VDI Nachrichten, 08.05.2009, Nr. 19, S. 4
Nach dem historischen Tief im Vormonat hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im April wieder ein wenig gebessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 82,2 Punkten auf 83,7 Punkte, wie das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut mitteilte. „Die Unternehmen sind mit ihrer aktuellen Geschäftslage nicht mehr ganz so unzufrieden wie im Vormonat“, erklärte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. ap
Automobil: Im Pkw-Sektor hat sich an der unbefriedigenden Geschäftslage nichts Wesentliches verändert. Der Rückgang von Nachfrage und Fertigung schwächte sich jedoch zuletzt spürbar ab. Im Hinblick auf die Perspektiven für das kommende halbe Jahr äußern sich die Unternehmen kaum noch skeptisch, wobei auch der Pessimismus in ihren Exporterwartungen deutlich nachgelassen hat. Die Produktionspläne zeigen nicht mehr so häufig nach unten. Bei Nutzfahrzeugen sieht man der künftigen Geschäftsentwicklung zwar ebenfalls weniger pessimistisch entgegen, die Produktion soll jedoch in Anbetracht der enormen Fahrzeughalden sogar vermehrt zurückgefahren werden. H.-G. RUSS
Chemie: Die aktuelle Geschäftslage tendiert nach oben, die negativen Urteile überwiegen jedoch deutlich. Abermals gingen weniger neue Order ein als im Vormonat, so dass trotz ebenfalls gedrosselter Produktionstätigkeit der Gesamtbestand an vorhandenen Aufträgen nahezu unverändert unter dem sonst üblichen Maß liegt. Geringfügig abgebaut werden konnten immerhin die überhöhten Fertigwarenlager. Der seit November letzten Jahres zu beobachtende Aufwärtstrend der Geschäftserwartungen hat sich fortgesetzt, sie sind aber nach wie vor von Skepsis gekennzeichnet. Auch der Pessimismus in Bezug auf den Export ist geringer geworden; dennoch sind Produktionskürzungen geplant. H.-G. RUSS
Elektro: Die äußerst unbefriedigende Geschäftslage hat sich sogar erneut etwas verschlechtert. Zwar gingen Nachfrage und Produktion nicht mehr so kräftig zurück wie bislang, die Firmen klagen aber immer noch über eine viel zu dünne Auftragsdecke. Der Lagerdruck nimmt kontinuierlich zu. Für die nächsten Monate rechnet man mit einer weiteren Verschlechterung der Gesamtsituation, der Pessimismus hat jedoch erneut nachgelassen. Auch die Chancen auf den ausländischen Märkten haben sich offenbar verbessert. Die Beschäftigungspläne sind unvermindert auf Personalabbau angelegt. H.-G. RUSS
Maschinenbau: Die negativen Geschäftslageurteile gewinnen weiter an Gewicht. Obwohl der Nachfragerückgang gebremst und die Produktionstätigkeit erneut drastisch eingeschränkt wurden, schmolzen die Auftragspolster weiter ab und unterschreiten immer häufiger das Normalmaß. Die Lager an unverkauften Erzeugnissen gelten unverändert als zu groß. In den Erwartungen kommt schwächer werdender Pessimismus zum Ausdruck. H.-G. RUSS
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