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ifo Projekt Evaluierung der Beschäftigungseffekte der Exportkreditgarantien des Bundes - Hermesdeckungen

Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie •
Projektlaufzeit: März - September 2011 •
Bearbeitender Bereich: Außenhandel

 

Projektteam:   Prof. Gabriel Felbermayr
Dr. Erdal Yalcin
Dipl.VW. Inga Heiland
 
Auftraggeber:   Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
 
Projektlaufzeit:   März - September 2011

Fragestellung und Ziele

Die Bundesrepublik Deutschland sichert Exportgeschäfte unter bestimmten Kriterien gegen wirtschaftliche und politische Risiken durch Exportgarantien (Hermesdeckungen) ab. Ein wesentliches Ziel dieses Instrumentes ist, die Teilnahme der deutschen Exportindustrie im internationalen Wettbewerb zu stärken und somit zur Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen in Deutschland beizutragen.
Im Rahmen einer Evaluierungsstudie untersucht die Forschungsabteilung Außenhandel am ifo Institut, inwieweit Hermesdeckungen Beschäftigungs- und Wertschöpfungseffekte in Deutschland nach sich ziehen und welchen Umfang diese haben. Der Untersuchungsansatz ist empirisch und verwendet moderne Methoden der ökonometrischen Politikevaluierung. Basierend auf aggregierten amtlichen Handelsstatistiken werden die Wirkungen von Hermesdeckungen über verschiedene Länder (unterschiedliche Risiken) herausgearbeitet. Ferner werden mit Hilfe der ifo Konjunkturtest Umfragedaten industrie- und firmenspezifische Wirkungen der Hermesdeckungen untersucht.

Methodische Vorgehensweise

Paneldaten Analyse
Mikroökonometrische Analyse
Neuere Matching Verfahren

Datenquellen

Amtliche Handelsstatistiken
ifo Konjunkturtest Daten

Ergebnisse

Deskriptive Studienergebnisse:

Die Bedeutung der Hermesdeckungen gemessen an gewährten Deckungsvolumina hat in den letzten Jahren wieder deutlich zugenommen. Von 2000 bis 2007 ist der Anteil der durch Hermesbürgschaften abgedeckten deutschen Exporte von etwa 3,3% auf 1,8% abgesunken. Bis 2010 hat sich dieser Anteil auf 3,4% beinahe verdoppelt, obwohl die Exporte 2010 in etwa dem Niveau von 2007 entsprachen.

Die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen durch Hermes hat insbesondere in Krisenjahren deutlich zugenommen. Die Anzahl der direkt und indirekt in Deutschland durch Hermesbürgschaften betroffenen Beschäftigten betrug vor der weltweiten Finanzmarktkrise im Durchschnitt etwa 150 000 pro Jahr. Von 2008 bis 2010 ist diese Zahl auf etwa 240 000 angestiegen. Etwa 60% der betroffenen Beschäftigten befinden sich in Zulieferbetrieben. Laut Unternehmensbefragung sind 57% der betroffenen Arbeitsplätze nur durch Hermes zustande gekommen. Hermesbürgschaften betrafen im Jahr 2007 auch etwa 43 000 Beschäftige in ausländischen Zulieferbetrieben.

Etwa 4% der direkt betroffenen Beschäftigten arbeiten in ostdeutschen Unternehmen. Dieser Anteil nahm in den letzten Jahren zu. Im langjährigen Durchschnitt kommt etwa 78% der insgesamt durch Hermesgarantien betroffenen Beschäftigung durch Exporte in Nicht-OECD Länder zu Stande; 44% allein durch Exporte in Schwellenländer; davon entfallen zwei Drittel auf die BRIC Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China).

Ökonometrische Ergebnisse:

Drei unterschiedliche ökonometrische Modelle ergeben unter Verwendung von drei getrennten Datensätzen das gleiche Ergebnis: Hermes Exportkreditgarantien erhöhen die Beschäftigung in Deutschland. Auf der Sektorebene existieren allerdings erhebliche Differenzen.

Die ökonometrische Analyse sektoraler amtlicher Exportdaten zeigt: Hermesdeckungen erhöhen die Exporte. Im Jahr 2007 sind durch die staatlichen Garantien die Exporte um 0,39 bis 0,45 Prozent höher ausgefallen als wenn es die Garantien nicht gegeben hätte. Durch die zusätzlichen Exporte wurden 62 000 bis 72 000 Arbeitsplätze geschaffen.

Die exportfördernde Wirkung der Hermesdeckungen ist für Zielländer mit hohem ökonomischem Risiko besonders stark ausgeprägt. In der Finanzmarktkrise haben sich Hermesdeckungen insofern bewährt, als sie die exporthemmende Wirkung von Finanzmarktimperfektionen abgemildert haben.

Auch auf Firmenebene kann ein signifikanter exportfördernder Effekt von Hermesdeckungen ermittelt werden. Dieser positive Effekt ist sowohl bei kleinen, mittelständischen und großen Firmen gegenwärtig, als auch bei einer getrennten Betrachtung von ost- und westdeutschen Firmen.

Im Durchschnitt kommen 240 000 Euro Deckungsvolumen auf einen neu geschaffenen Arbeitsplatz. In kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) ist die Effektivität besonders hoch: Während die KMU nur 30% der Deckungssumme auf sich vereinnahmen, schaffen sie 50% der neuen Arbeitsplätze. In den quantitativ wichtigen Sektoren „Maschinenbau“ und „Metallerzeugnisse“ ist sie ebenfalls überdurchschnittlich hoch.

Publikationen zum Projekt

Felbermayr, G., Heiland, I., Yalcin, E., (2011), Evaluierungsstudie: Beschäftigungseffekte der Exportkreditgarantien der Bundesrepublik Deutschland "Hermesdeckungen"

  1. Felbermayr, Gabriel, Inga Heiland und Erdal Yalcin, "Beschäftigungseffekte der Exportkreditgarantien der Bundesrepublik Deutschland »Hermesdeckungen«", ifo Schnelldienst 65 (01), 2012, 20-30 | Details | Download


  1. Felbermayr, Gabriel J. und Erdal Yalcin, "Export Credit Guarantees and Export Performance: An Empirical Analysis for Germany", Ifo Working Paper No. 116, 2011 | Details | Download


Ansprechpartner

Erdal Yalcin

ifo Institut
Außenhandel
Telefon: +49(0)89/9224-1420
Fax: +49(0)89/985369
E-Mail: yalcin@ifo.de
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