In den vergangenen Jahren hat sich das Verständnis der Volkswirtschaftslehre gewandelt. Bis in die siebziger Jahre dominierte die Wirtschaftspolitik, die sich auch als Berater außerhalb der Universitäten verstand. Ihr Manko war eine bisweilen erschreckende Theorielosigkeit. Dann schwappte von den USA die Mathematisierung der Volkswirtschaftslehre nach Deutschland über und ergriff ganze Universitäten. Das Fach Wirtschaftspolitik wurde dabei fast ins Abseits gedrängt. Mittlerweile gibt es nicht wenige VWL-Absolventen, die mit Begriffen wie Ordnungspolitik kaum etwas anfangen können. Der aktuelle Methodenstreit, der mit den Aufrufen in der FAZ und im Handelsblatt begann, ist nützlich, denn er hilft, die Richtung des Faches Volkswirtschaftslehre nachzujustieren. Beide Aufrufe enthalten richtige Gedanken, die die jeweils andere Seite zur Kenntnis nehmen sollte. Vernachlässigt wird in der Diskussion aber die Institutionenkenntnis, die eine Stärke der deutschen historischen Schule war. Ökonomische Erkenntnis gelingt oft erst nach dem Studium historischer Ereignisse und rechtlicher Wirkungsmechanismen. Seriöse Volkswirtschaftlehre besteht in einem gleichgewichtigen Dreiklang von Theorie, Institutionenlehre und Ökonometrie, um der Wirtschaftspolitik mit fundierten Empfehlungen dienen zu können.
"Rettet die Wirtschaftspolitik an den Universitäten!" 83 Professoren der Volkswirtschaftslehre gegen die zunehmenden Bestrebungen, die Lehre von der Wirtschaftspolitik an den Universitäten zurückzudrängen. FAZ.net, 05. Mai 2009, Unterzeichner: 83 Professoren der Volkswirtschaftslehre FAZ.net
"Baut die deutsche VWL nach internationalen Standards um!" Ein Aufruf von 188 Professoren und Forschern der Volkswirtschaftslehre: Die nicht wettbewerbsfähigen Strukturen in den deutschen Ökonomie-Fakultäten dürfen nicht zementiert werden Handelsblatt, 08.06.2009, Nr. 107, S. 9, Unterzeichner: 188 Professoren und Forschern der Volkswirtschaftslehre handelsblatt.de
Was ist und was kann Ordnungspolitik? Von Nils Goldschmidt, Gerhard Wegner, Michael Wohlgemuth und Joachim Zweynert, faz.net
Der Rückzug ins nationale Schneckenhaus Von Gebhard Kirchgässner, faz.net
„Ökonomen-Einfluss auf Politik wird zunehmen“ von Hans Christian Müller, faz.net
Quo vadis, Ökonomik? Von Christoph M. Schmidt und Nils aus dem Moore, faz.net
Schadet es, wenn Ökonomen rechnen können? Von Thomas P. Gehrig, faz.net
Die Ökonomik ist keine zweite Physik Von Viktor Vanberg, faz.net
Das Diskussionsforum enthält Leserreaktionen und Zuschriften, die Prof. Hans-Werner Sinn im Zusammenhang mit seinen Büchern, mit Zeitungsartikeln und erreicht haben. Lesen Sie die bisherigen Zuschriften und diskutieren Sie mit. Diskussionsforum zum "Methodenstreit in der VWL"
Prof. Dr. Werner Hildenbrand, 23. Juni 2009, per E-Mail Diskussionsbeitrag
Bert Rürup, 23. Juni 2009, per E-Mail Diskussionsbeitrag
In der Datenbank für den internationalen Institutionenvergleich des ifo Instituts DICE werden die relevanten Anreizstrukturen in den Rechtssystemen wichtiger Länder auf verschiedenen Gebieten der Volkswirtschaft verglichen. Rund 2.400 Tabellen, Grafiken und Berichte liefern systematische Informationen zu Gesetzen, Regeln, Institutionen und deren wirtschaftlichen Auswirkungen.
Ifo's Database for Institutional Comparisons in Europe DICE
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