Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.11.2008, Nr. 274, S. 8
Zur Zuschrift „Mangel an Selbstkritik“ (F.A.Z. vom 11. November): Leser Gerd Manke fragt, ob er die „Publikationen von Professor Sinn zur strikten Regulierung der Finanzmärkte beziehungsweise zur Behebung ihrer systemischen Mängel in den letzten Jahren nur schlicht übersehen" habe. So ist es. Professor Sinn ist seit langem ein Kritiker einer zu laschen Regulierung der Banken. So hat er dazu im Jahr 2003 in der Zeitschrift „Finanzarchiv" eine Kontroverse entfacht, bei der seine Forderung nach schärferer Regulierung kritisiert wurde. Auch hat er ein Buch („The New Systems Competition", Basil Blackwell, 2003) geschrieben, in dem er zeigt, dass der staatliche Wettbewerb der Regulierungssysteme generell zur Erosion der Regulierung führt. Neben der Erosion des Sozialstaates, der Steuern, des Lebensmittelrechts und der Wettbewerbsordnungen behandelt er dort die Erosion der Bankenregulierung und erläutert, wieso sie zum Glücksrittertum der Bankvorstände führt. Die nach seiner Meinung zu lasche Bankenregulierung hat er zudem in einer Reihe populärwissenschaftlicher Texte und Zeitungsartikel kritisiert.
Annette Marquardt, Ifo Institut für Wirtschaftsforschung, München
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