ifo Projekt Transmission und Emission makroökonomischer Schocks durch das Bankensystem
Auftraggeber: Stiftung Geld und Währung •
Projektlaufzeit: Juli 2010 - Juni 2013 •
Bearbeitender Bereich: Konjunktur und Befragungen
| Projektteam: | Oliver Berg Kai Carstensen Nikolay Hristov Michael Kleemann Timo Wollmershäuser | |
| Auftraggeber: | Stiftung Geld und Währung | |
| Projektlaufzeit: | Juli 2010 - Juni 2013 |
Fragestellung und Ziele des Projektes
Die vergangenen Jahre zeigten deutlich, dass makroökonomische Modelle nur begrenzt in der Lage waren, die Ursachen und Konsequenzen der jüngsten Finanzkrise angemessen abzubilden. Einer der Gründe hierfür ist, dass eine besondere Rolle des Bankensystems bei der Transmission gesamtwirtschaftlicher Schocks bislang meist ausgeschlossen wurde. Vielmehr wurde angenommen, dass Banken als neutrale Akteure exogene Impulse (beispielsweise Zinsänderungen der Notenbank) ungefiltert weitergeben. Auch die Möglichkeit, dass das Bankensystem selbst eine Quelle makroökonomischer Störungen darstellen kann, wurde weitgehend ignoriert.
Ziel des Forschungsprojektes soll es sein, die Rolle des Bankensystems bei der Transmission und Emission makroökonomischer Schocks besser zu verstehen, um zukünftig in der Lage zu sein, Krisen im Finanzsektor möglichst frühzeitig zu erkennen und deren realwirtschaftliche Auswirkungen idealerweise abmildern zu können. Im Rahmen des Forschungsprojekts sollen einerseits neue ökonometrische Ansätze entwickelt werden, mit deren Hilfe die Transmission und Emission makroökonomischer Schocks durch das Bankensystem analysiert und quantifiziert werden können. Andererseits sollen modelltheoretische Ansätze entwickelt und auf ihre empirische Relevanz hin überprüft werden, die sowohl Aufschluss über die Ursachen von bankenspezifischen Schocks als auch über die verstärkende bzw. abschwächende Funktion des Bankensystems bei der Übertragung anderer makroökonomischer Schocks liefern sollen.
Methodische Vorgehensweise
Untersuchung der Einflüsse regionaler Unterschiede im Finanz- und insbesondere im Bankensystem auf die Transmission geldpolitischer Schocks durch die Analyse regionaler Asymmetrien in den Impuls-Antwort-Folgen räumlich abhängiger Vektorautoregressiver Systeme. Identifikation bankenspezifischer Schocks mithilfe von Mikrodatenanalysen (insbes. Auswertung der ifo Kreditumfrage). Schätzung von Kreditangebotsschocks im Rahmen Vektorautoregressiver Modelle. Modellierung von Transmission und Emission makroökonomischer Schocks durch das Bankensystem im Rahmen eines geschätzten DSGE Modells.
Datenquellen
ifo Institut, Nationale Zentralbanken, nationale statistische Ämter, OECD, IWF, Ecowin.