei innovativen Unternehmen, aber nur bedingt zusätzliche Arbeitsplätze im Inland. Das kann jeder täglich in den Zeitungen lesen. Im Oktober berichtet die FAZ über ein solches Unternehmen, für jedermann nachlesbar: Zuwachs in Osteuropa 37%, Vereinigte Staaten 27%, Asien 22%, Deutschland nur 0,5%. Inlandanteil jetzt 30%. Von 259 neuen Arbeitsplätzen entstehen 100 in Deutschland .Das ist eine Momentaufnahme, aber schaut sich jemand in seiner Region um, sieht er ähnliche Bilder. Für die davon Betroffenen ist der Streit darüber, ob das Basar-Ökonomie ist, eine Petitesse. Angesichts unserer Massenarbeitslosigkeit, mit den wenig wirksamen Hartz-Gesetzen, müssten tiefgreifende Strukturveränderungen durchgeführt werden. Dazu gibt es genügend wissenschaftliche Reformvorschläge. Vom Elend der Basarökonomie zu reden, um dann festzustellen „hohes Niedriglohnniveau, organisierte soziale Sicherung, neben manchen Fehlregulierungen“ ist zu dürftig. Ein Handelsprotektionismus fordert Prof. Sinn in seinem Buch explizit nicht. Er benennt die Verlierer, und mit geringem Wachstum, stagnierenden Löhnen gibt es bestenfalls Nullrunden in den nächsten Jahren. Mit diesem Potential, 20 Millionen Rentner, legen sich die Parteien nicht an. Wie lange zerreden wir noch die nötigen Reformen, jeder Tag erhöht die Rechnungen, die die „Nachfolgende Generationen“ bezahlen. Da bleibt wenig Unterhaltungswert übrig! Mit freundlichem Gruß Friedhelm Frank
Sehr geehrter Herr Professor Sinn, ich bin Schüler eines Wirtschaftsgymnasiums und habe Ihr Buch "Ist Deutschland noch zu retten?" gelesen und ich muss Ihnen ein großes Lob aussprechen. Kaum jemand versteht es so gut die Probleme so deutlich anzusprechen! Ich habe mir auch gleich Ihr neues Buch "Basar Ökonomie" zugelegt. Ich teile Ihre Thesen und vertrete sie auch überall wo es möglich ist. Ich hätte nur eine kleine Anmerkung zu machen, ich vermisse in Ihren Büchern eine ausführliche Stellungnahme zur deutschen Bürokratie und deren Kosten für die Unternehmen. Abschließend hätte ich noch eine Frage. Ich diskutiere viel mit meinem VWL-Lehrer über Ihre Artikel und Bücher, er vertritt eher die Thesen von Prof. Bofinger und Prof. Hickel wonach man die Unternehmen in den letzten Jahren genug entlastet hat (durch Steuersenkungen) und dass man die Binnenkonjunktur (durch höhere Lohnabschlüsse) stärken müsse. Wie kann man solche Aussagen entkräften?? mit freundlichen Grüßen Ihr Anhänger Francesco Güssow
Lieber Herr Güssow, Ihr Lehrer hat insofern Recht, als die bloße Entlastung der Unternehmen die Investitionen nicht beleben wird. Nur die Gewinne, die man aufgrund neuer Investitionen zusätzlich erwarten kann, führen zu neuen Investitionen. Das wichtigste Mittel, neue Investitionen anzuregen, ist eine Lohnzurückhaltung, weil die menschliche Arbeit das Komplement zum Kapitaleinsatz ist. Steuersenkungen helfen auch, aber nicht deshalb, weil sie die Unternehmen entlasten, sondern weil sie größere Gewinne aufgrund zusätzlicher Investitionen versprechen. Der Steuereffekt ist aber insofern nicht sicher, als eine Steuersenkung auch die Zinserträge, die ein Unternehmen auf dem internationalen Kapitalmarkt erzielen könnte, entlasten würde. Ob dadurch die Balance zugunsten einer verstärkten Investition in Deutschland verändert wird, ist schwer zu sagen. Nur Lohnsenkungen und Abschreibungsvergünstigungen würden helfen. Ihr Lehrer hat auch insofern Recht, als es den Unternehmen tatsächlich wieder besser geht. Sie machen mehr Gewinne. Nur: sie sind die Gewinner der Globalisierung. Die richtige Lohnpolitik wird nach den Regeln des Wettbewerbs zu gestalten sein. Die etwas schwierige Wahrheit ist, dass wir die Gewinne noch stärker steigen lassen müssen, als sie ohnehin schon gestiegen sind. Was früher einmal normal war, ist kein Maßstab für die Zukunft, weil früher die ex-kommunistischen Niedriglöhner noch nicht dabei waren. Diese Niedriglöhner machen 28% der Menschheit aus. Seitdem sie sich an der Marktwirtschaft beteiligen, ist alles anders. Mit freundlichem Gruß Ihr Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Prof. Sinn, Ihr Buch "Basar-Ökonomie - Deutschland: Exportweltmeister oder Schlusslicht?" finde ich brillant! Sie stellen in Ihrem Buch sehr anschaulich und nachvollziehbar dar, dass erstens Deutschlands Exporterfolg definitiv kein Indiz für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im Zeitalter der Globalisierung ist, und zweitens, dass das absolut zentrale Problem Deutschlands das zu hohe Lohnniveau ist, welches Arbeit aus Deutschland massenweise vertreibt und dadurch zur Vernichtung von momentan rund 7 Mio. Arbeitsplätzen in Deutschland führt. Ich hoffe, dass sich das Gedankengut ihrer beiden Bücher (Ist Deutschland noch zu retten?, Basar-Ökonomie) rasch verbreitet, damit der deutsche Arbeitsmarkt wieder ins Lot kommt! Schade finde ich es, dass die ökonomische und die ordnungspolitische Kompetenz der deutschen Spitzen-Politiker und der Mehrzahl der deutschen Journalisten so unglaublich misserabel ist! Jeder Staatsbürger in Deutschland sollte Ihre beiden Bücher lesen! Mit freundlichen Grüßen Robert Muth
Sehr geehrter Herr Muth, vielen Dank für Ihre Zeilen. Ich hoffe mit Ihnen, dass die Erkenntnis allmählich Platz greift. Es wird aber lange dauern, denn der Sachverhalt ist nicht trivial, insbesondere nicht der pathologische Exportboom. Mit freundlichem Gruß Ihr Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Prof. Sinn, als ideologiefreier Rentner aber mit langjähriger Berufserfahrung in der Werkzeugmaschinen-Industrie habe ich Ihr Buch "Basar-Ökonomie" gelesen. Die beschriebenen Themen und Fakten sind mir einleuchtend-glaubhaft und entsprechen meiner gemachten Berufserfahrung. Nimmt man noch Ronnie Schöb "Arbeit ist machbar" und Prof. P. Kirchhof "Der Weg zu einem neuen Steuerrecht", so liegt Anamnese-Diagnose und Therapie für Deutschland vor. Weshalb wird dies alles in den Zeitungen abqualifiziert? Da erzählt Anton Hunger in der FAZ Sonntagszeitung, die Legende von Porsche und unserem Lieferanten Volkswagen. So muß er nicht das orientalische Verhalten von VW-Beriebsräten und dem Oberaufseher Piech nachgehen. Das Motto "wes Brot ich ess, des Lied ich sing" ist zu offensichtlich. Im Handelsblatt vom 17.10. gibt Olaf Storbeck schon in der Überschrift "Sinns Märchen vom Basar" seiner Geringschätzung Ausdruck. Dabei ignoriert er souverän die Seiten 2 und 11, wo unter der Schlagzeile "Airbus lagert im großen Stil Geschäfte aus... Zulieferer aus China und Russland stärker beteiligen" ein Paradebeispiel europäischer Basar-Ökonomie geschildert wird. Mit freundlichem Gruß Friedhelm Frank
Sehr geehrter Herr Frank, ich bedanke mich für Ihre Beobachtung. Mit freundlichem Gruß Ihr Hans-Werner Sinn
(Reaktion auf eigenen Beitrag vom 4.5.05, Anm. des Moderators) Sehr geehrter Herr Professor Sinn, Haben Sie herzlichen Dank, daß Sie sich die Mühe machten, mir zu antworten. In einer Debatte fallen Antworten naturgemäß manchmal zu kurz aus. Deswegen möchte ich mit Ihrer Erlaubnis noch einmal nachhaken. Der US amerikanische Arbeitsmarkt ist wesentlich "flexibler" als der deutsche. Man wird dort schneller gefeuert, findet aber auch schneller wieder einen Job. Aber wie die SZ vom 9.Mai 2005, S.21 ("Arbeitsplatz und Suppenküche") berichtet, bedeutet ein Job in den USA nicht automatisch genügend Geld, um den Lebensunterhalt zu sichern. "Nach Schätzungen des Gewerkschaftsverbands AFL-CIO sind 17 Prozent der Bedürftigen, die für sich und ihre Familien vor Suppenküchen Schlange stehen, Vollzeitbeschäftigte." Seit der Börsenkrise 2001 haben US Konzerne Tausende Arbeitsplätze ins Ausland verlegt. Das Forrester Institut schätzt, daß in den nächsten 10 Jahren allein im Dienstleistungsbereich 3,3 Millionen US Arbeitsplätze nach Asien oder Lateinamerika ausgelagert werden. Sie schrieben, daß nur ein Teil des Realeinkommensverlustes der Arbeitskräfte durch das Zurückgehen der Löhne aufgefangen werden wird. Das SZ Beispiel zeigt, daß Vollbeschäftigte vor privaten Suppenküchen anstehen müssen. Ich kenne das auch aus Ländern wie Südafrika, wo das Lohnniveau erheblich unter dem der USA oder Deutschlands liegt.Nur gibt es dort kaum Suppenküchen. The working poor... Es kann nicht das Ziel sein, die Löhne in den OECD Staaten denen in den Entwicklungsländern anzugleichen, denn im Wettlauf in die Armut gibt es kein Ende. Dem Markt ist das natürlich egal, aber nicht der Gesellschaft. Andererseits wird über spekulative Geldgeschäfte, fehlerhafte mergers & acquisitions etc. viel Kapital unproduktiv vernichtet, weswegen mir die Frage nach der Produktivität des Kapitals und der Regulierung des Kasino- Kapitalismus immer noch sinnvoll erscheint. Ist der Tunnelblick auf das Problem der fehlenden Lohnanpassung dem angemessen? Die Europäische Kommission, der Trade Commissioner, würde für eine Studie zur Reform der Rules of Origin wohl Gelder locken machen können. Mit freundlichem Gruß, Gottfried Wellmer
Sehr geehrter Herr Wellmer, In der Tat geht in der Kürze manches unter. Deswegen bin ich dankbar, dass Sie noch einmal geschrieben haben. Ich will weiß Gott keine amerikanischen Verhältnisse, was den Unterschied zwischen Arm und Reich betrifft. Aber erstens geht es nicht darum, was ich will, sondern um die Regeln des Markes. Zweitens will ich die Armut auf einem ganz anderen Niveau sichern, als es in Amerka der Fall ist. Irgendwie werde ich immer missverstanden. Ich bin einer der entschiedensten Befürworter des Sozialstaates in meiner Disziplin, und habe einen Großteil meiner Arbeiten darauf verwendet, den Sozialstaat zu legitimieren. Ich will doch durch die aktivierende Sozialhilfe und meine Vorschläge zur Begrenzung des Inklusionsrechtes bei Ausländern den Sozialstaat schützen und damit die einfachen deutschen Arbeitnehmer, die wegen der Globalisierung Nachteile erleiden. Nur, Handelsprotektionismus halte ich für den denkbar falschesten Weg. Mit freundlichem Gruß Ihr Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Professor Sinn, Gestern habe ich den Ifo Schnelldienst 6 /2005 über die Basar-Ökonomie Deutschland gelesen. Ich würde gerne zwei Fragen stellen. Die eine bezieht sich auf Ihre Beobachtung, daß die Nettoinvestitionsquote Deutschlands im internationalen Vergleich zu niedrig ist, um die Sektorstrukturen den Notwendigkeiten einer globalisierten Wirtschaft anzupassen. Damit ist der Faktor Kapital bei Ihnen abgehakt. Im Anschluß schießen sie sich auf die mangelnde Flexibilität der Arbeitslöhne und die viel zu hohen Lohnersatzleistungen des Sozialstaates ein. Ich nehme Ihnen ihre Sorge um die aus den arbeitsintensiven Sektoren gedrängten Arbeitskräfte ab; Sie wollen mit Ihren Vorschlägen neue, wenn auch niedriger entlohnte Arbeitsplätze schaffen. Ich denke auch, daß ein Arbeitsplatz allemal der Arbeitslosigkeit vorzuziehen ist. Aber würde es sich nicht auch lohnen, über die Produktivität des real eingesetzten Kapitals nachzudenken (output per unit of fixed capital used) und sie in Bezug zu setzen zur Profitrate und dem Anteil der Besitzer am gesamten nationalen Einkommen? Ich weiß nicht, was bei der Übung raus kommen würde. Zumindest würden Sie nicht nur einseitig auf den Löhnen rumhacken. Wenn die Leistungen des Sozialstaates und auch die Arbeitslöhne in arbeitsintensiven Sektoren sinken, müssen auch die Kosten der Lebenshaltung und der Reproduktion der Arbeitskräfte sinken. Gibt es für diese rein praktische Notwendigkeit volkswirtschaftliche Argumente? Darauf läuft meine ungeschickt formulierte Frage hinaus. Für Fairness ist der Markt nicht zuständig, ich weiß, aber die Gesellschaft und Sie und ich als Mitglieder derselben schon. Die zweite Frage bezieht sich auf Ihre sehr interessante Feststellung, daß der Anteil der realen Vorleistungsimporte an der realen Wertschöpfung der (kapitalintensiv erzeugten) Industrieprodukte enorm gewachsen ist, in einem zweiten Schub besonders seit 1995. Dazu die Frage, ob das nicht Anlaß sein sollte, die von der EU aufgestellten Rules of Origin einem radikalen Update zu unterwerfen, um die Realität der aktuellen globalisierten Produktionsnetzwerke zu reflektieren? Ich versuche gerade, die Verhandlungen zwischen der EU und den AKP Staaten zur Implementierung des Cotonouabkommens zu verstehen. Dabei scheinen mir die 40 Jahre alten RoO ein tatsächliches Handelshemmnis für den Zugang der AKP Staaten zu den europäischen Märkten zu sein. Kann das IFO an dem Punkt nicht Ihre Vorarbeiten nutzen und an einer Vereinfachung und Aktualisierung der komplizierten RoO der EU gegenüber den AKP Staaten mitarbeiten? Mit freundlichem Gruß, Gottfried Wellmer
Sehr geehrter Herr Wellmer, vielen Dank für Ihren Brief. Hier meine Antworten. 1. Dass ich auf den Arbeitskosten herumhacke, wie Sie sagen, liegt darin, dass die Globalisierung die markträumenden Löhen senkt, aber Gewerkschaften und Sozialstast sich dem widersetzen, was Arbeislosigkeit produziert. Zugleich werden die markträumenden Kapitalrenditen erhöht. Dagegen gibt es, abgesehen von politischen Unmutsbekundungen, keine Hemmnisse. Wegen dieser Asymmetrie in den Markthemmissen, liegt das Problem nur bei der fehldenden Lohnanpassung. Das ist der Grund für die deutsche Krankheit. Ich weiß nicht, welchen Erkenntnisgewinn die Betrachtung der auf das Kapital gerichteten Kenngrößen bringen würde, die Sie beschreiben, außer dass das Kapital der Gewinner der Globalisierung ist, was wir ja wissen. 2. Die Kosten der Lebenshaltung gehen zurück, wenn die Löhne zurück gehen. Mieten werden billiger, weil die Nachfrage nach Wohnraum fällt, der Wohnungneubau wird billiger, weil die Bauarbeiter weniger kosten und aus dem gleichen Grunde werden persönliche Dienstleistungen wie Haarschnitte oder Gaststättenservice billiger. Das fängt einen Teil des Realeinkommensverlustes einer Lohnzurückhaltung auf, aber nur einen Teil. Fest steht leider, dass die Konkurrenz der Niedriglöhner in den ex-kommunistischen Ländern den Anstieg der realen Lohneinkommen in Deutschland abbremsen wird. 3. Selbstverständlich kann ifo an EU-Studien zum Außenhandel mitwirken. Aber wir müssen unser Geld damit verdienen und können nicht einfach so unsere Kraft für nicht bezahlte Projekte einsetzen. Mit freundlichem Gruß Ihr Hans-Werner Sinn