VDI nachrichten, 11.01.2008, Nr. 2, S. 5
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Dezember deutlich abgekühlt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel von 104,2 Punkten auf 103 Punkte, wie das Münchner Wirtschaftsinstitut mitteilte. Analysten hatten nur einen leichten Rückgang erwartet, nachdem der Index im Vormonat noch überraschend gestiegen war. Die Unternehmen beurteilten im Dezember vor allem ihre aktuelle Lage deutlich schlechter als im November. Der entsprechende Teilindex brach von 110,3 Punkten auf 108,1 Punkte ein. Bei den Geschäftsaussichten für 2008 setzte sich der negative Trend der Vormonate fort. Der entsprechende Teilindex ging im Dezember jedoch nur leicht von 98,3 Punkten auf 98,2 Punkte zurück. Insgesamt sank der deutsche Konjunkturindex im Dezember auf den schlechtesten Wert seit Februar 2006. Ifo-Chef Hans-Werner Sinn machte die Auswirkungen der US-Finanzmarktkrise für diese negative Entwicklung verantwortlich. Die konjunkturelle Dynamik lasse weiter nach. Der deutsche Aufschwung habe seinen Höhepunkt hinter sich. ap
Im Pkw-Sektor tendiert die aktuelle Geschäftssituation etwas nach unten, die positiven Urteile haben aber noch ein leichtes Übergewicht. Mit ihrer Auftragslage sind die Unternehmen nach wie vor nicht ganz zufrieden. In den Geschäftserwartungen halten sich Optimismus und Pessimismus die Waage. Die Auftragsbücher bei Nutzfahrzeugen sind dagegen weiterhin gut gefüllt. Die Firmen gehen davon aus, dass die äußerst günstige Gesamtsituation auch in den nächsten Monaten anhält und setzen dabei verstärkte Hoffnungen in ihr künftiges Exportgeschäft. Die Produktionspläne werden nach oben revidiert. H.-G. RUSS
Mit geringen Abstrichen gegenüber dem Vormonat wird die Geschäftslage erneut als sehr gut eingestuft. Bei lebhaftem Orderzugang liegen die Auftragsbestände über dem sonst üblichen Maß. Die Fertigwarenlager entsprechen nun im Großen und Ganzen dem angestrebten Umfang. Eine wesentliche Änderung der Geschäftslage insgesamt zeichnet sich nach Einschätzung der Testfirmen für die nahe Zukunft nicht ab, die Chancen auf den ausländischen Märkten haben sich aber weiter verbessert. Die Produktion soll hochgefahren werden, wobei auch die Einstellung von zusätzlichen Arbeitskräften vorgesehen ist. H.-G. RUSS
Die Geschäftslage wird bei stagnierender Nachfrage und nur leicht erhöhter Fertigung erneut etwas weniger günstig bewertet. Die Auftragsreserven schmelzen weiter ab, und der Lagerdruck hält an. Eine Aufwärtsentwicklung wird für das kommende halbe Jahr nicht erwartet, für den Bereich der Investitionsgüter überwiegen sogar leicht die pessimistischen Stimmen. Verstärkte Impulse erhoffen sich die Firmen dagegen sowohl bei Investitions - als auch Konsumgütern aus dem Exportgeschäft. Die Produktionspläne zeigen wieder häufiger nach oben. H.-G. RUSS
Der Ordereingang verlor zuletzt etwas an Schwung, die Auftragspolster insgesamt liegen jedoch weiterhin erheblich über dem üblichen Maß. Lieferengpässe treten nicht mehr auf. Die Geschäftserwartungen der Unternehmen sind nach wie vor von Zuversicht geprägt, vor allem hinsichtlich der Auslandsnachfrage. Die Produktion, die in den letzten Monaten nur unter Einschaltung von Überstunden in nicht unerheblichem Umfang zu bewältigen war, soll weiter hochgefahren werden. Dabei ist auch geplant, den Personalbestand weiter aufzustocken. H.-G. RUSS
Der Autor ist wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Ifo-Institut, München.
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