VDI-Nachrichten, 01.02.2008, Nr. 5, S. 5: Ifo-Branchenkonjunkturtest
Trotz eingetrübter Konjunkturaussichten hat sich. die Stimmung der deutschen Unternehmen zum Jahresbeginnüberraschend gebessert Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Januar auf 103,4 Zähler nach 103 Zählern im Dezember, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung mitteilte. Damit bremste das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer seine jüngste Talfahrt, „Insgesamt präsentiert sich die gewerbliche Wirtschaft in einer robusten Verfassung“ , sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn zur Umfrage unter 7000 Unternehmen. Experten sehen sich darin bestätigt, dass es in Deutschland nicht zu einer Rezession kommt. Die Firmen beurteilten ihre Lage schlechter als zuletzt, blickten aber wieder etwas optimistischer in die Zukunft. Der Lageindex fiel auf 107,9 Punkte von 108,1 Punkten, während der Index für die Erwartungen erstmals seit Mai wieder zulegte und überraschend um 0,8 Punkte auf 99 Punkte stieg. Die Stimmung der Firmen zeigte im Branchenquerschnitt meist nach oben. Das Verarbeitende Gewerbe blickt zuversichtlich nach vorne und setzt auf ein fast ungebrochen gutes Exportgeschäft.
Automobil:
Im Pkw-Sektor wird im Januar die aktuelle Geschäftssituation bei erhöhtem Auftragseingang und forcierter Fertigung wieder etwas positiver beurteilt. In den Erwartungen kommt aber nur geringe Zuversicht zum Ausdruck, auch hinsichtlich des Exportgeschäfts. Bei Nutzfahrzeugen hat die ausgezeichnete Geschäftslage angehalten. Im Gegensatz zum Pkw-Sektor sind hier die Auftragsbücher gut gefüllt. Sehr gute Chancen rechnet man sich nach wie vor auf den ausländischen Märkten aus. Die Produktion soll in den nächsten Monaten weiter hochgefahren werden.
Chemie:
Die Geschäftslage tendiert leicht nach unten, die günstigen Urteile überwiegen jedoch weiterhin sehr deutlich. Da nur wenig mehr neue Aufträge eingingen als im Vormonat, der Produktionsausstoß aber erhöht wurde, verringerten sich die Auftragsbestände. Vereinzelt werden die Fertigwarenlager als zu groß empfunden. Da überdies die Perspektiven nun erstmals wieder skeptisch eingeschätzt werden, zeigen die Produktionspläne - und auch die Beschäftigungspläne - nicht mehr so häufig nach oben. Impulse erwarten die Testfirmen aber nach wie vor von der Auslandsnachfrage.
Elektrotechnik:
An der guten Geschäftslage hat sich angesichts einer leichten Belebung von Nachfrage und Produktion nichts Wesentliches verändert: Auftragsreserven sind ausreichend vorhanden. Für die nächsten Monate befürchtet man allerdings eher eine Abwärtsentwicklung, vor allem im Bereich der Investitionsgüter. Verstärkte Hoffnungen setzten die Unternehmer dagegen in ihr künftiges Auslandsgeschäft. Es ist geplant, die Fertigung bei vermindertem Lagerdruck in den nächsten Monaten auszuweiten; Engpässe werden in dem zunehmenden Fachkräftemangel gesehen.
Maschinenbau:
Die Maschinenbauer berichten trotz erneuter Abschwächungstendenzen über eine ausgezeichnete Geschäftslage. Der Ordereingang konnte sich gut auf dem Stand vom Vormonat behaupten, die Produktion expandierte. In den Erwartungen kommt nachlassender Optimismus zum Ausdruck, im Hinblick auf das Exportgeschäft ist er aber ungebrochen. Der Gesamtbestand an Aufträgen übertrifft nach wie vor erheblich das sonst übliche Maß, so dass die Unternehmen beabsichtigen, die Produktion zu erhöhen. Der anhaltende Mangel an Fachkräften wird dies aber beeinträchtigen.
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