Eine Übersicht über die Publikationen zum Thema Umwelt- und Klimapolitik finden Sie im ifo Spezialthema: Energie- und Umweltpolitik
Erschienen im Oktober 2008: Hans-Werner Sinn: Das grüne Paradoxon. Plädoyer für eine illusionsfreie Klimapolitik Econ Verlag: Berlin 2008 Informationsseite
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Sehr geehrter Herr Professor Sinn, ich hörte Ihren sehr beachtenswerten Januar-Vortrag in der Uni Düsseldorf. Sehr lehrreich, sehr plausibel und SEHR NÖTIG! Ihr entsprechendes Buch habe ich inzwischen gekauft. Eine Frage dazu erlaube ich mir: Sie kritisieren die Ausgestaltung der Klimapolitik und deren Paradoxien völlig zu Recht. Dabei gehen Sie davon aus, daß der CO2-Treibhauseffekt und die CO2-Begrenzung richtige Ziele sind. Nun ist es aber höchst unsicher, ob die Treibhausthese überhaupt bewiesen ist. Denn neben den offiziellen Studien (IPCC etc) gibt es eine tausende Wissenschaftler, Studien und Veröffentlichungen, die die Auswirkung des CO2 auf das Klima als nichtig oder als gar nicht existent ansehen. So ergab eine Studie von Professor Kepplinger, Mainz unter den ca 250 deutschen Klimaprofessoren, daß etwa 80% die wissenschaftlichen Grundlagen zur Berechnung des Klimas als nicht gegeben ansehen. Außerdem sieht jeder, daß es keinerlei Anzeichen für eine globale Erwärmung gibt: die Inseln versinken nicht, die Antarktis sammelt immer mehr Eis an, seit 12 Jahren steigt die Temperatur nicht mehr, und den IPCC-Trick, die Temperaturkurven erst 1850 starten zu lassen, haben inzwischen alle durchschaut. So habe ich mich gefragt, warum Sie angesichts dieser enormen Unsicherheit der Treibhaustheorie dennoch so fest von deren Richtigkeit ausgehen. Was also die Gründe für Ihre so eindeutige Entscheidung FÜR die Treibhausthese sind. Mir ist bewusst, daß Ihr Hauptanliegen die Kritik an den Klimaschutz-Maßnahmen ist. Ebenso klar ist mir, daß Sie als Nicht-Klimaforscher, eine eher intuitive Entscheidung treffen müssen. Und gerade deswegen frage ich nach den Gründen die Eindeutigkeit Ihrer Positionsnahme. Ich glaube, daß alle Aussagen Ihres Buches ihren Bestand behielten, wenn Sie die fragliche Entscheidung offen ließen. Und Sie hätten dadurch noch einen weiteren einschneidenden Kritikpunkt an der deutschen Klimapolitik: nämlich den, daß die deutsche Politik Entscheidungen über viele Milliarden unseres knappen Geldes auf diesem äußerst unsicherem Boden und ohne Not fällt. Für Ihre Antwort danke ich Ihnen im Voraus sehr. Mit freundlichen Grüßen Ihr JH
Sehr geehrter Herr H., die Information, die Sie mir über Kepplingers Studie geben, überrascht mich ehrlicherweise. Meine Wahrnehmung war bisher eine ganz andere, dass nämlich (gefühlte, zugegeben) 80%, ja 90%, der weltweit dazu publizierten Studien in den einschlägigen Fachzeitschriften den anthropogenen Treibhauseffekt für erwiesen halten. Deswegen habe ich als Fachfremder den Mainstream übernehmen wollen. Aber gut, die Studie, die Sie erwähnen, wäre ein Argument, auch wenn ich noch nicht ganz sehe, wie man solche Meinungen der publizierten Fachwissenschaft entgegen halten kann. Könnten Sie mir die Studie Kepplingers zukommen lassen bzw. mir die Referenz schicken, dass ich mir die Studie besorge? Ich habe mich mit der Kritik in der neue Fassung meines Buches, die im Februar herauskommt, ausführlich auseinander gesetzt und insbesondere die Spektralmessung vom Weltall auf die Erde berücksichtigt. Das schien mir sehr überzeugend zu sein. Auch natürlich die Eiskernbohrungen am Südpol. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Prof. Sinn, mit welchem Betrag fließen die Lagerkosten für radioaktiven Müll der Kernkraftwerke in die Stromerzeugungskosten ein? Warum müssen die Kernkraftwerksbetreiber nicht ein Endlager suchen, warum macht das der Staat? Brauchen wir überhaupt ein Endlager oder werden die chinesischen schnellen Brüter unseren sogenannten Müll nutzen? Mit freundlichen Grüßen Thomas Böhme
Sehr geehrter Herr Böhme, im Allgemeinen sind die Lagerkosten ein Teil der nachgelagerten Kosten des Brennstoffkreislaufs, sie umfassen Transport, Zwischenlagerung, Endlagerkonditionierung und Endlager. Diese Kosten zusammen gehen nach Angaben der NEA (Nuclear Energy Agency, Projected Costs of Generating Electricity, 2010 Edition) mit 0,233 US-ct/kWh in die Erzeugungskosten ein. Das entspräche bei dem derzeitigen Umrechnungskurs etwa 0,18 EURO-ct/kWh. In Deutschland hat der Gesetzgeber 1976 dem Bund die Verantwortung zur Errichtung von Anlagen zur Endlagerung radioaktiver Abfälle auferlegt. Angesichts des langfristigen Gefährdungspotenzials abgebrannter Kernbrennstoffe brauchen wir ein Endlager. Die verbrauchten Kernbrennstoffe den Chinesen zur weiteren Nutzung zu überlassen, ist derzeit keine realistische Alternative. Mit freundlichen Grüßen Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Prof. Sinn, gestatten Sie mir noch eine kurze Anmerkung zum Thema Elektroautos: Wenn man - natürlich theoretisch - die Mengen an Erdöl, welche heute in den Verbrennungsmotoren der Autos in Energie umgesetzt werden, in Kraftwerken in elektrische Energie umsetzte und mit dieser elektrischen Energie Elektroautos versorgen würde, wäre doch aufgrund des höheren Wirkungsgrades der Kraftwerke gegenüber den Verbrennungsmotoren der Autos ein erheblicher Energieeinspareffekt zu erwarten, oder irre ich mich? Meine eigentliche Frage bezieht sich jedoch auf ein anderes Thema. Ich habe mir vor kurzem noch einmal die Zeit genommen, Ihr Buch "Das Grüne Paradoxon" zu lesen. Ich habe mir einmal die Mühe gemacht, die Rechnung, welche Sie im Abschnitt "Windräder als Ersatz" aufmachen, nachzuvollziehen. Dieser liegen folgende Annahmen zugrunde: Um die Atomenergie in Deutschland zu ersetzen, wären 130 000 Windräder nötig, welche jeweils einen Rotordurchmesser von 100 Metern hätten. Die Windräder müssten in Hauptwindrichtung einen Abstand von dem fünffachen und in rechten Winkel dazu des dreifachen des Rotordurchmessers voneinander haben. Dies sei der "technische Mindestabstand". Zunächst einmal würde es mich interessieren, woher Sie letztere Angabe nehmen, da im Buch keine Quelle angegeben ist. Als Ergebnis Ihrer Modellrechnung geben Sie eine Fläche von 8300 Quadratkilometern an, welche für die entsprechenden Windräder zur Verfügung stehen müsste. Aus den Angaben zum technischen Mindestabstand und zum Rotordurchmesser folgt, dass ein einzelnes Windrad einen Abstand von 250 Metern in beide Hauptwindrichtungen und einen Abstand von 150 Metern in die beiden Richtungen in rechten Winkel dazu einhalten muss. Die Gesamtfläche, welche ein einzelnes Windrad beansprucht, beträgt also 150 000 Quadratmeter. Diese Fläche ergibt mit der Windradanzahl 130 000 multipliziert eine Gesamtfläche von 19500 Quadratkilometern. Wollte man nach dieser Methode auf die von Ihnen errechnete Gesamtfläche von 8300 Quadratkilometern kommen, müsste man von einem Rotordurchmesser von nur gut 65 Metern statt 100 Metern ausgehen. Da ich Zahlen, die ich lese, auch gerne nachvollziehen möchte, würde ich Sie bitten, mir bei der Fehlersuche in meiner Rechnung unter die Arme zu greifen. Vielen Dank im Voraus. Mit freundlichen Grüßen
Sehr geehrter Herr R., da Herr Prof. Sinn verhindert ist, antworte ich Ihnen. Zu Ihrer ersten Frage: Ihre Idee, das Öl über die Umwandlung in Strom für Verkehrszwecke nutzbar zu machen, müsste genauer geprüft werden. Bei der derzeitigen Technik dürften insgesamt aber nur geringe Einspareffekte zu erzielen sein. Es kommt auch entscheidend darauf an, welches Referenzsystem zugrunde gelegt wird. In diesem Zusammenhang ist auch zu berücksichtigen, dass es nicht nur bei der Stromerzeugung zu Verlusten kommt, sondern auch bei der Umwandlung von Rohöl in die Mineralölprodukte. Zu Ihrer zweiten Anmerkung: 1. Für die Abstandsflächen zwischen Windkraftanlagen gibt es Empfehlungen bzw. Erfahrungswerte, um einen optimalen Betrieb gewährleisten zu können, wie beispielsweise beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW: http://www.lanuv.nrw.de/geraeusche/pdf/E2_AusweisungVonWindvorrangzonen.pdf. Hier findet man folgendes Statement: „Damit Windenergieanlagen sich nicht gegenseitig den Wind wegnehmen, wurde früher empfohlen, dass die Anlagen in Hauptwindrichtung einen Mindestabstand von 8 bis 10 Rotordurchmessern und quer zur Hauptwindrichtung einen Mindestabstand von 3 bis 5 Rotordurchmessern einhalten sollten. In der Praxis haben sich Mindestabstände von 5 Rotordurchmessern in Hauptwindrichtung und 3 Rotordurchmessern quer zur Hauptwindrichtung herausgebildet.“ 2. Die im Buch ausgewiesene zusätzliche Fläche bezieht sich auf die 111.000 zusätzlichen Anlagen. Da Herr Prof. Sinn, wie gesagt, derzeit nicht zu erreichen ist, vermute ich, dass er vielleicht mit versetzten Anlagen gerechnet hat und sich auf diese Weise der Flächenbedarf reduziert hat. Mit freundlichen Grüßen Anja Rohwer
(Dies ist die Fortsetzung der Diskussion vom 12. Dezember 2011) Sehr geehrter Herr Prof. Sinn, vielen Dank für Ihre Antwort. Zu den beiden Punkten hätte ich noch kurze Nachfragen bzw. Anmerkungen. 1) Darf ich Ihre Antwort so verstehen, dass der Spiegel den Begriff "Leakage" und die Äußerungen der zitierten Wissenschaftler in einem völlig falschen Kontext verwendet? Außerdem schreiben Sie, die Einsparungen der Kyoto-Länder bei den fossilen Brennstoffen würden von anderen Ländern durch Mehrverbrauch kompensiert werden. Können Sie sicher sein, dass der Mehrverbrauch der anderen Länder nicht auch ohne das Kyoto-Abkommen zustande gekommen wäre (wenn auch vielleicht nicht in dem Ausmaß), sodass durch das Kyoto-Abkommen doch insgesamt weniger CO2 ausgestoßen wird? 2) Vielen Dank für Ihre Klarstellung bezüglich der Statistik. Ich würde Sie jedoch gerne auf einen Punkt hinweisen: Eine Umstellung der Automotoren von Benzin- bzw. Diesel- auf Elektromotoren hätte eine erhebliche Energieeinsparung zu folge, da letztere einen wesentlich höheren Wirkungsgrad haben als erstere. Das liegt daran, dass von der eingesetzten Energie ein sehr viel kleinerer Teil in Reibung und Wärme und ein entsprechend größerer Teil in kinetische Energie, also die Bewegung des Autos, umgesetzt würde. Wenn man von einer Energieeinsparung von 50 Prozent für 26,1 Prozent des Endenergieverbrauchs ausgeht (dies ist nach meinen Recherchen eine durchaus realistische Annahme), könnten also ganze 13,05 Prozent des gesamten Endenergieverbrachs eingespart werden. Diese Überlegung ändert selbstverständlich nichts daran, dass eine vollständige Energieversorgung mit regenerativen Energien utopisch ist. Es würde mich trotzdem freuen, wenn Sie diesen Aspekt berücksichtigen könnten. Nochmals vielen Dank für Ihre Mühe. Ich bedanke mich im Voraus. Mit freundlichen Grüßen
Sehr geehrter Herr Rehnert, Leakage meint einerseits, dass der hiesige Umweltschutz Industrien in andere Länder verlagert, wo das CO2 dann ausgestoßen wird, andererseits, dass einfach nur die Mengen an fossilem Kohlenstoff verlagert werden. Dass das zwingend so ist, kann ich natürlich nicht beweisen. Aber die Beweislast liegt ja wohl bei denen, die uns zwingen wollen, hunderte von Milliarden für die Einsparmaßnahmen auszugeben. Es ist wie bei einem Medikament. Den Beweis der Wirksamkeit muss der führen, der das Geld haben will. Fest steht jedenfalls, dass keine einzige Tonne CO2 weniger in die Luft gepustet wird, wenn die Menge an Kohlenstoff, die weltweit in den kommenden Perioden extrahiert wird, nicht auf unsere Nachfrageeinschränkung reagiert. Ich befürchte zudem, dass die Mengen sogar zunehmen. In meinem Buch "Das Grüne Paradoxon" weise ich darauf hin, dass die Einführung eines Systems für einen weltweiten Handel mit Emissionszertifikaten für CO2 rasch und global abgestimmt erfolgen muss, und sich alle Länder daran beteiligen müssen. Eine einseitige Vorgehensweise mit der Hoffnung, alle Länder irgendwann in das System einzubinden, wie sie derzeit von der EU verfolgt wird, könne aufgrund der Reaktion der Angebotsseite mit fortschreitender Zeit einen immer stärker werdenden komparativen Preissenkungseffekt erzeugen. Dies könne sogar zu einer Beschleunigung des weltweiten Schadstoffausstoßes führen. Konkret: Das grüne Säbelrasseln wird von den Scheichs als Ankündigung einer Marktvernichtung interpretiert und führt zum Vorziehen der Extraktion. Dann verbrauchen die Chinesen und all die anderen Sünder nicht nur das, was wir freigeben, sondern auch das, was die Scheichs zusätzlich extrahieren. 2. Bei den Verbrennungsmotoren sollten Sie bedenken, dass die Wärmeverluste, die bei Verbrennungsmotoren vor Ort auftreten, beim Strom bei der Erzeugung im Kraftwerk (rund 80% des in Deutschland erzeugten Stroms kommt aus Wärmekraftwerken, der Rest vor allem aus Atomkraftwerken. ) anfallen; zusätzlich sind noch die Leitungsverluste zu berücksichtigen. Die Energieeinsparung durch einen völligen Umstieg auf Elektroantriebe wäre deshalb wesentlich geringer als von Ihnen geschätzt. Es wird sicherlich weniger CO2 ausgestoßen, wenn man ein Auto mit einem modernen Dieselmotor fährt statt mit einem Elektromotor, der mit Kohlestrom fährt. Windstrom steht auf absehbare Zeit nicht zur Verfügung, weil man zwei Jahrzehnte damit zu tun haben wird, bloß die Atomabschaltung zu kompensieren. Mit freundlichen Grüßen Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Prof. Sinn, vor ein paar Tagen musste ich in Göttingen umsteigen, hatte ein paar Minuten Zeit und fand Ihr Buch (verbesserte Ausgabe, die Sie angekündigt hatten)frisch in der Bahnhofsbuchhandlung. Mit Interesse habe ich das Buch im Zug gelesen. Erlauben Sie mir - ohne auf Details einzugehen - ein paar grundsätzliche Bemerkungen: 1.) Die Überarbeitung hat Vieles auf den neuesten Stand gebracht und wesentlich verbessert. 2.) Im Kapitel 3 und 5 bleiben drei Grundprobleme in der Argumentation: a)Das "Produkt Strom" ist - im Gegensatz zu fast allen anderen gehandelten Produkten - keine Sekunde lagerfähig. Dies bedeutet, dass in jeder Sekunde in jedem Teilnetz die Stromeinspeisung gleich dem Stromverbrauch sein muss. Daher führt der wirtschaftliche Vergleich von technologischen Herstellungsarten auf der Basis "Herstellkosten" oder "Großhandelspreis" in die Irre. Die Kosten verteilen sich auf die durchschnittlichen Herstellung- plus Netzkosten (50%), den Transportverlusten, den Speicher/Back-up Kosten (grid Management)und den Steuern/Abgaben (40bis 45%). Richtig ist, dass bei den Grundlasttechnologien (Kohle, Uran) die Herstellkosten vergleichsweise niedrig sind. (allerdings nicht ganz so billig wie auf Seite 294, siehe auch Anlage). Da diese Technologien nur in großen zentralen Kraftwerken wirtschaftlich Strom erzeugen, fallen relativ hohe Netzkosten und Netzverluste an. Weil die Stromnachfrage zwischen 0-6 Uhr niedrig ist, fallen zusätzlich Speicherkosten an (siehe Frankreich und Bayern). Insgesamt liegen die Beschaffungskosten lokaler Stromversorger (Herstellkosten plus Transportkosten im Durchschnitt bei etwa 13 Cent/kWh, nicht - wie bei der Differenzkostenberechnung des RWI/bdew zu Grunde gelegt - bei unter 5 Cent. Photovoltaikstrom ist in der Herstellung (noch) sehr teuer, hat aber kaum Transportkosten oder Leitungsverluste. Speicherkosten fallen auch nicht an, da PV Strom im Niederspannungsnetz verbleibt, einfach regelbar ist und nur zur Spitzenverbrauchszeit erzeugt wird. Onshore Windstrom, Offshore Windstrom und Gaskraftwerke liegen zwischen diesen Extremen. Mir geht es nicht um die Argumentation für eine Erzeugungsart. Mir geht es darum, dass die Politik, die ich - wie Sie wissen - etwas kenne, auf Ihren Rat und den Rat von wissenschaftlichen Instituten zu Recht hört und angewiesen ist. Oder ganz konkret für Bayern: Offshore Strom aus der Ostsee, bei Windstille gepuffert mittels schlecht ausgelasteter Gaskraftwerke,über neue Wechselstromautobahnen mit 25% Verlusten nach Bayern geleitet, werden wohl - bei 15 Cent EEG Vergütung und 9% Nettorendite für Netzinvestitionen - für Bayern kaum ein wirtschaftlich sinnvoller Ersatz der bayerischen Kernkraftwerke werden. Zumal wenn lokale Stromspeicher verfügbar werden, wird Ostseestrom kaum in Bayern konkurrieren können. b) Geisterfahrer Deutschland: Mit über 60% der Bruttostromerzeugung mittels Kohle und Kernenergie und kaum Speicherkapazität hat Deutschland eher zuviel als zu wenig Grundlaststromerzeugung. Bayern muss nachts seinen KKW-Strom billig exportieren. Frankreich hat dagegen viel Speicherkapazität für seine Kernkraftwerke. Auf der Basis Kernkraft ist Deutschland in einem gemeinsamen Strommarkt schlicht nicht konkurrenzfähig. Um bei Ihrem Vergleich zu bleiben: Wir fahren bei gemeinsamen Strommarkt wesentlich wirtschaftlicher auf der gleichen Spur mit unterschiedlichem Motor. c) "Wenn wir weniger CO2 ausstoßen, bleibt die Gesamtmenge gleich, weil die anderen mehr ausstoßen." Fast beschwörend kommt dieser Satz immer wieder in dem Buch. Ich bezweifele keineswegs die Grundgesetze der Ökonomie. Nur: Der weltweite und der deutsche Strommarkt sind in einem dramatischen Umbruch. Niemand weiß, welche Kosten mit welcher Technologie verbunden sein werden in 2020 in Deutschland. Es ist schlicht abenteuerlich, wenn heute Beamte erklären, dass wir 4500 km Hochspannungskabel zusätzlich brauchen ohne zu wissen, woher in 2020 der Strom kommt, wie viel dezentral eingespeist wird, wie hoch wann wo der Verbrauch sein wird. Es geht nur mit Fahren auf Sicht und das tun auch die Polen und Franzosen - ohne zu wissen, wie teuer in 2020 die unbekannten Grenzkosten wohl sein werden. Bei Nebel auf der Autobahn kann man nur auf Sicht fahren, auch wenn der Benzinverbrauch anders viel günstiger wäre. Sie haben sicher Recht, dass eine ruhige Diskussion über das Thema notwendig und hilfreich wäre. Leider finden solche Gespräche nicht mehr statt. In Talkshows/Büchern wiederholt jeder eloquent seine Meinung und Politiker zitieren den Experten, der in die Richtung passt. Und wer so eloquent ist wie Sie, der findet keine Diskutanten mehr. Mit freundlichem Gruß Helmuth Coqui
Sehr geehrter Herr Coqui, ich freue mich, dass Ihnen die aktualisierte Auflage meines Buches „Das Grüne Paradoxon“ zusagt und bedanke mich für Ihre Anmerkungen. Ohne auf die Einzelheiten Ihrer Ausführungen im Abschnitt a) einzugehen, möchte ich doch zu einem Gesichtspunkt näher Stellung beziehen. Sie schreiben, dass bei der Differenzkostenberechnung der Erzeugung durch Wind und Sonne gegenüber konventioneller Strombereitstellung die Beschaffungskosten lokaler Stromversorger in Höhe von etwa 13 Cent/kWh zugrunde gelegt werden sollten und nicht die 5 Cent/kWh von RWI/BDEW. Sie begründen das damit, dass z. B. Photovoltaikstrom u. a. kaum Transportkosten oder Leitungsverluste verursacht, im Niederspannungsnetz verbleibt und zur Spitzenverbrauchszeit erzeugt wird. Damit beschreiben Sie eine ziemlich ideale Situation. Tatsächlich ist aber das Dargebot von Wind und Sonne starken Schwankungen unterworfen und auch der damit erzeugte Strom und die zur Verfügung stehende Kraftwerksleistung; so sind vom Windstrom nur etwa 5-10% und vom Photovoltaikstrom nur 1% als sichere Leistung anzusehen. Das bedeutet aber, dass in Zeiten ohne Wind und mit sehr geringer Sonneneinstrahlung für nahezu die gesamte installierte Wind- und Photovoltaikleistung Reservekraftwerke benötigt werden und auch das gesamte Netz in Anspruch genommen wird, um die Versorgungssicherheit gewährleisten zu können. Für die Differenzkostenrechnung stellen also die 5 Cent/kWh, wie sie etwa derzeit an der Strombörse festgestellt werden, die realistische Basis dar. Mit freundlichen Grüßen Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Sinn, mit Entsetzen habe ich heute morgen ihren Artikel gelesen bzgl. den vermeintlich nutzlosen EU-Klimaschutz. Wir versuchen in der Familie klimabewusst zu leben, fahren energiesparende Kleinwagen, haben in 3-fach Verglasung investiert, kaufen Strom aus nachhaltige Stromerzeugung, fahren nicht weit weg in Urlaub, nicht Skifahren, keine ferne Ausflüge, Öffentliche Verkehrsmittel, usw. Wir versuchen damit auch unsere Nachkommen das Bewusstsein für die Umweltproblematik zu schärfen. Und jetzt kommen Sie und versuchen die Welt klar zu machen, daß das alles Unsinn ist. Wir sollten lustig darauf los verbrauchen, es würde ja die Wirtschaft zu gute kommen, und die anderen machen es ja auch. Die Wirtschaft sind aber nicht die Menschen. Die Wirtschaft und deren Lobby kümmerte sich noch nie um die Umwelt ( schauen Sie sich mal Ihren Auto an und Ihren persönlichen Energieverbrauch ) Ich hatte schon lange Zweifel an Ihre gesellschaftliche kompetenz, sie hat sich leider in Gewissheit gefestigt. Sie haben sich für die Umweltzerstörung in China und Indien wohl noch nie so richtig interessiert. Auch ! verschwenden Sie keine Gedanken an wo das Klima stehen würde, wenn wir Europäer so leben würden wie z.B. die Amerikaner. Eines Tages, wenn die Monsune in Europa ganze Landstriche überschwemmen, andere Landstriche von Dürre heimgesucht werden, und das nicht nur in Europa, und die Weltgemeinschaft endlich einsieht, daß was getan werden muss, dann wird Deutschland womöglich die Technologien dafür bereitstellen können. Nicht dank Herr Sinn, sondern trotz Herr Sinn. mit freundlichen Grüssen
Sehr geehrter Herr H., Klimaschutz ist nicht nutzlos, wenn er das Klima schützt. Der Klimawandel ist eine große Bedrohung der Menschheit. Deshalb müssen wir handeln. Nur, das was wir tun, ist nutzlos, denn die Mengen an Kohlenstoff, die wir nicht verbrauchen, verbrauchen andere auf der Welt. Deswegen brauchen wir eine weltweite Vereinbarung über eine Begrenzung des Co2-Ausstoßes. Ich habe dazu ein Buch "Das grüne Paradoxon" geschrieben, das bei Econ herauskam, aber leider in der zweiten Auflage vergriffen ist. Vielleicht interessiert Sie das. Im Februar kommt die dritte. Glauben Sie nicht alles, was Sie in der Presse lesen, sondern lesen Sie im Original. Wenn Sie mir einen Gefallen tun wollen, schicken Sie mir das, was Sie gelesen haben. Dann will ich gerne prüfen, ob es dem entspricht, was ich gesagt habe. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Prof. Sinn, im Nachgang zu Ihrem Vortrag am 10. Januar an der Uni Düsseldorf möchte ich Ihnen nochmals für Ihre klaren und abschließend pointierten Aussagen zur aktuell hierzulande praktizierten "Klimapolitik" danken. Ich kann nur hoffen, dass Ihre Worte in die Köpfe der Zuhörer eingedrungen sind. Nach dem Vortrag hatte ich Sie kurz angesprochen und dieses Schreiben angekündigt. Sie hatte einleitend ausgeführt, dass Sie kein Experte in Sachen Klima wären, dann aber doch in voller Breite die Thesen der Anhänger (oder sind es Profiteure?) des proklamierten menschengemachten Klimawandels vorgetragen. Und dann geäußert, dass Sie in Ihrer Situation dem "Mainstream" folgen müssten. Hierzu möchte ich Sie nur aufmerksam machen, dass die "Mainstream"-Thesen gar nicht so gesichert sind, wie sie i.d.R vorgetragen werden. Um dies zu merken, muss man allerdings schon sehr genau hinsehen: 1. In der Erklärung der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft zum "Treibhauseffekt, der ja der Quell der Klimaveränderungsthesen ist, heißt es einleitend "Es ist unstrittig, daß der anthropogene Treibhauseffekt noch nicht unzweifelhaft nachgewiesen werden konnte." und abschließend "Fazit: Es ist wissenschaftlich eindeutig nachgewiesen, daß sich die Strahlungsflüsse im System Erde/Atmosphäre durch die Zunahme der klimarelevanten Spurengase verändern. Ohne Berücksichtigung der Rückkopplung mit dem komplexen Klimasystem würde dies mit Sicherheit zu einer Erwärmung der Erdoberfläche und der Troposphäre führen. Die eigentliche, wissenschaftlich herausfordernde Debatte beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit die verschiedenen Rückkopplungsprozesse die strahlungsbedingte Erwärmung verstärken oder dämpfen." Quelle http://www.dmg-ev.de/gesellschaft/stellungnahmen/treibhauseffekt.pdf . Hieraus kann man nur schließen, dass es keine gesicherte Beweislage für die Richtigkeit der Klimawandelthesen gibt. 2. Mehr in USA als in D gibt es Wissenschaftler, die zu dieser Thematik öffentlich Stellung beziehen, z.B. in der "Global Warming Petition", in der von "keinem überzeugendem wissenschaftlichen Beweis" der behaupteten Wirkungen der Treibhausgase" die Rede ist. Diese Petition ist immerhin von mehr als 31.000 US-Wissenschaftlern unterzeichnet. Anzusehen hier: http://www.petitionproject.org/ In D sind die einschlägig tätigen Wissenschaftler stiller geworden, ohne allerdings ihre Auffassungen geändert zu haben. Z.B. kann man hier sehen, was man sich noch vor 13 Jahren zu äußern getraute: "Die Argumente der Zweifler" http://www.berliner-zeitung.de/archiv/pro-und-kontra-in-der-aktuellen-wissenschaftlerdebatte-die-argumente-der-zweifler,10810590,9370520.html . Als Mitglied der DMG kann ich auf Vortragsveranstaltungen immer wieder die Zweifel leise geäußert wahrnehmen. 3. In dem recht neu erschienenen Buch von Hüttl, R. F. J., Wissenschaftlicher Vorstand des GeoForschungsZentrum Potsdam (eines der drei sehr renommierten deutschen Forschungsinstitute auf diesem Gebiet, neben AWI und Geomar, nicht zu verwechseln mit dem Ideologie-Camp PIK), "Ein Planet voller Überraschungen", ist zu lesen z.B. auf S. 8/10: 'Wie wir gesehen haben, besteht das System Erde aus einer Vielzahl von Teilsystemen. Das Klima ist eine der Schnittstellen, auf die Prozesse in Atmosphäre, Hydrosphäre, Geosphäre, Biosphäre und Anthroposphäre einwirken. Unsere Forschungen geben uns ständig neue und überraschende Einsichten in diese Prozesse und ihre verzweigten Wechselwirkungen, und wir sind immer noch weit davon entfernt, sie vollständig zu verstehen. Vor diesem Hintergrund erscheint die Annahme, wir könnten die aktuelle Entwicklung durch Reduktion der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen bis 2050 auf zwei Grad begrenzen, als fragwürdig. Eine tatsächliche Erreichbarkeit dieses Zwei-Grad-Ziels lässt sich wissenschaftlich nicht begründen, dafür sind im Gesamtsystem Erde zu viele Variablen im Spiel, und auch der Teilkomplex Klima selbst besitzt eine hohe Eigendynamik.' Sehr geehrter Herr Prof. Sinn, ich möchte Sie nicht langweilen. Aber ich nehme an, dass auch Sie eine mittels Fußbodenheizung beheizte Wohnung nutzen. Und mit der Überlegung, wie denn die Fußbodenheizung und angenehme Lufttemperaturen in den Wohnräumen liefert, kann man auch als Laie verstehen, dass das mit dem Treibhauseffekt, der uns die +15°C Lufttemperatur bescheren soll, nicht so ganz stimmen kann. Die Erde besitzt nämlich auch eine Fußbodenheizung. Und zwar den durch Sonneneinstrahlung erwärmten Erdboden. In den äquatornahen Gebieten erreicht Sandboden (Wüste, trockene Bodenflächen) Temperaturen bis zu 80°C. Diese Wärme wird dort an die darüberliegende Luft abgegeben, weshalb diese, wenn es keinen Austausch mit kühlerer Luft gäbe, auch die 80°C annehmen würde. Wir wissen, warme Luft steigt auf. Aber oben an der Grenze zum All gibt es keine Kühlflächen, dort schließt Vakuum an, der beste Wärmeisolator überhaupt. Also würde an den heißen Bodenflächen die Luft auf eben diese Temperatur des Bodens erwärmt, darüber hinaus geht nicht, es muss immer ein Temperaturgefälle vorhanden sein, um Wärme übergehen zu lassen. Aber abkühlen könnte die erwärmte Luft nicht, nirgendwo, wenn keine strahlungsaktiven Bestandteile, die sogenannten "Treibhausgase", darin enthalten wären. Abkühlung durch Wärmeabgabe an kältere Bodenflächen irgendwo wäre nicht möglich, weil sich über solchen Bodenflächen stets eine sehr dünne, etwas kühlere Luftschicht legen würde und damit die wärmere Luft (oben) gegen den kalten Boden (unten) isolieren würde. Das ist der Grund, weshalb es nicht gelingt, den Boden von unbeheizten Räumen durch zirkulierende wärmere Luft aus Nachbarräumen zu erwärmen, auch wenn diese recht warm ist. Fazit dieser Überlegung ist, ohne Treibhausgase in der Luft, der Atmosphäre, wäre es nicht -18°C kalt auf unserer Erde, nein, wir hätten Lufttemperaturen weltweit von etwa +80°C. Leben in der bekannten Form gäbe es auf unserer Welt dann nicht. Mehr zum Thema Wärmehaushalt der Erde/Atmosphäre habe ich in einer Veröffentlichung dargestellt, welche auch im Internet verfügbar ist: „Die Erdatmosphäre – ein Wärmespeicher“ http://real-planet.eu/wspeicher.htm So, und nun werden Sie einschätzen können, wie ich die wissenschaftlichen Leistungen des Mainstreams (es handelt sich aber nur um einen selbsternannten) im Thema menschgemachter Klimawandel beurteile. M.E. wäre es auch ausreichend, wenn Sie in einem solchen Vortrag wie dem in Düsseldorf lediglich die Auffassungen, welche als Begründung für klimapolitische Maßnahmen von der Politik gepflegt und gefördert werden, unkommentiert darlegen. In der Hoffnung, noch öfter Ihre klare Rede entweder direkt oder übermittelt vernehmen zu dürfen, verbleibe ich mit freundlichem Gruß Heinz Thieme Dipl.-Ing. Heinz Thieme
Sehr geehrter Herr Thieme, vielen Dank für die Rückmeldung. Auch wenn ich kein Klimaexperte bin, habe ich mich doch mit der Literatur zu dem Thema im ersten Kapitel meines Buches Das grüne Paradoxon ausführlich auseinandergesetzt. Die Evidenz ist doch erdrückend. Ich kann Ihnen auch versichern, dass weltweit nur eine kleine Minderheit der Fachwissenschaftler Zweifel hegt. Auch die von Ihnen zitierten Passagen drücken übrigens keinen grundlegenden Zweifel aus. Das Zitat unter 1 sagt ja nur, dass nicht klar ist, ob der anthropogene Klimaeffekt durch endogene Prozesse verstärkt oder abgeschwächt wird. Dass er stattfindet, wird nicht bestritten. In meinem Buch diskutiere ich die verstärkenden und abschwächenden Effekte. Das Zitat unter 2 zeigt mir nicht, dass hier Leute befragt wurden, die wirklich darüber geforscht haben. 31.000 Forscher zum Treibhauseffekt gibt es ja gar nicht. Sie müssen die Literatur in den referierten Fachzeitschriften auswerten, und dort ist der Überhang derer, die einen Klimaeffekt nachweisen, riesig. Das Zitat unter 3 war auch immer meine Vermutung. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass wir es schaffen, die Erwärmung auf 2 Grad zu begrenzen. Auch das habe ich in meinem Buch ausführlich mit Rechnungen belegt. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
2. Vortrag Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf am 10.01.2012 Sehr geehrter Herr Professor Sinn, ich habe gestern als ehemaliger Student der Heinrich-Heine-Universität auch ihren zweiten Vortrag besucht und mir hat persönlich gut gefallen, dass Sie auf Missstände hingewiesen und dabei auch mögliche Lösungen präsentiert haben. Leider sind mir zwei Folien in Ihrem Vortrag aufgefallen, die mich in der sonst überzeugenden Präsentation (auch wenn ich nicht immer gleicher Meinung bin) gestört haben. Sie haben dargelegt, warum Sie das EEG für "reine Verschwendung" halten, aber warum mussten Sie dafür die absolut überzogenen Einspeisevergütungen von Anfang 2009 auflegen? Die ~48 Cent für Einspeisung von Photovoltaik sind "Schnee von vorgestern", denn mittlerweile wurden die Vergütungen massiv gekürzt. Es sind bei einer neuen Aufdachanlage bis 30 kW ab dem 01.01.2012 nur noch ~24 Cent. Die zweite Anmerkung ist eher eine Frage. Sie haben die Endenergieverbrauchsstruktur aufgelegt, die natürlich für "Anhänger der erneuerbaren Energien" erst einmal ernüchternd sind. "Anhänger der erneuerbaren Energien" würden natürlich die Stromerzeugung auflegen, die 2011 mittlerweile zu 20 Prozent durch erneuerbare Energien abgedeckt wird. Warum sehen Sie so wenig Potenzial in der Energieeffizienz? Wir haben das 3 Mal 20 Prozent Ziel der EU (Verbesserung der Energieeffizienz, Anteil der erneuerbaren Energien, Verringerung der CO2-Emissionen). Auf die Atomkraftwerke (und noch viel mehr Endenergie) können wir durch energieeffizientere Produkte, Anlagen usw. durchaus verzichten und gleichzeitig unsere Produkte als Exportnation auch noch an andere Länder liefern. Denn heute benötigt ein Auto nur noch 5 anstatt 10 Liter Diesel bei höherer Motorleistung, von hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage hat man vor Jahren noch geträumt und einen zwanzig Jahre alten Kühlschrank traut man sich gar nicht mehr anzuschließen, weil der neue A+++ Kühlschrank im Gegensatz dazu "praktisch keine Energie" benötigt. Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.
Sehr geehrter Herr B., es stimmt, dass die Förderung des Solarstroms seit Jahren zurückgeführt wird. 2011 waren es noch 28,74 ct/kWh und ab 2012 sind es 24,43 ct/kWh. Aber das steht nicht im Widerspruch zu meinen Zahlen. Ich habe die durchschnittlichen Einspeisetarife der installierten Anlagen gezeigt, und die liegen natürlich weit über den Sätzen für neue Anlagen, die Sie zitieren. Dass ich die Durchschnittswerte der installierten Anlagen und nicht die Förderung neuer Anlagen meinte, habe ich gesagt. Ansonsten bin ich nicht skeptisch bezüglich der Möglichkeiten, die Effizienz beim Energieverbrauch zu steigern, sondern nur bezüglich der Klimawirkung dieser Effizienzsteigerung. Der CO2-Ausstoß wird nicht reduziert, sofern nicht weniger Kohlenstoff aus der Erde geholt wird. Vielmehr führt die Effizienzsteigerung dazu, dass die Mengen an Kohlenstoff, die wir nicht verbrauchen, über die Weltmärkte an andere Abnehmer fließen. Mit freundlichen Grüßen Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Prof. Sinn, ich habe mich ausführlich mit Ihren Standpunkten zur Energie- und Klimapolitik befasst. Zu diesem Thema habe ich zwei Fragen an Sie. 1) Bezüglich meiner ersten Frage zitiere ich aus einem Interview, dass Sie der Zeitung "Financial Times Deutschland" am 10.10.2007 gaben. "FTD Die Bundeskanzlerin hat sich den Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben und kommt damit gut an. Was sagen Sie zur deutschen und europäischen Klimapolitik? Sinn An den Ergebnissen der Klimaforscher lässt sich nicht rütteln: Wir müssen versuchen, den Ausstoß an Treibhausgasen soweit es geht zu reduzieren. Derzeit wird aber, vor allem in Europa, versucht, die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen zu senken. Man unterstellt: Wenn der Verbrauch hier sinkt, hat das auch dann einen positiven Effekt, wenn der Rest der Welt keine Klimapolitik betreibt. FTD Stimmt das denn nicht? Sinn Der Effekt ist nicht nur gering, er liegt sogar bei null. Wir dürfen uns doch nicht isoliert sehen. Wenn wir Europäer die Nachfrage nach fossiler Energie drosseln, sinkt der Preis für Öl und Kohle. Er sinkt so lange, bis die geringere Nachfrage durch andere Länder kompensiert wird. Interessenten gibt es genug: die USA, China oder Indien. Wir müssen bedenken, dass das Kioto-Protokoll nur 29 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs wirksam beschränkt." (http://www.cesifo-group.de/portal/page/portal/ifoHome/B-politik/20echointerv/_echointerv?item_link=ifointerview-FTD-10-10-07.htm) Die Zeitschrift "Der Spiegel" veröffentlichte am 30.10.2008 anlässlich der Veröffentlichung Ihres Buches "Das Grüne Paradoxon" einen Artikel, in dem es, bezogen auf Ihre Argumentation, wörtlich heißt: "[...]Sein wichtigstes Argument geht so: Die gewaltige Menge an Öl, Kohle und Erdgas, die in Deutschland durch die milliardenteure Ausnutzung von Wind und Sonne weniger verfeuert wird, sorgt auf dem Weltmarkt zu sinkenden Preisen. Das wiederum regt Schwellenländer wie China und Indien nur dazu an, noch mehr zu verbrauchen. In Summe würde also kein Gramm weniger fossile Energie verbrannt – wahrscheinlich sogar mehr, behauptet der Münchner Ökonom. Denn die Ölscheichs müssten in den westlichen Klimaschutzmaßnahmen eine Art drohende Enteignung sehen: Würde der Ölverbrauch wirklich drastisch reduziert werden, blieben sie in nicht allzu ferner Zukunft auf ihrem unterirdischen Reichtum sitzen. Sinn: "Die werden folglich noch schnell versuchen, möglichst viel ihres Schatzes zu fördern und zu verkaufen." Volkswirtschaftler sprechen von dem sogenannten "Leakage-Effekt": Sparen an der einen Stelle führt zu höherem Verbrauch an anderer Stelle. Aber wie stark schlägt der Effekt wirklich zu Buche? "Der Leakage-Effekt ist häufig berechnet worden", sagt zum Beispiel Ökonom Till Requate von der Universität Kiel. Er liege aber keinesfalls wie von Sinn behauptet bei 100 Prozent, sondern lediglich bei rund 60 Prozent: "Unsere Einsparungen werden also nicht vollends von den anderen aufgebraucht." Denn sollte der Ölpreis aufgrund sinkender Nachfrage tatsächlich immer weiter fallen, würden viele schwer zugängliche Lagerstätten gar nicht ausgebeutet, weil es sich nicht mehr rechnet. Auch der Ökonom Ottmar Edenhofer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung glaubt, Sinn übertreibe beim Leakage-Effekt. Er liege deshalb auch falsch, wenn er fordert, nur wenn China und Indien beim CO2-Sparen, angeregt durch ein Emissionshandelssystem, mitmachen, brächte unsere Enthaltsamkeit wirklich etwas. Edenhofer: "Europa und die USA müssen schnell ein Klimaabkommen beschließen. Nach meinen Berechnungen würde es aber reichen, wenn China und Indien bis 2020 folgen."[...]" (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,587192,00.html) Nach Angaben der vom Spiegel zitierten Wissenschaftler ist es also tatsächlich so, dass die europäischen Klimaschutzmaßnahmen zum Teil durch Mehremissionen aus nichteuropäischen Ländern kompensiert werden. Jedoch liege dieser "Leakage-Effekt" nicht bei 100 Prozent. Dies deuten Sie aber mit der oben zitierten Äußerung, der Effekt der europäischen Klimaschutzmaßnahmen liege "bei null", an. Halten Sie Ihre These aufrecht? 2) Häufig argumentieren Sie auf Basis einer vom ifo-Institut erstellten Statistik zum Endenergieverbrauch in Deutschland, welche bspw. im ifo-Schnelldienst 10/2011 auf S. 16 einzusehen ist. Nach dieser Statistik macht der Stromverbrauch ca. 20 Prozent des Endenergieverbrauchs aus. Der Stromverbrauch wird in verschiedene Energieträger bzw. -quellen (z. B. Kernenergie oder Windstrom) aufgeschlüsselt. Den Löwenanteil des Endenergieverbrauchs machen jedoch die drei Posten Verkehr (26 Prozent), Raumwärme und Warmwasser (29 Prozent) sowie Prozesswärme (17 Prozent) aus, welche nach der Statistik vollumfänglich zu den fossilen Brennstoffen zählen. Was mich hierbei irritiert, ist, dass bei diesen Bereichen der Verwendungszweck der Energie (z. B. Verkehr), jedoch nicht der Energieträger (z. B. Benzin, also Erdöl) angegeben wird. Diese Methode erscheint mir fragwürdig, da der Energieverbrauch bspw. im Verkehr keineswegs nur durch fossile Brennstoffe gedeckt wird. Im Bereich des Schienenverkehrs wird der Energiebedarf fast vollständig durch elektrischen Strom gedeckt, welcher ja laut Ihrer Statistik nicht nur aus fossilen Quellen stammt. Ähnliches gilt meines Wissens nach auch für Warmwasser, welches z. B. auch über Sonnenwärme erwärmt wird. Wäre es nicht transparenter, die angesprochenen Bereiche ebenfalls nach Energieträgern aufzuschlüsseln? Oder beziehen sich z. B. die Verkehrsangaben nur auf die Verkehrsbereiche, deren Energiebedarf nicht durch elektrischen Strom abgedeckt wird? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen. Falls Sie zzt. verhindert sind, würde ich lieber warten, als dass Ihre Mitarbeiter die Fragen beantworten. Ich bedanke mich im Voraus. Mit freundlichen Grüßen
Sehr geehrter Herr Rehnert, zu Ihrer ersten Frage. Sie zitieren eine alte spontane Stellungnahme von Requate, die er gegenüber Journalisten gemacht hatte, bevor er überhaupt wusste, was das grüne Paradoxon ist oder mein Buch gelesen hatte. Mit Leakage, wie er es sah, nämlich der Verlagerung von Industrien hat das alles herzlich wenig zu tun. Und die Studien, die er zitiert, haben die Angebotsseite gar nicht modelliert. Also was folgt dann daraus? Nichts. Es gab zumindest zum Zeitpunkt als Requate sich äußerte, nicht eine einzige Studie, die die angebotsseitigen Effekte, die ich hergeleitet habe, empirisch untersucht haben. (Und auch danach ist mir nichts bekannt.) Der Effekt, den ich beschrieb, läuft über die Weltrohstoffmärkte und würde auch auftreten, wenn das Leakage über Produktionsverlagerung null wäre. Dass speziell die Einsparungen in Europa keine messbaren Wirkungen hatten, wird in einer kürzlich vom ifo veröffentlichten Studie nochmal belegt. Die Studie zeigt sehr deutlich, dass die Einsparanstrengungen der Kyoto-Länder vollständig durch gestiegene Importe von CO2 kompensiert wurden. D.h., dass der globale Effekt das Kyoto-Protokolls gleich Null war und sich der Carbon-Footprint der Kyoto-Teilnehmer nicht verändert hat. Die besagte Studie finden Sie unter dem Link: http://www.cesifo-group.de/portal/page/portal/ifoContent/N/pr/pr-PDFs/Schnelldienst-2011-PDF/ifosd_2011_21_2.pdf. Das grüne Paradoxon, nach dem grünes Säbelrasseln die Extraktion fördert, kann man im Übrigen grundsätzlich wohl nicht in Frage stellen. Jedenfalls erklärt es, dass die fossilen Energien über drei Jahrzehnte relativ zu anderen Gütern nicht teurer geworden sind, was sie theoretisch hätten werden müssen, weil sie ja immer knapper werden. Edenhofer stellt das Grüne Paradoxon nicht in Frage, sondern betont im Gegenteil bei seinen Vorträgen, dass die angebotsseitigen Effekte, die ich in die Diskussion eingebracht hat, von großer Bedeutung sind und vorher eben nicht in den Modellen drin waren. Er ist nur etwas optimistischer, dass letztlich im Laufe langer Zeiträume Nachfragezurückhaltung durch Ersatztechnologien die Menge der abbaubaren Ressourcen verringert wird und dadurch ein Effekt zustande kommen kann. Diese Möglichkeit habe ich in meinem Buch ebenfalls betont, halte sie aber angesichts der großen Abstände zwischen Preis und Extraktionskosten für empirisch nicht sonderlich relevant. Gerade mit Edenhofer bin ich mir bei Analyse und politischer Schlussfolgerung im Kern vollkommen einig. Auch er hat mehrfach erklärt, dass die europäische Nachfragepolitik wirkungslos ist . Zu Ihrer zweiten Frage. Es gibt viele Gliederungsmöglichkeiten. Die Art der Darstellung im Schnelldienst wurde gewählt, um zu verdeutlichen, welchen Anteil der Verkehr am Verbrauch fossiler Energieträger hat. Dies ist insbesondere in Bezug auf das Ziel, den Verkehr in Zukunft immer stärker zu elektrifizieren, relevant, da entsprechende zusätzliche Kapazitäten der regenerativen Energieerzeugung geschaffen werden müssen, wenn dieser Strom nicht aus fossilen Quellen stammen soll. Die 26,1 %, die im Schnelldienstartikel angegeben sind, entsprechen dem Anteil des Endenergieverbrauchs durch den Verkehr, der aus fossilen Brennstoffen gedeckt wird. Schienenverkehr ist beim Strom dabei. Eine andere Systematik finden Sie in meinem Buch "Das grüne Paradoxon", das übrigens im Februar in dritter Auflage und jetzt gerade bei MIT Press auf Englisch erschienen ist. Da finden Sie die Diskussion der Fragen, die Sie interessieren. Mit freundlichen Grüßen Hans-Werner Sinn
Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Autoren, die Herren Dr. Clement und Dr. Merz, des im Betreff genannten Buches! Sehr geehrte Frau Dr. Weidenfeld! Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Sinn! Der gelungen und auch erfrischend formulierte Inhalt ihres Buches, indem sowohl politische- als auch wirtschaftliche und auch noch technologisch erforderliche Reformschritte eingemahnt werden, hat mir nicht nur sehr gut gefallen, sondern auch motiviert dieses Schreiben zu verfassen. Des weiteren wurden mir im Rahmen der Fachmesse iENA in Nürnberg auch die Namen von Frau Dr. Weidenfeld und Herrn Prof. Dr. Sinn, als Persönlichkeiten von besonderer Fachkompetenz und Sensibilität für mein Anliegen, zur Kontaktierung empfohlen. Dieses Schreiben verfasse ich an sie alle gemeinsam, da es einerseits im Zusammenhang mit dem im Betreff genannten Buch und andererseits mit doch gleichen Interessen für längst überfällige und technologische Reformschritte eine gemeinsames Zielsetzung gibt, wobei ich dazu ich einen Vorschlag unterbreiten möchte. Gegen Ende Oktober 2011 war ich als Aussteller bei der iENA 2011 in Nürnberg gewesen und habe dort meine Erfindung (Patent) präsentiert. Meine Erfindung befasst sich grundsätzlich mit dem Thema der Elektromobilität. Jedoch nicht in dem bereits allseits bekannten kleinen Segment von Citycars. Für mich stehen damit einige wesentliche Grundprinzipien zur Verbesserung der Effizienz und Praxistauglichkeit im Vordergrund wie: • Die Elektromobilität darf nicht nur auf den Bereich von PKW beschränkt bleiben bzw gesehen werden. • Nicht nur Kleinwagen, sondern auch Limousinen wie z.B. AUDI A8, BMW 7-ner oder MERCEDES-BENZ S-Klasse sind dabei mit einzubeziehen. • Der Transitanteil des Schwerverkehrs wie z.B. LKW, BUS, LKW + Anhänger, LKW + Sattelaufleger, müssen dabei mit einbezogen werden. • Auch der Formel-Rennsport wie z.B. Formel-Ford wäre dazu gut geeignet, um die Entwicklung bis zur Serienreife über den Rennsport voran treiben zu können. • Damit kann eine erhebliche Verbesserung des Wirkungsgrades (zur Schonung der Ressourcen) erzielt werden. • Die Energieaufnahme in ausreichend großer Energiedichte, beim Betrieb im hochrangigen Straßennetz, auch während der Fahrt erfolgen kann. • Die bisher unzureichende Reichweite der Elektromobilität kann damit erheblich verbessert werden. • Dies alles unter dem Gesichtspunkt, nicht in Konkurrenz zu bestehenden Herstellern und Vertreibern in der Automobilbranche zu stehen, sondern diesen eine Ergänzung zu bereits bestehenden Entwicklungen der Elektromobilität – Energieübergabe während der Fahrt - zur Verfügung zu stellen. Diese Erfindung (europäisches Patentamt in Den Haag) habe ich bei der iENA 2011 in Nürnberg anhand eines Modells im M 1:10 präsentiert. Sämtliche Aussteller bei der iENA wurden von einer Fachjury bezüglich Potential der Innovation geprüft und bewertet. Diese Bewertung hat mir bezüglich Neuheit und Innovation zur Erlangung einer Goldmedaille verholfen. In der Anlage übermittle ich einige Bilder der iENA 2011 in Nürnberg sowie auch die Grundprinzipien und die Wirkungsgradgegenüberstellung meiner Erfindung zum Verbrennungsmotor. Mein Ersuchen ist, sofern Interesse an Detailinformationen bestehen sollte, mir die Möglichkeit zu geben diese Erfindung einem spezifischen Kreis von Fachpersonen vorstellen zu dürfen. Mir ist aber auch bewusst, dass es letztendlich immer eine politische Entscheidung sein wird, die einer technischen Innovation zu Durchbruch verhelfen kann, aber vielleicht könnte das ein erster Schritt dazu sein. Mit besten Dank für ihre Mühe und dem Hoffen auf Antwort verbleibe ich, mit freundlichen Grüßen Ing. Wittmann Johannes
Sehr geehrter Herr Wittmann, haben Sie vielen Dank für die Übersendung der Dokumente. Mutige Ideen sind immer gefragt. Insofern bin ich froh, dass es Erfinder wie Sie gibt. Allerdings scheint es mir sehr ambitioniert, wenn Sie für Ihre Elektroautos die dafür notwendige Energie aus Wind- und Sonnenstrom speisen. Vor allem in Hinblick darauf, dass der Verkehr etwa 26,1% der Endenergie verbraucht. Mit freundlichen Grüßen Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Sinn, von Herrn Dipl.-Ing. Eberhard Stotko habe ich erfahren, dass er Ihnen einen Link mitgeteilt hat, der einen meiner Klima-Vorträge öffnet. Aus einem Ihrer Schreiben an ihn habe ich Ihre Bemerkung gelesen "Das mag ja alles sein. Nur die Evidenz bezüglich der Erderwärmung (ist) so erdrückend, dass...." In der Tat, in der Öffentlichkeit wird das so dargestellt und nur ein Teil der Wissenschaft darf zu Wort kommen. Aber schon immer waren Wissenschaftler der Obrigkeit zu Diensten, und was haben sie nicht schon alles begründet und gerechtfertigt - nicht nur aus Selbstschutz, oft auch sehr zum eigenen Nutzen! Das hat schon lange vor der Hexenvbrennung angefangen und hat mit dem Holocaust noch nicht aufgehört. Der Mechanismus wirkt weiter, denn die Menschen haben sich nicht geändert. "Es ist gefährlich recht zu haben, wenn die Regierung unrecht hat", erkannte Voltaire, und Giraudoux fügte hinzu: "Den Irrtum erkennt man daran, dass alle Welt ihn teilt". Genau diese Situation liegt vor. Ich füge Ihnen Auszüge aus zwei Arbeiten bei, die aufzeigen, warum es einen Klimawandel gibt, und wir ihn angeblich verursachen (Bahcmann, Jaworowski). Und außerdem zwei Ausarbeitungen von mir. Ich bin kein Klimaforscher, sondern werte lediglich reale Messwerte aus, was einfach ist und jeder kann, denn die Daten sind im Internet verfügbar. Die daraus hergestellten Temperaturganglinien zeigen die üblichen Temperaturschwankungen, aber keinen wirklichen Klimawandel; sie lassen einen Einfluss von anthropogenem CO2 nicht erkennen, denn in den letzten Jahrzehnten war die Entwicklung nicht anders als in der vorindustriellen Zeit. Vielleicht können Sie sich die Zeit nehmen, mal 'reinzuschauen. Falls gewünscht, trage ich gerne bei ihnen vor. Mit freundlichen Grüßen
Sehr geehrter Herr E., meistens findet man nichts, wenn man schaut. So ist das in der Wissenschaft. Das heißt nicht, dass es nichts gibt. Die Evidenz zum Klimawandel finden Sie im ersten Kapitel meines Buches „Das grüne Paradoxon“. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
Sehr geehrte Frau Karen Pittel, Sie schrieben in ihrer Antwort. "... Daher ist die Ausnutzungsdauer der Windkraftanlagen in Bayern um etwa 400 Stunden geringer als im Bundesdurchschnitt .. während im Bund 2007 und 2008 die Anlagen 1857 bzw. 1763 Stunden im Volllastbetrieb waren ..." Sie lassen bei dieser Aussage leider den technischen Fortschritt außer Acht. In Bayern (und angrenzenden sonstigen "Ausland") ist es mit modernen Schwachwindanlagen möglich, Volllaststunden von über 3000 bei schon niedrigen Windgeschwindigkeiten von >6 m/s zu erreichen. Wir können also "froh" sein, dass bisher so wenig in Bayern gebaut wurde und hoffen, dass in Bayern die "richtigen" Anlagen in den nächsten Jahren zum Einsatz kommen werden. Das Potenzial ist ganz beachtlich, Standorte gibt es gerade in Bayern mehr als ausreichend, ohne das dies zu einer unerträglichen Verspargelung führen würde. Bayern hat gemäß der letzten Binnenland-Studie vom BWE ein das höchsten Potenzial aller Bundesländer, was nichts anderes heißt, das man die Windmühlen dünn streuen könnte. Um Zahlen zu nennen, selbst das bayerische Umweltministerium rechnet viel zu konservativ: Mit den dort genannten 1500 Windkraftanlagen der 2,4 MW-Schwachwind-Klasse und 3500 Volllaststunden lassen sich 16% des bayerischen Strombedarfs decken (moderne Schwachwindanlagen des Typs N117, SWT 2.3). Damit würden 5x weniger Windmühlen pro km stehen als in Niedersachsen (nicht zu vergessen, das jetzt schon 400 WKA in Bayern betrieben werden, die allerdings mit den o.g. nicht zu vergleichen sind). Den völlig veralteten Anlagenpark aus 2007/08 für eine Abschätzung heranzuziehen ist jedenfalls Unsinn. Die Leistungcharaktistik (hohe Volllaststunden) der modernen Anlagen hat noch weitere gravierende positive Folgen: Es werden etwa nur halb so viele Standorte benötigt, im Gegensatz zur gerade in Bayern gigantisch teuren Photovoltaik wäre das auch einmal eine relativ, ökonomisch viel wertvollere Form des EE-Stromes. mit freundlichem Gruß
Sehr geehrter Herr Goeb, Vielen Dank für die Informationen. Generell ist natürlich richtig, dass der technische Fortschritt das Windkraft-Potenzial in Bayern wie auch in anderen Bundesländern weiter erhöhen wird. Allerdings bleibt die Tatsache bestehen, dass das Windangebot in Bayern spürbar geringer ist als in Norddeutschland. Ich habe Ihre Informationen ebenfalls an unseren Energieexperten Herrn Karl weitergeleitet, der Ihnen zustimmt, dass der technische Fortschritt hat zwar einen Einfluss auf die erzielbare Windstromausbeute hat, allerdings nach wie vor betont, dass das Windangebot einen zentralem Einfluss hat. Obwohl die in den letzten Jahren errichteten Anlagen zunehmend besser waren als die älteren Windräder, lagen die Volllaststunden der Windkraftanlagen in Deutschland 2010 bei 1380 und damit dem niedrigsten Wert seit dem Jahr 2001; der Spitzenwert wurde 2007 mit 1860 Volllaststunden erreicht. Da Herr Karl insbesondere bzgl. der technischen Details der Experte am ifo ist, würde ich vorschlagen, dass Sie ihn bei weiterem Diskussionsbedarf ebenfalls kontaktieren (karl@ifo.de). Mit freundlichen Grüßen, Karen Pittel
Sehr geehrter Herr Karl, Über Ihre Antwort habe ich mich gefreut. 1) Ich "bestehe" darauf: eine unsinnige Rechnung ohne jeglichen Realitätsbezug anzuführen ist: Was will man damit überhaupt noch ausdrücken. Man hätte es genauso falsch mit Photovoltaikanlagen, etc machen können. 2) Sie werden mit hohen Anlagen erst einmal nur höhere Windgeschwindigkeiten und höhere Erträge erreichen. Mit Anlagen wie der E126 beispielsweise werden Sie keine höheren Volllaststunden erzielen. Der "Witz" ist eben das entsprechende Auslegung: hohe Anlagen mit niedrigen Generatorleistungen. 3) Die VLH ergeben sich aus den geprüften Leistungskennlinien der Anlagen, daran braucht man nicht zweifeln. 4) ohne die Windkraft-Anlagen mit höheren Kapazitätsfaktoren wird es in Zukunft gar nicht gehen. Grund: die steigende installierte Leistung wird gar nicht mehr abgenommen werden können, bzw. die Erträge werden stark sinken. Es wird also zwangsläufig zu einer Entwicklung des Anlagenbestandes mit hohen Kapazitätsfaktoren kommen. 5) die Prognos-Studie macht den gleichen Fehler, die Volllaststunden des Anlagenbestandes einfach fort zuschreiben. Die Frage habe ich mir nebenbei nicht alleine gestellt, in diesem Fall sogar zu meiner Überraschung ein Politiker: http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/033/1703315.pdf Zum Thema zitiere ich noch mal aus einer Antwort im Forum: > Sehr geehrter Herr Dr. Heublein, ... Die Stromerzeugung aus > Windenergie hat in Bayern eine geringe Bedeutung; 2010 waren in Bayern > nur knapp 1,9% der durchschnittlich Windkraftleistung Deutschlands > installiert. Die Stromerzeugung fällt noch geringer aus, da Bayern > weniger windreich ist als die Gebiete in Norddeutschland und > insbesondere an der Küste. > > [Anm.: Die BWE-Studie nennt Bayern als Binnenland mit dem größten > nutzbaren Potenzial] > > Daher ist die Ausnutzungsdauer der Windkraftanlagen in Bayern um etwa > 400 Stunden geringer als im Bundesdurchschnitt: Während im Bund 2007 > und 2008 die Anlagen 1857 bzw. 1763 Stunden im Volllastbetrieb waren, > lagen die entsprechenden Werte für Anlagen in Bayern bei 1443 bzw. > 1371 Stunden. In Deutschland belief sich die durchschnittliche > Ausnutzungsdauer der Windenergieanlagen zwischen 2001 und 2010 auf > rund 1580 Stunden, wobei der Spitzenwert mit 1857 Stunden 2007 > erreicht wurde, der niedrigste Wert trat mit 1380 Stunden 2010 auf. > Angesichts von 8760 Stunden in einem Normaljahr wurden die > Windkraftanlagen nicht ganz zu 20% ausgenutzt. > > [Anm: auch hier wieder: Uralt-Anlagen taugen nicht für einen > realitätsnahen zukünftigen Vergleich] > > Während mit küstennahen und im Meer (offshore) positionierten modernen > Anlagen die Ausnutzungsdauern deutlich gesteigert (2050 rechnet man > für Offshore-Anlagen mit 4000 Stunden) werden können, ist das in > Bayern in dem Umfang nicht zu erreichen; eine spürbare Erhöhung der > Ausnutzungsdauern ist in Bayern nur möglich, wenn man die Anlagen auf > den Bergeshöhen errichtet. > > [Anm: die 4000h werden doch heute schon erreicht. Und um in Bayern > genau zu bleiben - Standorte mit >=6,5 m/s Windgeschwindigkeit] > > Hinweis: Die Ausnutzungsdauer ist dabei so definiert, dass die > jährliche Stromerzeugung durch die installierte Leistung der > Windkraftanlagen dividiert wird; die Anlagen erzeugen natürlich über > einen längeren Zeitraum elektrische Energie, aber häufig nur mit einem > Bruchteil der möglichen Leistung (=Nennleistung). > > [Anm: hier wird es besonders interessant, wenn man die u.g. 40.000 > Anlagen mal hernimmt. Das hatte ich ja schon vorgerechnet, s.u. erstes > Mail. Das ist sogar noch schlecht gerechnet, da sich das durch > innereuropäsche Standortstreuung sich noch wesentlich verbessert.] > > Die obigen Ausführungen beruhen auf den folgenden Quellen - > Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, Energiebilanz Bayern, > Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik und - ewi-gws-prognos, > Energieszenarien für ein Energiekonzept der Bundesregierung, August > 2010 sowie Berechnungen von Hans-Dieter Karl, wissenschaftlicher > Mitarbeiter des ifo Instituts. Mit freundlichen Grüßen, Karen Pittel > (ifo Bereichsleiterin Energie, Umwelt und erschöpfbare Ressourcen) Hier noch ein sehr verstörendes Beispiel: http://www.muenchen.ihk.de/mike/WirUeberUns/Publikationen/Magazin-wirtschaft-/Aktuelle-Ausgabe-und-Archiv2/Magazin-09-2011/Politik-und-Standort/Streitgespraech-Eine-Verschandelung-der-bayerischen-Landschaft-wird-es-nicht-ge.html > *Sinn:* /Die Wattenmeere reichen nach unserer Rechnung nicht aus. > Wollte man auch nur den jetzigen Stromverbrauch durch Windflügel > ersetzen, bräuchte man fünf Wattenmeere und nicht eines, und die > müssten dicht an dicht im technischen Mindestabstand vollständig > bestückt werden mit Riesenrotoren./ Diese Berechnung würde mich brennend interessieren, "ein" Wattenmeer hat 9000 km2. Hier kann etwas nicht stimmen. Damit Sie mich mich falsch verstehen: mir geht es darum, eine "intelligente" Debatte zu führen. Wenn man in Talkshows laufend wiederholt, dass die Windkraftnutzung zur Verspargelung führt, dann ist das schlichtweg falsch, s.u. erstes Mail. Dies bedeutet, dass viele geeignete Standorte nicht mal genutzt werden, und ganze Landstriche gar kein Windrad aufweisen werden. Es gibt wirklich genug zu kritisieren an dem staatlich organisierten Umbau der Stromversorgung, auch ich halte das für eine ökonomische Katastrophe, was derzeit geschieht. Bloß mit irreführenden Informationen sind wir derzeit ja genug bedient. Gruß Markus Goeb
Sehr geehrter Herr Sinn, ich beziehe mich den Abschnitt "Windräder als Ersatz" S.279 in "Das Grüne Paradoxon". Sie rechnen dort die Unmöglichkeit vor, mit Windkraft ein Atomkraftwerk ersetzen zu wollen. Dabei vergleichen sie die sog. gesicherten Leistungen von 3MW-WKAs und Atomkraftwerken. Damit werden Sie natürlich immer „Erfolg“ haben. Sie hätten auch genauso gut vorrechnen können, wie teuer uns der Strom dann kommt. Sie folgern daraus nämlich eine Verspargelung, die es niemals geben würde: Bei einer installierten Leistung von 333.000 MW würden die Anlagen den größten Teil des Jahres abgeschaltet bleiben, die Netze würden den Strom nicht transportieren können, die kWh aus diesem Anlagenpark wäre unbezahlbar. > Die Rechnung so aufzumachen halte ich für unzulässig. Es geht doch darum, am Ende noch einen einigermaßen realistischen Ansatz zu verfolgen. Der kann nur heißen: WKAs in ein Gesamtkonzept einzubinden und keine isolierte Betrachtung vorzunehmen. Das hier ein ebenfalls teuerer Strompreis herauskommt, ist mir auch klar, aber die deutsche Gesellschaft sollte wenigstens wissen, was der „Unsinn“ vermutlich kostet, spannend wäre es allemal. Ich schlage also eine andere Modellrechung vor: 40.000 WKA onshore, Schwachwindanlagen (z.B. des Typs Siemens SWT 2.3-113, Nordex N117,...). Mit diesen Onshore – Anlagen, die bei niedrigen Windgeschwindigkeiten Kapzitätsfaktoren von 40% gegenüber den jetzigen 15% erreichen, lassen sich rund 330 TWh Strom erzeugen. Die Leistung dieser Anlagen beträgt 96 MW (derzeit 30MW), diese werden aber im Gegensatz zu Ihrer Rechnung nur an wenigen Stunden des Jahres erreicht, das „wegwerfen“ von Strom findet im vertretbaren Maße statt. Die Anlagen liefern, rein rechnerisch, statistisch betrachtet, an weniger als 10% des Jahres gar keinen Strom, an mehr als 40% des Jahres wäre eine Vollversorgung gegeben. Gefallen müssen Ihnen die Anlagen natürlich trotzdem nicht, aber es sind „nur“ 10.000 Anlagen mehr als derzeit vorhanden, die noch dazu niemals im schönen, aber Gott sein Dank völlig ungeeigneten Münchner Umland oder den Alpen, vielmehr dagegen in Nord- und Ostbayern und dem nicht-bayerischen Ausland ihren Platz finden müssten. Mir ist auch klar: der geeignete Schattenkraftwerkspark ist nicht vorhanden, kostet natürlich auch ein Heidengeld und wird dazu noch dazu mit niedriger Auslastung betrieben. Die Rentabilitätsprobleme verhindern ja heute schon Investitionen in Kraftwerke. Und das hier x Milliarden planwirtschaftlich durch das EEG verschoben werden, gefällt mir ebenfalls nicht. Ich bin Ihnen ja im Grund dankbar, dass Sie der deutschen Öffentlichkeit auch mal eine Rechnung präsentieren, wie teuer das alles kommt. Das machen die EE-verliebten-grünbeseelten Politiker nicht, und die Lobbyverbände machen immer ihre eigene Rechnung auf. Bloß sollte man wenigstens mit den Möglichkeiten spielen, die der technische Fortschritt heute bietet, sonst bleibt es eine an den Haaren herbeigezogene Spielerei. Auf eine kurze Entgegnung hierzu freue ich mich. Mit freundlichem Gruß
Sehr geehrter Herr Goeb, im Auftrag von Prof. Sinn, der gegenwärtig durch andere Themen stark beansprucht wird, beantworte ich Ihr Schreiben. Sie beziehen sich darin auf den Abschnitt „Windräder als Ersatz“ in „Das grüne Paradoxon“. Zu Ihrer kritischen Anmerkung ist zu sagen, dass mit der Rechnung demonstriert werden sollte, dass Windkraftwerke, vor allem wenn man die gesicherte Leistung der Anlagen betrachtet, nur in sehr begrenztem Umfang konventionelle Kraftwerke ersetzen können. Die von Ihnen genannten Schwachwindanlagen stellen eine interessante technische Entwicklung dar. Die höheren Volllaststunden sind aber neben den technischen Fortschritten auch auf die größeren Dimensionen der Anlagen zurückzuführen. Ob mit Onshore-Schwachwindanlagen aber Kapazitätsfaktoren von 40% gegenüber derzeit knapp 20% zu erreichen sind, muss sich in der Praxis zeigen. Es bleibt das grundsätzliche Problem, dass das Winddargebot von Jahr zu Jahr und innerhalb eines Jahres starken Schwankungen unterliegt und zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit geeignete Kraftwerksleistung, auf die Sie auch hinweisen, benötigt wird. Noch ein Hinweis: In der Studie von ewi-prognos-gws für die Bundesregierung vom August 2010 werden für Onshore-Windkraftwerke im Zeitraum bis 2050 Jahresvolllaststunden je nach Szenario zwischen gut 1500 und 2180 ausgewiesen; Offshore-Anlagen erreichen danach im Jahr 2050 rund 4000 Volllaststunden (Kapazitätsfaktor: 46%). Mit freundlichen Grüßen H.-D. Karl
Sehr geehrter Herr prof. Sinn, oftmals wird gegen die Wirtschaftlichkeit der Kernkraft argumentiert, dass Müllentsorgung der Gemeinschaft aufgebürdet werden, die Erträge aber bei der Energiewirtschaft bleiben. Somit wäre Kernenergie stark subventioniert, was deren hohe Wettbewerbsfähigkeit erkärt. Wie hoch wäre der Kernstrompreis, wenn man auch Endlagerung und sonstige Kosten in den Preis einbezieht? Wie stehen im Vergleich Kohle und erneuebare Energien da? In wie weit spielen zukünftige Kosten durch Lagerung auf den aktuellen Strompreis eine Rolle? Werden die Kosten zu hoch eingeschätzt, weil man die Diskontierung zukünftiger Kosten übersieht? Mit freundlichen Grüßen Thomas Böhme
Sehr geehrter Herr Böhme, die Rechnung kann keiner aufmachen. Deswegen schlage ich ja vor, dass die Kernkraftwerke sich haftpflichtversichern müssen. Dann muss die Privatwirtschaft die externen Kosten ausrechnen und in Form der Prämie umlegen. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Prof. Sinn, Sie argumentieren in einem Vortrag, dass das EEG überflüssig ist. Zum einen kostet es den Staat Geld, zum Anderen wird nicht ein Gramm CO2 eingespart, weil dies bereits über die Emissionszertifikate geregelt ist. Mir fällt wirklich kein Argument ein, welches das EEG rechtfertigen würde, da selbst die größere Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen nicht gelingen kann. Leider gehöre ich zu der Hälfte Bundesbürger, die Steuern zahlen. Warum macht der Gesetzgeber so etwas? Warum wurde das EEG eingeführt? Viele Grüße, Thomas Böhme
Sehr geehrter Herr Böhme, das EEG wurde eingeführt, weil zwei Bundestagsabgeordnete von zwei verschiedenen Parteien sich zusammengetan haben. Der eine, weil er die grünen Technologien voranbringen wollte, der andere, weil er den Strom aus seinem Wasserkraftwerk besser verkaufen wollte. Damals gab es den Emissionshandel noch nicht, so dass man gewisse Effekte erwarten durfte. Dann hat die EU den Emissionshandel eingeführt, und das EEG verlor seine Wirkung. Aber man wollte vom EEG nicht lassen, weil es eine gute Einkommensquelle war. Die 17 Mrd., die das EEG die Verbraucher allein in diesem Jahr kostet, sind anderswo Einkommen, zu einem erheblichen Teil allerdings in China, denn von dort kommen zwei Drittel der Sonnenpaneelen und sicherlich auch ein großer Teil der Windräder. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Professor, ich habe Sie vor Kurzem in einer Fernsehsendung gesehen, in der Sie u.a. auf die mangelnde Effektivität der Windenergie auf dem Lande wie in Bayern hingewiesen haben. Der Beitrag der Windenergie sei verschwindend gering. Nachdem nun die CSU plötzlich völlig durchdreht und Herr Dr. Söder „mit Windgeschwindigkeit“ die erneuerbaren Energien entdeckt hat und z.B. aus dem Naturpark „Bayerischer Wald“ einen Windpark machen will, der den Grünen in Baden-W das Fürchten lehrt, möchte ich in meinem Bereich dagegen vorgehen. Die unüberlegten Pläne der CSU führen zur Zerstörung der so hoch gehaltenen bayerischen Landschaft und greift massiv in das Leben von Mensch und Tier ein. Und nun meine Bitte! Haben Sie Material, in dem man einmal neutral die Effektivität eines Windrades in Bayern berechnet hat. Es darf doch nicht übersehen werden, dass die meisten Windräder in unserer Region, wie z.B. in München und Pfaffenhofen elektrisch angetrieben werden, wenn Flaute herrscht; also einen erheblichen Strombedarf haben. In die Kalkulation muss auch der Aufwand für die Grundlastwerke eingerechnet werden; ferner kommt es hier zu erhöhter Klimabelastung usw. - da kann doch nichts mehr übrig bleiben. Wenn Sie hier einige seriöse Quellen benennen könnten wäre ich Ihnen sehr dankbar. Vielen Dank im Voraus! Mit freundlichen Grüßen Dr. A. Heublein
Sehr geehrter Herr Dr. Heublein, da Herr Sinn Ihnen leider aufgrund eines Forschungsaufenthaltes nicht persönlich antworten kann, ist Ihre Email an mich weitergeleitet worden. Die Stromerzeugung aus Windenergie hat in Bayern eine geringe Bedeutung; 2010 waren in Bayern nur knapp 1,9% der durchschnittlich Windkraftleistung Deutschlands installiert. Die Stromerzeugung fällt noch geringer aus, da Bayern weniger windreich ist als die Gebiete in Norddeutschland und insbesondere an der Küste. Daher ist die Ausnutzungsdauer der Windkraftanlagen in Bayern um etwa 400 Stunden geringer als im Bundesdurchschnitt: Während im Bund 2007 und 2008 die Anlagen 1857 bzw. 1763 Stunden im Volllastbetrieb waren, lagen die entsprechenden Werte für Anlagen in Bayern bei 1443 bzw. 1371 Stunden. In Deutschland belief sich die durchschnittliche Ausnutzungsdauer der Windenergieanlagen zwischen 2001 und 2010 auf rund 1580 Stunden, wobei der Spitzenwert mit 1857 Stunden 2007 erreicht wurde, der niedrigste Wert trat mit 1380 Stunden 2010 auf. Angesichts von 8760 Stunden in einem Normaljahr wurden die Windkraftanlagen nicht ganz zu 20% ausgenutzt. Während mit küstennahen und im Meer (offshore) positionierten modernen Anlagen die Ausnutzungsdauern deutlich gesteigert (2050 rechnet man für Offshore-Anlagen mit 4000 Stunden) werden können, ist das in Bayern in dem Umfang nicht zu erreichen; eine spürbare Erhöhung der Ausnutzungsdauern ist in Bayern nur möglich, wenn man die Anlagen auf den Bergeshöhen errichtet. Aber generell müssen bei der Windenergie für windschwache Zeiten oder im Fall einer Flaute beträchtliche Reserve- und Regelleistungen vorgehalten werden; es besteht vor allem Bedarf an Pumpspeicherkraftwerken. Hinweis: Die Ausnutzungsdauer ist dabei so definiert, dass die jährliche Stromerzeugung durch die installierte Leistung der Windkraftanlagen dividiert wird; die Anlagen erzeugen natürlich über einen längeren Zeitraum elektrische Energie, aber häufig nur mit einem Bruchteil der möglichen Leistung (=Nennleistung). Die obigen Ausführungen beruhen auf den folgenden Quellen - Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, Energiebilanz Bayern, Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik und - ewi-gws-prognos, Energieszenarien für ein Energiekonzept der Bundesregierung, August 2010 sowie Berechnungen von Hans-Dieter Karl, wissenschaftlicher Mitarbeiter des ifo Instituts. Mit freundlichen Grüßen, Karen Pittel (ifo Bereichsleiterin Energie, Umwelt und erschöpfbare Ressourcen)
Sehr geehrter Herr Prof. Sinn, Sie haben in Ihrem hervorragenden Artikel „Energiewende ins Nichts“ im Handelsblatt vom 28.3.11 leider das französiche Konzept für die künftige Stromversorgung nicht erwähnt. Ich denke allerdings, daß die Pläne der staatlich französischen CEA auch für Deutschland absolut wichtig sind. In Marcoule, Frankreich wird zurzeit ein Schneller Brutreaktor ASTRID gebaut, der sehr unserem SNR300 von Kalkar ähnelt, welcher für 7 Milliarden DM auf und abgebaut wurde. Die französische CEA plant, Frankreich ab 2050 energieautark zu machen. Das heißt: Für die Erzeugung des elektrischen Stroms werden keine Energieträger-Einfuhren mehr nötig. Ein Brutreaktor kann den Uranabfall (U238) spaltbar machen. Wie Sie wissen, besteht Uran zu 99,3% aus U238, und nur zu 0,7% aus dem heute spaltbarem und nutzbarem Isotop U235. Also der Uranabfallbfall U238 wird in Frankreich für die Stromerzeugung unter Verwendung von Brutreaktoren in der Zukunft genutzt. Damit kann Frankreich mehrere Tausend Jahre die Stromproduktion, ohne Einfuhr von jeglichen Energieträgern, aus dem dort heute vorhandenen Uranabfall decken. Diese Idee hatte vor vielen Jahren auch Willy Brandt, der in Februar 1972 seinen Forschungsminister Klaus von Dohnanyi beauftragte, das Projekt SNR300 ins Leben zu rufen. Er ahnte damals nicht, daß ausgerechnet sein Parteifreund Johannes Rau später dieses stolze Energieprojekt begraben wird. Sie wissen sicher, daß zurzeit auch in China Schnelle Brüter gebaut werden. Ich bezahle zurzeit in Lothringen 8Cent für eine kWh französischen Atomstrom. In Stutensee bei Karlsruhe bezahle für den deutschen Ökostrom 25Cent. Auch so kann man ein Volk bestrafen. Noch eine wichtige Tatsache: In einem Schnellen Brüter kann durch Neutronenaktivierung die Strahlungszeit der Spaltprodukte aus dem aktiven Abfall von einer Million auf ein Tausend Jahre oder weniger reduziert werden. Also kann ein schneller Brüter auch in der Abfallwirtschaft eine wichtige Rolle spielen! Mit freundlichen Grüßen Drazen Perinic (ehemaliger Mitarbeiter des Kernforschungszentrums Karlsruhe)
Sehr geehrter Herr Perinic, vielen Dank für Ihre Stellungnahme. Mir sind die Pläne Frankreichs im Grundsatz bekannt, auch wenn mir der Artikel keine Zeit ließ, darauf einzugehen. Ich habe auch über den schnellen Brüter in meinem Buch „Das Grüne Paradoxon“ geschrieben. Vielen Dank aber für weitere Details. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Professor Doktor Sinn, Angesichts der öffentlichen Diskussion zukünftiger Energiesysteme in Deutschland schicken wir Ihnen unser Positionspapier (Anlage 1) zum Thema „Nutzung der bestehenden Energie-Speicher Strom und Gas in einem intelligenten Verbund-Regelsystem in Deutschland“ zu. Dieses Regelverbundsystem baut auf die Naturgesetze auf, das die unregelmäßig vorhandene Kraft von Sonnenlicht und Wind mit der regelmäßig nutzbaren Kraft des biologischen Lebens verbindet. Damit ist die freie, regenerative Biomasse gemeint, nicht zu verwechseln mit den Biofrüchten der heutigen Bio-Kraftstoffe. Die Abfall-Biomasse und ihre bakterielle Zersetzung, bei der Biomethangas entsteht, ist ein Geschenk der Evolution, die uns täglich im Leben begegnet (Klärgase, Verdauungsgase, etc.). Auf der Suche nach einer nachhaltigen „Erneuerbaren Energie“ (EE) hat die AIR-LNG GmbH Bonn im Rahmen des Luftfahrtforschungsprogramms der Bundesregierung sensationelle Erkenntnisse gewonnen. Die Erde verfügt über ausreichende Ressourcen einer solchen freien Abfall-Biomasse, um damit unseren langfristigen, regenerativen Energiebedarf CO2-neutral decken zu können (Anlage 2: Strategiepapier I, Anfall Biomasse). Als Konsequenz aus dieser Erkenntnis ist die Menschheit aufgefordert, eine globale „Abfall-Biomasse-Kreislaufwirtschaft“ (ABK) zu organisieren, um diese freie Biomasse zu sammeln und mit evolutionärer, bakterieller Unterstützung zu einem hochgradigen Wasserstoffträger CH4 (Biomethan) zu wandeln. Aus Biomethan kann ein hocheffizienter, flüssiger Energieträger Bio-LNG hergestellt werden, indem das Biomethangas auf seinen Siedepunkt (-164°C) gebracht wird. Dabei wird das Gas flüssig und erreicht die 600-fache Energiedichte. Mit LNG kann sowohl der gesamte Kraftstoffbedarf aller mobilen Verkehrsträger als auch zusammen mit Biomethan die Grundlast der erneuerbaren Stromproduktion der Welt bedient werden (Anlage 3: Strategiepapier II, Verwendung Biomasse), ohne die Nahrungsmittelkette tangieren zu müssen. In der Transitionsphase von fossil zu regenerativ kann Erdgas mit Biomethan beliebig gemischt werden (gleiches Molekül), sodass auch der Transport und die Speicherung in heutigen Gaspipelinesystemen möglich ist. Dieser nachhaltig verfügbare, regenerative Kraftstoff hat außerdem das Potential preiswert, energieeffizient (Anlage 4: Datenblatt) und kurzfristig in einem von uns entwickelten Regelverbundsystem Bio/Wind/Sonne (mit Stromspeicherkapazität) dezentral hergestellt zu werden. Bio-LNG passt sich 1:1 an die bestehende Erdgas- und LNG-Infrastruktur an, baut auf ihr auf und erfüllt als einziger bekannter Energieträger die ehrgeizigen europäischen Klimaziele. Die Antriebstechnologie mit ihren Hochleistungs-Verbrennungsmotoren ist das Herz der uns tragenden Mobilitätswirtschaft. Gemeinsam mit Bio-LNG als Kraftstoff der Zukunft können wir die Wende zur erneuerbaren Energie einleiten und Deutschland den entscheidenden wirtschaftlichen Impuls geben. Mit unseren Partnern, der innovativen Bio-Chemie-Anlagentechnik, kann in ca. 30 Jahren der gesamte mobile Verkehr treibhausgasneutral umgestellt werden. Damit ist die an die Industrie gestellte Herausforderung, einen alternativen Kraftstoff zu entwickeln, der Klima- und Umweltschutz mit Ökonomie und regenerativer Verfügbarkeit nachhaltig verbindet, erfüllbar. Unsere Roadmap beschreibt ein von uns weitgehend patentrechtlich abgesichertes Verbundsystem, mit dem im ersten Schritt noch in diesem Jahr ein extrem sauberes, preiswertes Flüssiggas, eine Mischung aus 30% Bio-LNG mit LNG-Methangas, geliefert werden kann. Mit Ihm können bereits in 10 bis 20 Jahren alle Verbrennungskraftmaschinen der Stromerzeugung sowie der deutsche Land- und Seeverkehr auf 50% CO2-Minderung umgestellt werden. Im zweiten Schritt kann in 20 bis 30 Jahren ein Weg hin zu einer absoluten Treibhausgasneutralität, einschließlich der Bedienung der globalen Luftfahrt beschrieben werden. Beide Schritte verbessern die heutige Unfall-Sicherheit und garantieren einen 100%igen Kontaminierungsschutz von Wasser und Erde. Weltweit sind bereits mehr als 10 Mio. Fahrzeuge mit komprimiertem Erdgas (CNG) und Biomethan im Einsatz (siehe NVGA*)), so auch viele Stadtbusse und kommunale LKWs auch bei uns. Die ersten Schiffe fahren in Norwegen mit LNG und die ersten LKWs in Kanada, Indien, Holland und Skandinavien bereits mit Bio-LNG, uns droht ein Dominanzverlust. Deutschland hat die große Chance mit gutem Beispiel voranzugehen und seinen gesamten öffentlichen Transportsektor ökonomisch und ökologisch weltweit vorbildlich zu gestalten und den derzeitigen Wirtschaftsaufschwung trotz global steigender Energiekosten zu stabilisieren. In Anbetracht der Bedeutung dieses wichtigen Themas freuen wir uns auf ein Feedback Ihrerseits und stehen sehr gerne für weitere Informationen und Fragen zur Verfügung.
Sehr geehrter Herr M., da Herr Sinn aufgrund eines Forschungsaufenthaltes nicht persönlich auf Ihre Email antworten konnte, möchte ich Ihnen stellvertretend sehr herzlich für Ihre Informationen und Positionspapiere danken. Sollten dazu Fragen aufkommen, so würden wir gerne auf Ihr Angebot zurückkommen und uns bei Ihnen melden. Mit freundlichen Grüßen, Karen Pittel (ifo Bereichsleiterin Energie, Umwelt und erschöpfbare Ressourcen)
Es ist doch müßig weiterhin der Atomtechnologie das Wort zu reden, noch nach verantwortlichen Schuldigen für diese technisch nicht zu beherrschenden Anwendungen zu suchen. Wir müssen generell und sofort in erneuerbare Energieerzeugung umsteigen! Es kann doch nicht sein, dass wider besseres Wissen ein derartiges Gesetz Wirklichkeit wurde,dass CO2 in die Erde verpresst wird. Anscheinend wissen Sie nichts darüber und reden nur über Windkraft die allein keine Energiewende schaffen wird. 1. Methanol statt Wasserstoff Technology Review 10. März 2006 ... Vergessen wir Wasserstoff, meint der Chemie-Nobelpreisträger George Olah, ... Dem ist tatsächlich so: Man nimmt CO2 und Wasser plus ... www.heise.de › ... › Energie - Im Cache - Ähnliche Seiten Prozess womöglich umkehren könnte. Dem ist tatsächlich so: Man nimmt CO2 und Wasser plus elektrischen Strom und reduziert beides chemisch zu Methanol. Das zweite Standbein unserer Methanol-Wirtschaft wäre also, CO2 sofort an den Stellen zu recyceln, wo es in großen Mengen entsteht, etwa an den Abluftschächten von Erdgas-Kraftwerken. Später könnte man das CO2 auch aus der Luft nehmen, aber das wird nicht über Nacht passieren. TR: Würde das die Gefahr von CO2 als Treibhausgas reduzieren? Olah: Die Regierung will CO2 am liebsten einsperren. Man hört beispielsweise, dass man CO2 in der Erde vergraben oder auf dem Seeboden loswerden könnte. Aber wie lange würde es da unten bleiben? CO2 ist ein sehr flüchtiges Material. Auch unter den besten Konditionen wird es sich irgendwann befreien. Unser Ansatz ist ein ganz anderer: Wenn wir das CO2 loswerden wollen, müssen wir es einfangen. Und warum sollte man es dann nicht als neues Ausgangsmaterial recyceln Angesichts neuerer Forschung, wie in den genannten Internet-Adressen zu sehen, ist eine Verfahrensweise, CO2 in das Erdreich zu verpressen geradezu Hohn. Es führt dazu das menschliche Bedürfnis nach Orientierung über wirksame Maßnahmen zur CO2-Verminderung in die Irre. ? Umweltjournal.de: Energie aus CO2? Energie aus Wasserstoff? Sept.2000... Ein "CO2 Global Recycling System" soll mit Hilfe regenerativer Energien CO2 i Methanol umwandeln und somit zur Reduzierung von CO2 und zum ... www.umweltjournal.de/.../EnergieWasserstoff.php - Im Cache - • Methanol statt Wasserstoff | Technology Review 10. März 2006 ... Vergessen wir Wasserstoff, meint der Chemie-Nobelpreisträger George Olah, ... Dem ist tatsächlich so: Man nimmt CO2 und Wasser plus ... www.heise.de › ... › Energie - Im Cache - Ähnliche Seiten Bevor andere Möglichkeiten genutzt werden, sollten erst einmal andere Informatoren zu Rate gezogen werden. Ersichtlich ist, dass sich hier eine schier unerschöpfliche Energiequelle auftut. In Deutschland schon genutzt als Methan, das gewonnen wird. Methanol aber ist leichter zu lagern. Abgesehen davon ist Sonnenenergie wie sie DESERTEC anbietet gut geeignet Gleichstrom nach Europa zu bringen. Die Konkurrenz schläft nicht. Ich möchte darauf hinweisen, dass es keine konkreten Aussagen dazu gibt, wie ein Umstieg in erneuerbare Energien erreicht werden soll, den auch jeder Bürger verstehen und nachvollziehen kann. Windkraft, Pumpspeicher, allein werden nicht reichen. Auch ein weiterer Ausbau von Solardächern bzw. Wärmepumpen die Erdwärme nutzen wird das nicht schaffen. Es muss mehr geschehen. Dazu sollte vorhandene und schon erprobte Technik von DESERTEC genutzt werden, Diese Gesellschaft hat schon in Marokko ein Solarkraftwerk in Betrieb in Uschta genommen. Auch in Spanien ist das der Fall. Es sind Polarrinnenkraftwerke, die die Sonneneinstrahlung nutzen, aber auch Energie speichern können in Salz wenn die Sonne nicht scheint, um auch in der Nacht Strom zu erzeugen. Diese Technik ist erfunden und erprobt. Sagen Sie doch den Menschen, dass es eine Vorgehensweise für Sie ist, denn die Bürger wollen nicht immer nur hören, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien so schnell wie möglich angestrebt wird. Die Bürger wollen wissen wie und womit, damit sie verstehen und nachprüfen können, ob das machbar ist. Um diesen Strom nach Europa und Deutschland zu transportieren braucht es Gleichstromleitungen, braucht es Gleichrichter, die z. B. Siemens produziert, braucht es Kabelproduzenten usw. Also Arbeitsplätze in Europa. Aber es entstehen auch Arbeitsplätze in Ägypten, in Tunesien und Marokko, die dort dringend erforderlich sind, damit die Menschen dort bleiben und uns nicht zur Lasst fallen. Erprobte Technik also, und keine Versuche, sondern anpacken und sofort beginnen. Auch gibt es in Mekpom einen im Bau befindlichen Nutzer überschüssiger Windstromenergie, der mit einem Nutzungsgrad von 40% Wasserstoff speichert, der Brennstoffzellen versorgen kann, also weniger Abgase durch Autos. . Über all diese Fakten hörte man bisher nichts, und von den Politikern schon gar nichts konkretes, was schnellstens geschehen müsste. All diese Unternehmen brauchen jede Menge Kapital. Es kann aber nicht sein, dass nur der kleine Strombezieher und der Staat die Zeche zahlt und Strom teuer wird. Die Großkapitalbesitzer müssen dazu aufgefordert werden, ihr Geld dort in sicheren Investitionen, die Gewinne erzeugen, anzulegen anstatt ihr Geld auf unsicheren Devisenmärkten zu verlieren. Dazu muss die Politik auffordern und die Rahmenbedingungen setzen. Das ist Sache von Frau Merkel.. Schauen Sie dazu die Sendung –higtec- in 3sat und Projekt Wüstenstrom v. 31.3. auf ZDF-Info. Mit freundlichem Gruß K.-H. Lüdecke
Sehr geehrter Herr Lüdecke, da Herr Sinn momentan aufgrund eines Forschungsaufenthaltes nicht persönlich auf Ihre Email antworten kann, habe ich dies übernommen. In der Diskussion direkt nach Fukushima (und zum Teil noch heute) wurde die Debatte zum großen Teil emotional geführt, zur besonnenem und überlegtem Handeln mahnende Stimmen gingen dabei vielfach unter. Ich stimme mit Ihnen überein, dass mit Windenergie alleine die Energiewende nicht zu schaffen ist, sondern dass ein breit angelegter Mix an Maßnahmen erforderlich ist. Diese gilt es bzgl. Kosten ebenso wie Emissionsreduktionen sorgfältig zu prüfen. Für die von Ihnen angesprochenen Alternativen und Hinweise zu Informationsquellen danken wir Ihnen entsprechend. Mit freundlichen Grüßen, Karen Pittel (ifo Bereichsleiterin Energie, Umwelt und erschöpfbare Ressourcen)
Sehr geehrter Herr Prof.Sinn, Sie waren in der Talkrunde bei Maybritt Illner der einzige "nüchterne Wissenschaftler", der darauf hinwies, dass für >90 % unseres Energiebedarfs, der ja nur zu einem Drittel aus Strom besteht, völlig ungeklärt ist, wie dieser auf erneuerbare Energie umgestellt und wie die Umstellung finanziert werden soll. Aber das wollte in der Runde niemand hören, denn darauf hat noch niemand eine Antwort. Experten haben errechnet, dass das bis 2050 1450 Mrd. kosten soll ! Wenn jetzt von "ein paar Milliarden" für neue Stromleitungen gesprochen wird, dann soll offensichtlich nur das Problem vertuscht und verniedlicht werden, um die Verbraucher nicht zu beunruhigen. Da sind sich sogar Politik und Greenpeace einig! Sie haben zu Recht auch darauf hingewiesen, dass das mit Sonne und Wind allein nicht zu schaffen ist! Deshalb möchte ich Sie auf ein Konzept aufmerksam machen, das einen wichtigen Beitrag leisten kann, nämlich Wasserstoff aus Biomasse! Wasserstoff ist der einzige, emissionsfreie Energieträger, der aus erneuerbarer Energie hergestellt und universell eingesetzt werden kann - sogar als Kraftstoff für Flugzeuge ! In Verbindung mit hocheffizienten Brennstoffzellen, die in Massenproduktion sicherlich sehr viel billiger werden und deren Einsatz beim Verbraucher (= Kraft-Wärme-Kopplung vor Ort), könnten die Energieverluste - und Kosten - halbiert werden! Näheres dazu finden Sie in dem Buch "Wasserstoff für alle" von Karl-Heinz Tetzlaff und im Internet unter www.bio-wasserstoff.de
Sehr geehrter Herr Behrenwaldt, da Herr Sinn Ihnen momentan aufgrund eines Forschungsaufenthaltes nicht persönlich antworten kann, möchte ich Ihnen gerne für Ihre Email und die Informationen danken. Mit freundlichen Grüßen, Karen Pittel (ifo Bereichsleiterin Energie, Umwelt und erschöpfbare Ressourcen)
Sehr geehrter Herr Prof. Sinn, was mich an der derzeitigigen Diskussion vor allem im politischen Raum immens stört, ist die Irrationalität und Substanzlosigkeir. Die eine Seite möchte möglichst schon heute alle AKWe abschalten und die andere wollte deren Laufzeiten ursprünglich sogar erst verlängern, um dann ein "Moratorium" (was das immer sein mag) zu verkünden und sich schließlich von welchen "Zeitgeistwellen" auch immer wieder nach oben tragen zu lassen. Man kann (muss vielleicht auch!) zwar das Ziel setzen, aus der KKW-Technik auszusteigen, sollte dann aber doch zugleich ein konsistentes und auch nachvollziebares Konzept zur zukünftigen (Elektro-)Energieversorgung vorlegen, das zudem nicht Deutschland allein, sondern Europa (Frankreich hat knapp 60 AKWe!) einschließen müsste. Stark vereinfacht: Welche EL-Kapazitäten in welchem Umfang müssen wo und wie neu installiert, wie muss diese Energie wohin transportiert und wo können dann schließlich welches AKWe abgeschaltet werden. Das ganze folgte zudem einer Zeitachse und wäre zu unterlegen mit einer Investitions- und Kostenplanung, die schließlich Verbrauchern wie Unternehmen verlässliche Informationen darüber liefert, was zukünftig eine KWh kostet. Dann könnte man übrigenes auch den "Zeitgeist" ziemlich gut testen. Das ist aber Konjunktiv, denn ein solches Konzept kenne ich nicht und gerade die, die es jetzt "liefern" müssten, gehen wohl eher in Deckung. Vielleicht sehe ich das aber aus der betriebswirtschaftlichen Frochperspektive aber auch zu eng und übersehe, dass heute einige für mich munter drauflos plappernde Damen und Herren tatsächlich ein schon so inniges Verhältnis zu besagtem Zeitgeit unterhalten, dass sie bei dessen Ausgießungen jeweils doppelter Portionen teilhaftig werden (was mir schwachem Menschen versagt bleibt). Aber vielleicht sehe ich auch etwas falsch und hoffentlich, nein sicher, kann der Volkswirt helfen. Danke und mit freundlichen Grüßen Volker E. Reich
Sehr geehrter Herr Reich, da Herr Sinn Ihnen momentan aufgrund eines Forschungsaufenthaltes nicht persönlich antworten kann, möchte ich Ihnen gerne für Ihre Email danken, in der Sie die grundsätzlichen Probleme und Herausforderungen, mit denen sich die Atomausstiegsdebatte momentan konfrontiert sieht, sehr schön auf den Punkt bringen! Es gibt zu der Debatte um alternative Ausstiegsszenarios bereits eine ganze Reihe von Studien, die allerdings häufig von unterschiedlichen Annahmen über Technologien und Preise ausgehen und unterschiedliche Energieträger zu unterschiedlichen Anteilen berücksichtigen, so dass eine Menge von Zahlen existiert, die für die breite Öffentlichkeit kaum noch nachzuvollziehen ist. Die Herausforderung ist, diese in einen übersichtlichen Rahmen zu bringen. Mit freundlichen Grüßen, Karen Pittel (ifo Bereichsleiterin Energie, Umwelt und erschöpfbare Ressourcen)
Wie kann man die CO2 -Einlagerung im Boden stoppen? Sehr geehrter Herr Sinn, möglicherweise hat die Ausbringung von Millionen Tonnen CO2 einen Einfluss auf unser Klima. Möglicherweise kann man auch ausrechnen, wie hoch der Schaden ist, den eine zusätzliche Tonne CO2 in der Natur anrichtet. Aber wird beim Einlagern von CO2 nicht selbst Energie benötigt, die dann zusätzlich erzeugt werden muss? Birgt die Einlagerung nicht selbst Risiken und entstehen nicht zusätzliche Kosten dadurch, dass man mögliche Lagerstätten erkunden muss? Würde es nicht viel günstiger sein, wenn man das Geld, was dafür aufgewendet werden muss direkt in den Bau von Windrädern investiert – und zwar global – auch dort, wo bisher Kohle oder Öl statt Wind zur Energiegewinnung genutzt wird, denn CO2 macht ja nicht an der Landesgrenze halt. Kann es sein, dass wir am Ende zur CO2 Einsparung ein Vielfaches von dem ausgeben, was das Einsparen in anderen Ländern kosten würde und wäre es dann nicht sinnvoller, die Einsparungen dort vorzunehmen, wo die Kosten für die Einsparung am Geringsten sind? Wer kann die Politiker daran hindern, in dieser Frage Dummheiten zu machen?
Sehr geehrter Herr Hecker, da Herr Sinn Ihnen momentan aufgrund eines Forschungsaufenthaltes nicht persönlich antworten kann, möchte ich Ihnen gerne für Ihren Beitrag danken. Beim Einlagern von CO2 wird natürlich ebenso wie bei der Produktion von Windrädern Energie benötigt. Wichtig ist, wie die Energiebilanz bzw. CO2-Reduktionsbilanz der verschiedenen Energieträger ausfällt. Ein nationaler Alleingang Deutschlands ist weder in der Klima- noch in der Atompolitik sinnvoll. Zum Sinn und Unsinn solcher Politiken würde ich Ihnen auch Herr Sinns Buch „Das Grüne Paradoxon“ empfehlen. CO2-Einsparungen können in der Tat häufig zu geringeren Kosten in anderen Ländern getätigt werden. Im Kyoto-Protokoll wurde versucht, dieser Tatsache durch den sogenannten Clean Development Mechanism (CDM) Rechnung zu tragen. Im Rahmen dieses CDM können in Entwicklungsländern durchgeführte CO2-Reduktionsmaßnahmen auf die eigene Reduktionsverpflichtung angerechnet werden. Auf diese Weise soll erreicht werden, dass zum einen Einsparungen dort vorgenommen werden, wo es am Günstigsten ist, und zum anderen auch ein gewisser Technologietransfer hin zu den Entwicklungsländern stattfindet. Dies betrifft zum Beispiel auch die Energieproduktion mit erneuerbaren Energien. Die Wissenschaft kann in diesem Zusammenhang nur immer wieder versuchen, Informationen zu verschiedenen Energieszenarien, deren technologische und infrastrukturelle Voraussetzungen sowie gesamtwirtschaftlichen Kosten und Wirkungen zur Verfügung zu stellen. Diese Informationen müssen natürlich nicht nur den Politikern sondern ebenso der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Nur auf diese Weise können die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass eine breite informierte Basis für politische Entscheidungsprozesse entsteht. Mit freundlichen Grüßen, Karen Pittel (ifo Bereichsleiterin Energie, Umwelt und erschöpfbare Ressourcen)
Sehr geehrter Herr Prof. Sinn, zum Thema Kernenergie vs. regenerative Energieträger bin ich abolut Ihrer Meinung und danke Ihnen für den letzten Artikel im Handelsblatt. Ich erachte es als äußerst problematisch, dass der Staat, nur um Wählerstimmen zu fangen, profitable Unternehmen (Kernkraftwerke)- die Abeitsplätze sichern und schaffen - per Gesetz zusperren will. Dann müsste man auch hergehen, und Chemiekonzerne wie BASF zwingen, das Unternehmen abzuwickeln. Wenn ein Flugzeug auf Lugwigshafen kracht, könnten ja auch hier Chemieunfälle ungeahnten Ausmaßes stattfinden, die weite Landstriche verseuchen würden. Die "Möchtegern-Grünen" blenden noch etwas ganz Wesentliches aus: Für die vielen häßlichen Windräder müssen zukünftig auch rund 5000km neue Überland-Kabeltrassen durch Dtl. gezogen werden. Das bedeutet, dass auch viel Wald abgeholzt werden muss.Dagegen laufen die sog. Umweltschützer in Niedersachsen ja jetzt schon sturm. Standpunkt der Grünen: Windräder ja, neue Kabeltrasse nein. Typisch, erstmal gegen alles wettern, dann aber kein Gegenkonzept haben. Der Grüne Gedanke in Dtl. ist eher Scheinheiligkeit.Solarpanels werden ja auch nicht von Herzen und aus grüner Überzeugung aufs Dach gezimmert, sondern ausschliesslich aus monetären Anreizen heraus. Hoffentlich geht den ganzen naiven Schauspielern wie Gabriel, Trittin, Künast und Roth endlich mal ein Licht auf. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Mit freundlichen Grüßen T.S.
Sehr geehrter Herr S., es freut mich, dass wir einer Meinung sind. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
Betreff: Zu: Energiewende ins Nichts, Prof. Dr. Werner Sinn, HB vom 28.03.2011 Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Sinn, dass uns die erneuerbaren Energien alleine nicht helfen werden, unseren heutigen Lebensstil und Wohlstand zu sichern, steht fest. Insoweit teile ich ein Kernargument Ihrer Analyse. Allerdings irren Sie in zwei wesentlichen Punkten und kommen daher möglicherweise zu einer falschen Schlussfolgerung. Erstens darf man vom Prinzip her die Risiken der Kernenergie nicht mit Flugzeugen und Schiffen wie der Titanic vergleichen. Denn wer diese Risiken nicht tragen will, muss und kann sich auf andere Verkehrsmittel besinnen. Die sog. "Nachbarschaftseffekt" dieser Technologie liegen in der Wasser- und Luftverschmutzung durch Treibstoffverbrennung und potenziellen Abstürzen auf bewohnte Gebiete. Wer sich allerdings den Risiken der Kernkraft wirksam entziehen will, muss das Land oder sogar den Kontinent mit Hab und Gut verlassen. Der Nachbarschaftseffekt einer verfehlten Energiepolitik ist mithin gewaltig. Zweitens ist die Kernfusion vielleicht die langfristige Lösung für die Generation unserer Ur-Ur-Enkel. Die kurzfristig wirksamere und damit wertvollere ist aber vermutlich die Umwandlung des Naturrohstoffes CO2 in gasförmigen oder flüssigen Treibstoff mittels Sonnenenergie. Die Verfahren dazu haben bereits den Nachweis der Funktionsfähigkeit erbracht. Lediglich ihre Effizienz gilt es weiter zu verbessern. Würden wir in diese Technik mehr investieren, könnten wir unsere noch einige hundert Jahre weit reichenden Kohlenreserven guten Mutes und ohne irrationale Angst vor dem Mythos der menschengemachten globalen Warmzeit zum Wohle Aller und mit Vernunft ausschöpfen. Mit freundlichen Grüßen Peter Jumpertz THERON Management Advisors AG
Sehr geehrter Herr Jumpertz, Sie haben natürlich Recht, dass man sich den Gefahren der Kernenergie nicht so ohne weiteres entziehen kann. Aber der Unterschied zu anderen Gefahrenquellen ist nur quantitativ, nicht qualitativ. Es kann Ihnen ein Dachziegel auf den Kopf fallen, oder ein Auto kann Sie auf dem Bürgersteig erfassen. Hunderte von Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland durch Risiken, denen sie kaum hätten ausweichen können und die sie jedenfalls nicht selbst bewusst eingegangen sind. Widersprechen muss ich Ihnen beim CO2-Thema. Um Das C vom O2 abzuspalten brauchen Sie genau wieder so viel Energie, wie Sie durch die Verbrennung gewinnen. CO2 ist wie ein leerer Akku. Er liefert keine Energie. Wenn man Sonnenlicht einfangen will, kann man das sinnvoll nur über Wärmespeicher, Wärmekraftwerke, Photovoltaik oder Biomasse machen. Letzteres steht aber in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Prof. Sinn, nach der Katastrophe in Japan, sind nun sämtliche Parteien für einen möglichst schnellen Atomausstieg. Glauben Sie, dass es in einigen Jahren möglich sein wird, eine Industrienation wie Deutschland, dauerhaft mit Wind, Sonnenenergie und Wasserkraft am Laufen zu halten. Auch habe ich gehört, dass durch die Herstellung von Kernbrennstäben sehr viel CO2 verursacht wird. Eine Kritik der Biosprit Erzeugung besteht darin, dass die Anbauflächen die dafür benötigt werden, die Nahrungsmittelpreise in die Höhe treiben. Für die Erzeugung von Windenergie werden aber ebenfalls enorme Flächen benötigt. Spricht daher das gleiche Argument nicht auch gegen die Energieerzeugung durch Windkraft? Mit freundlichem Gruß Noel König
Sehr geehrter Herr König, Sie können meine Antwort nächste Woche im Handelsblatt lesen. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Sinn, wenn ich Ihre Position zum Thema Klimapolitik, wie sich sich mir in der o. g. Sendung dargestellt hat, zusammenfasse, dann bestand Ihr Beitrag in der Sendung fast ausschließlich darin, darauf hinzuweisen, dass die Politik der CO 2-Einsparung nicht nachweisen kann, dass sie effektiv ist; deshalb sei sie fragwürdig und Gutmenschentum (was mit dem gleichen abwertenden Hintergrund versehen ist wie wenn Befürworter der Todesstrafe von Humanitätsduselei reden). Nun wissen Sie genau, dass der Beweis, den Sie da von diesem Ansatz der Umweltpolitik verlangen, unmöglich erbracht werden kann. Oder erklären Sie mir bitte, wie CO 2-Moleküle gekennzeichnet werden können, damit differenziert werden kann, welches CO 2 von wem emittiert bzw. eingespart wurde. Sie bauen da also eine unerfüllbare Voraussetzung auf, genießen in der Sendung offenbar, dass darauf Ihnen keiner eine Antwort geben kann - logisch, der Herrgott saß nämlich in der Runde gerade nicht mit dabei - , und ziehen daraus auch noch den unzulässigen Schluss, dass diese Politik ineffizient ist. Eben das gibt Ihr Argument aber auch nicht her. Sie können nämlich umgekehrt genausowenig beweisen, dass das CO 2 nicht doch eingespart wird und die Politik nicht doch Effekte zeigt. Ihr Argument führt also gar nicht weiter und bewegt sich - entschuldigen Sie - auf einem intellektuell erbarmungswürdigen Niveau. Worum es dabei eigentlich geht, wurde für mich deutlich, als Sie nach Ihrem persönlichen Beitrag zur CO 2-Reduzierung im Straßenverkehr gefragt wurden, und Sie antworteten, langsamer zu fahren käme für Sie nicht in Frage, weil das Unfälle provozieren würde. Dieses Argument ist so armselig, dass nicht einmal der ADAC es noch in die Debatte wirft. Es zeigt aber für mich, worum es Ihnen eigentlich geht: selbst nichts zu tun und das Verhalten nicht zu verändern, bevor nicht sichergestellt ist, dass auch der letzte Ölscheich und der hinterste Kohlebaron davon nicht profitiert. Die übliche und typische Ausflucht der Bequemen, die sich in der Konsequenz auf einer ähnlichen Ebene bewegt wie die der Skeptiker des Klimawandels in den USA, inhaltlich ohne wirkliche Substanz, sondern einfach nur als Ausrede vor sich selbst und Anderen. Und dabei, so meine ich in der Sendung gesehen zu haben - und falls ich da falsch liege, bitte ich Sie um Entschuldigung -, genießen Sie anscheinend auch noch die Rolle des intellektuellen und scharfsinnigen Advocatus diaboli. Zu Ihrer Argumentation in der Sendung kann ich allerdings nur sagen: das war nicht scharfsinnig, sondern in mehrererlei Hinsicht kurzsichtig und von miserablem Niveau. Mit freundlichen Grüßen Hermann Woelke
Sehr geehrter Herr Woelke, haben Sie vielen Dank für diese Kritik. Zur Frage der Wirkungen der Einsparungen bei den fossilen Brennstoffen: Ich denke, in einer Marktwirtschaft muss derjenige den Nachweis der Wirksamkeit erbringen, der Milliarden an Steuergeldern einsetzen will, die er anderen Leuten weggenommen hat, nicht umgekehrt. Konkret muss er zeigen, dass die Kohlenstoffmengen, die wir nicht verbrauchen, im Boden bleiben, dass also die Ölscheichs, Kohlebarone und Gasoligarchen auf unsere Maßnahmen mit einer Verminderung ihrer Fördermengen reagieren. Sie werden mir zustimmen, dass die Politik und auch viele Wissenschaftler dazu schweigen. Die Angebotsseite des Kohlenstoffmarktes kommt in der Argumentation gar nicht vor. Im Übrigen habe ich zwei Belege, Sie mögen sie Indizien nennen. 1. Die Kurve des aggregierten Ausstoßes an Kohlendioxid für die Welt steigt progressiv an und zeigt wegen der europäischen Sparmaßnahmen nicht einmal einen Knick. Das spricht dafür, dass das Öl, die Kohle und das Gas, das wir nicht verbrennen, anderswo verbrannt wird. (H.-W. Sinn, Grünes Paradoxon, Econ, Berlin 2008, Abbildungen 6.1 und 6.2) 2. Eine volkswirtschaftliche Theorie, wie sie in den letzten beiden Kapiteln des grünen Paradoxons ausführlich dargelegt und früher auch schon in Form eines mathematischen Modells in einer referierten internationalen Fachzeitschrift publiziert wurde. (Ist im Grünen Paradoxon zitiert.) Danach sorgt das grüne Säbelrasseln dafür, dass die Förderländer den Abbau der fossilen Kohlenstoffbestände beschleunigen, um der erwarteten Vernichtung ihrer Märkte zuvor zu kommen. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Sinn, Sie erinnern sich vielleicht: Wir haben vor etwas mehr als einem Jahr miteinander gemailt und damals auch unsere Bücher (mein Buch »Wir Schwätzer im Treibhaus«, Ihr »Grünes Paradoxon«) ausgetauscht. Nun bin ich an einer Recherche dran, die ich kurzfristig für einen Artikel für die »Wochenzeitung« in Zürich brauche, längerfristig für ein neues (energiepolitisches) Buchprojekt. Ich wollte Sie fragen, ob Sie sich selber schon mit der Frage, wie hoch CO2-Preise sein müssten, um die aus klimawissenschatflicher Sicht notwendigen Emissionsreduktionen zu erreichen und ob Sie auch selber solche Berechnungen angestellt haben. Sie schreiben in Ihrem Buch, die Energieökonomie vergesse das Angebot. Ich habe den Verdacht, dass das auch ni den üblichen Berechnungen zum CO2-Preis vergessen geht: Ein CO2-Preis muss ja nicht nur bewirken, dass fossile Energie für die Konsumenten teurer wird, sondern auch, dass der Preis für die Produzenten sinkt, so dass sie aufhören zu produzieren. Und weil die Produktionspreise weit unter dem Marktpreis liegen, müssten die Preise für die Produzenten auch sehr tief fallen. IPCC 2007 betrachtet Szenarien nur bis zu einem CO2-Preis von 100$ pro t CO2, was ungefähr 60 $ pro Barrel Öl entspricht - was ja nicht genügen kann um den Preis für die Produzenten ausreichend tief fallen zu lassen. Sind diese Überlegungen korrekt? Wenn Sie mich heute im Verlaufe des Tages anrufen könnten (oder mir mitteilen, wann ich Sie erreichen kann), wäre ich Ihnen sehr dankbar; wenn Sie meine beiden Fragen lieber schriftlich beantworten, wäre das auch recht. Mit bestem Dank und freundlichen Grüßen, Marcel Hänggi
Sehr geehrter Herr Hänggi, damit die Produktion sich nicht mehr lohnt, muss der Ölpreis auf deutlich unter 15 Dollar fallen. Am Golf liegt die Grenze sogar unter 2 Dollar. Ihre Überlegungen sind korrekt. Das Thema habe ich mehrfach aufgegriffen. Ich lege Ihnen nur mal einen Artikel vom Handelsblatt bei. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
(Anmerkung des Moderators: Dies ist die Fortsetzung der Dikussion mit Herrn Hänggi zu Umwelt- und Klimapolitik) Sehr geehrter Herr Sinn Mit Interesse habe ich Ihre zwei Artikel in der Handelszeitung und auch Ihr Interview mit der NZZ gelesen. Darf ich Sie noch einmal mit einer Frage belästigen - es eilt nicht mit einer Antwort. Sie sagen im NZZ-Interview, eine CO2-Abgabe könnte die Reduktion des Angebots nicht erzielen. Zumindest theoretisch bin ich immer davon ausgegangen, dass Cap&Trade und CO2-Abgabe an sich das selbe können - einfach gibt im einen Fall die Politik das Cap vor und der Preis bildet sich auf dem Markt, im anderen Fall ist es umgekehrt. Man könnte sich ja eine CO2-Abgabe vorstellen, die den richtigen Abgabesatz "sucht", indem sie automatisch so lange angepasst würde, bis die gewünschte Emissionsreduktion erreicht wäre. Ginge das ohne Zeitverzögerung, wäre das m.E. mit Cap&Trade äquivalent. In der Praxis aber gibt es natürlich Zeitverzögerungen, deren Spielraum die Produzenten ausnutzen können - das ergibt, was Sie das "grüne Paradoxon" nennen. Ich überlege mir nun, wie die beiden Systeme auf die Produzenten wirken würden - vielleicht können Sie mir sagen, ob Sie das auch so sehen: - Bei einem Cap&Trade wissen die Produzenten, dass sie nur noch eine bestimmte Menge verkaufen können. Sie haben also ein Interesse, das wenigstens zu möglichst hohen Preisen zu tun. Sie werden dem Nachfragekartell also ein starkes Angebotskartell entgegenstellen wollen, das die Förderung sogar noch unter das Cap drosselt, um über die Fördermengen die Hoheit zu behalten und Knappheitspreise zu erzielen. Der Preis des CO2 fiele moderat aus, das ganze wäre gut fürs Klima, aber schlecht für den Fiskus, weil das Geld in die Produzentenländer abfließt. - Bei einer CO2-Abgabe mit einem Automatismus zur Anpassung des Satzes würden die Produzenten versuchen, den Spielraum der Zeitverzögerung zu nutzen und noch so viel wie möglich auf den Markt zu werfen. Sie würden also die Preise fallen lassen. Die CO2-Abgabe müsste diese Preissenkung auffangen, könnte das aber nur zeitverzögert tun. Das wäre schlecht für das Klima ("grünes Paradoxon"), aber gut für den Fiskus, weil wenig Geld in die Produzentenländer abflösse. - Oder könnte es auch im zweiten Fall so sein, dass die Produzenten mit einem Kartell regaierten - dass sie lieber etwas weniger Öl für (viel) höhere Preise verkaufen als etwas mehr Öl zu (viel) tiefern Preisen? Mit bestem Dank und freundlichen Grüßen, Marcel Hänggi
Lieber Herr Hänggi, vielen Dank für den Kommentar. Was Sie zum doppelten Kartell sagen, kann stimmen oder auch nicht. Wir wissen das nicht genau. Es hängt von der relativen Stärke ab. Aber der Streit ist dann ein reiner Verteilungsstreit, weil ja jede Partei die Mengen beschränken kann. Insofern wirkt der Emissionshandel auf jeden Fall. Steuern sind ein ganz anderes Thema. Im statischen Zusammenhang sind Steuer- und Zertifikatelösungen weitgehend deckungsgleich, intertemporal jedoch nicht, weil die Angebotswirkungen von den Änderungen der Steuersätze statt der Höhe dieser Sätze selbst abhängen. Konkret müsste man bei vernachlässigbaren Extraktionskosten einen fallenden Ad-valorem-Steuersatz haben, um die Extraktion zurückzudrängen. Das kriegt man aber politisch nicht hin. Sicher wirken auch Quellensteuern auf Finanzerträge, weil sie den Ressourcenbesitzern die Versilberung ihrer Bestände versauern. Die Wirkungsrichtung der Steuern hängt nicht von der Änderung der Sätze, sondern der Höhe ab. Ob die Sätze fallen oder steigen, immer wird eine Reaktion in die richtige Richtung ausgelöst. Mit bestem Gruß Hans-Werner Sinn
sehr geehrter herr professor sinn ich hab in bazonline soeben das interview gelesen, das philipp müller mit Ihnen abgehalten hat. u.a. ist da geschrieben: "Was muss die Politik Ihrer Meinung nach tun, um die Erderwärmung aufzuhalten? Wir brauchen dringend Massnahmen zur Verringerung des CO2-Ausstosses. Aber die müssen gemeinsam von allen Ländern beschlossen werden. Einzelstaatliche Massnahmen sind sinnlos." es wird sich möglicherweise noch herausstellen, dass die reduktion des co2 ausstosses nicht tauglich ist, um die klimaerwärmung aufzuhalten. der dänische klimaforscher henrik svensmark sagt aufgrund jahrelanger, durch experimente bestätigte, forschungen, dass das klima durch den einfluss der kosmischen strahlung im zusammenhang mit dem sonnenwind auf die wolkenbildung in der unteren atmosphäre "gemacht" wird. wenn sich seine theorie bestätigt, müssen die zahlreichen co2 päpste gelegentlich ihre notebooks zuklappen und erkennen, dass sie auf dem falschen dampfer fuhren. trotzdem ist es natürlich zweckmässig, den einsatz fossiler brennstoffe so weit wie möglich zu reduzieren bzw. diese für höherwertige zwecke als zum verheizen einzusetzen. dann resultiert als nebeneffekt automatisch eine verringerung des co2. dass die theorie von svensmark noch nicht auf breiter basis anerkannt ist, braucht nichts zu heissen. alfred wegener wurde ja seinerzeit auch ausgelacht, als er seine kontinentalverschiebungstheorie bekannt machte. mit freundlichen grüssen Willi Aerne, Schönenbach 7d, CH-9422 Staad (Schweiz) +4171/ 855 10 85
Sehr geehrter Herr Aerne, dass die Theorie nicht anerkannt ist, macht schon einen entscheidenden Unterschied. 99% der nicht anerkannten Theorien sind falsch. Aus der Nichtanerkennung kann man nun wirklich nicht schließen, dass an der Theore etwas dran ist. Wer nicht Fachwissenschaftler ist, muss sich an den Main Stream halten. Alles andere macht in einem ratinalen öffentlichen Diskurs keinen Sinn. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Kollege Sinn, Sie haben im Januar dieses Jahres am Zentrum Wald-Forst-Holz in Freising einen Vortrag zur aktuellen Klimadiskussion gehalten. Ich habe ein paar Urlaubstage genutzt, um Ihr diesbezügliches Buch in Ruhe zu lesen. Die Urlaubsstunden sind mir durch die Lektüre nicht "versüßt" worden; denn leider finde ich gegen viele Ihrer Thesen und Ausführungen keine guten Gegenargumente. Das ein oder andere am bisherigen Weltbild ist massiv erschüttert worden, und manche Ihrer Aussagen und Argumente muss ich deshalb "leider" übernehmen. Einiges bleibt für mich aber auch offen. Ich greife Ihren Aufruf im Buch, Meinungen und Kommentare abzugeben, deshalb hiermit gerne auf. Kernaussage 1 ist: Ob wir in Deutschland regenerativen Strom erzeugen oder nicht ist hinsichtlich Klimavorsorge völlig belanglos; denn unsere CO2- Einsparungen werden innerhalb Europas gehandelt, das CO2 also andernorts (auf unsere Rechnung) produziert. Hintergrund ist der Zertifikatehandel. Diesem Argument muss man sich wohl beugen. Kernaussage 2: Wann immer wir Öl/Gas/Kohle einsparen: wir senken den Marktpreis, was andere veranlasst, mehr davon zu kaufen und zu verbrennen. Insgesamt spielt der freie Markt in Ihrer Argumentation ja die zentrale Rolle. Nun wurde Ihr Buch vor dem Jahr 2009 geschrieben; und der freie Markt und seine stets optimierende Wirkung haben 2009 ja, um es vorsichtig zu formulieren, vieles von ihrem Nimbus verloren. ich habe also zunächst einmal die Hoffnung, dass die Realität doch etwas anders aussieht als in Ihren Skizzen dargestellt. Ich kann also sagen, dass mich Ihr Buch im besten Sinne des Wortes "nachhaltig" beeindruckt hat. Auch wenn diese "Beeindruckung" stellenweise schmerzlich ist, ich akzeptiere sie, da die Argumentation an vielen Stellen absolut überzeugend dargestellt ist. Dennoch bleibt ein unbefriedigender Beigeschmack! Bei einem Buch wie diesem möchte man als Leser ja auch gerne etwas für die Zukunft mitnehmen. Das, um in Ihrem Duktus zu bleiben "grüne Leitbild": "spare, tue Gutes, und Du bist auf dem richtigen Weg" wird hier ja nun massiv zerstört. Was aber wird als Handlungsoption neu angeboten? 1) einen Ressourcenverbrauchsplan mit ALLEN Ländern der Welt auszuhandeln, und 2) Wälder anzuplanzen. Das zweite finde ich als Vertreter einer Forstorganisation natürlich ausgezeichnet, auch das erste erscheint sinnvoll und unterstützenswert. -Was aber kann das Parlament eines Bundeslandes, ein Gemeinderat, ein Bürger tun? Nimmt man alle im Buch zusammengetragenen Argumente hinsichtlich Klimaschutz zusammen bleibt doch: absolut gar nichts. Ob man Energie einspart oder vergeudet ist völlig unbedeutend. Entweder wird das CO2 von einem selbst produziert, oder es wird eben von einem anderen produziert. Damit kann ich als Bürger, Gemeinderat oder Parlamentarier die Hände in den Schoß legen, voll aufs Gaspedal drücken und sagen: "Die ganz da oben, auf globaler Ebene, die müssen das richten. Ich kann derweil alles verprassen; denn mein Handeln ist unbedeutend". Das ist für mich wirklich ein unbefriedigendes Ende der Story. Wenn es also zu einer Neuauflage oder einer Weiterentwicklung des Buches kommt: hierzu sollte etwas gesagt werden. Mit freundlichen Grüßen Prof. Dr. Anton Fischer
Sehr geehrter Herr Kollege Fischer, haben Sie vielen Dank für Ihren Brief vom 13. April 2010. Ich weiß Ihr Lob und Ihr Urteil zu schätzen. Sie bezweifeln, ob freie Märkte ihren Nimbus zu Recht haben. Das bezweifle ich in meinem Buch Kasino-Kapitalismus auch. Aber darum geht es bei meinem CO2-Argument nicht. Auch wenn die Märkte schlecht funktionieren, führt unsere Kaufzurückhaltung bei fossilen Brennstoffen zur Sen-kung der Weltmarktpreise, was den Konsum andernorts ankurbelt. Das ist ein robustes, fast trivia-les Ergebnis. Ich sage ja noch mehr: Die intertemporal optimierenden Ressourcenanbieter werden ihre Extrakti-on in der Gegenwart und näheren Zukunft erhöhen, wenn wir für die fernere Zukunft grüne Politik ankündigen und den Anbietern den Wertzuwachs auf die Lagerstätten kaputt machen. Eine grüne Politik, die immer grüner wird, führt dazu, dass die Weltmarktpreise der fossilen Brennstoffe in der näheren Zukunft noch stärker fallen, als wenn der Zeitpfad des Angebots nicht auf diese Poli-tik reagieren würde. Die Chinesen kaufen nicht nur den Kohlenstoff, den wir freigeben, sondern zusätzlich die Mengen, die die Ressourcenanbieter aus Angst vor der Marktzerstörung durch grüne Politik zusätzlich verkaufen. Das ist das grüne Paradoxon. Was den unbefriedigenden Beigeschmack des nihilistischen Ergebnisses betrifft, bin ich bei Ihnen. Ich empfinde es auch als frustrierend, dass wir im Kleinen nichts beitragen können. Aber was soll ich machen, wenn es so ist? Ich verfolge mit meiner Argumentation keine Absicht, sondern lasse mich nur durch die Logik der Gedanken leiten. Dennoch würde ich die Hände nicht in den Schoß legen, sondern die Bürger auffordern, sich dafür einzusetzen, dass die Bundesregierung auf der Ebene der internationalen Abkommen eine Füh-rungsrolle übernimmt. Nicht durch ein Voranpreschen bei der Verbrauchsminderung, das brächte gar nichts, sondern durch die Organisation einer Koalition, die China und Amerika so unter Druck setzt, dass diese Länder ein Kyoto-Nachfolgeabkommen unterschreiben. Mit freundlichem Gruß Ihr Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Sinn, Sie argumentieren in Bezug auf das Grüne Paradoxon, dass die Hoffnung der Umweltpolitiker, die Kosten für grüne Energien soweit senken zu können, dass fosile Brennstoffe sich nicht mehr lohnen, als illusorisch. Hierfür führen Sie die durchschnittlichen Förderkosten an und vergleichen diese mit den Preisen der Energieträger. Ist es aber nicht so, dass bei einem Gut mit steigenden Grenzkosten der Durchshcnittspreis immer unter dem Preis liegt? Wäre nicht auch hier eine marginalistische Betrachtungsweise richtig? Tatsächlich würde es doch schon helfen, wenn die Kosten für regenerative Energien soweit sinken, dass sich die Erschließung neuer Ölquellen/Kohleminen nicht mehr lohnt. Die Kosten bis auf die 3 USD zu senken, die die Förderung in Saudi-Arabien kostet, ist tatsächlich illusorisch, die Kosten jedoch bis auf die Grenzkosten von vielleicht 60 USD/Barrel abzusenken, erscheint dagegen durchaus möglich. Sinkt der Preis weiter, lohnt sich der Abbau immer weiterer Lagerstätten nicht mehr (Ölsande, Off-Shore). Beste Grüße
Sehr geehrter Herr Fritzsche, sicher sind es die Grenzkosten. Nur was sind die Grenzkosten? Das Grenzkostenkonzept ist im intertemporalen Zusammenhang nicht trivial. Die relevanten Grenzkosten sind zu einem Zeitpunkt, bei dem dann vorhandenen Restbestand der Ressource im Boden, die Mehrkosten, die entstehen, wenn zu diesem Zeitpunkt ein Barrel mehr gefördert wird. Die Grenzkosten sind nicht die teuersten Kosten, die man zu einem Zeitpunkt findet, schon gar nicht die Kosten der am schlechtesten erreichbaren Lagerstätten, die man noch gar nicht angeht. Der Grund ist, dass die Märkte, egal ob Konkurrenz, Monopol oder Oligopol so extrahieren, dass der Barwert der Extraktionskosten minimiert wird (z.B. Long, The optimal order of extraction ...). D.h. sie fangen mit den günstigsten Lagerstätten an und gehen zu den teureren über. Theoretisch sind die Grenzkosten also immer die Kosten des am einfachtsen erreichbaren Bestandes an Ölreserve, mit den niedrigsten Extraktionskosten. Semantische Analogieschlüsse mit der statischen Theorie der Preise und Grenzkosten verbieten sich schon von daher. Wenn trotzdem zu einem Zeitpunkt in verschiedenen Ländern unterschiedlich hohe Förderkosten bestehen, und schon verfrüht die teureren Lagerstätten angegangen werden, so kann das nur an den unterschiedlichen nationalen Risikoeinschätzungen (Enteignungswahrscheinlichkeiten) liegen, die implizieren, dass die Ressourcenbesitzer mit unterschiedlichen Diskontfaktoren arbeiten. Es bleibt aber richtig, dass die Grenzkosten jene Kosten sind, die das zusätzliche Barrel Öl zum jeweiligen Zeitpunkt kostet, und zwar unter Einschluss der Kosten der Exploration und der Anlagen. Es handelt sich dabei praktisch um ein gewogenes Mittel der zu diesem Zeitpunkt messbaren Stückkosten, denn die Grenzbetrachtung bezieht sich auf den Restbestand der Ressoure im Boden und nicht im Hinblick auf den Förderstrom. In meinem Modell misst g(S) mit g'(S) kleiner Null, wobei S der Restbestand im Boden ist, die Stückkosten der Extraktion, wenn der Bestand S ist. Die Größe g misst zugleich die Grenzkosten bezüglich des Förderbestandes. Empirisch ist diese Größe der Durchschnitt der Stückkosten, den man bei S misst. Dieser Durchschnitt liegt beim Öl, so ich mich aus dem Kopf an einen Schnelldienst-Aufsatz von Karl erinnern darf, in der Größenordnung von ein paar Dollar. Wir haben durch das Bieterverfahren des Irak inzwischen auch direkte Zahlen. Danach haben sich die Ölfirmen dort bereit erklärt, für nur ein bis zwei Dollar pro Barrel zu extrahieren. Da das meiste Öl im Golf gefördert wird, liegt der Mittelwert der Förderkosten in der Welt sicherlich nicht allzuweit davon entfernt. Auf jeden Fall haben die Ölpreise, die bei 70 Dollar pro Barrel liegen, wenig bis nichts mit den Förderkosten zu tun. Ich hoffe, das hilft Ihnen. Mit freundlichenm Gruß Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Professor Sinn, Sie haben in der Folge vom 18.Februar auf BR-alpha vom Sperrklinkeneffekt gesprochen und damit die "Verknüpfung" von Nahrungsmittelmärkten und Energiemärkten erklärt. Als liberaler Ökonom müsste man eigentlich befürworten, dass die Ressourcen in die "produktivste" Verwendung fließen. Das könnte aber der SUV in Amerika sein und nicht der Magen der Menschen in Mexiko. Sie haben auch davon gesprochen, dass diese Verknüpfung eine ähnliche Revolution darstellt wie die Industrialisierung. Bedeutet dies auch, dass wir in der Ökonomie neue Wege gehen müssen und gerade vor dem Hintergrund der Globalisierung Allokations- und Verteilungsfragen stärker miteinander verknüpfen müssen? Haben wir inzwischen ein Maß an Ungleichheit erreicht, das eine freie globale Allokation der Güter gar nicht mehr zulässt? Und wie stellen Sie sich vor, dass man verhindern kann, dass Nahrungsmittel zur Energiegewinnung eingesetzt werden? Der Bauer wird sein Produkt dem geben, der am meisten dafür bezahlt.
Sehr geehrter Herr Blau, Sie habe ja Recht. Liberal ist die Abschottung der Nahrungsmittel- und Energiemärkte nicht. Aber man muss sie versuchen. Mindestens sollte man jegliche Förderung des Biosprit sofort einstellen. Das wäre liberal und verteilungspolitisch geboten. Ich würde weitergehen und die Flächennutzung für Biosprit verbieten und nur noch Biosprit aus Abfällen erlauben. Das ist nicht liberal, aber verhindert, dass uns die Welt um die Ohren fliegt. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Prof.Dr.Sinn, in ihrem Buch, dem Grünen Paradoxon, erwähnen sie ein Super-Kyoto, bei dem das Ziel ist, alle Länder der Welt in einen internationalen Emissionshandel einzugliedern. Nun meine Frage dazu: Desto mehr Länder diesem Emissionshandel beitreten, desto mehr sinkt die Nachfrage nach den fossilen Energien, was bedeutet das der Weltmarktpreis von Öl, Kohle und Gas sinkt. Wieso sollten sich dann die letzen übrigen Länder, die noch nicht im Emissionshandel eingepflegt sind, diesem beitreten, wo sie nun günstig fossile Energien nachfragen können? Worin steht der Anreiz Ländern wie Indien und China Europa zu folgen, wenn sie wissen, das Dank Europa und ihrem Emissionshandel die Preise sinken? Meine zweite Frage bezieht sich auf die Subventionierung der grünen Energie in Deutschland und Ihre darauf bezogene Kritik: Sie schildern in Ihrem Buch, das Sie es nicht für gerechtfertigt finden, das die regenartiven Energien in Deutschland subventioniert werden. Vorallem gehen sie Kritisch auf die Willkür der Subventionshöhe und Art ein. Kann aber eine Subvention der regenerativen Energien nicht dazu führen, das eine schnellere Entwicklung und Verbesserung der Technologien stattfindet? Zwar ist Ihrer Eklärung des "einen Preises" nichts anzusetzen, doch kann ich mir vorstellen, das gezielte Förderung dazu führen kann, das Teile der regenerativen Energie dadurch im technischen Fortschritt beschleunigt werden kann. Und genau diesen Fortschritt und die neue Technik kann den Ländern zu Gute kommen, die unentschlossen sind, einem gemeinsamen Emissionshandel beizutreten. Ich hoffe Sie können verstehen was mein Anliegen ist, und ich Danke Ihnen im Voraus. Mit freundlichen Grüßen Levent G.
Sehr geehrter Herr Gürcan, haben Sie vielen Dank für die Nachricht. Sie haben völlig Recht. Je mehr Länder beim Emissionshandel mitmachen, desto kleiner ist der Preis für fossilen Kohlenstoff, desto geringer der Anreiz der anderen mitzumachen. Dieses Problem habe ich ausführlich in meinem Buch Das grüne Paradoxon beschrieben. Genau deshalb muss es heißen: alle oder keiner. Sonst kriegt man Indien und China nie dazu mitzumachen. Die Sonderförderung grüner Technologie in Deutschland senkt die Preise für Emissionszertifikate in Europa und erschwert die grüne Technologie in anderen Ländern. Wenn man einen Emissionshandel hat, kann man die grünen Technologien nur noch über schärfere Standards fördern. Nationale Alleingänge sind konterproduktiv. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Professor Sinn, mit Interesse habe ich heute Ihren Beitrag auf BR alpha verfolgt. Hierzu haben sich für mich einigen Fragen ergeben, für deren Beantwortung ich Ihnen sehr dankbar wäre: 1) Sie sagten während des Vortrages, dass zwischen CO2-Gehalt und Temperatur kein kausaler Zusammenhang bestehen würde da auch noch eine Reihe weiterer Faktoren die Temperaturen beeinflussen würden. Wenn dem so ist, wieso können Sie dann davon ausgehen, dass mit einer Verringerung des CO2-Ausstoßes eine weitere Klimaerwärmung vermieden werden kann? 2) Sie haben den Temperaturverlauf der letzten 800.000 dargestellt. Wenn ich mir diesen anschaue, fällt mir auf, dass die Extreme / die Amplitude von Wechsel zu Wechsel der Warm- und Kaltphasen zugenommen haben. Demzufolge wäre es doch eine logische Schlussfolgerung, dass auch bei der jetzigen Warmphase ein neues Maximum erreicht werden sollte? 3) Können Sie mir sagen, weshalb die Extrema von Wechsel zu Wechsel zugenommen haben – ohne den CO2-Ausstoß durch den Menschen in früheren Phasen? 4) Wodurch kam es letztendlich in den zurückliegenden Warmphasen zu dem plötzlichen Ende der selbigen? Sind diese Abstürze vorhersehbar oder könnte es auch sein, dass der Temperaturanstieg der letzten Jahre sich plötzlich in einen negativen Trend umwandeln würde? Die Studien zum Temperaturanstieg gehen alle von einem mehr oder weniger linearen Verlauf aus, aber gerade Ihre Temperaturkurve zeigt doch, dass Änderungen plötzlich und unvorhersehbar auftreten. 5) Ebenso zeigt Ihre Temperaturkurve, dass die derzeitige Warmphase von ungewöhnlich langer Dauer ist. Keine vorhergegangene Warmphase hat jemals so lange angedauert. Glauben Sie, dass dieses konstante Klima ohne Zutun des Menschen auf ewig bestehen bleiben würde? Vielen Dank im Voraus. Mit freundlichen Grüßen U. T.
Sehr geehrter Herr T., vielen Dank für die Fragen. Ich kann die zweite und dritte Frage nicht beantworten, weil ich kein Klimaforscher bin. Aber hier zur ersten Frage: Ich habe nicht gesagt, dass kein kausaler Zusammenhang besteht, sondern nur, dass die Korrelation der beiden Zeitreihen nicht so zu interpretieren sind, dass die hauptsächliche Kausalität vom CO2 zum Klima geht, sondern umgekehrt. Gleichwohl gibt es auch die umgekehrte Kausalität, wie die Klimatheorie und Spektralmessungen aus dem Weltall zur Erde zeigen. Bei der Rückstrahlung von der Erde, wie man sie aus dem Weltall misst, fehlen genau die Spektren, die das CO2 herausfiltert und in Wärme umsetzt. Die Filterung bzw. Absorption der Strahlen durch das CO2 selbst ist eine physikalisch eindeutige Sache. Alle Gase mit drei Atomen und mehr haben diesen Absorptionseffekt. Bezüglich der Kausalitätsrichtung ist das so: Wenn ein Auto zum Stillstand kommt, ist es meistens wegen der Bremse, aber manchmal auch, weil es vor ein Hindernis fährt. In meinem Buch "Das Grüne Paradoxon" habe ich mich damit in Kap.1 auseinander gesetzt. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Prof. Sinn, fast ungläubig habe ich Ihren "Dino-Thesen" entnommen, dass Sie eines gleichnamigen Preises teilhaftig geworden sind. Was führt eigentlich das "hochmögende Preiskomitee" zur Begründung an und gibt es aus dieser Richtung inzwischen auch sachliche Reaktionen auf die "Thesen" und wenn ja, welche? Man wäre geneigt, über die Preisstifter (die Ihre Dotation wahrscheinlich feixend als kreativ beklatschen) den mildtätigen Mantel des Schweigens zu breiten, wenn hier nicht sachfundierte Diskussion ganz bewusst (!) durch persönliche Diffamierung ersetzt würde. Insofern ist dieses Thema nicht so ganz "ohne". Respekt daher vor der Art und Reise, wie Sie prompt, sachbezogen und vor allem souverän reagiert haben. Es wäre nun nach meiner Meinung wichtig, die "Thesen" nicht nur in den engeren Wissenschaftszirkeln zu diskutieren, sondern auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Dann ich finde schon, dass die "0-Wirkungen" des EEG kaum bekannt sind, mir waren Sie vor dem "Grünen Paradoxon" übrigens auch keineswegs bewusst. Ich hatte nur manchmal Bauchschmerzen, wenn ich sah, dass umweltpolitische Förder- und Subventionsmillionen stets in einunddieselbe Richtung flossen. Mit freundlichen Grüßen Volker E. Reich
Sehr geehrter Herr Reich, es gibt bislang keinerlei inhaltliche bzw. sachbezogene Kommentare des NABU. In der Tat sollte man die Öffentlichkeit informieren. Nur wie? Ich bemühe mich seit über einem Jahr. Ein Wissenschaftler dringt einfach nicht durch, wenn die Presse sich des Themas nicht wirklich annimmt. Mit freundlichen Grüßen Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Sinn, nachdem ich Ihr Buch über das grüne Paradoxon gelesen hatte, war ich geradezu schockiert über die Erkenntnis, dass die mittels des EEG mit zig Milliarden Euro geförderten neuen Energieindustrien keine Reduzierung des CO2-Ausstoßes bewirken, sondern wohl nur eine industriepolitische Maßnahme sind (wegen des parallel laufenden Zertifikatehandels). Falls diese Behauptung stimmt, müsste doch eigentlich ein Aufschrei durch die Öffentlichkeit und die Parteien gehen, zumindest was den Etikettenschwindel anbelangt, der mit dem EEG betrieben wird. Nach meiner Wahrnehmung hat sich am der öffentlichen und parteioffiziellen (SPD, Grüne) Standpunkt, das EEG als wichtigen Beitrag zur CO2-Reduzierung anzusehen, aber gar nichts geändert. Als ich im Rahmen gelgentlicher öffentlicher politischer Diskussionen im sozialdemokratischen Umfeld auf ihre Einwände hingewiesen habe, traf ich auch unter Experten (Ulrich Kelber, SPD-MdB) auf völliges Unverständnis, Nichtwissen oder Ignoranz. Ich frage mich nun, woran das liegt. Ist Ihre oben beschriebene Behauptung wissenschaftlich womöglich umstritten? (Ich bin Laie!) Oder wie erklären Sie sich die meines Erachtens geringe Wirkung Ihrer Publikation? Mit freundlichen Grüßen, Robert Philips
Sehr geehrter Herr Philipps, meine Thesen sind kaum widerlegbar, auch wenn einige aus ideologischen Gründen sie nicht wahrhaben wollen. Beim Jahreskongress 2009 des deutschen Ökonomenverbandes wurden sie von vielen Ökonomen wiederholt. Es sind ja auch keine Thesen, sondern einfache mathematische Wahrheiten. Politische Wahrheiten respektieren aber keine mathematische Wahrheiten. Wenn zu viele Leute ihr Einkommen einer Ideologie verdanken, siegt die Ideologie. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Prof Sinn! In ihrem Buch "Das grüne Paradoxon" haben Sie sehr viele verschiedene Aspekte beleuchtet. Meiner Meinung verdienen folgende Aspekte eine ausführlichere Betrachtung. 1. Einbeziehung der Ressourcenländer am Umbau zu kohlenstoffarmen Wirtschaft (wie z.B. IRENA in Abu Dhabi, Aufbau von grüner Forschung und Industrie, siehe Masdar) 2. Das enorme Wachstum der Städte in den Golf Staaten und die Entwicklungspläne von Saudi Arabien (dies ist eine Weg der Quellensteuer zu entgehen) Mit freundlichen Grüßen, Markus A. Wischy
Sehr geehrter Herr Wischny, haben Sie vielen Dank für die Mail. Dass die Ressourcenländer auch auf alternative Strategien setzen, sehe ich als Versicherungsstrategie für den Fall, dass der Ölhahn zugedreht wird. Man extrahiert so schnell man kann, weil man vor der Zukunft Angst hat, und investiert in alternative Technologien. Sicherlich würde das Investitionsvolumen in den Ölstaaten steigen, wenn man eine Quellensteuer hätte. Aber der Platz für Investitionen ist begrenzt. Derzeit wird der Löwenanteil der Petrodollars in die westlichen Länder zurückgeführt. Aber Sie haben recht: beide Aspekte sind wichtig. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
Betrifft: Grüne Paradoxie Hallo Herr Prof. Sinn, Ihre These, dass der Co2-Ausstoß durch die CO2-Zertifikate festgelegt ist und staatliche Subventionen daran nichts mehr ändern, da die CO2 Emissionen nur geographisch verschoben werden, ist ein wichtiger Denkanstoß. Aber logisch ist er doch nur dann richtig, wenn einige Voraussetzungen erfüllt wären: 1.Es müssten alle CO2 Emissionen durch Zertifikate erfasst sein (geographisch und für alle Verbrennungsvorgänge), was schon mal nicht der Fall ist. 2. Die Zahl der Zertifikate müsste starr sein. Tatsächlich wird man jedoch bei preisgünstigen Alternativen die Gesamtzahl der Zertifikate leichter stärker reduzieren können. 3. Die Angebotsseite müsste starr sein. Aber das Angebot hängt doch auch vom erzielbaren Preis ab. Auch die OPEC drosselt bei niedrigrm Preis ihre Produktion. Vor allem aber werden bei erwartetem hohem Ölpreis neue Quellen gesucht und erschlossen und auch unkonventionelle Öllager (Ölsande etc.) werden zum Abbau hergerichtet. Sie haben also schon ein bisschen Recht, aber doch nicht vollständig. Was uns tatsächlich helfen würde, wäre wissenschaftlicher und technischer Fortschritt, der die CO2-freien Alternativen konkurrenzfähiger machen würde. Dafür müssen wir aber Innovationen fördern und auf den Weg bringen und nicht alte Technologien durch eine Milliarden - Subventionierung des Stillstandes (!!) auf einem hohen Preisniveau halten. Das ist die wahre Verschwendung: dass das EEG so wenig erfolgreich ist im Senken der Preise! Mit freundlichen Grüßen, G.Luther (Dr. rer.nat. Gerhard Luther)
Sehr geehrter Herr Luther, vielen Dank für Ihren Brief. Lassen Sie mich auf die Punkte wie folgt antworten: 1. Ich habe mich ausschließlich auf die Stromerzeugung bezogen, und da sind 99% der Kraftwerkskapazität erfasst. Ich habe allein mit der Nutzlosigkeit der Zusatzförderung grünen Stroms argumentiert. Ich habe z.B. nicht argumentiert, dass der Hausbrand oder Einsparungen im Verkehr oder im Verarbeitenden Gewerbe keine Effekte haben. Genaueres können Sie dazu in meinem Buch „Das Grüne Paradoxon“ lesen. 2. Die Zahl muss nicht starr sein. Was immer die Zahl ist, die Brüssel wählt: Zusätzliche Fördermaßnahmen für grünen Strom sind nutzulos. Eine ausführliche Diskussion zu diesem Thema finden Sie ebenfalls in meinem Buch. 3. Die Angebotsseite auf den Weltmärkten für fossile Brennstoffe müsste starr sein, wenn die europäischen Einsparungen gerade vollständig kompensiert werden sollen. Das ist richtig. Aber nicht richtig ist, dass weniger Öl gefördert wird, wenn die grüne Politik die Preise senkt, denn grüne Politik ist nicht temporär, sondern dauerhaft angelegt .Wenn die Preise in allen Perioden gesenkt werden gegenüber dem Niveau, das sie sonst erreicht hätten, kann das Angebot in der Tat starr sein. Wenn die zukünftigen Preise stärker als die heutigen gesenkt werden, dann steigt das heutige Angebot sogar, weil die Eigentümer die Extraktion vorziehen, um dem erwarteten Preisdruck auszuweichen. Das ist der Effekt, den ich das grüne Paradoxon nenne. Ich kann auch hier nur empfehlen, mein Buch zu lesen. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Sinn, ich habe ihr Working Paper zur CO2-Thematik gelesen. Hier also mein Einwand bzw. meine Frage. Ihre Argumentation lautet doch -verkürzt gesagt-, dass das Angebot für Öl absolut unelastisch ist bzw. stärker von den Preiserwartungen der Produzenten abhängt als vom absoluten Preisniveau. Ist die Angebotskurve nicht aber dennoch auch von den aggregierten Grenzkosten der Produzenten abhängig. Immerhin wird keine Quelle erschlossen, bei der die auf die geförderten Einheiten umgelegten Erschliessungskosten über dem Preis liegen. Ich habe von verschiedenen Seiten gelesen, dass die Angebotselastizität eben nicht genau 0 beträgt und daher der Kompensationseffekt bezüglich des eingesparten Erdöls nicht bei 100% liegt, sondern eher im Bereich von 60%. Haben Sie vielen Dank für ihre Erläuterungen. Mit freundlichen Grüssen Rainer Ammon
Sehr geehrter Herr Ammon, Ich nehme an, Sie beziehen sich auf mein formales Paper "Public Policies against Global Warming" und das dort im Text und Anhang entwickelte Modell. An der Stückkosten-Funktion g(S) erkennen Sie, dass ich genau das angenommen habe, was Sie beschreiben. Die Bestände sind unterschiedlich, und die Stückkosten der Extraktion steigen deshalb mit zunehmender Erschöpfung. Und in der Tat wird nichts abgebaut, wenn der Preis kleiner als die Stückkosten der Extraktion ist. Allerdings wird der Abbaupfad auf den Märkten so gewählt, dass die zunehmende Verknappung der Ressource den Preis immer weiter hochtreibt, so dass er stets über diesen Stückkosten liegt. (Letztes Jahr lag er über dem 100fachen, heute noch beim vierzigfachen der Stückkosten der Extraktion.) Die letzte Einheit wird also, wenn auch nur langsam (um den Preis hochzuhalten) irgendwann auch noch abgebaut. Der andere theoretische Fall, wo der Preis für die letzte Tonne Öl auf der Welt kleiner als die Extraktionskosten ist bwz. auch nur kleiner als die Summe aus Extraktionskosten und Barwert der zusätzlichen Klimakosten durch die Extraktion dieser Tonne wird nicht schwerpunktmäßig behandelt. Ich diskutiere das aber in einem der letzten Abschnitte im letzten Kapitel meines Buches "Das grüne Paradoxon" ausführlich und zeige, warum dieser Fall nicht empirisch identifiziert werden kann und deshalb kein Argument für die permanente Versiegelung eines Teils der Ressource abgibt. Selbst wenn wir diesen Fall betrachten, ist das grüne Paradoxon im übrigen immer noch möglich. Es ist möglich, dass die Androhung grüner Politik einerseits die auf ewig zu fördernde Menge verringert und dennoch für die nächsten Jahrzehnte die Extraktion beschleunigt. Die Thematik lässt sich mit dem Begriff Angebotselasitzität gar nicht gedanklich erfassen, weil das ein Begriff ist, der nur bei statischen Modellkonstruktionen von Relevanz ist. Der Punkt im intertemporalen Kontext ist, dass das heutige Angebot nicht nur vom heutigen Preis, sondern von der gesamten Kette der Preise bis zur Erschöpfung abhängt. Drücke ich die zukünftigen Preise stärker als die heutigen, extrahieren die Anbieter heute mehr. Was Sie gelesen haben, sind Erkenntnisse, die aus statischen Modellen stammen, die den Kern des Geschehens gar nicht abbilden. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Professor Sinn, mit großem Interesse höre und lese ich Ihre Beiträge im Fernsehen bzw. in der Presse, die immer sehr stringent und klar sind. So finde ich auch Ihren Artikel im Cicero vom November 2008 „Das grüne Paradoxon“ und Ihre Analyse wieder sehr überzeugend. – Dies trifft aber nur zu, wenn man mit Ihnen die vorgängige Frage der Bedeutung von CO2 für die Klimaänderung als zutreffend beantwortet vorausgesetzt. In Anbetracht der wachsenden Zahl der Wissenschaftler, die diese bestreiten oder doch erheblich relativieren, sollte das Ifo-Institut als seriöse Einrichtung die Behauptungen des IPCC und des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung ( in Deutschland hauptsächlicher Wortführer dieser Richtung) nicht einfach ungeprüft übernehmen. Diese seit Jahren gepflegten Behauptungen sind offensichtlich fragwürdig und haben deshalb zu einer falschen Klimapolitik – weltweit – geführt, denn sie basiert im wesentlichen auf der Bekämpfung der sog. Treibhausgase und vor allem des CO2. Das führt zu gewaltigen (Fehl-) Investitionen. Ein Beispiel nur dafür ist die Politik der CO2 – Speicherung, wie sie von der IEA betrieben wird (allein Anlaufprojekte benötigen rd. 20 Mrd. EUR). Diese Politik muß aber ohne spürbaren Effekt bleiben. Denn CO2 hat, wie zunehmend deutlich wird, nur einen geringen und daher vernachlässigbaren Einfluß auf die aktuelle Klimaänderung, was in den Beiträgen von Malberg, Dietze und Dittrich ( sein Brief an die Abgeordneten hat einen eingehenden wissenschaftlichen Hintergrund ) deutlich wird. Der Vortrag von Ressing ( Min.Rat im BMWi ) zeigt, daß - die behauptete Bedeutung des Einflusses von CO2 einmal als richtig unterstellt - alle Anstrengungen Deutschlands, ja selbst der EU-Staaten insgesamt, keine Auswirkung auf die Klimaentwicklung haben, da deren Anteil an der CO2-Produktion lächerlich gering ist. Etwaige Reduzierungen werden durch CO2-Produktion in der übrigen Welt schnell überkompensiert. In Anbetracht des unbestritten richtig dargestellten Verhältnisses der CO2- Produktion von D zur globalen CO2-Produktion ist eine „Vorreiterrolle“ reine Ressourcenverschwendung. Natürlich kann weiteres, vertiefendes Material zur Verfügung gestellt werden, wenn Sie es wünschen, aber ich kann mir vorstellen, daß Sie und das Ifo-Institut selbst besten Zugang zu allen einschlägigen Informationen haben. Sehr nachdenklich stimmt, daß der IPCC bisher noch keine Antwort auf die Manipulationsvorwürfe gegeben hat, die angesehene Wissenschaftler wie z.B. Gray und Singer erhoben haben. Darüber berichtet zusammenfassend der ebenfalls beigefügte Artikel von Bachmann. Es ist an der Zeit, sich tatkräftig gegen die manipulierte Politik und deren weitere Manipulation durch eine überschaubare Gruppe zu wehren, die uns viel Geld kostet, die Wirtschaft ruinieren kann, unsere Kinder und Kindeskinder schwerwiegend belastet und letztlich nichts bringt. Mit freundlichen Grüßen Ihr Bernward Löwenberg
Sehr geehrter Herr Löwenberg, vielen Dank für die zugesandten Beiträge zur Diskussion des Klimaproblems. Die von ihnen ausgesprochene Skepsis, dass die Politik wenig wirkt, habe ich in meinem Buch Das grüne Paradoxon, das gerade bei Econ herauskam, ebenfalls in Worte gefasst. Bezüglich des Klimaeffektes an sich bin ich pessimistischer, aber das ist auf jeden Fall weiter zu diskutieren. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Prof. Sinn, über Ihre Argumentation zu Ihrem Buch über Klimapolitik muss ich mich doch sehr wundern. Sie sagen, dass die Ölstaaten ihre Reichtümer versuchen würden schnell an den Markt zu bringen. Wenn Sie dies tun, dann doch nur weil unsere Klimapolitik erfolgreich ist und für die Zukunft bedeutet, dass wir weniger vom Öl der Scheichs (und anderen) abhängig sind. Durch mehr Nachfrage aus anderen Staaten könnte dann maximal soviel Öl mehr verbraucht werden als wir eingespart haben. Dass es aber in nicht allzu ferner Zukunft eine fossile Rohstoffverknappung gibt, die im übrigen auch das Uran betreffen wird, und an deren Ende wir immer noch (günstig) mit Energie versorgt werden wollen scheint Sie nicht zu interessieren. Nebenbei erarbeitet sich Deutschland im Bereich der Erneuerbaren Energien eine Technologieführerschaft, die schon heute, aber vor allem künftig, eine positive Auswirkung auf den Arbeitsmarkt hat. Wie glauben Sie, dass sich Deutschland und die Welt in 200 Jahren mit Energie versorgen werden. Es gibt keine Alternative zu den Erneuerbaren Energien und dann ist es doch ratsam sich als Volkswirtschaft das know-how erworben und in Produkte umgemünzt zu haben, wenn wir unseren Lebensstandard und den Export nicht zu Grabe tragen wollen.
Sehr geehrter Herr Meyer, vielen Dank für Ihr Mail vom 30. Oktober an Prof. Sinn. Ich habe es übernommen, Ihnen zu antworten. Natürlich geht auch Prof. Sinn davon aus, dass die fossilen Energieträger zu Ende gehen werden und dass deren Preis (auch wegen zunehmender Extraktionskosten) steigen wird. Und natürlich ist für die Zeit danach vorzusorgen, in der dann eine Technologieführerschaft bei erneuerbaren Energien sehr wertvoll sein kann. Sein wesentliches Argument zur Beurteilung der derzeitigen Klimapolitik ist doch, dass sie zu partikulär konzipiert ist und die weltweiten Verflechtungen gerade auf wirtschaftlichem Gebiet nicht hinreichend zur Kenntnis nimmt. Daher seine Forderung, „alle ins Boot zu holen“, um Ausweichreaktionen in anderen Gegenden der Welt zu vermeiden. Diesen Aspekt seiner Argumentation sollten Sie nicht ausblenden. Mit freundlichen Grüßen Dr. Robert Koll Persönlicher Berater des Präsidenten
Sehr geehrter Herr Professor Sinn, als ehemals langjährig in der Energiewirtschaft tätiger Dipl. Ing. der Energietechnik (jetzt in Pension) kann ich Ihre Aussagen in Bezug auf die sogenannten erneuerbaren Energien nur unterstreichen. Ich denke jedoch, dass auch Sie in der derzeitigen Stimmung in der Öffentlichkeit nur niedergeamcht werden. ich wünsche Ihnen trotzdem größtmöglichen Erfolg und "ein dickes Fell". Meine eigenen Bemühungen im Bekanntenkreis etwas aufzuklären habe ich zwischenzeitlich aufgegeben. Mit Hilfe eines satirischen Märchens "Die Geschichte von den guten Windomnibussen" hatte ich versucht das was mit Windenergie in einem komplexen System der Stromversorgung für Schwachsinn gerade gemacht wird in eine Alltagstaugliche Analogie zu übersetzen. Dieses Märchen erhalten Sie im Anhang beigefügt (Anmerkung des Moderators: Sie können die Geschichte unten im Anschluss an den Beitrag lesen). Ich wünsche Ihnen und ggf. Ihren Studenten beim Lesen viel Spass. mit freundlichem Gruss Peter Oberschwaben Lesen Sie nun hier die Geschichte: Die Diskussionen zum betreffenden Thema im Spiegelforum werden sehr oft wirklich nur auf Kindergartenniveau geführt, eine ernsthafte sachliche Diskussion ist dies zumeist nicht. Erschreckend für mich auch die Unversöhnlichkeit und der Trickreichtum und die Rosstäuscherei vieler Diskussionsbeiträge bei einem Thema, das wirklich für unser Landund global so ernst ist, dass wir uns Parteitaktische Spielchen und ideologische Haltungen eigentlich nicht mehr leisten können. Aber bei einem solch emotionalen und komplexen Thema ist es ein leichtes, mit Halbwahrheiten und vordergründig richtigen aber an der Sache vorbeigehenden Argumenten in der Diskussion glänzend dazustehen. Um die Diskussionen über die Windenergie auf ein alltägliches einfaches Modell zu bringen, habe ich deshalb die fiktive Geschichte von den....."guten Windomnibussen" erfunden. Ich denke dass die Analogie die tatsächliche Situation recht gut wiederspiegelt. Die Geschichte von den guten Windomnibussen und und den bösen konventionellen Omnibussen Die Geschichte spielt in einem auf der Landkarte der Erde kaum zu findenden kleinen Dorf mit nur 80 Einwohnern, das es aufgrund äußerer günstiger Umstände und natürlich auch dem Fleiß und der Erfindungsgabe seiner Bewohner zu Wohlstand gebracht hatte. Die Bewohner des kleinen Dorfes haben dabei allerdings vergessen worauf ihr Wohlstand eigentlich beruht, auch den Führern des Dorfes ist das nicht mehr so ganz klar. Trotz der immer stärker werdenden Anzeichen dass es mit den günstigen äusseren Umständen bald vorbei sein wird, sind sie fest davon überzeugt immer wohlhabend zu sein. Zu allem Unglück sind noch Herolde zu vernehmen, die der ganzen Erde in naher Zukunft den Untergang voraussagen. Grund dafür ist eine globale Klimaveränderung (worauf immer diese auch zurückzuführen ist,CO-2 ist vielleicht recht simpel) und einen Hauptverursacher haben Politik und die mit öffentlichen Forschungsgeldern versehenen Forscher auch schnell herausgefunden: Es sind doch tatsächlich die vor allem in den reichsten Ländern der Erde im Übermaß eingesetzten und mit Benzin betriebenen Omnibusse. Von klugen Leuten wurde daraufhin der Ersatz der umweltschädlichen konventionellen Omnibusse durch Windomnibusse vorgeschlagen. Es wurde vorgerechnet, dass das Potential dafür immens groß sei und die bösen konventionellen Omnibusse nach und nach völlig ersetzen können, zumindest müssten keine neuen bösen Omnibusse mehr angeschafft werden. Außerdem ist jedem klar, dass die Zeit mit der billige Treibstoffe für die Omnibusse zur Verfügung stehen werden nicht mehr für alle Ewigkeiten dauert. Vor allem leuchtet der Bevölkerung auch ein was die Politiker sagen, nämlich dass die Windomnibusse völlig umweltfreundlich sind und außerdem in den Kosten akzeptabel, da ja nur einmal ganz am Anfang etwas investiert werden muss und dann für alle Zeit die Omnibusse ganz ohne Kosten nur mit Wind betrieben (ein zündender Slogan ist: der Wind stellt keine Rechnung aus!) werden können. Am Anfang waren einige der Herrschenden zwar noch skeptisch, erkannten dann aber bald dass gegen die sich in der Öffentlichkeit breit machende Stimmung (gefördert von bestimmten Gruppen mit den oben genannten Slogans) kaum anzukommen ist. Was machen wir da nur? Die Lösung war bald klar: mitmachen, besser konnte man die nächsten Wahlen nicht gewinnen und außerdem noch als Saubermann/Frau dastehen. Also wurde alle Intelligenz darauf verwendet, den genialen Plan nach Politikerart rasch in die Wirklichkeit umzusetzen. Da passt es gut, dass man die privaten Omnibusunternehmer einer willigen Öffentlichkeit als die Sündenböcke präsentieren kann. Wer anders als diese sind an den rasch steigenden Fahrpreisen aufgrund der immens gestiegenen Benzinpreise schuld. In der Öffentlichkeit kam es deshalb gut an, ein Gesetz zu verabschieden das die Busunternehmen dazu verpflichtete die Dienste jedes Windomnibusunternehmens jederzeit anzunehmen wenn der Wind gerade wehte, egal ob gerade jemand zu transportieren war oder nicht. Zudem wurde gesetzlich festgelegt, dass die Dienste der Vielzahl von kleinen und kleinsten Windomnibusunternehmen mit staatlich vorgeschriebenen hohen Vergütungen je km Transport durch den alten Unternehmer zu bezahlen sind (die neuen Windomnibusse müssen ja bezahlt werden und Zinsen/Tilgung und Fahrer und Verwaltung bezahlt und einkräftiger Gewinn gemacht werden), der aber weiterhin voll für das einwandfreie Funktionieren des Transportsystems zur Verantwortung gezogen wird. Die Unternehmer machten zunächst darauf aufmerksam, dass der Wind in unserem Lande nur für ca. 15% der Beförderungzeiten ausreichen würde und die übrige Zeit mit den Windomnibussen keine Fahrgäste transportiert werden könnten. Darauf hin wurde ihnen gesagt, dass dies nur ein Vorwand wäre um weiterhin an den konventionellen Bussen sich eine goldene Nase verdienen zu können. Die Politiker machten ihnen außerdem ganz rasch klar, dass es ohnehin ihr Problem sei die Windomnibusse vernünftig zu integrieren und außerdem der Fahrplan in jedem Fall nach wie vor bis auf die Sekunde einzuhalten sei. Im Hinblick auf die in der Bevölkerung vorhandene/geschaffene Stimmung sei es ihnen ein leichtes, andernfalls die Busunternehmen als verantwortungslos und nur auf ihren Profit bedachte Unternehmen darzustellen. Im schlimmsten Fall könne ja man die Lizenz entziehen , das Busunternehmen durch den Staat konfiszieren lassen und die Aufgabe Beamten zu übertragen. Hei, da wussten alle - manche etwas früher als andere..und nutzten dies weidlich aus... - was für ein neuer Wind im Lande wehte. Und was blieb den Omnibusunternehmern auch anders übrig als sich auf die Situation einzustellen oder sich im Hinblick auf die gesetzlichen Regelungen für Windomnibusse selbst am Geschäft zu beteiligen: Zu jedem Windomnibus (der dann die Personen auch 15% der jeweiligen Strecke tatsächlich beförderte) müssen nun parallel und zeitgleich auf den gesamten Strecken zusätzliche konventionelle Omnibusse eingesetzt (oder war der Windomnibus zusätzlich, ach.. es kommt nur auf den richtigen Standpunkt an) werden. Weht der Wind dann 85% der Zeit nicht, werden über extra konstruierte Umladeeinrichtungen die Personen vom Windbus rasch in die konventionellen Busse umgeladen und der Windbus wird in den Schlepptau genommen, da er ja möglicherweise bald wieder in der Lage ist die Beförderung wieder ein kleines Stückchen Weges durchzuführen. Da es dank der staatlich garantierten (aber vom Omnibusunternehmen zu bezahlenden) großzügigen finanziellen Regelung für die Windomnibusunternehmen ein äußerst lukratives Geschäft wurde (gleichzeitig konnte ja darauf hingewiesen werden dass zahllose neue Arbeitsplätze in der Windomnibusindustrie entstanden waren), boomte die Zahl der Windomnibusse und es wurde auf den Strassen zunehmend eng. Da ja immer die doppelte Anzahl von Omnibussen auf den Strassen unterwegs waren (ja, manchmal mit geringem Benzinverbrauch wenn der Wind wehte und die konventionellen Omnibusse ohne Passagiere fahren konnten, die meiste Zeit aber mit höherem Benzinverbrauch, da die konventionellen Omnibusse auch noch die Windomnibusse mitschleppen mussten) musste das für alles verantwortlich gemachte übergeordnete Busunternehmen auch noch für den zusätzlich erforderlichen Ausbau der Strassen aufkommen. Von Politik und den vielen Windomnibusunternehmern und der Windbusindustrie wurde der gläubigen Bevölkerung als Riesenerfolg vorgerechnet , welche Anzahl an km zwischenzeitlich durch Windomnibusse befördert würden und man noch viel mehr Energie und schädliche Abgase vermeiden könnte wenn man die Anzahl der Windomnibusse vervielfachen würde, ja, nach der Zahl der gefahrenen km könnte man notfalls sogar die gesamten konventionellen Omnibusse ersetzen wen man nur wolle. Darüber hinaus konnte ja noch zu Recht behauptet werden, dass die Windomnibusse bezogen auf die Kosten je km bereits wirtschaftlich wären. Dass diese Milchmädchenrechnung für den Unternehmer überhaupt nicht relevant war, konnte kein Trost sein. Ebensowenig die Tatsache, dass er zwischenzeitlich von jedem eingenommenen Euro nahezu die Hälfte direkt an den Staat weiterreichen mußte. Um nicht bankrott zu gehen - zusätzlich muss aufgrund weiterer Gesetze ein wichtiger Teil seines Omnibusparks vorzeitig stillgelegt werden und für die Neuanschaffung deshalb Geld angespart werden - musste er/sie wegen all dieser Gründe und anderer seine Fahrpreise deutlich anheben. Daraufhin wurde in der Öffentlichkeit mit dem Finger auf ihn/sie gezeigt und er/sie als Monopolist beschuldigt, der nur seinen Profit im Sinn habe. Aufgrund der Tatsache dass die Windomnibusse praktisch kostenlos fahren würden wäre dies ganz klar. Außerdem wäre es eine Unverschämtheit und Zeichen seiner Uneinsichtigkeit, dass er zum Ersatz der zwangsweise vorzeitig stillgelegten Omnibusse die Anschaffung neuer konventioneller Omnibusse vorgesehen hätte. Es wäre ihm doch schon zigmal vorgerechnet worden, dass der Betrieb der Omnibuslinien ohne jede Konsequenz für Zuverlässigkeit und Kosten mit zusätzlichen Windomnibussen ohne weiteres durchgeführt werden könnte . Daraufhin ging der Busunternehmen im stillen in sich und fragte sich, ob er nicht doch besser dem Beispiel der politischen Führer-innen bei der Finanzierung der öffentlichen Haushalte gefolgt wäre und die Fahrpreise nicht angehoben hätte sondern das ganze Problem auf die Zukunft verlagert und lieber Schulden gemacht hätte nach dem Prinzip: nach mir die Sindflut. Es ist im übrigen sehr fraglich, ob die 80 Bewohner des kleinen Dorfes durch ihre immensen Anstrengungen das Weltklima retten werden, da z.B. 2300 Menschen in den Dörfern der Chin Nasen und der Indonas die Annehmlichkeiten einer pünktlichen Omnibusbeförderung erst gerade entdeckt haben. Es spielt auch kaum eine Rolle, ob die Bewohner aller Dörfer auch bei vereintem Handeln überhaupt noch etwas machen können. Aber wichtig ist ja vor allem das Gefühl, das wir die edelsten der Edlen sind (wer sich rechtzeitig in Windomnibusse engagiert hat, kann das ganze ohnehin ruhiger angehen) und es wenigstens versucht haben und die Führung uns das Gefühl geben kann dass wir es schaffen. Was hätte man mit den enormen verschleuderten finanziellen Mitteln investiert in Forschung oder in den Bric-Ländern zur Entwicklung höherer Umweltstandards alles für unseren Globus erreichen können. Auch unserem Omnibusunternehmer ist schließlich klar, dass längerfristig angesichts der globalen Situation neue Techniken entwickelt werden müssen und die Umwelt in jedem Fall dringendem Schutz bedarf. aber so wie es im Fall der Windomnibusse gemacht wurde.... auf Schwäbisch ........"Herr, schmeiß Hirn ra" Ende der Geschichte: Ich denke dass nahezu jeder vollziehen kann, wo die "dicken Hunde" bei der Idee der Windomnibusse begraben sind. Eine kontroverse sachliche Diskussion kann ich mir hier jedenfalls kaum vorstellen. Bei der ungleich komplexeren Frage des Ersatz von konventionellen Kraftwerken und Kernkraftwerken durch Windkraftwerke ist dagegen eine Mitdiskussion für jeden einfach, egal ob er für Technik und Betriebswirtschaft nur das geringste Wissen mitbringt. Ich brauche nur die Diskussion mitzuverfolgen um festzustellen, dass es hier zum Grossteil nicht um die Sache sondern um das Recht haben geht. "Entweder... oder" ist sicher nicht die richtige Diskussion, aber die kleine Hoffnung bleibt, dass Politik nach aussen tönt und tatsächlich nach Umwegen doch einen richtigen Mittelweg einschlägt. Fortsetzung am 24.10.2007: In der Zwischenzeit sind einige Monate ins Land gezogen, der Sommer ist vorbei und der Winter kündigt sich bereits an. Eines ist aber auf dieser Welt beständig geblieben: Der epochale Erfolg der Geschäftsidee Windomnibus. Eine Vielzahl von kleinen Windomnibusunternehmern haben es zwischenzeitlich zu einem gewissen Wohlstand gebracht, die Banken erfreuen sich an dem regen Zulauf zu den Windfonds und kommen mit dem Drucken der Anlagebescheinigungen gar nicht nach. Und die Windfondbesitzer schauen auch täglich - ja, manchmal sogar stündlich - in Ihre Aktienkonten bei der Windbank nach und stellen fest, dass der Wert Ihrer Anlage in der letzten Woche wieder um satte 10 % angestiegen ist. In den Medien werden stolz die Erfolgsmeldungen über die Auslieferung ganzer Windbusflotten berichtet, über die Arbeitsplätze die dort entstehen, über die Exportschancen und vor allem:...... Wir retten dadurch das Klima. Kein Wunder dass die Politiker sich in Windtaxis (der Chauffeur fährt heimlich mit dem Daimler oder BMW nach, damit die wichtigen Personen abends rechtzeitig zur nächsten Jubelveranstaltung das Publikum mit ihrer Anwesenheit beehren können) vor dem begeisterten Publikum national und international feiern lassen. Ja, das Publikum hat sogar Verständnis wenn diese wichtige Person bis 1 km vor dem Ziel die Bereitschaft der Luftwaffe anfordert und dann demonstrativ auf das Windtaxi umsteigt. Immer noch bequemer als wie bisher sich vom persönlichen Bodyguard auf das Fahrrad setzen und bis zum nächsten Hang schieben zu lassen. Bei dieser Gelegenheit kommt es dann auch gut an, dass stolz vom neuen Projekt der Windschiffe (Nein, keine Segelschiffe um Lasten übers Meer zu transportieren, das wäre zu einfach) geträumt wird. Auf die Frage wie denn mit den an der Küste hin-und herfahrenden Schiffen das Transportproblem in unseren urbanen Zentren gelöst werden könnte wird mit stolz geschwellter Brust verkündet, dass es auch dafür schon technische Lösungen gäbe, man bräuchte einfach etwas Phantasie und müßte sich nur trauen die eingefahrenen Wege zu verlassen. Das Prinzip der Rolle wäre ja in der Zwischenzeit allgemeines Gut unserer technischen Zivilisation und die entsprechende Gelehrsamkeit auch bei Politikern die Regel. So wäre es doch sicher kein Problem die Wind getriebene Bewegung der vor der Nordseeküste hin- und her gleitenden Schiffe (vollkommen geräuschlos, keine Emissionen, kein Treibstoffbedarf, völlig kostenlos im Betrieb) über ein grosses, grosses System von Rollen ins Landesinnere zu leiten und damit das Riesenpotential von Windenergie vor der Nord- und Ostseeküste problemlos und als Modellbeispiel für die ganze Welt zu nutzen. Eventuell wären diese Windschiffe etwas teurer als die Windomnibusse, dafür aber das Potential ungleich größer und der Wind viel stetiger. Ausserdem wäre die Finanzierung überhaupt kein Problem. Man würde einfach in das erweiterte Windbusgesetz schreiben, dass für die neuartigen Windschiffe die Kostenerstattung um 50 % angehoben würde und dass dies allein der böse Omnibusunternehmer und sonst niemand zu tragen hätte. Und die Schaffung des Systems von Transportrollen würde ohne einzigen Cent durch den Steuerzahler zu realisieren sein und müßte natürlich vollständig von den Omnibusunternehmern getragen werden. Wenn unser Omnibusunternehmer dann doch von einer dadurch notwendigen Erhöhung der Ticketpreise faseln würde, so würde man ihm das wie bekannt schon austreiben und ihm nur ganz sanft die politischen Folterinstrumente zeigen und ihn auf jeden Fall für die Erhöhung seiner Ticketpreise an den öffentlichen Pranger stellen und die EU-Behörde auf ihn hetzen. Da kam unserem Omnibusunternehmer aber die zündende Idee, man hörte in den Zentralen der 4 wichtigen Busunternehmen die Sektkorken geradezu knallen und die Anweisungen an die Öffentlichkeits- und Pressearbeiter waren in weniger als 2 Minuten geschrieben. Ja, das sind doch wahre Managementleistungen. Die Damen und Herren hatten ja zwischenzeitlich begriffen dass das Wahlvolk in seiner grossen Mehrheit der Idee der Windomnibusse sehr aufgeschlossen und gläubig gegenüber stand. Die Gewählten taten ja auch genau das wofür sie diese gewählt hatten: Sich der Probleme annehmen und Lösungen aus dem Dilemma aufzeigen, ob echte Lösung oder Scheinlösung ist dabei unwichtig und ist nur eine Frage der Medienberichterstattung. Und hier hat man ja alles im Griff! Ausserdem wurde dadurch ja der Bevölkerung das ungeheuer wichtige Gefühl vermittelt, dass die demokratisch gewählte Führung das Problem erkannt und im Griff hat. Und noch viel mehr: die kleine Republik hatte es allen auf der Welt einmal wieder gezeigt welches Vorbild und Modell für die Welt Deutschland wieder einmal ist. Und diesmal war man sich ganz sicher auf der richtigen Seite zu sein . Das alles hatten nun ganz zuletzt endlich auch diese geldgierigen und verantwortungslosen Monopolisten der Omnibusunternehmer begriffen. Man konnte es kaum glauben und traute seinen Augen kaum, aber der neue Vorsitzende der Omnibusvereinigung der Süddeutschen Omnibusbetreiber kam zur Einweihung der neuesten Omnibusflotte ganz wie die Politiker - nur dies hatten diese schon viel viel früher bergriffen, jetzt konnte es im besten Fall etwas komisch wirken - in seinem froschgrün angestrichenen Windluxuswagen zur Einweihung der neusten Windomnibusfabrik gefahren. In den neuesten Hochglanzbroschüren wurde das hohe Lied der Windomnibuse gesungen und lautstark verkündet dass die Windomnibusse die Lösung aller unserer Probleme seine und dies schon immer die Haltung der Verantwortlichen der Busunternehmer gewesen sei, es wäre durch eine schlechte Pressearbeit nur nicht richtig rüber gebracht worden, aber das würde sich in Zukunft ganz bestimmt ändern. Da konnten sich die strahlenden Politiker, die Windomnibusunternehmer, die Fondbesitzer und alle, ja fast alle Menschen dieser Republik ein breites Grinsen nicht verkneifen. Jetzt haben wir Sie ganz im Sack, da kommen Sie nicht mehr heraus, das untergräbt ihre Glaubwürdigkeit auf alle Zeiten und vor allen Menschen ,wir haben denen das Rückgrat gebrochen und zukünftig fressen sie uns aus der Hand. Ich meine dass man nicht sofort erkennt wie sinnvoll diese Windomnibusse für uns alle sind, das kann technisch gebildeten Menschen und vor allem Ingenieuren wie diese bei den Omnibusunternehmen zu Hauf arbeiten durchaus passieren. Es ist ja nicht so, dass man sich für den Glauben an die Naturgesetze schämen muss, das wäre zu entschuldigen. Dass diese Leute aber nun tatsächlich glauben es wäre alles gut wenn sie scheinbar geläutert vor das staunende Publikum treten würden und um Weiss Waschen bitten würden (heute in Denglish "Grieenwosching" genannt), ja das schlägt doch dem Fass den Boden aus. Und Claudia Grün , die Vorsitzende der inzwischen ziemlich mächtig gewordenen Partei "Die Winde" dachte schon an die nächste Medienkampagne und an die Gelegenheit sich dabei bei den Busunternehmen für den ..ja, etwas erzwungenen Gesinnungswandel recht herzlich zu bedanken. Besser spät als nie, aber da sieht man wieder : ohne "Die Winde" wäre das nie etwas geworden und das muss dem staunenden Wahlvolk ein für alle mal klar gemacht werden. Der Vorhang fällt, das Märchen ist zu Ende: Happyend, der Bösewicht überführt und bestraft und sogar geläutert, die Welt gerettet. Und das allerbeste: Die Windomnibusbesitzer und Windbusfondbesitzer können weiter auf äusserst satte Gewinne hoffen und etwas für ihre private Altersvorsorge tun. Und die armen Rentner, um beispielhaft nur eine der unterschiedlichen Bevölkerungsschichten zu nennen,sind sehr stolz auf ihre Regierung. Bei der nächsten Fahrpreiserhöhung werden Sie aber mit Stöcken an die Paläste der Busunternehmen klopfen und deutlich machen dass sie, die Rentner, ganz genau wissen wer dafür verantwortlich ist dass immer mehr Geld für den öffentlichen Transport drauf geht und immer mehr Firmen wegen der hohen Ticketpreise bei uns dicht machen und Arbeitsplätze verloren gehen.Diese Kapitalisten und Lügner - die Kampagne von "Der Wind" hat dies ja deutlich ausgesprochen - sind am ganzen Elend schuld sind und müssen enteignet werden. Fortsetzung folgt, vielleicht. Warten wir mal ab ob die Busunternehmer tatsächlich so naiv sind wie diese gerade tun. Vielleicht ist das aber auch nur eine gelungenen Täuschung und in Wirklichkeit brüten sie gerade ganz intensiv darüber nach wie man den Passagieren in ganz kleinen und vereinfachten Spots etwas das Einmal Eins des Busbetriebs nahebringt. Dies ist sicher eine ganz ganz schwierige Aufgabe, wahrscheinlich noch viel schwieriger als das Betreiben der ganzen Busflotte um den Fahrplan ja auch immer pünktlichst einzuhalten. Aber es könnte gelingen und würde die Erpressungsmöglichkeiten durch Politik und Windbus- Lobby (nein!!, Nein!! das Wort "M...." würde ich in diesem Zusammenhang ja nie in den Mund nehmen, nur ein Esel schreit "...ia") deutlich mindern. Und manche Fahrgäste würden vielleicht sogar sagen: Hochachtung, Sie zeigen doch mehr Stärke und Aufrichtigkeit als ich hinter diesen Menschen vermutet habe. Und wie sie jetzt vorgehen ist doch auch ganz schön clever und mutig. Wie sind doch alle gespannt ob es eine Fortsetzung gibt. Ergänzung am 01.02.08: Es gibt keine wie oben angedeutete Wendung. Die Windshow geht mit größtmöglichem Öffentlichkeitserfolg munter weiter. Milliarden fliessen weiter munter in die Taschen der Windfondbesitzer ohne dass für die Umwelt und die Energieversorgung ein relevanter Nutzen herauskommt.Durch unabhängige Studien der Uni's Hamburg, Aachen, Stuttgart usw. wurde dies alles auch schon oft gesagt. Gegen den Mainstream in Politik, Medien und Öffentlichenkeit ist und war nie anzukommen. Die Scheinlösung ist zu verführerisch und von den Menschen kaum zu durchschauen und gibt Politik und Medien die Möglichkeit vorzuführen dass alles im Griff ist (früher war der äussere Feind für die Politik das was heute die drohende Klimakatastrophe ist) .
Sehr geehrter Herr Oberschwaben, haben Sie vielen Dank für Ihre interessante Geschichte, die ich mit Interesse gelesen habe. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn
Sehr geehrter Herr Professor Sinn, mit Erstaunen registriere ich Ihre Meinung zum Klimawandel (n-tv, Späth).Leider fehlt mir die Zeit für längere Ausführungen. Deshalb nachfolgend ein paar kurze Sätze. Die Erde ist weder ein Treibhaus noch gibt es einen CO2 induzierten Treibhauseffekt. Seit etwa 10 Jahren gibt es keine Erderwärmung mehr. Ein Einfluss von CO2 auf das Klima ist nicht nachweisbar. In der letzten Zeit erscheinen reihenweise Bücher, die sich mit den Irrtümern und Lügen des IPCC befassen. Als Internetadresse empfehle ich unter anderem: www.schmanck.de. Mit freundlichen Grüssen W. Meister Dipl.-Kfm.
Sehr geehrter Herr Meister, ich kann Ihnen mein Buch "Das grüne Paradoxon" dazu empfehlen, das nächste Woche in den Handel kommt. In Kapitel 1 setze ich mich mit den Argumenten auseinander. Mit freundlichem Gruß Hans-Werner Sinn