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ifo Projekt

Dimensionen und Auswirkungen eines Freihandelsabkommens zwischen der EU und den USA

Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie •
Projektlaufzeit: Juli 2012 - Januar 2013 •
Bearbeitender Bereich: Außenhandel

 

Projektteam:  
Prof. Gabriel Felbermayr Ph.D.
Prof. Dr. Mario Larch
Dr. Erdal Yalcin
Dr. Lisandra Flach
Sebastian Benz
Finn Krüger  
 
Auftraggeber:   Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie 
 
Projektlaufzeit:   Juli 2012 - Januar 2013 

Fragestellung und Ziele

Im Rahmen einer Evaluierungsstudie untersucht die Forschungsabteilung Außenhandel am ifo Institut, inwieweit ein transatlantisches Freihandelsabkommen Wohlfahrt, Wachstum oder Beschäftigung in Deutschland beeinflusst und volkswirtschaftliche- und Firmenstrukturen verändert werden. Der Untersuchungsansatz ist empirisch und verwendet moderne Methoden der ökonometrischen Politikevaluierung, aufbauend auf der Neuen Außenhandelstheorie. Basierend auf aggregierten amtlichen Statistiken werden die Handelsschaffungs- und Handelsumlenkungseffekte, sowie Produktivitätsentwicklungen verschiedener Länder und Sektoren (unterschiedliche Risiken) herausgearbeitet. Ferner führt das ifo Institut eine Umfrage unter führenden Firmenverbänden in Deutschland durch. Diese erlaubt eine Plausibilisierung und externe Validierung der modellgestützten Ergebnisse, fängt ein Stimmungsbild ein und unterstützt die Parametrisierung neuerer Handelsmodelle.

Methodische Vorgehensweise

Panel Daten Analyse
Gravitätsgleichungsanalyse
Computable General Equilibrium Model (GTAP)

Datenquellen

Amtliche Handelsstatistiken
Weitere Amtliche Statistiken (Destatis, Eurostat) US Census Bureau
Bureau of Economic Analysis
UN COMTRADE
UNCTAD
WITS
Verbandsumfrage

Ergebnisse

Deskriptive Studienergebnisse:

Die wirtschaftliche Bedeutung der USA und der EU ist nach wie vor groß. Zusammen repräsentieren sie nahezu 50% der globalen Wirtschaftsleistung, bei nur 11,8% der Weltbevölkerung. Im bilateralen Handel, sind die USA der zweitgrößte Exportmarkt für deutsche Produkte (nach den EU26) und drittgrößtes Herkunftsland von deutschen Importen. Die inter- und intraindustrielle Vernetzung beider Partner spiegelt sich beim Bestand von ausländischen Direktinvestitionen von Unternehmen wider. Amerikanische Firmen haben über 50% ihrer ausländischen Direktinvestitionen in Europa investiert, und europäische Unternehmen sogar über 70% in den USA. Die Verbändeumfrage zeigt, dass nicht-tarifäre Handelsbarrieren (NTBs), und hierbei insbesondere Qualitätsstandards, für deutsche Exporteure zentrale Hindernisse für den Zugang zum US Markt darstellen. NTBs werden hauptsächlich als fixe Kosten des Marktzugangs verstanden. Eine Reduktion der NTBs ist besonders für kleinere und mittelständische Unternehmen hilfreich. Von der Eliminierung der Zölle profitieren hingegen nach Angaben der Verbände eher die größeren Firmen. Eine transatlantische Freihandelsinitiative wird von den Verbänden insgesamt positiv hinsichtlich der Beschäftigungswirkung erachtet. Es werden Marktanteilsgewinne nicht nur in den USA, sondern auch auf Drittmärkte erwartet.

Ökonometrische Ergebnisse:

Die ökonometrischen Schätzungen zeigen, dass über real existierende präferentielle Handelsabkommen (PHAs) hinweg Handelsschaffungsgewinne von mindestens 67% zu erwarten sind. Die Handelsschaffung ist ein Vielfaches dessen, was aus beobachtbaren Zollreduktionen zu erwarten wäre. In allen direkt durch die transatlantische Freihandelsinitiative betroffenen Ländern kommt es zu einer Ausweitung des Handels.

Durch eine umfassende Handelsliberalisierung steigt im globalen Durchschnitt die Wohlfahrt (das reale Einkommen) in der langen Frist um etwa 3,3%. In Deutschland nimmt sie um etwa 4,7% zu, in Frankreich um 2,6%. Die USA und Großbritannien präsentieren sich als die wichtigsten Gewinner mit respektive 13,4% und 9,7%. Länder, mit denen entweder die EU oder die USA bereits Freihandelsabkommen unterhalten, sind die wichtigsten Verlierer. Dazu zählen Mexiko, Kanada, oder Chile, aber auch die Länder Nordafrikas.

Eine Analyse unter Berücksichtigung von Arbeitsmarkteffekten zeigt, dass in Deutschland bis zu 110 000 und in der EU insgesamt 400 000 Arbeitsplätze entstehen. Die Beschäftigungszuwächse in den USA sind geringer. In Kanada und Mexiko kommt es nur zu sehr geringen, teilweise positiven Beschäftigungseffekten. Der Rest der Welt verliert etwa 240 000 Jobs.

Publikationen

Gutachten

Felbermayr, Gabriel, Mario Larch, Lisandra Flach, Erdal Yalcin und Sebastian Benz, "Dimensionen und Auswirkungen eines Freihandelsabkommens zwischen der EU und den USA", ifo Institut, München, 2013, Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, Januar 2013, Endbericht. Details | Download

Executive Summary

Felbermayr, Gabriel, Mario Larch, Lisandra Flach, Erdal Yalcin and Sebastian Benz, "Dimensions and Effects of a Transatlantic Free Trade Agreement Between the EU and US", 2013, Study commissioned by the German Federal Ministry of Economics and Technology, January 2013, Executive Summary. Details | Download

Zusammenfassung

Felbermayr, Gabriel, Mario Larch, Lisandra Flach, Erdal Yalcin, Sebastian Benz und Finn Krüger, "Dimensionen und Effekte eines transatlantischen Freihandelsabkommens", ifo Schnelldienst 66 (04), 2013, 22-31. Details | Download

Externe Veröffentlichung

Presse und Informationsamt der Bundesregierung (2013): Neue Chancen für Verbraucher und Unternehmen. Zehn gute Gründe für ein Freihandelsabkommen der EU mit den USA. | Download (PDF, 4,0 MB)

Pressemitteilung

Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA schafft Wohlstand

ifo Spezialthema

Freihandelsabkommen

Ansprechpartner

Prof. Gabriel Felbermayr, Ph.D.

ifo Institut
ifo Zentrum für Außenwirtschaft
Telefon: +49(0)89/9224-1428
Fax: +49(0)89/985369
E-Mail: felbermayr @ ifo.de
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